Mein Stern. Ich werd nicht damit fertig!

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von schnupsi76 28.02.11 - 17:41 Uhr

Hallo,

hört dieser Schmerz eigentlich irgendwann auf? Wird er irgendwann etwas schwächer?

Im Juli 2010 habe ich mein Baby still geboren, alleine zuhause. Ich war im fünften Monat....

Ich denke jeden Tag daran, jeden Tag kommen die Tränen. Es reicht ein kleiner Reiz und schon laufen die Tränen. Es tut so weh!

Ich habe doch gesunde Kinder. Die Kleine ist doch selber grad erst zwei und auch noch so klein....

Aber dieses Sternchen- ich vermisse es so. Habe Angst, nicht auf es aufpassen zu können. Kennt ihr das Gefühl, wenn man schon Kinder hat und sorgt sich ständig? Ich habe schon einmal nicht auf mein Sternchen aufgepaßt- darum ist es jetzt tot. Sind das dumme Selbstvorwürfe? Ist das Liebe? Ist das normal?

Ich laufe seit diesem schwarzen Tag wie im Trance. Ich mache alles, was ich tu "automatisch"...weil ich es immer so mache. Den ganzen Alltag. Es ist, als hinge eine Glocke um mich herum und all meine Gefühle sind weg. Nur die Trauer herrscht vor.

Dabei liebe ich doch auch. Meinen Mann, meine Kinder. Aber es ist alles wie, als wenn man im Fieber herumläuft.
Wißt ihr was ich meine?


Ich weiß nicht, warum ich euch das mitteile, ich weiß auch nicht was ich davon erwarte. Ich hoffe, es ist aber okay für Euch.

Grüße

Beitrag von emil84 28.02.11 - 18:02 Uhr

Hey, fühl dich erstmal ganz doll gedrückt!

Ich kann viell. nicht so ganz nachvollziehen, wie es dir geht. Ich habe unseren #stern "schon" in der 10. SSW gehen lassen müssen mit AS. Ich denke, mir gehts eigentlich ganz gut, wir versuchen optimistisch zu sein und positiv in die Zukunft zu sehen.

Übt ihr denn weiter? Kannst du über deine Gefühle evtl. mit jem. sprechen? Mit deinem Mann? Viell. kann sogar deine FÄ dir weiterhelfen? Meine hat mir angeboten, dass ich auch gerne vorbeikommen kann, wenn ich nur reden will (natürlich keine Stunden). Oder vielleicht suchst du dir eine liebe Therapeutin?! Bitte nehm das nicht böse auf, aber in so Situationen ist es oft sehr gut, jmd. aussenstehenden zu haben, der Erfahrung mit der VErarbeitung von sowas hat...

wenn du "reden" magst, kannst du mir auch jederzeit eine PN schicken

Beitrag von morla29 28.02.11 - 21:04 Uhr

Hallo,

lass dich erst ein mal gaaaanz fest drücken.

Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Hab meine Tochter in der 31. ssw still geboren. Es tut weh, verdammt weh. Und es tut weh, egal wie viele Kinder man vorher schon gesund zur Welt gebracht hat. Vielleicht tut es deshalb auch so weh, weil man weiß, was man mit seinem Sternchen nicht erleben darf.

Wenn ich an das vergangene Jahr zurück denke, dann denk ich auch an das was du schreibst. Oft reicht eine kleine Bemerkung von irgendjemanden und man heult den ganzen Tag.

Du passt auf dein Sternchen auf, denn du hast es für immer im Herzen. Und dein Sternchen passt auf dich und deine Familie auf. Und wer weiß, vielleicht spielen unsere Sternenkinder im Himmel miteinander.

Was mir geholfen hat: Sich mit Leuten umgeben, die einen gut tun. Sich von Freunden, Dingen, Gewohnheiten trennen, die man hatte/gemacht hat, weil es halt einfach so war. Mehr an sich denken. Mehr "Familie" sein. Nicht überall mitschwimmen müssen, andere Wege gehen. Und: mit Menschen sprechen, die das gleich erleben mussten - nur die verstehen einen wirklich.

