Probleme mit 5 jähriger Tochter wegen Kiga :-( (sorry länger)

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von swiper 28.02.11 - 09:03 Uhr

Guten Morgen an alle.

Ich brauche mal dringend Ratschläge oder suche Mütter mit ähnlichen Problemen oder Erfahrungen.
Unsere jüngste ist 5 Jahre alt ( wird im Sommer 6) und besucht den Kiga.
Sie ist da mit drei Jahren reingekommen. Hatte auch ein schwierige Eingewöhnungsphase..aber danach ging es . Sie hatte Anschluß und ging gut und gerne in den Kiga.
Als ich berufstätig wurde , ging sie sogar übermittag und einmal die Woche, wegen der Musikschule ( wollte sie selber rein) sogar durchgehend bis um halb fünf.
Alles okay.
Letztes Jahr Ende November war mit einem Mal alles vorbei.
Sie kam nach Hause , war nach dem Kiga noch direkt bei einer Freundin und als sie dann nach Hause gebracht wurde, war sie nur noch am weinen...ich bekam sie nicht beruhigt.
Da dachte ich , vielleicht ist sie übermüdet oder verdreht, das es alles zuviel war.
Sie schlief dann die halbe Nacht nicht, hatte Bauchweh...ich dachte sie wird krank.
Da ließ ich sie zu Hause. Dann wurde es immer schlimmer:
Ich durfte nicht mehr gehen ( einkaufen, Wäsche machen, etc)
Die Geschwister sollten nicht gehen
Der Vater sollte nicht gehen
Sie wollte das Haus nicht mehr verlassen
Und immer nur Bauchweh und Tränen.
Ich bin von Pontius nach Pilatus gerannt. Hab sie auf den Kopf stellen lassen, ob sie ernsthaft krank ist. Hab mit den Erzieherinnen gesprochen...und habe keine Antworten erhalten, die mir das erklärt hätten.
Alle waren und sind ratlos.
Ich bin dann zur Kinderpsychologin, weil es mit den Bauchschmerzen nicht weg ging und sie nachts kaum noch schlief, tagsüber klammerte.

Die Kinderpsychologin meinte dann, das die kleine Maus starke Verlustängste hätte.
Letztes Jahr im Sommer ist ein Freundin von ihr weggezogen, aber danach war sie ganz normal...im Gegenteil, es war sogar so, wenn wir uns dann nochmal mit dem Kind treffen wollte, hatte unsere keine Lust darauf oder hat einfach nicht mir ihr gespielt.
Ich habe dann den Kontakt einschlafen lassen, weil ich es auch für das andere Kind schlimm fand....

Das sie nicht mehr in den Kiga wollte, war Monate später und wie gesagt von jetzt auf gleich und ganz extrem.

Nach den Weihnachtsferien haben die Erzieherinnen und ich dann, auch auf anraten der Kinderpsychologin, den Versuch gestartet, das ich mit meiner Tochter in den Kiga kommen und auch da bleibe, zumindest ein paar Stunden, damit sie die sozialen Kontakte nicht verliert.
Die ersten Tage waren schlimm. Jeden Abend, jeden Morgen Theater . Im Kiga war sie nur bei mir.
Ich hatte den Eindruck sie wollte gerne spielen, aber traut sich nicht.
Wir haben das weiter durchgezogen, über 2 Wochen.
Dann hat sie langsam mit den Kindern alleine gespielt und ich konnte auch in einem anderen Raum sitzen und sie hat nur zwischendurch gekuckt ob ich noch da bin.
In der Zeit wirkte sie sehr gelöst und hat sich sogar wieder nachmittags verabreden wollen ( wenn auch bei uns zu Hause) aber auch das war ein Fortschritt, weil vorher wollte sie auch kein Kind bei uns zu Hause haben.

Naja, irgendwann haben die Erzieherinnen und ich uns dann abgemacht, damit sie sich nicht daran gewöhnt. Bleibe ich eine Stunde und dann gehe ich und hole sie dann um 12 ab.
Also die Kleine hat natürlich erst geweint als ich gegangen bin und die Erzieherin mußte sie festhalten.
Wenn ich weg war, hat sie sich beruhigt und zwischendurch aber immer wieder geweint.

