"Schönheits-OP" - würdet ihr? Wenn ja, wann?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von nineeleven 26.02.11 - 22:26 Uhr

Guten Abend,

ich schreibe mal im Kigaforum, da ich hier denk ich eher Antworten bekomme.

Mein Sohn ist 3 Monate alt. Er hat sehr ausgeprägte Ohren, um nicht zu sagen Segelohren. Die "klugen" Ratschläge gehen von auf die Seite legen bis hin zu Mütze aufsetzen, damit sich die Ohren von alleine anlegen. Ich mags einfach nicht mehr hören.

Nun muss ich dazu sagen dass unsere Tochter als Baby auch Segelohren hatte, zwar bei weitem nicht so wie bei Söhnchen, aber das hat sich im Laufe der Jahre echt verwachsen. Sie hat heute schulterlange Haare und es fällt gar nicht mehr auf. Auch mit kurzen Haaren oder jetzt mit Zopf sieht es nicht abnormal aus.

Wenn ich meinem Sohn live sehe find ich das gar nicht so schlimm. Er ist schließlich mein Sohn und eh das hübscheste Kind der Welt. Aber auf Fotos ist es schon extrem. Eigentlich denke ich dass es eben sein Merkmal ist, denn er ist ja deswegen nicht entstellt. Dennoch habe ich Angst dass er später mal gehänselt werden könnte.

Gibt es hier Mamas die schon Erfahrung mit Ohrenanlegen gemacht haben? Wann, also in welchem Alter, kommt das überhaupt erst in Frage? Und vorallem, gibt es Erfahrungen, wo das Baby mit starken Segelohren geboren wurde und es sich in den ersten Jahren so verwachsen hat, dass gar nichts gemacht werden musste?

Vielen lieben Dank für ein paar Antworten.

nineeleven

Beitrag von lucy15 26.02.11 - 22:46 Uhr

Nur vorweg: dies ist meine rein subjektive Meinung und Erfahrung.

Ich habe ein chronisch krankes Kind, dass schon viele und zum Teil schwere Operationen über sich hat ergehen lassen. Jede Narkose, jeder Eingriff waren und sind eine große Belastung fürs Kind und für uns Eltern.
Wir "kämpfen" ständig darum, dass weitere Narkosen vermieden werden können, hoffen und beten täglich darum, nicht so bald wieder eine OP zu haben.

Daher käme es für mich NIE NIE NIE in Frage, mein Kind freiwillig unters Messer zu legen!

Ja, jetzt kommen manche und sagen: "Aber die anderen Kinder werden das Kind mit den Segelohren hänseln". Ja, vielleicht. Aber sie werden auch das Kind mit der Brille hänseln (soll das dann keine Brille tragen?), oder das Kind, das etwas kleiner ist und einfach langsamer wächst, oder das Kind, das etwas zu dick ist, oder das Kind, dessen Mama so komische Klamotten trägt, oder das Kind, dessen kleiner Bruder mit einer Behinderung geboren wurde........

diese Liste könnte ich noch 5 Stunden lang fortführen.

Was ich damit sagen will ist folgendes: das wichtigste ist es, dass das Kind mit einem gesunden Selbstbewußtsein groß wird- dann wird es auch nicht gehänselt.

Wenn man das operieren läßt- was ist dann der nächste Schritt? Menshcen sind nun mal verschieden- wollen wir uns alle "gleich operieren"?

Mal ganz abgesehen davon, dass das Kind NACH der OP nicht unbedingt hübscher sein muss! Ein sehr guter Freund meines Sohnes wurde auf Wunsch der Eltern operiert- und hat heute die hässlichsten Ohren, die ich je gesehen habe! Vorher passten diese Ohren, egal wie abstehend sie waren, einfach total gut zu seinem süßen Gesicht- heute ist er richtig "entstellt" durch die OP.

Mein Fazit: akzeptiere dein Kind wie es ist und zeige ihm, dass alle Menschen einzigartig sind!

LG;
Lucy

Beitrag von nineeleven 26.02.11 - 22:58 Uhr

Hallo du,

erstmal danke für deine Antwort.

