Anti-Jammertipps gesucht!

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von rhodochiton 26.02.11 - 21:30 Uhr

Guten Abend

Also...

Wir versuchen die besten Eltern der Welt zu sein ;-)

Heute waren wir im Wald, dann Einkaufszentrum wo Kids im Kinderparadies sein durften, im Bücherladen, dan haben wir draussen noch ein Feuer gemacht um Fleisch, Pizzateig und Schokofondue auf dem Feuer zu geniessen. Dazu kam ein Nachbarsjunge, der einfach dabei sein durften. Weil schon finster war und langsam kalt, durften die Kinder noch ein Bad nehmen, Starkmachbuch wo alles schöne eingeschrieben wird, Geschichte lesen, schöne Song-Cd gebracht und ab ins Bettchen.

Es könnte alles so schön sein, wenn da nicht immer das Gejammere von meinen Kids wäre. Irgendwas haben sie immer zum Jammern und Streiten.
Das finden wir sehr schade und hindert uns manchmal den Tag zu geniessen.

Natürlich haben wir schon oft versucht Grenzen zu setzten, Erklärungen zu geben, zu Helfen, Wünsche erfüllen (kann ich ja nicht immer, z. B. Kaugummi herzaubern usw.) Auch beim Essen gibt es ein gejammere. Statt Kartoffeln lieber Teigwaren usw.

Wir hatten auch schon eine Jammerkiste, wo mir jeweils etwas ausgehändigt werden muss (z. B. kein Fernsehen, kein Dessert, Stofftier geben usw.)Das hat nicht funktioniert, weil abends die Kiste leer war und gejammert wurde genauso weiter.

Wenn z. B. die Hosen nicht gerade zu gehen wird gejammert obwohl ich möchte:
1. Beruhigen
2. SELBER probieren
3. nochmals probieren
4. Dann OHNE GEJAMMER um Hilfe bitten

was könnte ich noch tun um meinen Kindern das Gejammere um Nichts abzustellen...

Ich möchte sie nicht lange Jammern lassen, 1 Erklären sollte auch reichen, ignorieren will ich auch nicht...#kratz

Beitrag von mamavonyannick 26.02.11 - 21:37 Uhr

Hallo,

also wenn ich höre, was ihr an EINEM!!! Tag alles mit euren Kindern veranstaltet, um "die besten Eltern der Welt" zu sein, dann braucht ihr euch nicht zu wundern, dass eure Kinder nicht zu schätzen wissen, was ihr für sie macht. Sie können sich doch an Kleinigkeiten gar nicht erfreuen bei der Fülle an Erlebnissen.
Also mein Tipp: Angebote reduzieren, Highlights bewußt setzen und evtl. Gejammere auch mal ignorieren.
Ich spreche übrigens am Abend oft mit meinem Sohn über seinen tag und frage, ob er einen schönen tag hatte und was ihm besonders gefallen hat. Er bejaht das oft schon, wenn es nur darum ging, dass wir mit z.B. gepuzzelt haben.

vg, m.

Beitrag von sternchen730 26.02.11 - 21:45 Uhr

Haha, ich musste wirklich lachen, als ich Deinen Bericht gelesen hab. Nicht über Dich, sondern darüber, wie typisch diese Situation ist.
Diese "Ich bin doch nett zu den Kindern, warum sind die denn nicht nett zu mir???"- Falle kennen doch fast alle.
Ihr präsentiert den theoretisch perfekten Tag und die lieben Kleinen (ich hätte gerne gewußt, wie alt sie sind) streiten und jammern trotzdem.:-p

Leider, leider ist unter Geschwistern oder allen Kindern der Abstellknopf fürs Jammern und Streiten noch nicht gefunden worden, fürchte ich.
Raten würde ich, nicht alles nur auf die Kinder auszurichten, das Programm war fast etwas too much...
Und: Kinder dürfen jammern, und Eltern auch. Sag ihnen, was Du nicht gut findest.
Und vielleicht könntest Du sie auch etwas anschubsen, damit sie sich solche tollen Aktionen wie Feuer im Garten "verdienen", z.B:
"Wenns heute gut klappt und ihr nicht jammert und streitet, machen wir heute Abend ein Feuer im Garten!!!"
Und wenn jemand ein Anti-Jammer-Mittel hat: Her damit!;-)
Grüße, sternchen#stern

Beitrag von lisasimpson 26.02.11 - 23:00 Uhr

WOW- also bei dir paßt ja das Motto deiner Vk wirklich gut.
"Carpe diem" - das ist euer Familiencredo!
Was ihr alles in einen Tag packt, daß bringen wir meist nicht mal an einem gesamten Wochenende unter, weil wir bei einer sache hängen bleiben.

Wenn ihr also so diesen Drang des Carpe diem so stakr als eltern verkörpert- dann macht euch bewußt, daß ihr die andere seite- das "memento mori" gänzlich vernachlässigt.

Du schreibst, ihr wollt euch dne titel "perfekte eltern" sichern- aber für welches Kind?
Ich jammere für mein leben gerne- für mich wären also eltern, denen jammern ein dorn im auge ist ein graus (und würden keine nomminierung bekommen:)

Also lange rede, kurzer sinn-
in einer familie versuchen alle nach ausgelich zu streben. Geht ihr zu stakr in die eine richtung- gehen die kinder in die andere richtung.
Wenn ihr eltern etwas verändern wollt, dann schwenkt vielleicht von eurer starken fixierung auf fröhlichkeit, aktiviät, Erlebnis, es allen recht machen, Lebensgenuß- ein bißchen in die andere richtung- oder gebt dieser anderen seite zumindest einen raum
(das mit der jammerbox hab ich leider nicht verstanden- aber vielleicht war das ja schon mal ein ansatz, dem jammern, dem streit, der auseinandersetzung, der nachdenklichkeit, dem müßiggang... einen raum zu geben?!

lisasimpson

Beitrag von hailie 27.02.11 - 02:05 Uhr

Ich war beim Lesen wirklich baff, was den Kindern zuliebe an EINEM Tag veranstaltet wird. Viel zu viel Programm!