Jetzt war unsere Maus tatsächlich krank, längere Zeit ( erst Mandelentzündung, dann Scharlach) Am Freitag hat der Arzt zu ihr bei der Nachkontrolle gesagt, das sie ja ab Montag wieder in den Kiga darf....da war das Wochenende gelaufen.
Sobald es um Montag ging oder sie gedanklich auf den Kiga kam...kamen wieder Tränen hing sie mir am Rockzipfel.

Das ist mein drittes Kind und ich bin völlig ratlos. Hab auch niemanden in meiner Umgebung, der ähnliches erlebt hat und mit irgendwie helfen könnte.
Hat vielleicht hier einer einen Rat???
Bin für alles dankbar.

Viele liebe Grüße

Swiper

Beitrag von silbermond65 28.02.11 - 09:28 Uhr

Letztes Jahr Ende November war mit einem Mal alles vorbei.
Sie kam nach Hause , war nach dem Kiga noch direkt bei einer Freundin und als sie dann nach Hause gebracht wurde, war sie nur noch am weinen...ich bekam sie nicht beruhigt.

Wenn das Verhalten deiner Tochter seit dem Tag so ist.....bist du sicher ,daß nicht bei der Freundin zu Hause irgendwas vorgefallen ist?

Beitrag von raleigh 28.02.11 - 09:47 Uhr

War leider auch mein Gedanke.

Beitrag von acid-burnxx 28.02.11 - 09:56 Uhr

Ja,meiner auch.

Wurde da denn nachgefragt oder hat die Kleine was erzählt?
Ich meine,sie ist ja "schon" 5,da können sie ja doch schon mehr erzählen als mit 2 oder 3.

Beitrag von swiper 28.02.11 - 10:11 Uhr

Wir haben ganz viele Gespräche mit ihr geführt, auch beim Spielen, nebenbei, oder beim Kuscheln...aber es kam nie was konkretes dabei raus. Schon gar nicht auf den Nachmittag bei ihrer Freundin bezogen.

Sie sagt nur so Sachen: Das sie ganz traurig ist und das alles da bleiben sollen. Sie hat Angst und will nicht allein sein.

was ich auch schlimm finde, ist das wenn sie weint. Sie wirklich so ganz tief traurig weint. Das sagte die Erzieherin auch und sie läßt sich dann sogar von mir sehr schlecht beruhigen.

Manchmal kommt es mir vor,als wenn sie Depressionen hätte....aber das kann doch nicht sein.

Beitrag von swiper 28.02.11 - 19:05 Uhr

Ja sie ist eigentlich auch ne Quaselfott aber da ist nichts konkretes raus zu bekommen. Aber der Kinderarzt meinte auch das wäre normal, das sie da nicht so einfach herraus erzählen. Deswegen ja die Bauchweh und das komischer Verhalten.

Beitrag von swiper 28.02.11 - 10:03 Uhr

Ja da habt ihr Recht. Das sagen alle und ich habe es auch gedacht.
Deswegen haben wir auch nachgebohrt. Nicht nur bei meiner Tochter.

Die Mutter des Kindes brachte sie mir ja nach Hause, da war sie ja schon am weinen.
Die Mutter meinte, sie wäre damit angefangen, als es hieß, das sie nun nach Hause müßte. Also sie hätte nicht nach Hause gewollt.Die Mädels hätten sich mal gestritten (um ein Spiel oder so) aber da hätte sie sich dann nicht eingemischt, weil die beiden ja alt genug sind und es kam ja auch nicht zu Handgreiflichkeiten.

Meine Tochter hat auch nichts konkretes gesagt.

Deswegen verstehe ich nicht , warum es genau seit dem so war.

Sie hat sich dem Mädchen gegenüber im Kiga ( als ich jetzt mit ihr da war) auch normal verhalten.

Beitrag von zetajones 28.02.11 - 09:55 Uhr

Ich schliesse mich meinen Vorrednerinnen an.
So wie ich es vermute, ist bei der Freundin was vorgefallen. Hast Du da jemals mit der Mutter gesprochen, ob was war ?
Anscheinend so eingreifend, das es im wahrsten Sinne die ganze Lebensfreude raubt.
Ich würde das dringenst abklären lassen.
Normalerweise kommt es bei allen Kindern mal zu einer solchen Phase, das sie nicht in die Kita wollen, weinen, klammern, Verlustängste haben ...
Aber dies ist schon bezeichnend hier und Du solltest das wirklich dringend abklären.

