Verhungern lassen statt bejagen?

Archiv des urbia-Forums Politik & Philosophie.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Politik & Philosophie

Hier ist der Platz, mit anderen Politik- und Philosophieinteressierten über Parteien, aktuelles politisches Geschehen, Sinnfragen etc. zu diskutieren. Wir bitten insbesondere in diesem Forum um einen sachlichen und konstruktiven Diskussionsstil!

Beitrag von renate63 28.02.11 - 16:34 Uhr

Ja ja was man so alles im Netz findet.



Verhungern lassen statt bejagen?

Waldpolitische Sprecherin der Grünen will Wildtiere erst verhungern lassen und rudert dann zurück.


Setzt sich momentan intensiv mit der Wildfütterung in Notzeiten auseinander: Cornelia Behm (Bündnis 90 / Grüne).


Über die Wildfütterung in Notzeiten liefern sich die Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen auf der einen sowie der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) auf der anderen Seite zurzeit einen offenen Schlagabtausch. Anlass dafür war eine Pressemitteilung Cornelia Behms, der waldpolitischen Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, vom 17. Februar gewesen, in der sie sich kritisch mit einem Positionspapier des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) zum Thema „Wald und Schalenwild“ auseinandersetzt. Der DFWR hatte das Positionspapier am 14. Februar veröffentlicht (Positionspapier als PDF zum Download).
***

Beitrag von vam-pir-ella 28.02.11 - 17:41 Uhr

Und jetzt ? #kratz

Wie ist denn deine Meinung dazu ?
Oder möchtest du am Ende nur Stimmung gegen die Grünen machen ? #nanana

Ich habe mir bisher noch nicht soviele Gedanken über Wildtiere gemacht.
Ich kann mir aber vorstellen, dass wenn man niemals angefangen hätte sie zu füttern, dann würden sich die Bestände auch natürlich dezimieren, oder?

Aber dann gäbe es ja auch nix zum abknallen...

Gruß,

v.

Beitrag von renate63 28.02.11 - 18:41 Uhr

Meiner Meinung nach hat der Mensch den Lebensraum von Wildtieren zerstört. Hoher Freizeitdruck tun ihren Teil dazu. 24 Stunden Jogger Wandere Pilzsucher im Wald. Monokulturen der Landwirtschaft usw.
Wenn man einen Hund verhungern lässt steht der Tierschutz auf der Matte bei Wildtieren ist es natürliche Selektion. Na ja die Grünen waren für mich sowieso nie eine alternative aber durch solche Aussagen sind die für mich unwählbar.

Beitrag von 3wichtel 01.03.11 - 08:16 Uhr

Vorweg: Ich kenne mich weder mit Wald- und Forstwirtschaft, noch mit Hege der hiesigen Wildtieren aus.

Ich frage mich nur, ob es so viel "moralischer" und "tierfreundlicher" ist, wenn man die Tiere erst notfüttert um sie dann zu schießen... #kratz

Greift der Mensch nicht viel zu oft in die Natur ein?
Und wäre es nicht wirklich sinnvoller, der Natur öfter mal "ihren Lauf" zu lassen?

Wie gesagt, das sind die Gedanken eines absoluten Laien.
Bin weder Vegetarierin noch dogmatisch gegen Jagd. (Auch wenn ich Wild persönlich nicht mag. Also vom Geschmack her ;-)).

Wenn jemand sich mit den Zusammenhängen besser auskennt, möge er mich gerne belehren und mir einen Wissens-Zugewinn bescheren.

Beitrag von gretchens.armee 01.03.11 - 08:26 Uhr

Hallo,
aber dann müsste das Räuber-Beute-Verhältnis ja ebenfalls in einem Gleichgewicht sein, was es ja nicht ist, würde man der Natur "ihren Lauf lassen".
Gruß,
G.-

Beitrag von imzadi 01.03.11 - 08:40 Uhr

Normal regelt die Natur solche Sachen von selbst. Ist nicht genug Futter da, verhungern die Tiere eben. Das ist im Dschungel so, in der Wüste oder in der Arktis. Auch wenn es grausam ist für die Tiere, einen zusätzlichen Menschen mit einem Gewehr braucht die Natur sicher nicht.

Überall leiden und sterben Tiere, doch solange sich für die keine Jagdlobby findet scheint das keinen zu interessieren.

Beitrag von marion2 01.03.11 - 09:55 Uhr

Hallo,

unsere Wälder sind nicht gesund. Der Anteil an Nadelbäumen ist zu hoch. Dies liegt nicht an den Wildtieren.

Die Frau weiß nicht wie ein Wald funktioniert.

Gruß Marion

Beitrag von urbia-Team 01.03.11 - 12:38 Uhr

Hallo renate63,

aus Copyright-Gründen musste ich dein Posting einkürzen. Setzt du in einer Antwort auf deinen Beitrag bitte noch die Quelle aus dem gleichen Grund dazu?