Um es erstmal klar zu stellen, ich erwäge nicht ihn hundertprozentig operieren zu lassen. Aber ich möchte mich dennoch gerne darüber informieren. Das heißt ja noch nicht dass wir es machen lassen.

Natürlich akzeptiere ich meinen Sohn so wie er ist. Vor ein paar Jahren gab es einen Jungen im Kiga der auch sehr große und ausgeprägte Ohren hatte. Ich fand es nicht schlimm. Man hat ihm aber angemerkt dass es ihm störte. Eines Morgens stand er mit einem Kopfverband vor mir. Ich dachte gleich OMG er hat sich den Kopf aufgeschlagen und hab ihn gefragt was passiert sei. Er war total unsicher und zögerte. Ich fragte ob er sich weh getan hätte. Er dann so ganz schüchtern "nein, er war zum Ohren anlegen". Ich hab dann nur zu ihm gesagt, "achso, na das ist doch nicht schlimm, ich hab gedacht du hast dir den Kopf aufgeschlagen". Danach lächelte er sehr erleichtert. Das heißt er hatte halt vorher mit seinen Ohren ein Problem und dachte dass man wegen so einer OP auch noch über ihn lachen würde.

Das Ding ist einfach, dass Kinder verdammt grausam sind. Auch wenn ich zB meiner Tochter immer wieder sage, wie toll sie ist oder das es nicht schlimm ist wenn sie das und das noch nicht kann im Gegensatz zu ihren Freunden im Kiga, dann akzeptiert sie es solange bis wieder ein Kind kommt und sagt, boah du kannst das nicht. Du fängst immer wieder von vorne an. Kinder sind so, sie haben noch nicht das Verständnis eines Erwachsenen.

Also nochmal, ich hätte gerne Erfahrungsberichte von anderen die ähnliches "Problem" haben und keine Belehrungen dass ich mein Kind zu akzeptieren habe. Ich plane keine OP, sondern möchte mich einfach nur drüber informieren.

LG

Beitrag von shakira0619 27.02.11 - 21:55 Uhr

Hallo!

Sie hat Dich doch gar nicht belehrt, daß Du Dein Kind zu akzeptieren hast. Der Satz war nur der Abschlußsatz.

Vielmehr hat sie Dir von ihren Erfahrungen geschildert.

Nämlich die, daß Kinder wegen jedem "Scheiß" gehänselt werden können und zweitens, daß sie ein Kind kennt, bei dem die OP ziemlich daneben ging, weil es jetzt nicht mehr ästhetisch aussieht.

Ich finde ihren Beitrag sehr gut.

Liebe Grüße

Beitrag von zahnweh 26.02.11 - 23:05 Uhr

Sehr gut geschrieben!

Beitrag von shakira0619 27.02.11 - 21:52 Uhr

Genauso ist es!

Beitrag von schwarzesetwas 26.02.11 - 23:01 Uhr

NEIN, und nochmals NEIN.

Dein Kind ist grad mal 3 Monate alt.

Warte doch erstmal ab, wie sich seine Kopfform anpasst usw.

Dazu: In dem Alter eine Narkose, würd ich eh ohne medizinische Indikation nicht machen.
Hast du mal gesehen, wie schlimm das ist, wenn Dein Kind entschlummert und Du Angst hast, ob er überhaupt aufwacht?

Sei doch einfach froh, wenn er gesund ist.
Segelohren kann Du noch so viel später machen lassen.

Beitrag von nineeleven 26.02.11 - 23:21 Uhr

Also bitte wenn du gelesen hättest dann würdest du jetzt wissen dass ich jetzt keine OP erwäge. Himmel, es geht mir lediglich darum mich zu informieren. Ich möchte mich bitte mit jmd austauschen können der das schon hat machen lassen, bzw. deren Kind auch Segelohren hatte und wie es sich verwachsen hat.

MEIN GOTT ICH WILL FÜR IHN KEINE OP!!!

>>>Sei doch einfach froh, wenn er gesund ist.<<<

Ja das bin ich hundertprozentig.


>>>Segelohren kann Du noch so viel später machen lassen.<<<

Ja eben. Meine Frage war ja, ab welchem Alter man sowas überhaupt machen lassen kann (wenn überhaupt).