Beste Grüsse
Zeta Hebamme

Beitrag von swiper 28.02.11 - 10:14 Uhr

Das hat eine Freundin von mir auch gesagt und sie hat sogar Dinge geäußert, über die ich besser nicht nachdenke.
Das kann ich auch nicht glauben.
Über den Nachmittag bekomme ich nicht viel raus.
Die Mutter hat die beiden alleine im Kinderzimmer spielen lassen.
Also hat sie auch nicht viel mitbekommen.
Wie bereits erwähnt, hatten die beiden einen kleinen Streit, aber den haben sie selber bewältigt.
Mehr weiß ich da auch nicht , leider.

Beitrag von samarkand30 28.02.11 - 09:56 Uhr

Hallo Swiper,

ich kann Dir keinen wirklichen Rat geben, nur erzählen, dass ich so eine Phase als Kind auch mal hatte.
Das war allerdings schon in meiner Schulzeit (ich war gar nicht im Kindergarten), da war ich vielleicht 7. Ich ging zwar zur Schule, aber meine Mutter musste mir jeden Morgen (unter Tränen meinerseits) hoch und heilig versprechen, dass sie zu Hause bleibt, bis ich mittags wieder heimkomme. Sie durfte in der Zeit nicht mehr aus dem Haus gehen. Sie hat sich auch wirklich dran gehalten. Es wäre die größte Vertrauens-Katastrophe für mich gewesen, wenn ich mal früher nach Hause gekommen wäre (ich ging zu Fuß in die Schule) und sie wäre nicht dagewesen. Ich hatte ganz furchtbare Verlustängste. Ich kann mich an diese Morgen und an das Weinen und an die Angst erinnern, aber nicht daran, warum ich so eine Angst um meine Mutter hatte.
Meine Eltern können sich auch nicht wirklich erklären, woher das plötzlich kam, und es kam eben auch wie bei Deiner Tochter ganz plötzlich. Sie vermuten, dass ich vielleicht die Nachrichten mitbekommen hatte. Damals in der Zeit war irgendwo ein Flugzeug abgestürzt, in dem viele Eltern ohne ihre Kinder saßen und es blieben viele Waisen zurück. Vielleicht wars das ja wirklich?! Jedenfalls war das eine Erklärung für meine Eltern. Ich kann mich an so eine Nachricht auch nicht erinnern, aber sowas kann man ja auch unbewusst mitkriegen.

Ich wollte damit sagen, das man oft gar nicht weiß, und sich auch nicht vorstellen kann, was solche Ängste bei einem Kind auslösen kann, auch das Kind weiß es selbst nicht. Ich hatte ja auch keine Ahnung, warum ich so Angst um meine Mutter hatte.

Tja, was man dagegen tun kann?
Was meine Mutter dagegen tun konnte, war nur, sich an meine verzweifelte "Anweisung", zu Hause zu bleiben, zu halten und abzuwarten. Und das tat sie auch konsequent, solange ich das brauchte. Es war ein ganz langsamer Vertrauens-Wiederaufbau. Und irgendwann war die Phase auch wieder vorbei, ich hatte wohl dadurch wieder genug Vertrauen gewonnen. Sie durfte wieder aus dem Haus vormittags, mit meiner "Erlaubnis". :-) Sowas war dann nie wieder ein Thema.

Ach ja, meine Geschwister hatten so eine Phase nicht, nur ich.

Soweit mein eigener Erfahrungsbericht. Ich würde auf die Bedürfnisse meines Kindes hören und auch wieder versuchen, ganz langsam Vertrauen aufzubauen. Meinen Sohn würde ich wahrscheinlich erstmal ganz zu Hause lassen.
Meine Mutter hat mir damals gegeben, was ich gebraucht und gefordert habe und das war genau richtig...

