Auf einmal haut, sagt Schimpfwörter, gibt Widerworte etc.

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von claus 27.02.11 - 18:40 Uhr

Hallo ihr Lieben,

mein Sohn (3 1/2 Jahre) bringt mich momentan auf die Palme.
Er geht seit August 2010 in den KIGA und wird immer frecher ;-).

Er schlägt nach uns, sagt du Blödmann etc. und gibt IMMER Widerworte.
D.h. sage ich, daß ich nicht möchte, daß er haut. Sagt mein Sohn z.Bsp. Hör auf du Blödmann.

Ich bin bis jetzt immer ruhig geblieben und bin zu ihm auf Augenhöhe gegangen und habe ich ihm erklärt, daß ich nicht gehauen werden möchte, weil es mir weh tut oder daß Schimpfwörter nicht hören möchte.

Aber was soll ich sageb, ich rede mir den Mund fusselig, denn es fruchtet scheinbar gar nicht, denn die Situation hat sich null verbessert.

Mein Sohn war schon immer ein super Dickkopf, aber momentan ist es kaum auszuhalten.

Was macht ihr? Soll ich anfangen als Konsequenz Sachen zu verbieten, wie abends Sandmann gucken?

LG

Claudia

Beitrag von mamavonyannick 27.02.11 - 19:34 Uhr

Hallo,

ich bewundere hier echt sehr oft, wie ihr alle immer so ruhig bleibt und erstmal erklärt. Natürlich schreie ich meinen Sohn nicht an, aber meine Tonlage ist SOFORT verändert, wenn er gehauen hat oder uns mit Schimpfwörtern betitelt hat. Und die Konsequenz für eine Wiederholung habe ich ihm ihm gleichen Atemzug mit genannt. Wobei ich grundsätzlich versucht habe, diese Konsequenz sitauationsbezogen einzusetzen.
Ja, du solltest jetzt Konsequenzen folgen lassen und deinem Sohn vorher DEUTLICH zeigen, dass es dir damit ernst ist. D.h. auch er kann merken, dass es dich ärgert und JETZT Schluss mit lustig ist.

vg, m.

Beitrag von marion2 27.02.11 - 19:37 Uhr

"Ich bin bis jetzt immer ruhig geblieben"

falsch!

Gruß Marion

Beitrag von claus 28.02.11 - 12:31 Uhr

Hallo Marion,

was ist denn falsch daran ruhig zu bleiben?
Ich hab ihn ja nicht kommentarlos weitermachen lassen, sondern ihm immer auf Augenhöhe erklärt, was er falsch macht.
Ich ermahne immer zweimal im ruhigen Ton, muß ich ein drittes Mal ermahnen, wird mein Ton schärfer.
Schreien ist doch keine Erziehung.


LG

Claudia

Beitrag von marion2 28.02.11 - 14:33 Uhr

Hallo,

verzichte einfach auf die zwei Ermahnungen im ruhigen Tonfall.
Das hat keinen Wert.

Kinder reagieren mehr darauf WIE etwas gesagt wird als darauf WAS gesagt wird.

Ich habe nicht behauptet, dass du schreien müsstest. Es wäre aber auch nicht schädlich. Wer Schmerzen hat, darf AUA schreien und ordentlich fluchen.

Dein Kind muss lernen, dass du nicht nur der Essenbeschaffer und Schlafplatzerwärmer bist, sondern ein Mensch mit Gefühlen. Und auf Gefühlen trampelt man nicht ungestraft rum.

Gruß Marion

Beitrag von bine3002 27.02.11 - 20:11 Uhr

Ich finde es nicht falsch, ruhig zu bleiben.

Und zwar deswegen, weil Kinder oftmals im Affekt handeln. Sie bekommen etwas verboten, was für sie rein willkürlich ist und sie fühlen sich machtlos. Und aus diesem Gefühl heraus hauen sie dann oder schimpfen eben.

Ich würde mich dadurch nicht aus den Konzept bringen lassen. Beispiel:
Du verbietest einen Lolli und dein Sohn haut und beschimpft dich daraufhin. Wenn Du darauf groß eingehst, bringst Du den eigentlichen Streitpunkt nicht zu Ende und irgendwann endet es mit einem riesen Theater... nur wegen eines blöden Lollis.