Danke und viele Grüße
Andrea
urbia-Team

Beitrag von vam-pir-ella 02.03.11 - 10:42 Uhr

Zum Glück ist Urbia nicht die Uni Bayreuth ;-) ...
Hier wird aufgepasst #huepf

Beitrag von hsicks 02.03.11 - 11:09 Uhr

Hallo,

einer von vielen hierzu hilfeichen Links :

http://www.jaeger-magazin.de/aktuelles/detail.php?objectID=2933&class=62

Wir Jäger sind die zum Teil völlig unverständlichen Vorstöße der " Grünen " zu jagdlichen Themen gewohnt . Aus meiner Sicht als ehemalige Jägerin ist folgendes zum Thema zu sagen :

Es gibt grundsätzlich 2 Arten von " Fütterung " :

1) Die Kirrung oder Ablenkfütterung, um Wild von bestellten Feldern abzuhalten und damit Wildschäden zu verhüten. Es handelt sich hierbei nicht um ein " Sattfüttern " , sondern darum, kleinste Mengen Futter versteckt abseits der Felder im Wald anzubieten, um Wildtiere mit der Suche danach abzulenken und zu beschäftigen . Diese Kirrung findet nicht in Notzeiten statt, sondern gerade dann, wenn das Wild in Versuchung kommt, sich vom reich gedeckten Tisch der reifenden Feldfrüchte zu bedienen und dadurch Konflikte mit Landwirten vorprogrammiert sind.
Dabei stelle ich klar, dass ich die leider oftmals geübte exzessive und verbotene Fütterung von Wild, hauptsächlich Wildschweinen, unter dem Deckmäntelchen der Kirrung= Ablenkfütterung ablehne, die nur dazu dienen soll, das Wild im eigenen Revier zu halten und mehr abschießen zu können. Leider findet man diese Praktiken immer wieder und sie haben nichts mit Ablenkfütterung und naturnaher Jagd zu tun.

2) Das hier eigentlich relevante Thema der Fütterung in Notzeiten , d.h. beispielsweise bei klirrendem Frost und hohem Schnee, wenn das Wild keine Nahrung aus eigener Kraft mehr beschaffen kann.
Wann " Notzeit " ist, bestimmen die einzelnen Bundesländer und rufen per Erlass die Notzeit aus. Nach einem solchen Erlass ist die Bejagung von Wild nicht mehr oder nur in wenigen Ausnahmen gestattet, denn jegliche Beunruhigung von Tieren, die ohnehin keine Nahrung finden, verbraucht unnötigerweise zusätzliche Kalorien und damit Energiereserrven, was dazu führt, dass das Wild letztendlich verendet.
Ob nur nicht gejagt werden darf oder zusätzlich das Wild auch gefüttert werden darf und in welchem Umfang, wird ebenfalls von den Ländern festgelegt.
Im Rahmen naturnaher Waldwirtschaft wird hauptsächlich in von den " Grünen " mitregierten Bundesländern eine starke Dezimierung der einheimischen Schalenwildarten wie insbesondere Rotwild gefordert, da
angeblich zu hohe Bestände existieren und damit nicht hinnehmbare Waldschäden hervorgerufen werden.
Die Art und Weise, wie mittels sogenannter " Weiserflächen " vonseiten der " Günen " und von entsprechenden Forstbeamten demonstriert wird, welche hohen Verbissschäden im Wald entstehen, werden von der Jägerschaft immer wieder - zu Recht, wie auch ich denke - mit Argwohn betrachtet.
Zum einen gehört das Rotwild und das Rehwild zu unserer einheimischen Fauna und sollte nicht wie Ungeziefer abgeknallt und nahezu ausgerottet werden , damit nur bloß jeder Baum ohne Verbissspuren wächst, denn bis ein Wald schlagreif ist, müssen sowieso immer wieder Durchforstungsarbeiten durchgeführt und viele der ehemals gepflanzten Bäume entfernt werden, um Platz für einen kleinen Teil zu schaffen, der nach vielen Jahrzehnten gefällt wird.
Außerdem ist die Waldentwicklung vom Standort abhängig und bei uns im Mittelgebirge gibt es so viel Naturverjüngung ( Bäumchen wachsen in großer Zahl aus Sämlingen ganz ohne Zutun des Menschen ) , dass ein paar angenagte Exemplare gar nichts ausmachen.

Wenn es in unseren deutschen Wäldern zu Verbissschäden kommt, hat dies sehr viel mit nicht ausreichenden Ruhezonen für das Wild und zu hohem Freizeitdruck zu tun. Wird Wild immer wieder tagsüber von seinen natürlichen Äsungsgewohnheiten abgehalten, indem Jogger, Montainbiker, Wanderer, Pilzsucher, Weihnachtsbäumchendiebe bis in die letzten Einstände vordringen, dann wird dieses permanent gestresste Wild in den Dickungen bleiben und die Rinde von den Bäumen fressen, damit es überhaupt etwas fressen kann. Würde man bestimmte Waldgebiete generell für die Öffentlichkeit sperren und den Zutritt in den gesamten Wald zeitlich einschränken, würde dies mehr Positives bewirken als eine immer weitere Dezimierung der Wildbestände ( wie sie auch durch Unterlassung der Fütterung in Notzeiten durch qualvolles Verhungern eintritt ) und es würde helfen, aus unseren Wäldern wieder einen natürlichen Ort mit natürlichem Verhalten der darin lebenden Tiere zu machen.

Darüber sollte diese " Grünen "-Politikerin einmal nachdenken !

Gruß,
Heike