Ich wünsch Dir alles Gute!
Viele liebe Grüße

Katharina

Beitrag von swiper 28.02.11 - 10:25 Uhr

Wenn ich deins so lese, kann ich mir ungefähr vorstellen, das meine Tochter sich so ähnlich fühlt.
Die Kinderpsychologin meinte, das sie sich im Moment nur zu Hause total sicher fühlt. Wie in einem Schneckenhaus.
Sobald sie raus soll, fühlt sich sich ( warum auch immer) bedroht und ängstlich.
Wir hatten einen Vorfall, das wir mit der Familie im Kino waren und haben Rapunzel geguckt.
Sie hat sich da so drauf gefreut....und dann waren wir im Kino. Mit einem Mal, fühlte sie sich unwohl, klammerte und wollte nach Hause...( wie so ein Panikanfall)...das Ende vom Lied war das meine Tochter und ich nachher die Hälfte des Films auf dem Klo verbracht haben.
Sie hatte so schlimmes Bauchweh, das ich zum Krankenhaus fahren wollte...als der Film zuende war, sind wir zu Auto, sie konnte kaum laufen.....als wir im Auto saßen .....bekam sie mehr und mehr Gesichtsfarbe und wurde immer normaler...zu Hause war dann alles wieder gut.
Solche Situationen hatte ich oft. Ich habs immer durchgezogen, weil ich dachte, dann sieht sie das nichts passiert. War halt immer bei ihr , hab sie beruhigt oder abgelenkt, aber es war immer erst wieder gut, wenn wir zu Hause waren.
Ich habe nicht nur die Sorge, was mit ihr los ist, sonder vor allen Dingen auch den Druck, wie es weiter gehen soll.....auf die Schule bezogen, oder das sie die sozialen Kontakte total verliert.

Beitrag von samarkand30 28.02.11 - 13:24 Uhr

Deswegen habe ich Dir auch geantwortet, weil ich mich in Deiner Tochter ein Stück weit wiedererkannt habe.

Natürlich, das verstehe ich, dass Du Dir Sorgen machst in Hinblick auf die Schule. Aber ich denke, auch das merkt Deine Tochter und setzt sie ebenfalls unter Druck.
Um die sozialen Kontakte würde ich mir jetzt gar keine Sorgen machen, die kommen schon wieder. Ich hatte erst in der Grundschulzeit eine Freundin, aber gut, wir waren auch viele Geschwister daheim...
Wenn es geht, würde ich auch erst mal den Gedanken an die Schule ein bisschen ausblenden, in einem halben Jahr kann sich noch so viel ändern.

Ich kann Dir nur sagen, was ich wohl versuchen würde:
Ich würde erstmal wirklich nur noch Sachen mit ihr machen, die sie von sich aus will. Wenn sie gar nicht rausgehen möchte, dann eben erstmal nicht. Und wenn irgendwelche Draußen-Aktivitäten auf ihren Wunsch hin erfolgen, dann immer mit der Option, dass sie von jetzt auf gleich entscheiden kann, wenn sie wieder nach Hause möchte und dass dann auch wirklich sofort nach Hause gegangen wird. (Wie da im Kino, einfach sofort ab nach Hause.) Ohne jegliche Bewertung oder Überredungsversuche. Wenn sie sich dessen mal sicher ist, dass sie immer nach Hause darf, wenn sie das gerade braucht, und dass das auch völlig ok ist (!), wird sie vielleicht auch wieder von sich aus draußen mehr Sicherheit bekommen.
Ich hab so das Gefühl (wie glaub ich bei mir damals), sie braucht das Gefühl, die Kontrolle zu haben, selber zu entscheiden, wie weit sie sich was zutraut und eben auch die Gewissheit, jederzeit abbrechen zu dürfen und zuhause wieder in ihre Sicherheit zu flüchten. Dazu gehört auch, dass Du das einfach akzeptierst und sie die Kontrolle haben LÄSST. Ich glaube, "Durchziehen" ist da eher kontraproduktiv, da hat sie nicht mehr die Kontrolle darüber, selber aus der Situation zu flüchten, wenn sie das will. Sie merkt zwar, dass nichts passiert, aber das hilft nicht gegen die Angst. (Ich gehe da wieder nur von mir aus, hätte meine Mutter irgendwie versucht, mich an ihr "Wegsein" zu gewöhnen, wäre ich wohl vor lauter Angst um sie gar nicht mehr in die Schule gegangen. Sie musste genau das einhalten, was ich von ihr wollte, damit ich beruhigt war.)
Diese Kontrolle hat ja nichts mit Tyrannei zu tun, sondern mit wirklicher Angst und einem ganz starken Sicherheitsbedürfnis, warum auch immer. Den Grund für diese Angst wirst Du vielleicht auch nie herausfinden. Aber das ist vielleicht auch nicht das entscheidende. Es ist ja viel wichtiger, Deiner Tochter zu helfen, ihre Angst zu überwinden.

