Ach Mist... Antidepressiva (Erfahrungen bitte)

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Beitrag von anna.blume 26.02.11 - 21:54 Uhr

hallo ihr lieben,

ich habe vor der schwangerschaft antidepressiva genommen, citalopram 20mg pro tag. direkt am anfang der schwangerschaft hab ich es dann abgesetzt, ohne probleme bis jetzt.

nun ist es aber so, dass ich in den letzten wochen extrem übellaunig, empfindlich, traurig, schwer, antriebslos, gereizt, müde usw bin. und es wird jeden tag schlimmer. es gibt öfter streit in der partnerschaft und auch meinen kleinen sohn gegenüber bin ich weniger belastbar.

also habe ich mich mit meinem arzt zusammen entschieden, wieder anzufangen. ich wollte so gern ohne, schon wegen des kleinen menschleins in meinem bauch. embryotox schreibt, es ist das mittel der wahl. und trotzdem hab ich ein doofes gefühl.

hat jemand von euch erfahrungen mit citalopram in der schwangerschaft und danach? wie waren eure kleinen drauf? ging es ihnen gut? hat das stillen geklappt? soviele fragen.

ich würd mich über antworten freuen, auch gern über vk, falls das öffentliche forum für euch nix ist. verstehe ich gut. gehe auch nicht so gern damit hausieren.

glg, anna (15te woche)

Beitrag von liri1003 26.02.11 - 22:27 Uhr

Hallo Anna,

also ich habe so meine Bedenken Antidepressiva in der Schwangerschaft zu nehmen. Vielleicht sind deine Beschwerden ja auch einfach wegen der Hormonumstellung aus der Schwangerschaft und du würdest Dich dann unnöig therapieren und auch deinem Kind Medikamente zuführen, obwohl es nicht nötig ist. Auch wenn es vielleicht bei deiner ersten Schwangerschaft nicht so war, dass Du diese Gefühle hattest, kann es aber jetzt so sein. Vielleicht wäre es besser eine Psychotherapie begleitend anzufangen. Da könntest Du dich aussprechen (1 x pro Woche oder mehrmals).

Wenn Du nicht die Kraft hast die Gefühle auszustehen, dann würde ich eher erstmal eine Therapie beginnen und ausprobieren, ehe ich zu Medikamenten greife, vor allem in der Schwangerschaft. Vielleicht hilft es Dir ja, und wenn nicht, hast Du ja immer noch den anderen Weg offen.

Ich Drück Dich. Und hoffe sehr, dass Du Hilfe findest.

LG Yvonne

Ps... die Launigkeit, Traurigkeit und Müdigkeit kann auch nach ein paar WOchen aufhören. Ich glaube bei mir hörte es so ungefähr nach der 20. Woche auf :-)

Beitrag von polarsternchen 27.02.11 - 07:59 Uhr

Hallo Anna,

wenn es irgendwie geht, versuche auf das Medikament zu verzichten! Die Ursache für Deine Beschwerden wird dadurch nur unterdrückt! Viel wichtiger wäre es meiner Meinung nach, sich ganz bewusst zu fragen, warum das jetzt so ist! Sind es verdrängte Ängste, sind es Dinge, die ins Unterbewusstsein verdrängt wurden und jetzt wieder einen Weg nach draussen suchen? Suche Dir einen Therapeuten, der Dich begleitet, spreche mit Deinem Mann darüber! Niewieder wirst Du soviel Verantwortung haben für Dein Kind wie in der Zeit, in der es in Deinem Bauch wächst! Es gibt alternative und homöopathische Mittel, die Dich unterstützen können und nicht so belastend sind! Meditationen andere Entspannungsmethoden können auch helfen! Medikamentenskandale wie Contergan und Duogynon sind Beispiele dafür, wie schwer Medikamente in der Schwangerschaft schädigen können! Niemand kann Dir garantieren, dass Dein Baby heil davon kommt! Eine Schwangerschaft ist immer eine Herausforderung! Ich wünsche Dir für die nächsten Wochen ganz viel Kraft und Stärke, diese Herausforderung zu meistern!