Warum wird einem hier eigentlich gleich unterstellt dass ich mein Kind in den OP befördern will? Darf man nicht mal Fragen stellen?

Wer lesen kann ist klar im Vorteil!!!

Beitrag von schwarzesetwas 26.02.11 - 23:35 Uhr

Dann frag doch einfach nicht.
Sondern benutze Dr. Google, wenn Du gleich so angepisst bist.

Und vor allem: Frag nicht im Kleinkind-Forum.

Beitrag von nineeleven 26.02.11 - 23:42 Uhr

Ooooh danke!

Warum sollte ich denn hier nicht fragen dürfen? Ich fragte grade deshalb hier weil es solange er Baby ist sowieso nicht in Betracht kommt. Außerdem habe ich im Kigaforum geschrieben und nicht im Kleinkindforum, da spreche ich ja eher Eltern an deren Kids ja meist schon älter wie 3 sind.

Mein Gott ist es denn verboten nach Erfahrungen zu fragen? Da kann mir "Dr. Google" auch nicht helfen.

Ich werde angegriffen und mir wird unterstellt dass ich bei meinem Sohn noch im Babyalter eine OP durchführen lassen werde. Das stimmt doch nicht.

Es gibt mit Sicherheit Eltern die solch eine OP kennen. Und ich gehe davon aus dass die Kinder dabei nicht jünger wie 5 oder 6 sind.

Man wird ja mal fragen dürfen.

Beitrag von shakira0619 27.02.11 - 22:00 Uhr

Wow, bitte nicht böse sein. Aber Du reagierst wirklich schnell angepisst.

Dir wurde nicht unterstellt, daß Du ein 3monatiges Kind operieren willst. Dir wird lediglich geraten, es nicht zu tun.

Wenn sie Dir nicht schreibt, ab wieviel Jahren man Ohren anlegen lassen kann, wird sie es nicht wissen. So einfach ist das.

Ich hab das beim Lesen Deines ersten Postings übrigens gar nicht geschnallt, daß Dein Kind erst 3 Monate alt ist. Erst in der Antwort fiel es mir auf und ich war auch überrascht, daß man sich in dem Alter schon Gedanken darüber macht.

Man sieht ja auch kein Foto von Deinem Baby in Deiner VK, daß man sich mal ein Bild machen könnte.

Ich persönlich finde Segelohren niedlich.

Liebe Grüße, Shakira0619

Beitrag von kleinerlevin 26.02.11 - 23:03 Uhr

Hi

ohh ja, ich kann verstehen wie verletzend diese Ratschläge sind. Bei meinem Sohn haben früher immer alle gesagt.

Hui der hat aber einen großen Kopf :-[

Ich wäre am liebsten jedem an die Gurgel gegangen. Nun ist er 6 Jahre und der "große" Kopf passt wunderbar zu seinem "großen" Körper ;-)

Naja aber das ist eine andere Geschichte.
Ich würde an deiner Stelle das Thema erstmal zu den Akten legen und dann erstmal abwarten.
Ich denke es wird sich wie bei deiner Tochter zeigen wie es in ein paar Jahren ist. Sollte es dann der Fall sein das die Ohren wirklich auffallend weit abstehen und er ja wahrscheinlich keine langen Haare tragen wird, kann man da ja immer noch drüber nachdenken. Ich glaube ich würde es dann wohl im Vorschulalter anstreben.
Aber vielleicht sieht das auch so knuffig aus, das es deinen Sohn einfach ausmacht und ihr lasst es so.
Gruß Annette

Beitrag von nineeleven 26.02.11 - 23:25 Uhr

Danke dir,

deine Antwort ist wenigstens konstruktiv.

Ich hab ja bei meiner Tochter schon gesehen dass es sich verwächst. Da er aber wirklich sehr abstehende Ohren hat (kennst du den Moviestar noch von DSDS???) befürchte ich eben dass es nicht so wird wie bei ihr.

Meine Frage war ja auch wann man sowas überhaupt erst in die nähere Betrachtung ziehen kann. Bei einem Jungen im Kiga damals wurde es kurz vor der Einschulung gemacht. Das fand ich schon sehr früh.

