weiterführende Schule / Gymnasium

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von joanni 28.02.11 - 08:13 Uhr

Hallo,

wir wohnen in einer hessischen Großstadt und werden im Sommer 2011 nach NRW auf´s Land ziehen.
Unser Sohn besucht die 4. Klasse und hat von seiner Klassenlehrerin eine Gymnasialempfehlung bekommen. Allerdings hat er in Mathe eine 3. Wir hatten uns schon überlegt, ihn auf die Realschule zu schicken (mein Bauch wehrt sich gegen das Gymnasium, weil ich ihn nicht wirklich gymnasiumreif sehe). Nun gibt es im Einzugsgebiet unseres zukünftigen Wohnortes ein Gymnasium, das im Sommer wieder zu G9 zurückgeht. Ein guter Freund unseres Sohnen wird dieses Gymnasium auch besuchen und nun überlegen wir, ihn doch anzumelden. Er möchte es sehr gerne, er sagt, es wäre für ihn das Schönste mit xy zusammen in eine Klasse zu gehen.

Könnt ihr mir helfen, meine Bedenken über Bord zu werfen?

Liebe Grüße
Joanni

Beitrag von nicky131974 28.02.11 - 08:20 Uhr

Mathe ne drei, was hat er in Deutsch? Obwohl ich das nicht mehr wichtig finde. Realschule wäre definitiv besser. Oder willst du schon in der 5. Nachhilfe zahlen?

Kann gut sein, dass er im Gymnasium klar kommt, kann aber auch anders sein. Und ich finde , wenn er scheitert, dann ein Kind aufbauen schwieriger, wie wenn er Erfolg hat und dann später Abitur macht. Auch mit Realschule ist Abitur möglich.

Aber im Endeffekt ist es eure Entscheidung.

Ich hoffe ihr wählt die richtige Schule aus.

Nur weil das eine Kind da hin geht und er wenigstens einen kennt muss man nicht aufs Gymnasium. Das müsst ihr eurem Sohn erklären. Auch wenn er am Anfang niemand kennt. Neue Freunde finden Kinder leicht. Habs gerade bei meiner Tochter erlebt (5. Klasse) hat auch vorher niemanden gekannt. Und nun nach einem halben Jahr hat sie gut Anschluss gefunden. Und sie ist eine ruhige und schüchterne.

Lg Nicole

Beitrag von 3wichtel 28.02.11 - 08:51 Uhr

Eine drei ist nicht per se das "Aus" fürs Gymnasium.

Vielleicht lag ihm der Lehrer nicht? Vielleicht war es ihm zu langweilig? Vielleicht kann er alles und hat es deshalb schleifen lassen?

Wenn das Gymnasium G9 anbietet (neid! will ich auch!), er in die Schule will, sein bester Freund dahin geht, und er auch noch in den anderen Fächern gut ist, dann würde ich es machen!

Nicht jedes Kind bricht auf dem Gymnasium ein. Manchen liegt das "altmodische" Lernen mit viel Frontalunterricht auch. (Mein Fall war es nicht, aber nun gut).

Ich würds versuchen.

Beitrag von zickentwins 28.02.11 - 09:15 Uhr

Hallo Joanni!

Wenn dein Sohn sonst 2en hat und auch ohne größere Probleme lernt, würde ich es wahrscheinlich mit dem G9-Gymnasium versuchen.

Oder eben mit einer guten Realschule. Wenn er von dort in eine gymnasiale Oberstufe wechselt, hat er ja auch quasi G9.

Aber wenn man neu irgendwo hinzieht, weiss man ja meist nicht, ob die Realschule vor Ort eine gute Realschule ist.

Bei meiner einen Tochter stand ich damals vor einer ähnlichen Entscheidung. Nur das es die Möglichkeit eines G9-Gymnasiums damals nicht gab.

Sie hatte genau wie dein Sohn eine 3 in Mathe, sonst 2en in den Hauptfächern. In den Nebenfächern auch ein paar 1er. Aber sie traut sich selbst wenig zu (liegt vielleicht daran, dass sie sich immer mit ihrer in schulischen Dingen hoch- begabten Zwillingsschwester vergleicht?!?).

Ich traute und traue ihr zu das Abitur zu schaffen, aber in 8 Jahren(?), da hatte ich Bauchschmerzen. Ihre Grundschullehrerin gab ihr eine eingeschränkte Gymnasialempfehlung, sah es grds. aber ähnlich wie ich.

Ich habe mich also umgehört, und auf eine Realschule geschickt von der ich weiß, das ca. 3/4 der Schülerinnen (Mädchenschule) anschließend Abitur machen. Und nach allem was man so hört, haben die Mädels den Übergang in die gymnasiale Oberstufe nie als schwer empfunden.

