Heiraten???

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von wob 28.02.11 - 12:41 Uhr

Hallo liebe (Bald-)Mamis!
Ich wende mich mit einer Frage an Euch!
Mein Partner und ich erwarten im Mai unser 1. Kind. Verheiratet sind wir beide (noch) nicht. Geplant ist, daß ich 1,5 Jahre in Elternzei gehe und mein Partner auch 2 Monate in Elternzeit geht.
Ward oder seit Ihr vor der Geburt Eures Kindes verheiratet?
Wie ist es dabei mit dem Elterngeld. Man hat mir gesagt, daß man - wenn man verheiratet ist - Steurern aufgrund des Elterngeldes zurückzahlen muß.
Wir würden, sofern wir noch heiraten, beide in Steuerklasse 4 gehen.

Könnt Ihr mir da weiterhelfen?

Beitrag von derhimmelmusswarten 28.02.11 - 13:29 Uhr

Das ist eine Rechensache. Besser ist es doch sicher, wenn du in Elternzeit bist, wenn dein Mann dann Steuerklasse III nimmt und du V. Aber ohne euer Einkommen zu kennen, kann euch das niemand sagen. Evtl. beim Lohnsteuerhilfeverein fragen oder bei einem Steuerberater.

Beitrag von wemauchimmer 28.02.11 - 13:47 Uhr

"Man hat mir gesagt, daß man - wenn man verheiratet ist - Steurern aufgrund des Elterngeldes zurückzahlen muß"
Ich würde sagen, man hat keine Ahnung und man hat Dir Stuß erzählt.
1. Wenn man verheiratet ist, wird man nach dem Splittingtarif versteuert und da fährt man in aller Regel steuerlich weit besser als wenn man nicht verheiratet ist. Ausnahme ist nur, wenn beide gleich viel verdienen, was aber wohl nicht der Fall ist, wenn Du 1,5 Jahre in Elternzeit gehst.
2. Man muß keine Steuern zurückzahlen, denn man erhebt ja normalerweise auch keine Steuern.
3. Das Elterngeld kann sich steuerlich auswirken und im Extremfall zu einer Nachzahlung führen, jedoch ist das grundsätzlich nicht vom Familienstand abhängig. Außerdem ist selbst der Spitzensteuersatz in Deutschland unter 100%, das heisst, Du bekommst auf jeden Fall weitaus mehr Geld vom Staat als er von Dir.
4. Da Du 6 Wochen vor Geburt in Mutterschutz gehst, und der Monat, in dem Du in MS gehst, nicht mehr fürs Elterngeld mitzählt (März? April?) und da Du normalerweise nicht sofort heute nachmittag einen Termin beim Standesamt bekommst, ist die Steuerklassenwahl nach Heirat ohne Auswirkung aufs Elterngeld. Da wäre die Steuerklassenwahl III für den Partner, V für Dich eigentlich sinnvoller, jedenfalls hättet Ihr dann erstmal mehr Geld zur Verfügung, um über die Runden zu kommen.

Und ja, wir waren vor der Geburt unserer Kinder verheiratet.
LG

Beitrag von kati543 28.02.11 - 16:13 Uhr

"Ich würde sagen, man hat keine Ahnung und man hat Dir Stuß erzählt. "
Aber du erzählst auch nichts anderes.

Wenn beide Ehepartner arbeiten und beide sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, ist es völlig egal, was sie verdienen. Das Elterngeld bewirkt immer, dass mehr Steuer gezahlt wird durch den Progressionsvorbehalt. Elterngeld erhöht ja nur den Steuersatz - gibt es kein zu versteuerndes Gehalt, ist der Steuersatz völlig egal. Es hat also schon etwas damit zu tun, ob man verheiratet ist und noch einen Partner hat, der das zu versteuernde Gehalt nach oben bringt.
Wenn es ein zu versteuerndes Einkommen gab, wirkt sich das Elterngeld IMMER steuerlich aus. Und falls man nicht noch andere Sachen absetzen kann, führt es IMMER zu einer Nachzahlung.

