Richtige Schule für Sohn

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von textzauber 26.02.11 - 14:41 Uhr

Hallo Ihr,

unser Sohn, der auf Autismus diagnostiziert wurde, kommt 2012/13 in die Schule. Wir beginnen gerade, uns mit dem Thema "richtige Schulwahl" auseinanderzusetzen und finden, dass es recht schwierig ist.

Unser Sohn ist vermutlich ein klassisches Beispiel für ein Kind zwischen Regelschule mit zusätztlicher Betreuung und Sonderschule. Welche Erfahrungen habt Ihr in dem Bereich gemacht? Und kann uns jemand Tipps geben.

Unser Sohn ist jetzt 5 Jahre und 3 Monate alt. Er hat vor einem Jahr begonnen, zu sprechen und redet jetzt zwar, aber man kann ihn schlecht verstehen und er hat seine ganz eigene Sprache gefunden.

Ob er kognitiv Dinge kann (zB bis 10 zählen) ist schwer zu sagen. Er könnte es einfach auch nur imitieren.

Körperlich sieht er eher aus wie ein gerade 4-Jahre-alter Junge und ermüdet bei sportlichen Aktivitäten sehr schnell. Er kann sich schlecht konzentrieren und nicht lange sitzen.

Basteln etc. macht er sehr gerne, abe eben auch auf seine Art. Malen kann er außer einem Männchen noch nicht.

Gibt es von Eurer Seite Tipps und/oder Erfahrungen?

Gruß, Simone

Beitrag von manyatta 26.02.11 - 16:41 Uhr

Hi!

Ich kann dir eigentlich nicht wirklich helfen, aber ich würde dir gerne kurz von uns erzählen. Auch ich habe nämlich einen Sohn, der "der klassische Fall zwischen Regelschule und Sonderschule ist".

Mein Sohn hat einen Hydrocephalus, das ist eine Störung des Hirnwassekreislaufs. Es ist eine Behinderung, mein Sohn ist in dem Sinne aber nicht behindert. Da genau ist schon das Problem.

Das erste Schuljahr besuchte mein Sohn eine Regelschule und es wurde schon sehr schnell zur Katastrophe. Es war schon in der Kita klar, dass es wahrscheinlich nicht klappen würde in einer normalen Schule aber es wusste keiner was richtig ist. Vorher rannte ich überall hin und sämtliche Leute (Ärzte, SPZ) zerbrachen sich den Kopf welche Schule die Beste wäre. Es kam zu keinem Ergebnis! Das lag daran, dass mein Sohn auf den ersten Blick super normal ist.
Seine Defizite: er ist traumatisiert durch viele Krankenhausaufenthalte und OPs, seine Feinmotorik ist ziemlich schlecht, zeichnen kann er bis heute nicht weil er es sich einfach nicht vorstellen und dann aufs Papier bringen kann, konzentrieren kann er sich nicht lang bzw braucht er immer wieder Pausen, er träumt sehr viel und ist oft abwesend, er lässt sich sehr schnell ablenken, vergisst immer wieder an was er gearbeitet hat, er ist teilweise sehr langsam, an manchen Tagen geht gar nichts was auf schwankenden hirndruck zurückzuführen ist, er ist nicht belastbar und sehr schnell müde,er hat eine Wahrnehmungsstörung und eckt daher immer mit anderen Kindern an, ... All dies machte ihm den Alltag wirklich sehr sehr schwer in der Schule. Denn eigentlich wollte er lernen und er ist sehr interessiert an allem. Auch war er immer Klassenbester!

Jedenfalls war es der Horror, schon nach 3 Monaten ging nichts mehr und ich hatte ihn fast nur noch Hause. Mittwochs war er ganz zu Hause, damit er eine Pause hatte. Es brachte alles nichts und es wurde immer schlimmer, schnell kam Mobbing dazu und er kam mit Verletzungen nach Hause.