Wollte halt einfach nur mal ein paar ERFAHRUNGSBERICHTE haben und keine Belehrungen.

Ich danke dir nochmals.

Beitrag von carrie1980 26.02.11 - 23:09 Uhr

Hi,

darüber habe ich grad HEUTE mit meinem Mann und meiner Mutter gesprochen...

Unsere Tochter wird bald 6 Jahre alt und sie hat ziemlich große Ohren ,die auch abstehen. Auf der einen Seite mehr als auf der anderen..

Ich hab schonmal früher ab und an überlegt ob man da "was machen lassen sollte"...aber NEIN!!

Wie eine Dame über mir schon schrieb... unser Sohn ist auch chronisch krank und hatte mit 10 Wochen schon 4 OPs hinter sich... Ich hab da großen Respekt vor und werde meine Tochter nicht für die Schönheit unters Messer legen!!

Bei einem Jungen finde ich es noch VIEL weniger schlimm ehrlich gesagt...

Meine Tochter hat tolle dicke Haare... da sieht man es sowieso nicht! Nur Zöpfe sind nicht sooo vorteilhaft für sie.#schein Aber was solls!! Dafür ist sie klug und witzig und und und... gehänselt werden Kinder auch wegen ganz anderen Sachen!:-(

Lg Carrie

Beitrag von zahnweh 26.02.11 - 23:12 Uhr

Hallo,

Zu meiner Schul-/Kindergartenzeit wurden viele Kinder gehänselt. Allerdings war da keines mit Segelohren dabei.

Vornamen (die entstellt wurden), Brillenträger, Stotternde Kinder, gesunde Kinder die einfach schüchtern waren...

Mein Fazit ist auch: es kann jeden treffen wegen gehänselt werden. Und wenn man dem Kind viel Selbstbewusstsein mitgibt evtl. auch eine Portion Eigenhumor (sich selbst auch einfach mit auf die Schippe nehmen) entkräftet man einiges.
Bringt man dem Kind aber bei sich für etwas schämen zu müssen - egal ob Ohren, Brille, Narben,... wird es leichter zum Händelopfer als andere.

Wie gesagt, treffen kann es jeden. Sich deswegen Sorgen zu machen, kann allerdings auch zu einer Eigenprophezeihung werden (oder wie nennt man das, wenn das eintritt, was man immer gefürchtet hat)

Sollte er wirklich mal gehänselt werden und SELBST wollen, dass er operiert wird, ok, dann würde ich mit meinem Kind darüber reden. Aber wer weiß, vllt wird er seine Ohren auch lieben. Weil es seine sind.


Entkräfte erst mal die, die jetzt schon unken und meckern. Rechtfertigst du dich oder stimmst ihnen zu oder gibst klein bei, wird dein Sohn damit aufwachsen, dass er selbst so nicht in Ordnung ist und sich dafür u.U. schämen.
Nimm den Schreihälsen den Wind aus den Segeln. Denn wenn es nicht die Ohren sind, werden sie was anderes finden!!!
Meine hat keine Segelohren, muss aber später unter Garantie zum Psychologen, weil sie von sich aus nur 10 Stunden schläft, erst mit 7 Monaten (statt mit 3 Monaten) mit Beikost begonnen hat, gestillt wurde und Locken hat (ich habe keine). Außerdem soll ich mir jetzt schon Sorgen machen, dass sie VIELLEICHT mal eine Brille braucht, wo doch die Wahrscheinlichkeit besteht, der Augenarzt aber gute Augen bescheinigt. ... wenn es das eine nicht ist, sind es eben andere "gute Ratschläge"...

solltest du die Ohren anlegen lassen, würde ich fast drauf wetten, dass die, die jetzt davon sprechen, die ersten sein werden, die dir deswegen Vorwürfe machen werden "wie kann man nur..." #winke

Beitrag von nineeleven 26.02.11 - 23:37 Uhr

Danke auch an dich für deine antwort.

Ich stehe voll und ganz zu meinem Sohn. Jeder der was zu seinen Ohren gesagt hat bekam von mir als Antwort "seine Ohren sind so süß", "es ist sein Merkmal", "damit ist er einzigartig" oder "das verwächst sich eh noch". Heißt ich gebe nicht klein bei oder stimme ihren Kommentaren zu.