Kommentare überhöre ich inzwischen (Du hast ja schon zwei gesunde....., ..ist ja besser, sie wäre ja behindert gewesen..... usw.)

Hab immer noch schlechte Tage, aber sie werden weniger und sind oft nur noch schlechte Stunden oder schlechte Minuten.

Viele liebe Grüße
morla
mit zwei Mädels an der Hand (3 und 5)
und einem Mädel tief im Herzen (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)

Beitrag von wertvoll 28.02.11 - 21:42 Uhr

Ich kann Dich etwas verstehen. Ich habe, nach reichl. fünf Monaten, auch so eine Phase, wo ich bei jeder Kleinigkeit ganz heftig losweinen muss.
Die Frage ist, ging es Dir schon mal besser und wie sieht Deine Welt aus (ich meine, ich habe diese Heulattacken, aber meine Welt ist generell noch schön, ich schaffe es gut, arbeiten zu gehen).
Mir hilft es zu reden.
Und ich denke, egal wieviele Kinder man schon hat, egal wie positiv man denkt und wieviel Unterstützung man bekommt, der Schmerz ist unendlich tief und stark und man muss ihn allein aushalten.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Trost und ich bin mir sicher, dass es Deinem Sternchen jetzt unendlich gut geht und Du nichts dafür kannst, dass es tut ist.

wertvoll (die im Sept. 2010 in der 27. SSW, nach nur drei Tagen leben auf dieser Welt, ihren kleinen Kämpfer verloren hat)

Beitrag von hannah.25 01.03.11 - 07:04 Uhr

Hallo,

lass dich mal fest drücken #liebdrueck

Ich kann dich so gut verstehen. Man hat irgendwo das Gefühl, man wird keinem Kind mehr richtig gerecht. Nicht denen, die leben und bei einem sind, weil man denkt, dass die Trauer überwiegt und man sie darüber hinaus vergisst und auch nicht dem Sternchen gegenüber. Ich hab immer das Gefühl, es redet uns jeder ein, dass ja jetzt alles gut ist, wo wir ein gesundes und munteres Kind bei uns haben und dass unsere Sternchen damit vergessen sind. Aber das sind sie nicht.

Natürlich liebe ich meinen Kleinen und bin mehr als dankbar, dass er bei uns sein darf. Gerade weil wir wissen, dass es nicht selbstverständlich ist. Und doch ist die Trauer so groß und ich vermisse unsere beiden Sternchen jeden Tag. Ich stell mir so oft vor, wie es mit ihnen wäre und bekomme durch unseren Sohn jeden Tag vorgelebt, was wir mit ihnen nie erleben durften. Ich glaub, das tut doppelt weh.

Das, was du erlebst, ist ganz normal. Bei uns ist es jetzt 5 und 4 Jahre her, dass unsere Sternchen gegangen sind und es vergeht wirklich kein Tag, an dem ich nicht an sie denke und sie vermisse und an dem es nicht fast zerreißt, dass sie nicht bei uns sind.
Ich glaube, das nennt man wirklich Liebe. Sie sind eben immer fest in unserem Herzen und unvergessen.

Selbstvorwürfe musst du dir nicht machen. Ich bin mir sicher, du hast alles gemacht, was geht und hast alles getan, damit es auch deinem Sternchen gut ging. Leider meint es das Schicksal manchmal nicht gut mit uns und nimmt uns das Liebste, was wir haben.

Ich denke, dass du uns das mitgeteilt hast, damit du dich erleichtert fühlst und damit du siehst, dass du auf keinen Fall allein bist! #liebdrueck
Ich wünsch dir weiterhin ganz viel Kraft!