Eine Heirat hätte finanziell nur Sinn gemacht am Anfang der SS. Denn das Elterngeld berechnet sich nach dem NETTOEINKOMMEN. Und wäre sie da in die 3 gegangen, würde sie letztendlich mehr Elterngeld bekommen.

Beitrag von wemauchimmer 28.02.11 - 17:45 Uhr

Also tut mir leid, ich finde diese ganzen Betrachtungen sowieso ziemlich daneben. Wer aus finanziellen Gründen heiratet, hat irgendwie für mich nicht kapiert, worum es geht. Und wenn ein Kind kommt, ändert sich finanziell vieles sehr grundlegend (z.B. Kindergeld/-freibetrag usw.).

Hier in diesem Fall geht es um die Frage, ob sie, wenn sie heiraten, sie bleibt zuhause + kriegt Elterngeld, er geht arbeiten, als Paar mehr Steuern zahlen würden nach dem Splittingtarif als wenn sie nicht heiraten, sie bleibt zuhause, kriegt Elterngeld und er geht arbeiten und wird als Single veranlagt. Gefühlsmäßig würde ich sagen, durch das Ehegattensplitting zahlen sie unterm Strich fast immer weniger. Denn diese Konstellation (einer arbeitet, einer nicht) ist ja genau die, wo die Vorteile des Ehegattensplittings maximal sind. Und dank Steuerklasse 1 kriegt sie sowieso nicht soviel EG.
Es mag irgendwelche Zahlenkonstellationen geben, wo das nicht so ist. Im Normalfall aber stimmt es wohl schon, was ich schreibe. Du hast ja z.B. den Kinderfreibetrag und dadurch kannst Du eben automatisch "noch andere Sachen absetzen"
Und nein, es führt nicht immer zu einer Nachzahlung. Siehe oben. Du kannst den Effekt des EG ja gar nicht isoliert betrachten bei dieser Familienplanung, bzw. das ist doch nur von theoretischem Interesse.
Bei uns seinerzeit gab's eine Nachzahlung in Höhe von ca. 1% des Elterngelds. Da kannst Du sagen, klar: IMMER eine Nachzahlung. Ich aber sage: Peanuts, nicht der Rede wert.
LG

Beitrag von myimmortal1977 28.02.11 - 14:30 Uhr

"Ward oder seit Ihr vor der Geburt Eures Kindes verheiratet?"

Wir sind nicht verheiratet und haben somit beide LSK I.

"Wie ist es dabei mit dem Elterngeld. Man hat mir gesagt, daß man - wenn man verheiratet ist - Steurern aufgrund des Elterngeldes zurückzahlen muß."

Das kann einem auch passieren, wenn man nicht verheiratet ist. Kommt immer auf das Jahresgesamteinkommen an. Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung, wie Mutterschaftsgeld, Krankengeld z. B. und unterliegt somit dem Progressionsvorbehalt. Die Summer der ganzen Einnahmen am Jahresende bestimmt dann die tatsächliche Versteuerung. Da das EG und MuSchu-Geld steuerfrei ausgezahlt wird, KANN es dann zu einer Nachversteuerung kommen.

Meine Freundin ist Steuerberaterin. Sie hat sich damals selbst eine Gegenüberstellungsrechnung gemacht. Verheiratet - Unverheiratet. Heraus kam, dass unverheiratete Paare während des Bezuges von Elterngeld minimal besser gestellt waren, als verheiratete Paare mit gemeinsamer Veranlagung.

Sie hat dann nach Auslaufen des Elterngeldes geheiratet, ist dann aber komplett zu hause geblieben beim Kind. Ihr Mann arbeitet auf LSK 3. Die Kombi lohnt sich in dem Moment sehr gut.

LG Janette