Nebenbei: Mein Sohn (4einhalb) braucht übrigens dieses Gefühl, selber entscheiden zu dürfen, auch immer wieder. Er ist auch ziemlich anhänglich. Im Kindergarten hatten wir am Anfang auch das Problem, dass er nicht mehr hingehen wollte. Ich wollte ihn schon wieder rausnehmen. Dann war er aber eh 3 Wochen krank und am Ende dieser 3 Wochen sagte er, dass er jetzt wieder in den Kindergarten möchte und damit war das Problem erledigt. Er hatte das für sich aus eigenem Antrieb entschieden. Er wusste aber auch, dass ich ihn andernfalls nicht zum Kindergarten gezwungen hätte. Natürlich geht das mit der Schule nicht mehr so, aber bis dahin habt ihr ja noch Zeit.

Ich weiß nicht, ob ich Dir geholfen habe, ich habe die Situation einfach aus meiner Sicht beurteilt. (Und ich bin übrigens trotzdem psychisch sehr stabil geworden, das nur nebenbei...) Ich glaube, ich kann eben ganz gut nachfühlen, wie schrecklich sich Deine Tochter manchmal fühlt. Und wie ichs mir an ihrer Stelle von meiner Mutter wünschen würde....

Liebe Grüße
Katharina

Beitrag von swiper 28.02.11 - 18:59 Uhr

Ja du siehst das völlig richtig.
Ich habe das ja auch gemerkt in der ersten Zeit, als sie zu Hause war.
Dann waren Ferien und meine beiden Großen waren auch viel zu Hause und sie wußte der Kiga hat zu.
Da ließ das mit den Bauchschmerzen sehr nach und auch ihr Schlaf wurde nachts ruhiger. Sie machte auch nicht mehr ins Bett.
Wirkte gelöster und konnte auch toben und Spaß haben.
Ich hab fast geheult, weil sie einen Tag plötzlich mal ganz laut gelacht hat. Das hatte sie da so lange nicht.
Wie gesagt sie ist ansonsten ein sehr fröhliches aufgeschlossenes Kind, fast schon übermütig und wie sie sich dann verhalten hat, da hab ich zu dem Kinderarzt gesagt...das ist nicht mehr meine. Wie ein fremdes Kind.

Als wir dann die Zeit zusammen in den Kiga gegangen sind und sie gemerkt hat. Die Mama bleibt mit da, da hat sie sich auch immer mehr gelöst von mir und ist mit den Kindern turnen gegangen usw. Also ich saß in der Ecke und wurde kaum beachtet...nur ab und zu Kontrolle ob ich noch da bin.

Naja, und dann haben wir es ja versucht, das ich ne Stunde da bleibe und dann gehe und sie da bleibt bis um 12.
Das hat zwar geklappt , aber ich merkte schon die Anspannung.
Nun war sie ja krank und sie könnte jetzt wieder gehen.
Aber sie fragt sofort :" Gehst du dann wieder?"
Ich hab ihr versucht zu erklären, das ich halt nicht immer da bleiben kann, aber ist klar das eine 5 jährige die Gründe nicht so versteht , wie ein Erwachsener.
Tja und dann war ich heute nacht bis um zwei mit ihr auf, weil sie geweint hat und regelrecht gebettelt hat, das sie da nicht hin will.
Als sie nachher geschlafen hat, hab ich mich erstmal hingesetzt und geheult. Das ist aufreibend...erstmal sie so zu sehen und zweitens irgendwie keine Lösung zu wissen.
Tja und dann hast du recht, dann ist da türlich der Druck, das ich denke, wenn das so in der Schule läuft, dan hat sie veloren, wie soll das weitergehen.
Zusätzlich habe ich noch eine nette Mutter, die das alles nicht versteht und halt sagt, die hat nen Dickkopf und will den durchsetzen und ich bin noch so doof und fall drauf rein.
Ich muß dazu sagen, das ich seit ein paar Jahren eher selten und nicht so guten Kontakt zu meiner Mutter habe.
Ich sollte nichts drauf geben eigentlich, aber ich finde solche Sprüche tun dann immer weh, weil man eh schon fertig ist und vielleicht eher ein wenig zu Spruch braucht.