Ein gesundheitlicher Zusammenbruch bachte uns die Erlösung. So schlimm es auch war aber es kam genau richtig.
Vorher hatte ich schon einen Antrag auf Sonderpädagogischen Förderstatus stellen wollen aber es wurde abgelehnt. Er sollte erst die ersten 3 Jahre voll machen und dann wollte man schauen.
Durch seinen Zusammenbruch (in der Schule) und Not-OP ging es plötzlich sehr schnell und es kam Bewegung in die Sache.

Eine Woche bevor das neue Schuljahr begann hatte ich die Zusage, dass ich ihn Umschulen lassen konnte! Er kam auf eine Körperbehinderten-Schule und somit einen sonderpädagogischen Förderstatus. Es war ein Segen, seitdem ist alles mehr als SUPER! Normalerweise erfüllt er nicht die klassischen Kriterien für eine solche Schule aber aufgrund seiner Behinderung/Erkrankung ist er körperlich eingeschränkt.

Nun ist er in einer Klasse mit 8 Kindern, was einfach nur ein Traum ist! Er lernt super, es gibt keinerlei Ärger mit den anderen Kindern! Er macht Therapien in der SChule mit und ich habe die Rennereien nicht mehr, es macht ihm sogar Spaß. Er fällt auch einfach nicht mehr auf, weil er unter den Schülern einfach nicht besonders ist. In der Schule ist eine Krankenstation wo ihm jederzeit geholfen werden kann wenn etwas ist. In der Klasse sind eine Lehrerin und eine Erzieherin, die durch die geringe Schülerzahl einfach viel mehr Zeit für die Kinder haben. Auch ist meist noch ein Zivi und ein Schulhelfer dabei.

In seiner Klasse ist auch ein autistisches Kind mit einem Schulhelfer. Mehr weiß ich allerdings nicht über dieses Kind, da er nicht oft da ist.

Vielleicht wäre eine solche Schule eine Option für euch? Ich weiß es nicht, ich wollte dir es nur schreiben weil dein Fall mich so an uns erinnerte.

LG

Beitrag von manavgat 26.02.11 - 16:50 Uhr

Kanner oder Asperger?

Gruß

Manavgat

Beitrag von textzauber 26.02.11 - 16:55 Uhr

Dazu gibt es noch keine Einschätzung, weil die Auffälligkeiten nicht eindeutig für eins der beiden sprechen.

Beitrag von manavgat 26.02.11 - 18:01 Uhr

Ein Kanner-Kind ist ist der Regel hoffnungslos überfordert in der Regelschule, was daran liegt, dass diese Schulen schlecht ausgestattet sind.

Für einen Asperger ist es am besten, wenn er in die Regelschule geht und mit einer Verhaltenstherapeutin die "Fremdsprache" Normalo lernt, dann kommt er später in der Welt da draußen zurecht.

Insofern würde ich es mit der Regelschule versuchen. Förder/Sonderschule geht später immer noch. Umgekehrt ist fast unmöglich.

Gruß und alles Gute

Manavgat

Beitrag von minkabilly 26.02.11 - 20:22 Uhr

mein 2. Sohn (frühkindl. Autist, aber ohne Intelligenzminderung) wird diesen Sommer eingeschult...bei ihm steht "Förderschule" im Vordergrund, halt eine kleine Klasse ,aber normaler Grundschulstoff...die genaue Überprüfung steht im März an

Beitrag von reethi 26.02.11 - 21:22 Uhr

Hallo!

Das ist wirklich ein ganz schweres Thema... Mein Sohn hat evtl Asperger.
Er ist auf der Regelschule und es ist nicht einfach.

Gibt es bei Euch Grundschulen mit integrativen Klassen? Dann wäre das meine Wahl.