LG

Beitrag von anna.blume 27.02.11 - 09:32 Uhr

ich brauche keine therapeuten und keine therapie. das kann aber menschen, die nie mit depressionen zu tun hatten, nicht wissen. diese gefühle sind nicht begründbar, ich sage nicht, deswegen und deswegen, das und das ist kacke o.ä. ich habe jahrelang eine therapie gemacht, die nix half, bis ein gescheiter psychiater einen burn-out diagnostizierte (ich bin intensivkrankenschwester und es war ein todesfall eines kollegen auf der station), der leider viel zu spät diagnostiziert wurde, nämlich erst 5 jahre später.
außerdem ist mein vater depressiv und meine mutter auch.
mein serotoninhaushalt ist nicht im lot.
dagegen hilft reden rein gar nichts. ich führe sonst ein glückliches leben, mit meinem mann und dem kleinen mann. zum ersten mal glücklich seit jahren.

und ich habe nicht das gefühl, dass die medikamente überdecken, sondern dass sie mir gelegenheit für normale, neue denksansätze verschafften.

mit meinem mann rede ich viel, und auch in meinem freundeskreis wird über vieles geredet, ich kann mich da nicht beschweren.

ich weiß, ihr meint es gut. citalopram ist ein häufig getestetes medikament in der schwangerschaft. ich wollte tatsächlich auch keine tipps zum umgehen haben, sondern erfahrungsberichte.

trotzdem vielen dank.

Beitrag von polarsternchen 27.02.11 - 11:07 Uhr

Naja, da Du Dich ja bei Embryotox erkundigt hast, weisst Du ja, was Deinem Ungeborenen unter Einnahme dieses Mittels passieren kann! Meinst Du, wenn 10 Frauen Dir berichten, ihr Kind hätte keine Schäden davon getragen, schützt es Dein Baby? Und glaube mir, eine Depression und ein burn out hat IMMER einen seelischen Ursprung! Das Verdrängen ins Unterbewustsein und das nach Ausreden suchen ist nur ein Weg der Rechtfertigung, hilft aber nicht zur Heilung, denn erst wenn Du Dir bewusst wirst, was die Ursache für Deinen Zustand ist, hast Du die Möglichkeit, ohne Medikamente auszukommen! Das ist natürlich der unbequemere Weg! Manchmal sollte man auf sein Bauchgefühl hören und das sagt Dir ja deutlich, dass es nicht der richtige Weg ist, auch wenn Dein Kopf sich schon für das Medikament entschieden hat!

Beitrag von anna.blume 27.02.11 - 11:29 Uhr

hast du richtig gelesen? ich habe eine langjährige therapie hinter mir. UND. ja, ich habe mich dazu entschiedne. ich wollte erfahrungsberichte. und keine belehrungen über meine psyche. und verdrängen, das wäre mal was feines. da würd es mir sicher besser gehen.

ausreden? du bist echt anmaßend, nur weil ich deine tipps nicht annehme.

Beitrag von polarsternchen 27.02.11 - 13:29 Uhr

Möchte Dich doch nicht belehren und auch nicht, dass Du meine Tipps annimmst! Letztendlich bist Du ja für Dich und Dein Kind verantwortlich! Drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass es Dir bald besser geht, ob mit oder ohne Medikament! Alles Gute für die Restschwangerschaft!

Beitrag von anna.blume 27.02.11 - 14:48 Uhr

danke dir. weißt du, es ist nicht so einfach, wie es sich anhört. klar weiß ich selbst, dass es grundsätzlich besser ist, in einer schwangerschaft ohne medikamente auszukommen. aber es ist weder dem kind in meinem bauch, noch meinem bereits geborenen kind, geschweige denn meinem mann oder mir geholfen, wenn ich es "am rande nur" schaffe. während es nicht sicher belegt ist, dass psychopharmaka (in den ersten 12 wochen, da bin ich raus) missbildungen begünstigen, so ist es aber sicher belegt, dass eine depression der mutter das tut. insofern.
eine schwierige entscheidung, die ich aber getroffen habe.

mir wäre es halt lieb gewesen, ein paar erfahrungen von ebenfalls betroffenen müttern zu hören. aber vllt ist das hier das falsche forum dafür.

trotzdem danke.

lg, anna

Beitrag von casbada 21.03.11 - 22:58 Uhr

hi
lese erst jetzt deinen eintrag.
ich möchte dir nur kurz schreiben, dass ich mit antidepressiva schwanger geworden bin und es auch während der ganzen schwangerschaft eingenommen habe. ich habe nach 39 wochen und 6 tagen einen gesunden, kernigen, süßen kleinen mann auf die welt gebracht. auch mein antidepressiva war ein mittel zur wahl!!!auch hinterher ging es mir bombig. ich habe keinen rückfall nach der schwangerschaft bekommen im gegenteil ich war so euphorisch und glücklich. auch jetzt, fast 6 jahre nach der geburt nehme ich weiterhin mein antidepressiva und es geht mir gut. also, ich drücke dir die daumen. übrigens, du hast vollkommen recht, menschen die keine depressionen haben können es nicht nachvollziehen wie es uns geht..
L.G.