Sie ist jetzt ein halbes Jahr dort, hat gute Noten und sogar eine 2 in Mathe. Ich denke, die Entscheidung war richtig für sie.

Hätte ich damals die Möglichkeit gehabt, sie auf ein G9-Gymnasium, zu schicken, hätte ich mich aber vielleicht dafür entschieden, weil sie dann nach der 10. Klasse nicht wechseln muss.

Gruss,
zickentwins

Beitrag von joanni 28.02.11 - 09:29 Uhr

Hallo zwickentwins,

es gibt vor Ort eine gute Realschule. Ich habe auch beide Schulen miteinander verglichen.
Die Anzahl der Wochenstunden ist identisch mit dem Unterschied, dass auf der Realschule (!!!!!) einmal in der Woche in der 7. u. 8. Stunde Unterricht stattfindet (man hat dann bis zu 7 Fächer am Tag), dafür dann zweimal 5 Stunden. Auf dem Gymn. hat man jeden Tag 6 Stunden (aber max. nur 4 verschiedene Fächer am Tag), keinen Nachmittagsunterricht bis einschließl. zur 7. Klasse.
An beiden Schulen hat man ab der 6. Klasse Französisch, allerdings ist es an der Realschule nicht zeugnisrelevant.

Ansonsten frage ich mich, ob der Unterschied zwischen Realschule und Gymnasium G9 so gravierend ist?

Gruß Joanni

Beitrag von meringue 28.02.11 - 11:06 Uhr

Ich glaube nicht, dass der Unterschied anfangs soooo groß ist. Mein Sohn hatte auch eine 3 in Mathe, kam auf ein G8-Gymnasium und hat mit wenig Aufwand einen glatten 2er-Durchschnitt auf dem Zeugnis gehabt.

Ich lese hier immer von Bauchschmerzen bzg. Gymi und frage mich, woher das kommt. Waren die Mütter selbst nicht auf einem Gymnasium und haben daher Annäherungsprobleme?!

Wenn dein Sohn doch diesen Weg gehen will, kannst du ihm ins Gesicht sagen, dass du ihm das nicht zutraust?? Einen solchen Schlag in die Magengrube möchte ich von meinen Eltern nicht bekommen...

Meiner Ansicht nach liegt der Unterschied nicht in der Menge des Stoffs, sondern in der Art zu lernen. Der Unterricht ist sehr kreativ mit vielen Projekten und die Schüler werden dazu angehalten, selbständig zu arbeiten. Ich finde, das prägt MEnchen sehr und man merkt ihnen den Unterschied später auch an.

Ich selber fand die Zeit toll und meinem Sohn geht es ganz genau so.

Beitrag von zickentwins 01.03.11 - 16:12 Uhr

Hallo!

Ich selbst war auf dem Gymnasium. Allerdings G9, logischerweise.

Wenn ich mein Gymnasium mit der Realschule meiner Tochter vergleiche (Ist allerdings 'ne Privatschule, deshalb nicht immer eins zu eins zu vergleichen), fallen mir folgende Unterschiede auf:

In dieser Realschule lernt man stoffmäßig ungefähr das Gleiche. Nur lernt man hier zusätzlich, wie man lernt. Das gab es auf dem Gymnasium bei mir nicht. Das wurde vorausgesetzt. In der Realschule meiner Tochter fährt man diese Hilfe nach und nach zurück, so dass sie in der 10. dann genauso selbständig lernen können, wie die Gymnasiasten.

Wenn man schlechte Noten schreibt, bekommt man Förderunterricht und wenn man gute Noten schreibt Aufbauunterricht. Dieser Zusatzunterricht ist dann Pflicht. Bei mir auf dem Gymnasium gab es höchstens mal sporadisch freiwillige Nachhilfe. Das war in erster Linie Privatsache.

In der Realschule meiner Tochter bekommt man gesagt, wo es hapert, was man machen kann...In meinem alten Gymnasium bekam man gesagt, ihr Kind ist z.B. schlecht in Mathe...fertig.

In der Realschule meiner Tochter bekommen sie mindestens soviele Hausaufgaben auf, wie die heutigen Gymnasiasten und mehr als ich damals.

Meine Tochter wird sicherer, wenn sie etwas mehr Hilfestellung bekommt. Für andere Kinder ist das vielleicht nicht so...

Aber, ob die eigene Schulerfahrungen überhaupt vergleichbar sind, mit den der Kinder. Ich weiß es nicht. Ich habe vor 22 Jahren Abitur gemacht und wie gesagt in 9 Jahren.

