Eigener Wille

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von a11ure 25.02.11 - 15:01 Uhr

Unser Großer hat heute Geb und wird schon 2 Jahre alt! #torte

Seit 1-2 Wochen scheint er seinen eigenen Willen entdeckt zu haben, was der Harmonie mitunter etwas abträglich ist.

Bisher war er eher ein harmoniebedürftiges, sanftes Kind - nun haben wir quasi wegen allem & jedem "Diskussionen".

Hab schon einiges zu dem Thema gelesen, aber im echten Leben fällt es mitunter schwer, immer zu wissen, wie man nun richtig reagiert.

Bei uns ist es ein Mix aus "Willen lassen", vertagen, bestechen, überreden, ablenken, schimpfen, uvm. Aber da wir auch noch einen 1jährigen dabei haben, darf der natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Ist es bei Euren 2jährigen auch so & wie geht Ihr damit um? Tipps?

Beitrag von nana141080 25.02.11 - 15:15 Uhr

Hallo,

ich habe bei "Trotzanfällen" immer Situationsbedingt reagiert.
Also wie du ;-) Ich halte nix davon immer nur eine "Schiene" zu fahren.

Ich habe meine Jungs allerdings nie ins Zimmer oder bett gesperrt.
Wenns mal echt heftig war hab ich gesagt das er jetzt auf dem Flur weiter bocken kann...oder ich bin aus dem Zimmer.

Meistens hat es geholfen in den Arm zu nehmen und zu erklären....immer und immer wieder ;-)

VG nana

Beitrag von s-hibbel 25.02.11 - 16:42 Uhr

Das mit dem Eigenen Willen ist ja völlig normal und gesund....
Ich denke nur, dass man das Kind nicht ablenken oder den "Konflikt" nicht vertagen sollte, der Harmonie willen.
Das Kind sucht in dem Moment seine Grenzen und die sollte man ihm auch zeigen. Wir haben im Moment z.B. ein "Herdplattenproblem", Das "Steckdosentabu", das Thema "Essen runterwerfen" und "Klobürsten itte nicht nehmen" und 100 anderer Dinge hat er aber mittlerweile begriffen.
;-)
Ich finde, es bringt nix, diese mitunter von Wutanfällen begleiteten Konfrontationen zu umgehen, zu vertagen, oder sonstwas, weil sie irgendwann trotzdem kommen werden, vorzugsweise dann ausserhalb der eigenen vier Wände...
Ich setze inzwischen auf ein Zwiegespräch in gleicher Höhe , einem laut und deutlichen Nein und nehme ihn konsequent von der "Gefahrenstelle" weg und biete ihm an, etwas anderes zu machen - z.B. Buch mit Mama lesen. Beim "Essenrumsauen" auf den Boden habe ich ihm z.B. nach einmaliger Androhung sein Essen weggenommen. Finden viele Leute jetzt nicht so toll, aber er hat es innerhalb ein paar Tagen begriffen. Bei uns wird fast nur am Tisch gegessen, nicht im Stehen, im Laufen, beim Spielen, etc....

Heute war er völlig durchnässt und zugematscht und wollte nicht vom Spielplatz heim. Da gibt es dann kein Nachgeben oder Ablenken, dann MUSS er mit nach Hause, auch wenn er wie am Spiess schreit...
Ich kann unzählige weitere Beispiele nennen,, wo er sich durchsetzen will, es aber aus wichtigen Gründen nicht darf...
LG, Tanja

Beitrag von sunflower.1976 25.02.11 - 17:38 Uhr

Hallo!

Ich mache es von der jeweiligen Situation abhängig. Es gibt Dinge, die unser kleiner Sohn eigentlich nicht machen soll, aber die weder gefährlich sind noch etwas kaputt gehen kann. Dann lass ich ihn machen, weil es einfach nicht wert ist, deswegen ein großes Theater anzufangen. Beispiel: Schrank mit Handtüchern oder die Sockenschubalde ausräumen und neu "sortieren" o.ä.

Bei gefährlichen Dingen reagiere ich natürlich sofort, und hole ihn weg.

Insgesamt versuche ich, ihn zwei Mal zu ermahnen, ihm beim zweiten Mal eine Konsequenz anzukpndigen, die beim dritten Mal ausgeführt wird. Zum Beispiel, wenn er im Supermarkt wegläuft, hole ich ihn ein Mal zurück, sage ihm beim zweiten Mal, dass er en den Einkaufswagen sitzen muss, wenn er nochmal wegläuft, was beim dritten Mal ausgeführt wird. Mittlerweile kommt bei ihm an, dass er dann auch wirklich reagieren muss und es muss längst nicht immer zur Konsequenz kommen.

Zudem versuche ich, Verbote positiv zu formulieren. Also z.B. im Supermarkt: "Bleib bei mir." anstatt "Lauf nicht weg" oder "Lass die Schublade zu!" anstatt "Nein, du darfst nicht an die Schublade!".
Wenn er was anfassen möchte, was wirklich gefährlich ist, also z.B. eine Steckdose, sage ich nur streng: "Finger weg" und wenn er irgendwo losläuft, wo es gefährlich werden könnte "Stop!" Diese Wörter verwende ich NUR in solchen Situationen und dann auch in entsprechendem Tonfall. Darauf reagiert er gut und dann auch ohne Bockerei weil er merkt, dass es dann wirklich ernst wird.

Ablenken bringt bei unserem kleinen Sohn wenig und von vertagen halte ich nicht viel, weil die Situation schon zienlich schnell wieder vergessen ist.

Immer gleich reagieren kann man nicht. Zum einen ist nicht jede Situation gleich gefährlich sondern es ist einfach nur anstrengend, wenn das Kind sich ausprobieren möchte. ementsprechend unterschiedlich reagiere ich dann. Und als Mutter ist man ja auch nicht immergleich gut drauf.

LG Silvia