Alles Liebe
Hannah mit #stern Niklas (22.ssw still geboren) und #stern Sarah (27.ssw zu früh geboren und nach 4 Wochen gegangen) fest im Herzen und Per ganz fest im Arm

Beitrag von dense86 02.03.11 - 10:42 Uhr

Ich bin gerade sowas von überrumpelt und zutiefst traurig wenn ich deine Zeilen sowie die der anderen Mitschreiberin lese.

Ich kann und möchte mir nicht vorstellen wie es euch ergeht bzw. ergangen ist. Ich habe vergangenen Sonntag meinen Bauchzwerg gehen lassen müssen in der 6 SSW. Natürlich baut man Gefühle auf aber nicht so wie du und all die anderen Sternenmamis, die das Herzchen schon schlagen sehen haben.

Mir tut es unsagbar Leid wie du dich fühlst. Und ich wüsste nicht was ich machen würde. Von daher weiß ich nicht so Recht ob ich die richtigen Worte treffe.

Mich würde interessieren warum du sagst du hast auf dein Sternchen nicht aufegpasst, warum hast du Gewissensbisse? Du bist doch nicht Schuld daran.
Möchtest du dich selbst bestrafen indem du so leidest. Frage dich, ob das dein Sternchen wollen würde.

Eine gute Freundin sagte mir gestern, dass Sternenkinder Seelen sind die auf der Erde nichts mehr zu erledigen haben bis zu diesen Punkt.

Ich fragte sie: "Ja aber was hat denn die werdene Mutter damit zu tun?, warum muss sie solch Leid erfahren?".

Sie sagte: "Das ist eine Aufgabe für uns (unsere Seele). Wir müssen lernen damit umzugehen und diese Aufgabe bewältigen in unserem Erdenleben".

Sei da, liebe all deine Kinder wie bisher und noch viel mehr. Angst darfst du haben, aber versteife dich nicht.
Egal wieviel Sorgen du dir machst und wieviel Angst du hast. Die Angst in dir kann ein eigendliches Unglück nicht verhindern.

Ich wünsche dir alles Glück der Welt, ich wünsche mir so sehr das du bald wieder lachen kannst allein und vorallem mit deinen Kindern. Sie brauchen dich doch so sehr.

Fühl dich gerdückt von mir....

LG, Denise.

Beitrag von glimmerfee 02.03.11 - 11:22 Uhr

@ Denise

Eine gute Freundin sagte mir gestern, dass Sternenkinder Seelen sind die auf der Erde nichts mehr zu erledigen haben bis zu diesen Punkt.

Ich fragte sie: "Ja aber was hat denn die werdene Mutter damit zu tun?, warum muss sie solch Leid erfahren?".

Sie sagte: "Das ist eine Aufgabe für uns (unsere Seele). Wir müssen lernen damit umzugehen und diese Aufgabe bewältigen in unserem Erdenleben".

Diese Zeilen hast du so schön geschrieben. Das habe ich auch schon gehört! Ich finde, wenn man solche Gedanken hat und glaubt, dass es sich bestimmt deshalb so zugetragen hat, kann man leichter mit dem Schmerz umgehen. Mir ergeht es jedenfalls so.

glg

Nicole mit #stern im #herzlich

Beitrag von trauerklos 03.03.11 - 14:14 Uhr

Hallo,

von mir erstmal mein herzliches Beileid nachträglich. Ich weiß wie du dich fühlst, ich war in der 27+1 SSW. Mache mir auch die ganze Zeit Vorwürfe, doch ich weiß auch das ich nichts dafür konnte, auch du bist nicht schuld. Denke auch jeden Tag daran, wobei ich von dem "schwarzen" Tag nichts weiß. Mein Schatz hat mich früh gefunden und da war ich schon nicht mehr ansprechbar. Lag dann noch 3 Tage im Koma und die 2 Tage danach ist auch nicht in meiner Erinnerung. Das ist das schlimmste für mich, das mir 5 Tage fehlen.

LG