Es ist mir außerdem wichtig, dass mein Sohn später ganz alleine entscheidet was passiert. Sollte es für ihn ein Problem sein und er es möchte werde ich ihn unterstützen. Wenn er mit 4 ankommt und sagt dass er es blöd findet werde ich sicher nicht gleich mit ihm zum Doc rennen. Ich denke solange er noch klein ist dass ich ihm dann wohl eher sagen werde dass seine Ohren sein Markenzeichen sind und ich es nicht schlimm finde und er auch so toll aussieht.

Ich wollte halt einfach nur wissen ab welchem Alter sowas überhaupt in Betracht kommt.

LG

Beitrag von schnuffelschnute 26.02.11 - 23:16 Uhr

Hallo!

Mein Mann hat (wie er es nennt) "nicht ganz eng anliegende Ohren" und es gehört einfach zu ihm, wie meine Brille zu mir.

Mein Neffe bekam seine abstehenden Ohren als Kind (ich glaube, er war knapp 3 Jahre alt) angelegt und die Ohren sehen nach wie vor "anders" aus, als bei den Kindern, die "normale" Ohren haben.
Irgendwie oben und unten so gebogen, weiß nicht, wie ich das beschreiben soll.
Ihm ging es gut nach der OP, er musste einige Tage lang so Schützer tragen.

LG

Ariane

Beitrag von nineeleven 26.02.11 - 23:29 Uhr

Oh, so früh? Hätte nicht gedacht dass man sowas schon mit 3 Jahren macht.

Ich danke dir für deinen Post. Ich wollte ja nur mal hören was andere damit für Erfahrungen gemacht haben.

Danke!

Beitrag von schnuffelschnute 26.02.11 - 23:35 Uhr

Ja, das war so früh, sein Bruder war gerade geboren und der ist 2 Jahre jünger - ich denke, der Große war so 2,5 Jahre alt (müsste meine Schwester genauer fragen)
Die OP ist allerdings auch schon über 20 Jahre her (Herrgott bin ich schon alt #schock)

LG

Beitrag von franziska211 26.02.11 - 23:44 Uhr

Hallo nineeleven,

ich schreibe dir jetzt mal als "Betroffene".

Bei mir sah man es auch schon auf Babyphotos, allerdings nicht auffallend und m. M. machte mich das zu einem noch süßeren Baby ;).

Ab dem 2. Lebensjahr war ich mit Locken gesegnet, so dass es nicht auffiel.
Ich bin in den 80ern geboren und meine Eltern haben eine OP galaube ich nie in Erwägung gezogen. Beide sind Segelohrenfrei, meine Cousine hat aber auch welche.

Ich wurde deshalb also NIE gehänselt. Als Kleinkind hatte ich Locken und in der Grundschule trug ich auch Pferdeschwanz. NIE kam auch nur eine Bemerkung.
Wenn ich die Aufmerksamkeit auf mich zog, dann nur weil ich eine Bohnenstange war /teils noch bin, aber auch hier kamen die Kommentare nur von Erwachsenen "schau mal das arme Kind"#augen.

Mir selbst fiel es nicht auf, bis zum dem tag, als wir bei der Kinderärztin waren (ich war wohl so 10 oder so) und ich u.a mit der Bemerkung gewogen wurde: "Sie haben 10 kg Untergewicht junge Dame" #aerger, was ich auch selber wusste (die Gene).
Dort sprech die Ärztin dann meine Mutter an: "Haben sie sich eigtl schon mal überlegt, was mit den Ohren machen zu lassen?" (ich, bis dato vollkommen zufrieden mit meinen Ohren, stand daneben) Die Antwort meiner Mutter sah so aus: "Ähhh, nöööö?!"#gruebel.
Es ging eben darum, dass die KK das nur bis zum x.ten Geb. zahlen würde etc...

Ja, von da an, fiel mir das natürlich überall auf, ich trug die Haare nur noch offen oder mit haarband, evtl beim Sport haarband + Pferdeschwanz #schwitz. oder den Pferdeschwanz so, dass die Ohren "gehalten" wurden #hicks.

