Wie kann man Kinder die Achtung vor/für Fremdeigentum beibringen?

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von triamama 25.02.11 - 17:58 Uhr

Hallo an alle!

Meine Frage steht ja schon oben. Meine Söhne sind jetzt sieben und 4,5 Jahre alt. Manchmal frage ich mich, ob ich sie total falsch erzogen habe. Sie rennen einfach auf fremde Grundstücke und in fremde Gärten, toben in Geschäften hinter der Theke rum, schmeißen Steine in andere Gärten und in die Nähe von fremden Autos, das erste was sie fragen, wenn wir in Geschäfte kommen ist, hast du etwas Süßes für mich etc.. Ja, sie sind generell sehr lebhaft, aber müßten sie nicht so langsam verstehen, was mein und dein bedeutet und das man die Dinge anderer sich nicht einfach nimmt oder beschädigt? Bin gerade etwas ratlos. Vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps!

Danke!

triamama

Beitrag von zaubertroll1972 25.02.11 - 18:10 Uhr

Hallo,

das was ich beschreibe habe ich oft bei den Kindern meiner Freundinnen erlebt. Da hat aber auch keine einzige Mutter die Kinder weggerufen oder etwas erklärt.
Für mich war das manchmal ganz schön schwer da mein Sohn den anderen einfach oft nur nachgelaufen ist aber auch wenn mich die anderen meist blöd angeschaut haben, meinen Sohn rief ich immer zurück.
Reden und erklären. Immer wieder! Kinder verstehen das auch:
Der Garten gehört den Menschen die hier wohnen. Die möchten sicher nicht daß elle Kinder hier über die Wiese laufen / die Blumen abpflücken / das Bonbonpapier hier hinwerfen, etc. Wir möchten daß auch nicht, weil....bla bla bla.
Fremde Menschen, in Geschäften etc hat mein Sohn nie nach etwas Süßem gefragt. Er war nie schüchtern, auch sehr lebhaft, aber da kannte er die Grenze einfach.
Ich würde das einfach auch erklären.
Ich lese gerade noch daß Dein Großer 7 Jahre alt ist. Meiner ist auch 7. Also in diesem Alter sollte Dein Großer das alles aber schon wissen.

LG Z.

Beitrag von sillysilly 25.02.11 - 18:53 Uhr

Hallo

vielleicht bist du nicht konsequent genug.
Zeigst nicht genau was du nicht willst und warum du es nicht willst.

Ich lasse sowas nicht zu - im Sinne von - dann werde ich ungemütlich.

Meine Kinder rennen nicht auf fremde Grundstücke weil ich einfach ganz klar, sage das gehört jemanden anderen. Das geht nicht - verstehen sie auch

In Geschäften würde meinen Kinder nicht im Traum einfallen best. Grenzen zu überschreiten, kämen gar nicht auf die Idee

Nach Süßem fragen ist bei uns "verboten" ..... wenn sie etwas angeboten bekommen, klar - aber danach Fragen ist für mich unhöflich. Und bei kleinen Kindern finden die Leute es noch witzig und bei größeren Kindern ist es dann unverschämt.
Sollten sie es machen, würde ich einfach nicht erlauben, daß sie etwas bekommen.
Haben sie es geschafft nicht nachzufragen, bekommen sie halt zu Hause was weil es so gut geklappt hat.
Meine Mittlere ist auch sehr gierig - wir haben eine alte Frau im Haus die sehr oft Süßigkeiten verteilt. Meine Tochter sagte auch danke und dann gleich ob sie noch mehr haben kann.
Das habe ich ganz schnell beendet - die Regel war dann 2 Sachen nehmen, Schluß - wenn es nicht klappt dürfen sie nichts mehr nehmen.
Das habe ich dann 2x durchgezogen - gab Theater - aber danach war die Sache klar.....

Gerade mit 7 Jahren muß er doch die Grenzen sehen und verstehen.


Ich bin da sehr gradlinig - auch was Regeln angeht wenn Besuch da ist. z.B. der Besuch darf sich zu erst nehmen, wer das letzte Stück Kuchen nehmen will muß fragen ob es Ok ist

Bin da eher streng - da ich genau weiß was ich nicht will ...... und welche Außenwirkung solche Kinder haben

trotzdem sind meine Kinder fröhliche, aufgeschlossene Kinder die viel Spaß im Leben haben - aber bei manchen Sachen gibt es eben klare Regeln, gerade im Zusammenleben mit anderen Menschen.