VG
Neddie

Beitrag von butler 27.02.11 - 10:26 Uhr

Der Sozialpädagogischer Dienst oder Autismusbeauftragte eurer Stadt kann Dir in eurem fall informationen und Hilfestellungen geben. Nur keine Scheu. Da diese erfahrungen haben bleiben eurem Kind somit negative Erfahrungen hoffentlich erspart.
LG

Beitrag von kati543 28.02.11 - 15:04 Uhr

Hallo Simone,
mein Sohn kommt auch 2012 in die Schule. Er ist auch so ein Fall, wie deiner. Wir wissen bisher absolut nicht, wo wir ihn einschulen lassen und auch noch nicht wann. In Hessen haben wir die Möglichkeit, ihn ein Jahr länger im Kiga zu lassen, bzw. ihn in die Vorschule zu schicken. Er hat eine Valproatembryopathie und im Zuge dieses Syndroms eben eine globale Entwicklungsverzögerung mit Hauptschwerpunkt auf der Sprache, verschiedene (mittlerweile operativ behobene bzw. nicht mehr störende) Fehlbildungen, autistische Züge, AVWS und Hörschwelle bei 40dB. Er hat aber einen normalen IQ, könnte also auf eine Regelschule oder auf eine Sprachheilschule. Nun ist er aber mit vielen Personen und lauten Geräuschen hoffnungslos überlastet und zieht sich dann in seine eigene Welt zurück.
Ich würde ihn sofort auf die Sprachheilschule schicken. Er hat zwar schon super aufgeholt durch den I-Status und die Therapien, aber er hinkt immernoch ca. 1 Jahr hinterher. Dazu kommt noch eine multiple Dyslalie. Eigentlich versteht ihn nur die Familie. Der Nachteil der Sprachheilschule ist einfach, dass sie am anderen Ende des Kreises ist. Wir fahren schon in unserem Auto über Autobahn die kürzeste Strecke 45 Minuten. Wenn ich dann noch dazu rechne, dass der Fahrdienst ja mehrere Kinder abholt, ist mein Sohn dann mindestens 1,5h/einfache Strecke unterwegs. Das ist mir für einen Grundschüler einfach zu lange. Die Sprachheilschule, die im Nachbarkreis ist, ist sehr nah bei uns, aber da darf er ja nicht hin :-[ . In der Sprachheilschule wären wenigstens wesentlich weniger Kinder. Das wäre für seine AVWS und autistischen Züge gut. Aber die Entfernung spricht absolut dagegen.
Die hiesige Grundschule hat noch nie I-Kinder gehabt. Die Direktorin, die die 1. Klasse 2012 selber übernimmt, hat aber schon an einer integrativen Schule gearbeitet und ist bestrebt, Inklusion auch in ihrer Schule durchzusetzen. Sie würde meinen Sohn nehmen und auch entsprechend fördern können und uns natürlich unterstützen bei den Anträgen für Schulbegleiter/I-Kraft,...
Ich weiß wirklich nichtz, was optimal für ihn ist. Zumal es ja auch noch so weit hin ist. Niemand kann wissen, wie er sich in dem nächsten Jahr entwickelt.

Beitrag von franzi089 01.03.11 - 13:07 Uhr

hallo,

ich studiere Lehramt für Sonderpädagogik und mache im Moment ein Schulpraktikum in einer Außenklasse mit 2 Autisten. Mein eindruck ist, dass die beiden von der Integration nicht profitieren und besser in einem Förderzentrum aufgehoben wären, wo die Klassen kleiner sind und sie mehr individuell angepasste Angebote und intensivere Betreuung erhalten könnten.
Was für das Kind am besten ist, muss individuell entschieden werden, ich will nur sagen, dass die hochgelobte Integration oft nicht der bessere Weg ist.

lg, Franzi

Beitrag von textzauber 01.03.11 - 13:17 Uhr

Liebe Franzi,

das ist leider genau mein Eindruck - nämlich, dass ein Lehrer/Schule sehr viel Erfahrung mitbringen muss, damit normal begabte Kinder und Kinder mit Besonderheiten gemeinsam lernen können. Das fängt ja leider schon oft mit der KLassengröße an.

Was ich vermeiden möchte: Dass Ben in einer Förderschule sich nicht richtig gut entwickeln kann, weil er immer der Beste ist und von den Anderen nichts lernen kann, weil er vielleicht doch zu gut ist für eine Förderstufe...