Zu dieser zeit fühlte ich mich also zu dünn (war ich auch), fand meine Ohren unmöglich und hasste meine Locken.
Ich fragte den HNO, was man machen könnte. Er meinte, damit die KK zahlt, müssten die Ohren einen gewissen Winkel überschreiten (das würden sie wohl nicht?) und es könnte sein, dass es nicht "hält". Außederm wäre ein psych. Gutachten notwendig.

Zu der Zeit kamen auch öfter Berichte im TV über solche OPs, und ehrlich gesagt, fand ich diese angeklatschten Dinger nicht so berauschend.
Es überzeugte mich nicht.

Irgendwann fing ich dann wieer zuhause an, Pferdeschwanz zu tragen und später auch in der Schule.
Heute: nur noch Pferdeschwanz.
Ich bin da drüber hinweg.
Warum?
Es gibt einen OP-Wahn. Man kann sich alles operieren lassen. In China lassen sie sich die Beine verlängern, warte 10 KJahre und hier wirds normal.
Ich könnte mich also größer machen lassen, die Brüste vergrößern, den Höcker auf der nase wegbrechen lassen, den Po pushen lassen etc....

Sprich: sollte mich jemals jemand darauf ansprechen, dann kann würde ich immer sowas sagen wie:"klar, ich könnte es morgen machen lassen,.... ebenso könte ich noch dies und jenes machen lassen und für wen? Für dich? Ich schaue immer gerne auf meine Freundin, sie ist "naturschön", da denkt man sich schon "wow",... aber jemand, der sich alles machen lässt? Das kann ich auch!"

Ich dachte damals ich werde dadurch Nachteile haben, hatte ich nie.

Das soll kein Plädoyer gegen eine OP sein,... aber es gibt uach noch Frauen, die heute so rumlaufen. Und wenn es niemand mehr machen lassen würde, wäre es wohl genauso normal, wie die tatsache, dass die inneren Schamlippen mancher Frauen eben größer sind als die Äußeren (häufig Thema hier ;) )
Lassen wir es normal werden!

LG,
franziska

Beitrag von nineeleven 27.02.11 - 00:07 Uhr

Hey, ich danke dir herzlichst für deinen persönlichen Bericht.

Ich habe in meinem Leben auch schon öfter die Erfahrung gemacht dass das was gestern wichtig war heute schon wieder total unwichtig sein kann.

Ich finde es toll wie du damit umgegangen bist bis die KiÄ was gesagt hat. Was mir aufgefallen ist, dass es nicht mal gleichaltrige waren die dich plötzlich verunsichert haben.

Da fällt mir ein in der Grundschule war damals auch ein Mädel in meiner Klasse die Segelohren hatte. Zudem trug sie eine Brille und die Bügel ließen die Ohren noch weiter abstehen. Sie wurde von allen immer nur OHR genannt. Grausam. Weiß aber nicht ob sie jemals was hat machen lassen. Nie wieder gesehen.

Auf solche Erfahrungsberichte wie den deinen habe ich gehofft.

Danke dir und eine schöne gute Nacht!!

Beitrag von franziska211 27.02.11 - 00:16 Uhr

Dir auch eine gute Nacht
und grübel da nicht zuviel drüber nach.
Wenn man Bilder von früher sieht (also noch sw) da sieht man so viele Jungen, die Segelohren haben, das war "normal".
Genauso, wie es auch normal ist, dass der "Zeige"zeh evtl. länger ist als der Zeh.
Das lässen sich Frauen ja auch operieren, wegen Sandalen #augen.
Und umso mehr das eben machen lassen, umso "annormaler" kommt man sich vor. Aber wie gesagt, OPs machen zu lassen ist keine Kunst.

LG

Beitrag von cassidy 26.02.11 - 23:59 Uhr

Hallo,

in diesem Alter würde ich nie und nimmer daran denken. Zumal sich ja auch einiges verwächst.