Es geht also darum, die Verhältnismäßigkeit zu sehen. Du möchtest deinem Sohn ja auch vermitteln, dass ein Lolli nicht so wahnsinnig wichtig ist, als dass man sich deswegen jetzt groß streiten muss, also fang Du damit an.

Deswegen musst Du dich natürlich nicht hauen und beschimpfen lassen. Es genügt aber, das in einem klaren Tonfall deutlich zu machen. Dabei ist es oft sinnvoller, ihm aufzuzeigen, dass er, wenn er selbst auch ruhig bleibt, eine Chance hat, den Lolli irgendwann doch noch zu ergattern, z. B. als Nachtisch. Und dass das Gespräch eher bedente ist, wenn er sehr garstig wird, also etwa indem Du sagst: "Nö, wenn ich ein Blödmann bin, brauchen wir uns nicht weiter zu unterhalten." Das genügt als Konsequenz.

So habe ich meiner Tochter zum Beispiel den Lolli kommentarlos nach dem Essen an den Platz gelegt (oft auch als Überraschung, wenn sie vom Klo kam oder so), wenn sie vorher relativ gut akzeptierte, dass es jetzt gerade keinen gibt. Wenn sie sich dann freute, dann habe ich ihr nur gesagt, dass ich es toll fand, dass sie nicht gequengelt hat. Positive Bestärkung also.

Beitrag von thyme 28.02.11 - 11:22 Uhr

Ich fühle mich manchmal ähnlich hilflos wie du. Mein Sohn wird 5 und ist in manchen Dingen super weit, in anderen manchmal noch fast wie ein Kleinkind. So hat er momentan auch wieder eine dieser "Phasen". Er wird unheimlich wütend, kreischt wie wenn er abgestochen würde und eine "Dumme Sau" fällt auch gelegentlich mal.

In der Situation mache jewenicht viele Worte sondern erkläre ihm kurz und knapp, dass ich sein Verhalten nicht akzeptiere. Wenn er sich ausgetobt hat sprechen wir meist noch einmal ruhig darüber, besprechen auch, wie er die Wut anders, besser, ausdrücken könnte.

Ich weiss nicht, ob es so richtig ist. Immerhin seh ich einen Fortschritt. Bis vor kurzem hat er regelmässig Dinge zerstört in seiner Wut. Das tut er inzwischen eigentlich nicht mehr. Ich glaube, dass der Umgang mit der Wut für manche Kinder sehr schwer zu lernen ist und freue mich mittlerweile über die kleinen Fortschritte.....

LG thyme, die sich gerne weitere Tipps anhört

Beitrag von lisasimpson 28.02.11 - 13:26 Uhr

ich würde zwie sachen machen
1. in einer ruhgien minute mit meinem sohn darüber reden, wie es angenehm ist, zusammenzuleben.
Frag ihn, ob er gerne gehauen werden möchte oder beschimpft.
Dann mach ihm klar, daß du ihn nicht haust und nicht beschipfst und daß dieses recht jedem zusteht.

2. wenn er dich blödmann nennt würde ich mich benehmen wie ein blödmann. Ein blödmann macht all die schönen sachen nicht, die mamas eben so machen- das kann scho ntatsächlich ganz shön blöd sein.
Sag ihm, was er alternativmachen und sagen kann, wen ner sich ärgert.
Was ist erlabut, um klar zu machen, daß du etwas machst, was ihn gerade nervt?
DAS darf er dann machen und sagen.- beschimpfungen und beleidigungen gehen nicht. Sie werden nICHT toleriert und es wird nicht zehn mal drüebr geredet.
Ich würde eine entschuldigung erwarten und am abend ein ruhgies gespräch darüber führe- siehe nr.1

ich denke es muß ganz klar sein, daß es eine grenze gibt- andere zu schlagen und zu beleidigen überschreitet diese grenze.
Ich würde jede aktivität abbrechen und eine entschuldigung erwarten.
ob das ganze ruhig, laut, hektisch oder sonstwie abläuft ist eher ne typsache. künstlich laut oder künstlich ruhig zu sein in einer solche nsitaution ist sinnlos- zeige, in deinem verhalten deutlich, was du klar machen möchstest, was dein ziel ist, wo deien grenze ist und biete ihm alternativen an (was kann er statt dessen machen/ agen/ tun)


lisasimpson