Kinder jammern nun mal, ich denke nicht, dass sich das komplett vermeiden lässt. Vor allem müde Kinder. ;-)

LG

Beitrag von ilva08 26.02.11 - 23:26 Uhr

Warum willst du das Jamern nicht ignorieren?

Beitrag von derhimmelmusswarten 27.02.11 - 07:28 Uhr

Oh je, sowas hab ich noch nie gehört. Spult ihr immer so ein Programm für eure Kinder ab?! Und dann im Winter im Wald bei der Kälte? Da würd ich auch jammern. Also wir sind früher als Kinder ab dem Grundschulalter nie zu Hause gewesen. Außer Sonntags. An den übrigen Tagen haben wir uns nach der Schule, dem Mittagessen und den Hausaufgaben auf unsere Fahrräder geschwungen und kamen erst bei Einbruch der Dunkelheit zurück. Wir sind über die Dörfer gefahren, haben andere Kinder besucht oder gern deren Omas, bei denen es Kuchen und Limo gab :-p Eine schöne Zeit. Unsere Eltern brauchten wir nicht. Sehr seltsam, dass man heutzutage so ein Programm bieten muss und als Eltern auch noch dabei sein muss.

Beitrag von isaolemerle 27.02.11 - 15:02 Uhr

Hihi,
da kann ich nur sagen: warte mal ab, bis du selbst einen Zwerg hast...
(Ist nicht böse gemeint - aber vieles sieht dann anders aus...)
LG Isa

Beitrag von tabea33 27.02.11 - 09:10 Uhr

Hallo,

zum Glück ich bei meinen Eltern aufgewachsen und nicht bei meiner Tante. Da gab es nämlich ein ähnliches Programm wie bei euch. Es wurde auch immer geglaubt, ich müsste froh und glücklich sein, wenn ich da mitmachen durfte. War ich aber nicht.

Vor allem wurde man ständig übergebügelt: "Was schaust du denn so? Gefällt es dir nicht? Jetzt lach doch mal! Los wir rennen alle...". Vielleicht nehmt ihr eure Kinder nicht richtig wahr? Das was euch gefällt, muss den Kindern doch nicht auch gefallen? Vielleicht wollen sie auch nicht alles mit euch zusammen machen?

Meine Eltern haben einmal am Wochenende was mit mir gemeinsam gemacht, darauf haben wir uns alle gefreut. Ansonsten habe ich auch schon als Vorschulkind gern mein eigenes Ding gemacht. Sowas entwickelt sich aber nur, wenn man auch mal Langeweile hat.

Wenn meine Tochter jammert (zum Glück selten) zeige ich auch oft Verständnis. Denn in dem Moment geht es ihr ja wirklich nicht gut. Sie ist überfordert, unzufrieden was auch immer. Darauf ein fröhliches "ach was, ist doch nicht so schlimm. Jetzt komm / spring tanze..." ist ganz nach dem Muster meiner Tante. Würde ich daher nie machen.

Nach einer Minute Verständnis wechsele ich meist das Thema. Einfach was anderes machen und den Jammerton ignorieren. Ich rede einfach ganz normal mit ihr, als würde sie nicht jammern. Es gibt auch keine guten Ratschläge, die hassen doch auch schon Kinder. Eigentlich hört es dann auf. Sie ist aber erst 3, ich weiß ja nicht, wie alt deine Kinder sind.

Grüße Tabea

Beitrag von redrose123 27.02.11 - 11:47 Uhr

Wie schon geschrieben wurde, die Kinder Jammern und schätzen nichts weil sie vollgestopft werden mit Unternehmungen, wir machen einmal im Jahr einen grosse Ausflug.

Nicht jedes WE machen wir grosse Ausflüge, sondern ab und an mal was besonderes, Wandern und so ist normal bei uns.....

Beitrag von vollmond73 27.02.11 - 17:55 Uhr

Hallo,

also wie viele hier schon geschrieben haben....es ist einfach zuviel.

Ich bin alleinerziehend und der KV meiner Tochter macht auch so ein volles Programm an einem Wochenende.

Da habe ich ihm auch gesagt...das Kind wird überfordert...zuviele Eindrücke, die die Kinder kaum oder nicht so schnell verarbeiten können.

Ihr solltet runterschrauben was die Aktivitäten angehen.


lg

Beitrag von redrose123 27.02.11 - 18:15 Uhr

Wir haben das am Anfang auch versucht, viel mit den Kids zu machen und unternehmen aber das machte uns alle mürbe und fertig somit gammeln wir auch mal ein WE mit den Kindern rum.....

Beitrag von gh1954 27.02.11 - 19:42 Uhr

Es ist ein Irrlgaube, dass ständiges Bespaßen die Kinder zufrieden (oder noch schlimmer: dankbar) macht und schon gar kein Indiz dafür, "gute" Eltern zu sein.

Beitrag von engelshexle 27.02.11 - 21:49 Uhr

#pro

Beitrag von sanni77 02.03.11 - 13:35 Uhr