Grüße Silly

Beitrag von zahnweh 25.02.11 - 23:10 Uhr

Hallo,

das mit dem Süßigkeiten in Geschäften kenne ich nur zu gut. Allerdings schon von mir damals. Überall bekam man was und mal durfte man es annehmen, mal nicht (in Geschäften ja, von Fremden nein, obwohl Verkäufer ja auch Fremde sind... #kratz)

Bei meiner habe ich es von Anfang an so gemacht: Süßigkeiten habe ich einkassiert mit den Worten "sie hatte heute schon so viel", wenn meinem Baby im Kinderwagend liegend, den unbedingt geben sollte.... Ablehnen wird oft als unhöflich empfunden, aber einfach so meinem Kind Süßes geben lassen, wollte ich auch nicht.

Die Scheibe Wurst habe ich bis zum ersten Geburtstag abgewunken "noch zu jung".

Inzwischen fragt sie durchaus immer öfter. Ich erkläre ihr dann jedesmal - am besten schon vorm Reingehen: es ist nett, wenn du etwas geschenkt bekommst, aber es ist keine Pflicht. Es ist eine nette Geste, ein Geschenk, dass du NICHT einfordern kannst!
(ok, in dem Moment kürze ich diesen Inhalt auf den letzten Satz oder sage inhaltlich was vergleichbares).
Wenn sie mal nichts bekommt, selten aber doch, mault sie hinterher, aber auch da sage ich ihr, dass sie ein Geschenk nicht einfordern darf!

Kürzlich hat sie beim Bezahlen von sich aus danach gefragt, obwohl die Verkäuferin noch nicht soweit war und daher noch keine Anstalt gemacht hatte, ihr etwas zu geben. Da hab ich ihr erklärt, dass es so nicht geht und die Verkäuferin (selbst Mutter), war einverstanden, ihr nun doch nichts zu geben. Sie hätte schon gerne... aber hat genau verstanden, worum es mir ging :-)

Andere Süßigkeiten kassiere ich wie gesagt öfter mal ein und gebe sie gestaffelt.


Was es bei mir auch nicht gibt, ich aber schon oft gesehen habe: Kinder rennen extra in Läden rein, weil sie etwas haben wollen. Eltern rennen nach und damit sie sich nicht blamieren, kaufen sie dann etwas. Klar, das Kind merkt sich das und rennt wieder rein.
Meine weiß genau, es gibt nur was, wenn wir auch was kaufen. Es lohnt sich gar nicht erst reinzurennen. Und wenn sie es doch mal probiert (selten), dann hole ich sie wieder raus, entschuldige mich im Laden und erkläre beiden (der Verkäuferin und meinem Kind), dass wir hier heute nichts brauchen.


Mit den Grundstücken sind wir noch dabei. Da hole ich sie immer wieder zurück. Einmal rufen und wer nicht hört, wird geholt (ok, mit 3,5 Jahren und ca. 15 kg noch gut machbar). Begründung: manche Leute mögen es nicht, wenn man einfach drüber läuft.

Beim Steine schmeißen und überall toben, sind wir noch dabei, was das davon abhalten gilt. Im Spielen denkt sie noch nicht soweit, dass dabei das Auto beschädigt werden könnte... ich bin dabei und halte sie davon ab. Wieder und wieder und wieder. ;-)

Beitrag von arienne41 26.02.11 - 08:09 Uhr

Hallo

Man nennt es Erziehung.

Wenn die Kinder auf fremde Grundstücke laufen müssen sie eben den Kinderwagen anfassen und dürfen nur neben dir gehen.

Rennen sie im Laden hinter die Theke schnappst du sie und gehst.

Vor dem Laden machst du eine Ansage wie sie sich zu verhalten haben.
Sie haben bei dir zu bleiben und es wird nicht nach Süßigkeiten gefragt.

Steine werfen, sie dürfen noch nicht mal einen Stein aufheben bei dem verhalten.

Wird mutwillig was kaputt gemacht muß es das Kind ersetzen.
Wenn es kein Geld hat muß eben was von seinem Spielzeug verkauft werden.

Dem Kind was zu erklären ist sicher richtig und gut aber ich kenne Eltern die quatschen sich halb tot und es bringt nichts.

Klare kurze Ansagen und gut ist.

Manche Sachen sind eben so.

Beitrag von twins 01.03.11 - 08:05 Uhr

#pro und die Erziehung fängt mit dem ersten Babytag an und nicht irgendwann wenn sie in irgendeinem Alter sind, wo es eh zu spät ist...das sieht man ja jetzt#rofl

Das VErhalten zeigen die Kinder ja nicht von heute auf morgen sondern sie hatten es ja schon immer und auf einmal paßt es nicht oder ist unangnehm. Sollten sich die Eltern nicht jetzt an das Verhalten der Kinder anpassen#schein - denn die Eltern haben sich ja verändert. Zuerst haben sie es jahrelang akzeptiert und jetzt wollen sie es nicht......:-p

Über solch eine Erziehung kann man sich nur wundern.