Im Großen und Ganzen hab ich einfach Angst irgendetwas verkehrt zu machen, das alles noch schlimmer wird.

Eigentlich wollten wir hier wegziehen. Etwa 20 Kilometer weiter in eine andere Stadt. Die beiden Großen hätten weiter zur Schule gehen können, aber die Lütte hätte sich komplett umorientieren müssen.
Wir haben heute unserem zukünftigen fast Vermieter abgesagt, weil ich denke, das hätte sie komplett aus der Bahn geworfen.

Liebe Grüße

Kati

Beitrag von sparrow1967 28.02.11 - 10:46 Uhr

ICh vermute auch, dass bei der Freundin etwas vorgefallen ist.
Ist das Mädel so alt wie deine Tochter?

Wer weiß, welche Schauergeschichten sie deiner Tochter erzählt hat, als sie sich gestritten haben :-(. Die Mutter hat ja nix mitbekommen...und wenn man Kindern in dem ALter sagt: das ist ein Geheimnis ( auch untereinander) können sie manchmal ganz merkwürdig werden...denn wenn man das Geheimnis ausspricht, könnte ja etwas passieren.

Hast du mit deiner Tochter schon mal über gute und schlechte Geheimnisse gesprochen?


sparrow

Beitrag von scura 28.02.11 - 10:53 Uhr

Das war auch mein erster Gedanke. Das Mädchen hat ihr sicher etwas "seltsames" erzählt.
Mein Neffe hatte einen Kindergarten"freund" der ihn erpresst hat mit den Worten: "Machst Du xyz nicht, dann bringt mein Vater Deine Eltern um." Der Kleine war monatelang total eingeschüchtert.

Beitrag von swiper 28.02.11 - 19:03 Uhr

Ich werde auf jeden Fall versuchen da etwas herraus zu finden!
Darüber haben wir noch nicht nachgedacht.

Beitrag von swiper 28.02.11 - 19:01 Uhr

Die beiden sind gleich alt. Und das Mädel ist eher lieb und ruhiger. Sie war auch schon hier zu Besuch.
Aber ich werde das mit den Geheimnissen auf jeden Fall ansprechen.
Das habe ich noch nicht ausprobiert.

Beitrag von sparrow1967 28.02.11 - 20:18 Uhr

Unser Junior kam mal aus dem Kindergarten heim und erzählte mir abends, beim kuscheln, dass er ein Geheimnis hat - er aber lieer keines haben möchte. ALs ich ihn fragte, was es sei: " Im Kindergarten haben wir etwas für euch gebastelt, aber das ist ein Geheimnis, hat uns die Erzieherin gesagt. Aber ich möchte kein Geheinis haben vor dir, du bist ja meine Mama und dir kann ich alles sagen!"

Das hat er wirklich gesagt- wir haben vorher eigentlich nie über sowas gesprochen. Ich habe ihm dann den Unterschied zwischen einem guten Geheimnis und einem blöden Geheimnis erklärt- ihm aber auch gesagt, dass er mir auch gute Geheimnisse sagen kann,w enn er sich dann besser fühlt.


Kinder können einen lieben und eruhigen Eindruck machen...aber was abgeht, wenn kein Erwachsener dabei ist, wenn die Minis tuscheln.....


lg und alles Gute,

sparrow

Beitrag von inajk 28.02.11 - 13:29 Uhr

Also, ich sag's jetzt mal ganz hart.

Wenn ich diese Geschichte hoere, denk ich an sexuellen Missbrauch. Das muss selbstverstaendlich nicht stimmen. Aber man muss darueber nachdenken.

Oft kommen solche Sachen spaeter raus, und dann denkt man im nachhinein, das haetten wir uns ja gleich denken koennen, sie war so veraendert. Aber man traut sich nicht, in die Richtung zu denken, man moechte niemand beschuldigen, man hat keine Beweise etc etc.