Unser Sohn zB hatte von Geburt an ein "Spok-Ohr". Sprich die obere Ohrmuschel war ziemlich spitz zu laufend. Das sah schon manchmal komisch aus. Ich hatte manchmal auch das Gefühl, dass es unterschiedlich stark war. Was natürlich völliger Quatsch war. Mittlerweile ist er 6 1/2 Jahre alt und man sieht davon überhaupt nichts mehr. Er hat allerdings recht große Ohren und wenn er im Sommer eine normales Cap trägt fallen sie schon stark auf. Von daher trägt er immer welche die von der Form so getragen werden, dass sie einen Teil der Ohren überdeckt. An OP hab ich aber noch nie gedacht. Sollte er doch irgendwann mal äußern, dass ihn das stört und wir wirklich das Gefühl haben das er darunter leidet, wäre ich sicher nicht abgeneigt, mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Wie ich dann aber entscheiden würde, kann ich heute nicht sagen. Ich hoffe das es dazu nicht kommen wird, da wir unseren Kinder versuchen mit auf den Weg zu geben, dass es nicht nur auf Äußerlichkeiten ankommt.

Meine Nichte hatte als kleines Kind recht starke "Segelohren" und wenn sie die Haare zB offen getragen hat, lugten immer die Ohren durch die Haare. Ihre Eltern haben sich dann entschieden, das die Ohren angelegt werden würden, bevor sie zur Schule kommen wird. Mein Schwager ist Chirurg und hat sich einen sehr kompetenten Kollegen heraus gesucht. Das Ganze ist relativ schnell gemacht worden und so weit ich weiß konnte meine Nichte noch am selben Tag nach Hause. Es gab Kontrolltermine und nach ein paar Tagen sind die Fäden gezogen worden. Heute sieht man nichts mehr davon, dass es gemacht worden ist, da die Narbe direkt hinter dem Ohr in der Hautfalte liegt.

Eine Mama die aus unserem Ort kommt, hat eine Tochter, die ein starkes Feuermal hat. An beiden Händen über den einen Arm bis zu den Schulterblättern. Das ganze wird mit Lasern minimiert (ganz wird es nie weg gehen, aber es ist nach den ersten Eingriffen schon besser). Es ist jedes mal eine Vollnarkose und es wird noch einige Eingriffe in den nächsten Jahren geben. Ich finde es in Ordnung das sie es machen lassen. Da ich denke, das die Kleine als junges Mädchen arg darunter leiden würde. Es ist wirklich sehr schlimm!

Fazit: Eigentlich finde ich Schönheits-OPs Wahnsinn, wenn es darum geht sich den Busen wie die Buster aufpumpen oder sich die Nase a la Barbie modellieren zu lassen. Doch wenn es darum geht, etwas korrigieren zu lassen, was einen so sehr stört und man wirklich psychisch darunter leidet und es überhaupt keinen Weg gibt, damit leben zu können, dann finde ich es durchaus ok.

Liebe Grüße,

cassidy

Beitrag von sohnemann_max 27.02.11 - 06:19 Uhr

Hi,

mein Neffe hatte Segelohren - aber richtig heftig deftig. Es wurde gerichtet als er 4 Jahre alt war. Ging ohne Probleme damals. OP ging rasch vorbei und die Heilung ging noch ein Mal so schnell. Ausserdem vergessen kleine Kinder schneller wieder als wenn man es später machen lässt, wenn sie älter sind.

Inzwischen ist er 18 Jahre und ein hübscher Kerl.

Ich würde es machen lassen. Was ohne große Probleme ist zu beheben ist, würde ich machen.

Natürlich wird Dein Sohn Probleme damit bekommen. Da kann ein Kind noch so stark erzogen worden sein - Hänseleien tun jedem weh und werden leider auch kommen.

Sprich mit dem KiA und nem HNO Arzt. Aber lasse es richten.

LG
Caro mit Max 6,5 Jahre und Lara 22 Monate

Beitrag von uschitussi 27.02.11 - 09:15 Uhr

Hallo

Ich lasse es bei meiner Tochter auch machen. Aber erst bevor sie in die Schule kommt. Hab mich schon erkundigt bei meiner KK. Das wird ambulant gemacht und das 5. LJ muss sie schon erreicht haben.

Achja egal was andere sagen hier: Ich hatte auch Segelohren und habe jetzt dank OP keine mehr. Und ich bin sehr froh darüber.

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