Gruss,
zickentwins

Beitrag von meringue 01.03.11 - 19:39 Uhr

Es ist eine große Verantwortung, die richtige Schule zu finden, nicht nur die richtige SchulFORM.

Die Schule meines Sohnes hat sehr engagierte Lehrer, die stets gesprächsbereit sind und sehr viele Förder- und Forderprojekte. Da macht Schule wirklich Spaß.
Glück gehabt! Richtig gewählt!

#winke

Beitrag von celia791 28.02.11 - 12:02 Uhr

Hallo,

ich würde ihn aufs Gymnasium lassen, zumal er dass ja auch selber so möchte. Allerdings würde ich ihn darüber aufklären, dass es auf einem Gymnasium viele Hausaufgaben und viel Schulstoff gibt und dass er da sehr fleissig mitarbeiten muss, weil er sonst sitzenbleibt oder zurück auf die Realschule muss.
Ich finde, wenn es nur in Mathe eine 3 ist, ist es zu schaffen. Es gibt Kinder, die in der 4. Klasse nur 1er und 2er haben und es trotzdem auf dem Gymnasium nicht schaffen. Und es gibt auch Kinder, die in der 4. nur 2er und 3er haben und sich im Gymnasium richtig ins Zeug legen.

Lg Celia.

Beitrag von diegute 28.02.11 - 13:42 Uhr

Hallo,

zurück zu G9??? Wo gibts den diesen Traum?
Ist das rechtlich überhaupt zulässig?
Falls ja, will ich das für unser Gymnasium auch haben! Jawohl! Gleiches Recht für alle, obwohl glaub unsere Schüler hier in BW eh schon mehr ackern müssen.
Ungerecht, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht! Alle einheitliches Niveau - das wärs!

diegute

Beitrag von ansahe 28.02.11 - 14:53 Uhr

Hallo,

ehrlich gesagt, wäre für mich der Fall absolut klar: ab aufs Gymnasium!!
Bauchschmerzen hätte ich da keine, warum auch: mein Kind will da hin, es ist wieder G9 (ein Traum, hätte ich für meine Kinder auch gerne wieder) und vor allem hat er eine Gymnasialempfehlung. Das heißt ja, dass seine Lehrerin ihm das Gymnasium auch absolut zutraut und eigentlich müsste sie es doch besser wissen, als ihr als Eltern, oder?
Ich habe da zumindest auf die Lehrer meiner Kinder vertraut, schließlich erleben die sie im Unterricht und nicht ich.

Bei uns wurde die Gymnasialempfehlung nicht rein nur von den Noten abhängig gemacht, sondern auch vom Arbeitsverhalten. Dazu hatten wir auch noch mal gesonderte Gespräche mit den Lehrern, die uns darauf hingewiesen haben, was für ein Lerntyp das Kind ist.
Das wird es bei euch doch auch kurz vor der Zeugnisvergabe geben, oder? Jetzt war es ja eh erst mal die vorläufige Empfehlung, oder?

Auch finde ich den Schritt von der Realschule aufs Gymnasium zwar absolut machbar, aber viele Kinder haben gerade in dem Alter dazu absolut keinen Bock mehr und blockieren da.

Mit einer 3 in Mathe schafft man es auch auf dem Gymnasium. Vielleicht wird er immer in diesem Fach etwas mehr tun müssen und braucht evtl. auch mal Nachhilfe, aber ein schwaches Fach hat doch jeder von uns gehabt, oder? Die Kinder fallen auch nicht sofort durch, auch auf dem Gymnasium gibt es Förderstunden, Hausaufgabenbetreuung, kostenlose Nachhilfe von Oberstufen-Schülern und zu guter Letzt ja auch noch die Möglichkeit, eine Stufe zu wiederholen (wo ich aber bei einer Grundschulnote 3 noch nicht die Gefahr sehe).

LG, Anja

Beitrag von sarahjane 28.02.11 - 20:58 Uhr

Versuchts mit dem Gymnasium, wenn es sich Euer Sohn doch so sehr wünscht, und er die Chance auf den Traum vieler, ein G9-Gymnasium zu besuchen (statt eines G8-Gymnasiums, von denen es in unserer Stadt nur noch 1 gibt), hat.

Klasse 5 und 6 gelten ja eh als Orientierungsstufe, und sollte ihm das gymnasiale Niveau nicht vollends liegen, kann er immer noch auf die Realschule wechseln und später Fachhochschulreife, Fachabitur oder allgemeine Hochschulreife nachholen.