Danke und LG, Simone

Beitrag von kati543 01.03.11 - 14:26 Uhr

Inklusion ist in meinen Augen schon immer der bessere Weg. Allerdings müssen dann die Bedingungen dafür auch optimal sein. Es bringt überhaupt nichts, einen Autisten in eine Klasse mit 30 Kindern zu setzen und ihm dann eine I-Kraft für 5 Stunden zu genehmigen. Das ist in meinen Augen aber auch keine Inklusion.
In NRW gibt es Projekte mit gemeinsamer 1. und 2. Klasse und eben in GU. Das soll wohl sehr gut funktionieren, zumal die Klassen auch kleiner sind.

Beitrag von starwarslady 02.03.11 - 14:32 Uhr

Hallo

unsere Sohn ist auch ein fall zwischen Sonder und Regelschule
ob Nico Autist ist steht noch nicht sicher fest hierfür fehlen noch weitere test
die erst im Mai statt finden werden, dann sind wir nochmal 3 Wochen auf Therapie in Kinderzentrum Pelzerhaken dort auch April/Mai wieder, Sollten jetzt schon im März hin was leider wieder verschoben wurde.

Wir wissen eigendlich nicht wohin unser Sohn gehört auch kann Ihn keiner einschätzen bzw seine intelligenz, weil er Test völlig verweigert aus Angst man wolle ihn Böses.Der behält ganze Texte , scheibt am Computer alles nach was man ihn einmal gezeigt hat kann aber wiederrum kam ein Stift halten zum schreiben könnte noch so viele dazu sagen.

Nico paßt in vielen Bereichen des Autismus rein, viele Baustellen könnten wir abbauen, aber genau soviele vor uns. Zb schwere Essstörungen, Ticks usw.

Wir Wissen auch nicht warum unser Kind ,so ist wie er ist keine Antworten bis heute.....................

Förderschulen gibt es bei uns nicht mehr,für die Körper und Behindertenschule dort würde er unter gehen. Regelschule genau so
wenn zu große klasse, nun wird er bei uns in Grundschule Eingeschult
mit Nico 10 Kinder , ja hört sich super an nur was nützt es .

An dieser Schule herscht DORFZWANG der ich mich nicht unterstellen werde,darüber würde ich Buchschreiben können nur weniger würde es glauben die es nicht selber erlebt haben.

Du kannst nur abwarten wie sich dein Sohn in den nächsten Monaten entwickelt, und dich schon mal mit dem Thema Schulbegleiter eventuell beschäftigen.

Wie sagte man mir frech : Frau ..... hätten Sie gesunden Sohn bekommen hätten Sie die probleme nicht.


Lg Edith

wir Lieben unseren Sohn wie er ist, weil er so ist.wollen Ihn nicht anders haben . Aber werde für jeden seiner Wege kämpfen und seine Rechte anfordern

Beitrag von textzauber 02.03.11 - 19:49 Uhr

Hi,

also so ein Spruch "Frau ..... hätten Sie gesunden Sohn bekommen hätten Sie die probleme nicht." hat mir noch niemand gedrückt.

Ich glaube, ich würde amok laufen....

Mann oh Mann, ich dachte, nur weil wir hier in der Provinz leben, wäre es mit den Schulen so schwer - so ein Mist....

Schönen Abend, Simone

Beitrag von starwarslady 03.03.11 - 13:50 Uhr

Hallo

hätte auch nicht viel gefehlt hätte mich nach diesen spruch vergessen

In tiefer Provinz als ich leben gibt es das noch???

Wer bei uns schon vor der Schule nicht den Lehrern die Geschenke vorbei bringt , per DU mit denen ist hat schon verloren.

Dann Kind noch anders UMGOTTES WILLEN, Mobbing von Eltern auf den Kindern übertragen die es an dann ausführen dürfen an der Tagesordung.
Zu Feige mir was zusagen, oder zufragen eigene Scheisse vor der Haustür kehren NEIN. Lieber den haufen von der anderen erhöhnen mit Lügen oder Intriegen so schaut es aus. Die wissen schon was ich am nächsten Tag als Dessous trage *fg* und sie nur in Ihren Baumwollomaslip umrennen :smilie:

Und als Frau auf Dorf nicht rauchen oder Saufen geht ja garnicht da bist gleich unten durch. So schaut es in meiner Provinz aus lach möchtes mehr hören

Dir schönen Tag

LG Edith