Eine harte Zahl: knapp die Haelfte aller Missbrauchsfaelle findet im "entfernteren" sozialen Umfeld statt. Also nicht Vaeter/Stiefvaeter (das ist die andere knappe Haelfte), sondern Erzieher, Sporttrainer, Pfarrer, Vaeter von Spielkameraden, Onkel....

man traut das niemandem zu, klar. Aber viele tun es, denen niemand es zugetraut hat. Das ist hart.

Was du jetzt tun kannst? Ich wuerde versuchen, eine gute Spieltherapeutin zu finden. Ich weiss nicht wie das in D geht, lebe selbst in Nl. Vom Hausarzt/Psychologin ueberweisen lassen? Vielleicht muss sie dafuer kinderpsychiatrisch untersucht werden. Das waere an sich schon keine schlechte Idee, denn ihr Verhalten laesst schon an eine Angststoerung denken. Und da muss man was dagegen tun, und kann es auch. Leider geht es ja schon laenger so, das ist schade...
In einer Spieltherapie koennen Kinder sich ueber ihr Spiel aeussern. Sie brachen nicht zu sprechen. Uebers Spiel koennen traumatische Erfahrungen geaeussert und auch verarbeitet werden.
Bitte warte nicht.

LG
Ina

Beitrag von swiper 28.02.11 - 18:39 Uhr

Also wenn ich das les bekomme ich eine Gänsehaut.
Ich kann es mir eben nicht vorstellen.
Am Anfang hab ich türlich auch gedacht, da es so plötzlich war, das da was ganz schlimmes vorgefallen sein muß.
Ich hab zwar nicht an Mißbrauch gedacht, aber halt an etwas , was sie sehr erschreckt hat. Deswegen habe ich sie auch viel gefragt und mich mit ihr unterhalten, über das Mädchen, über das Haus usw...also nicht direkt angesprochen, sondern versucht von hinten rum das Thema auf den Nachmittag zu lenken.
Aber es kam nichts bei rum...also das Mädchen ist genauso alt , wie meine Tochter. Sie gehen auch zusammen ab Sommer in die Schule.
Das Mädel ist so ne ganz liebe, eher ruhigere. Sie war ja auch schon mal hier zu Besuch.
Meine Maus hat mir dann auch nur erzählt, was sie gespielt, oder besser gesagt, was sie gebastelt haben und was das Mädchen für ein schönes Prinzessinen Zimmer hat usw.....da sah mir nichts nach Angst aus. Aber sowas können die Kleinen ja auch ausblenden, oder verdrängen?

Bei der Kinderpsychologin wo ich war. Die hat mir halt den Tipp gegeben, wie wir es jetzt im Kiga gemacht haben. Also das ich mit da bleib, sie langsam wieder angewöhnt wird und das ich ihr so einen Notfallkoffer mitgeben soll, falls es ihr schlecht geht. Darin befindet sich dann ihr Lieblingskuscheltier und eine Wärmflaschen, falls sie Bauchweh bekommt.
Die Kinderpsychologin meinte zu mir , das würde sich geben und sie von sich aus meinte nicht, das die Kleine in eine Therapie müßte.
Ich fand das schon wahnsinn, das sie das so schnell beschließen konnte.

Liebe Grüße

Kati

Beitrag von inajk 03.03.11 - 21:11 Uhr

Liebe Kati,

> Die Kinderpsychologin meinte zu mir , das würde sich geben und sie von sich aus meinte nicht, das die Kleine in eine Therapie müßte.
Ich fand das schon wahnsinn, das sie das so schnell beschließen konnte.

Ja, das finde ich auch....
Ich wuerde doch mal schauen, ob nicht ne Moeglichkeit besteht ne Spieltherapie zu machen. Das ist wirklich nichts "Schlimmes", die Kinder lieben es, gehen da mit Begeisterung hin (ich arbeite in dem Bereich, indiziere und begleite regelmaessig Spieltherapien). Wenn es nichts Schlimmes gab, umso besser, dann schadet die Spieltherapie auch nicht. Aber wenn da was war, kann es auf die Weise vielleicht verarbeitet werden.

LG
Ina