Grüße
Lisa

Beitrag von schullek 26.02.11 - 09:37 Uhr

hallo,

alles steht und fällt mit der konsequenz.

meinen sohn lass ich im laden nicht wild iúmherrennen oder gar hinter die theke springen. und ich lass ihn auch nicht fremde menschen nach süßigkeiten fragen. macht er sowas wird erklärt, verboten etc. ich erkläre immer, damit er versteht, warum udn weshalb nicht.
wie läuft das denn normal bei euch? wie erziehst du und wie sind die konsequenzen?

lg

Beitrag von fruehchenomi 26.02.11 - 13:29 Uhr

Mit 7 weiß Dein Sohn immer noch nicht, wohin er nicht darf und schmeißt Steine #schock
Da ist wohl einiges an Konsequenz auf der Strecke geblieben bei euch.
Enkelmaus Leonie weiß seit dem Tag, an dem sie geradeauslaufen konnte, wohin sie darf und wohin nicht. Ich habe zu keiner Stunde meine Wohnung "umgebaut" wegen ihr. Und wenn sie einmal mit ihren 4 Jahren jemand Fremdes fragen würde, ob der was Süßes für sie hätte (eigentlich undenkbar) würde ich ihr aber sehr intensiv klarmachen, dass das nicht geht - und an diesem Tag gäbe es definitiv nichts Süßes mehr. Aber auf solche Ideen kommt sie nicht. Wenn es unterwegs irgendwo Luftballons o.ä. gibt, fragt sie ihre Mama oder mich, ob sie einen haben darf - aber niemals die Leute selber, höchstens wir fordern sie direkt dazu auf. Mit "Lebhaftigkeit" ist das nicht erklärbar, das ist Leonie auch, und wie..... sondern schlicht mit Inkonsequenz der Erziehung. Entschuldige bitte, Du hast gefragt und kriegst eine ehrliche Antwort. Da wirst Du Deine beiden aber schnellstens an die "kurze Leine" nehmen müssen, sonst seh ich noch massive Probleme auf Dich zukommen. (Besonders beim Steinewerfen#schock) Und der 7jährige müsste auch langsam wissen, dass man nicht alle Leute duzt.
LG Moni

Beitrag von marion2 26.02.11 - 14:48 Uhr

Hallo,

klingt für mich nicht nach falscher sondern nach fehlender Erziehung.

Gruß Marion

Beitrag von alpenbaby711 26.02.11 - 19:59 Uhr

Ich will dich nicht angreifen aber mal ehrlich ich würde sagen wenn sie das tun und es dich stört. Setz dich doch mal mehr durch und hole deine Rüpel zurück. Mein Sohn versucht das auch mal keine Frage, aber dann mach ich ihm klar das ein GEschäft kein Spielplatz für Kinder ist. Motzt er weiter rum muß er eben bei mir bleiben.
Ela

Beitrag von clautsches 28.02.11 - 08:38 Uhr

Indem man das von Geburt an vorlebt und von Geburt an erzieht.
Bei uns sind gewisse Dinge "Gesetz", seit Zwerg Nase laufen kann. Also zB alle Punkte, die du genannt hast. ;-)
Wenn das nicht funktioniert hat, musste er auf den Arm / an die Hand / in den Buggy.
Inzwischen ist es ganz selbstverständlich.

Stell es mir in dem Alter schwierig vor, das noch hinzubiegen. Aber mit ganz viel Konsequenz kann es schon klappen.

LG Claudi

Beitrag von triamama 01.03.11 - 09:16 Uhr

Hallo Mädels!

Danke erst mal für eure Antworten! Ich bin etwas spät dran, aber bei meinen dreien und meinem rel. schlechten Gesundheitszustand komme ich nicht immer zum schreiben.

Ja, ihr habt recht, denke ich. Im Großen und Ganzen fehlt es wohl letztendlich an der Konsequenz. Da mein Mann und ich aber etwas andere Vorstellungen davon haben, ist das leider manchmal schwer durchzusetzten.

Ich kann nur versuchen klare Regeln aufzustellen und mich immer wieder zu wiederholen. Irgendwie lief das bisher nebenher, denn es war immer so viel noch drumherum, aber die Kinder machen mir es momentan sehr deutlich, das man Erziehung nicht nebenher laufen lassen kann! An Vorbildern scheitert es übrigens nicht, ich denke mein Mann und ich können uns durchaus Situationsangepasst verhalten. Wie gesagt die Konsequenz... und die heißt für mich nicht, das die Kinder einen Klaps bekommen!

Da müssen wir jetzt wohl mal gemeinsam ran.

#danke an alle

triamama