Elterngeld und Lohnsteuer?

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Beitrag von sako227 26.02.11 - 16:37 Uhr

Hallo,
bin nun für zwei Jahr in Elternzeit und habe mir auch das Elterngeld auf die zwei Jahre aufteilen lassen.. auch mein Mann nimmt dieses Jahr für zwei Monate Elternzeit- und Gelt in Anspruch..
Wie ist das nun, wir machen ja jedes Jahr den Lohnsteuerjahresausgleich.. ist Elterngeld Steuerfrei oder muss ich damit rechnen das wir ordentlich nachzahlen müssen?
Muss ich den Jahresausgleich denn überhaupt machen? (falls ich was bezahlen müsste?)

Hoffe ihr kennt euch aus, hab von solchen Sachen gar keine Ahnung

Danke

Beitrag von miau2 26.02.11 - 16:51 Uhr

Hi,
die meisten, die etwas nachzahlen müssten müssen auch eine Steuererklärung abgeben. Da hat der Gesetzgeber schon vorgesorgt.

Wer in einem Jahr Lohnersatzleistungen (z.B. Elterngeld, Mutterschaftsgeld) von über 410 Euro (ungefähr) bezieht, ist zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet. Deine idee eines Auswegs ist also verbaut, eben weil es oft zu Nachzahlungen kommt hat der Gesetzgeber verhindert, dass diese einfach durch nicht-abgeben umgangen werden können.

Elterngeld und Mutterschaftsgeld sind steuerfrei. Sie unterliegen aber (wie es auch auf dem Antrag für Elterngeld steht und auch auf dem Mutterschaftsgeldbescheid) dem Progressionsvorbehalt, können also den Steuersatz, mit dem das zu versteuernde Einkommen versteuert wird erhöhen. Das EG selbst zählt nicht zum zu versteuernden Einkommen, aber wenn der REst mit einem höheren Steuersatz versteuert wird kommt es halt oft zu Nachzahlungen.

Wie viel genau das ausmacht ist individuell unterschiedlich, Pauschalaussagen sind mit vorsicht zu genießen. Oft wird als Richtwert genannt, dass man mit einer Erhöhung der Steuerlast um ungefähr eine Monatszahlung EG rechnen muss. Das kann für Euch zutreffen, es kann aber auch falsch sein (bei uns hat es ziemlich genau gestimmt...gute 150 Euro war unsere Steuerlast 2009 höher als sie es ohne EG gewesen wäre (gesplitteter Mindestsatz EG)...).

Am einfachsten finde ich, man nimmt sich ein vernünftiges PC-Programm zu Berechnung, rechnet es sich aus, und dann weiß man, was man zu erwarten hat.

Und je nachdem kann man dann auch entscheiden, wann man die Steuererklärung abgibt (wer etwas wiederbekommt: so früh wie möglich, wer nachzahlen muss: so spät wie - legal - möglich, das gibt ja dann einige Monate Spielraum zum "Ansparen").

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von sako227 26.02.11 - 22:59 Uhr

Vielen Dank!
Ich tu mir zwar recht schwer mit den ganzen Summen etc. aber hab mittlerweile verstanden das wir wohl gezwungen sind was nach zu zahlen ;-)..
wie ist das gemeint mit den 410 Euro..monatlich? Jährlich?
Ich seh schon..werd mich da doch nochmal ernsthaft damit auseinandersetzen müssen..

Beitrag von miau2 27.02.11 - 09:48 Uhr

"Wer in einem Jahr Lohnersatzleistungen von über 410 Euro bezieht" - also in einem Jahr. Vollkommen egal, ob du ein Jahr lang monatlich 150 bekommst oder nur einen Monat 500 - beides verpflichtet zur Abgabe der Steuererklärung.

Ob ihr etwas nachzahlen müsst hängt einzig davon ab, ob die Steuerlast höher ist als das, was das Jahr über vorausgezahlt wurde oder nicht. WIR haben trotz EG 2009 einen Betrag weit im vierstelligen Bereich zurückbekommen. Und werden auch für 2010 etwas wiederbekommen. Unmöglich ist das natürlich nicht.

Die wegen dem EG erhöhte Steuerlast war halt immer noch weit niedriger als das, was das Jahr über schon vorausgezahlt worden war. Aber ist schon relativ häufig so, dass EG-Bezieher nachzahlen müssen (daher ja wie gesagt auch die Verpflichtung zur Abgabe...)

Sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen (und das so früh wie möglich) schadet nicht und bewahrt vielleicht vor unschönen Überraschungen.