Hilfe,mein Mann ist ein Choleriker!

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von san-dra84 28.02.11 - 20:09 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Vielleicht befindet einer von euch sich in einer ähnlichen Situation und hat ein paar Tipps für mich.
Hier erstmal zu mein "Problem" :

Also mein Mann und ich sind seit 5 Jahren zusammen und haben eine 15 Monate alte Tochter. Manchmal läuft alles Wochenlang super. Dann plötzlich hat mein Mann einen schlechten Tag und macht uns die Hölle heiß. Typisch Choleriker, reicht eine Kleinigkeit ihn an die Decke zu bringen.
Mir fiel es von anfang an schwer damit umzugehen, da ich es einfach nicht schaffe, die Beleidigungen und Drohungen nicht persönlich zu nehmen. Ich bin in diesen Momenten so geschockt und verletzt über die Worte die da aus ihm raus purzeln, dass ich nur heulen kann! Ich will das nicht und ich versuche das auch zurück zu drängen, aber mein Mann wird derart unfähr und beleidigend, dass ich nicht anders kann!
Mittlerweile, habe ich festgestellt, dass er sich meißtens gar nicht daran erinnern kann (oder so tut?) was er alles zu mir sagt..

Auf jeden Fall ist es jetzt schon 2-3 mal passiert, das er unsere 15 !!! Monate alte Tochter angeschrien hat. Der Grund: sie soll still sitzen und/ oder essen!
Ich bin sofort dazwischen gegangen und habe versucht das schlimmste zu vermeiden.. aber ich hab angst, dass es so weiter geht. ich will mich eigentlich nicht trennen, den wir führen sonst eine tole Beziehung, aber ich muß ja auch an unsere Tochter denken! Will nicht das sie meinetwegen leidet!

Ich hab schon versucht ihn von einer Therapie zu überzeugen,aber er sieht überhaupt nicht ein, dass er ein problem hat. Hab natürlich auch schon mit Trennung gedroht, dass hält ihn immer ein paar Wochen in Schacht, aber dann kommt das Tier wieder durch....

Seit ihr vielleicht in einer ähnlich Situation? Sollte ich mich trennen?

Schönen Abend, Sandra#winke

Beitrag von juju277 28.02.11 - 20:46 Uhr

Hi,

vielleicht ist ihm wirklich nicht bewusst, wie er in solchen Momenten rüberkommt. Film ihn doch mal heimlich und spiel es ihm vor, dann müsste er ja eigentlich aufwachen.

LG juju

Beitrag von Theorie und Praxis 01.03.11 - 00:42 Uhr

Soll sie immer ein Kamera schussbereit haben?
Wie soll sie ihn heimlich filmen, wenn er sie anschreit?

Beitrag von juju277 01.03.11 - 14:15 Uhr

Stimmt, da habt ihr natürlich recht. War so ne spontane Idee, ihm sein Verhalten mal zu verdeutlichen, aber praktisch wohl wirklich nicht so leicht umzusetzen.

Beitrag von barebottom 01.03.11 - 07:16 Uhr

hmmm... vor allem weiß man ja nie wann es wieder soweit ist? #kratz

Beitrag von gretchens.armee 28.02.11 - 20:50 Uhr

Gegenfrage, Sandra:
Wie willst du es schaffen, Drohungen und Beleidigungen NICHT persönlich zu nehmen?
Drohungen und Beleidigungen sind persönlich. Ich finde, du verlangst da sehr, sehr viel von dir.
Was ist mit deinem Kind: Soll es lernen, Drohungen und Beleidigungen ebenfalls nicht persönlich zu nehmen?
Vielleicht soll deine Tochter lernen, still da zu sitzen und zu dulden? Was lebst du ihr vor?
Lg

Beitrag von lieblingstristan 01.03.11 - 09:04 Uhr

Vielen Dank für diese Sätze.

Ich wünschte, in meiner damaligen Situation hätte das jemand zu mir gesagt.

Leider sind Aussenstehende und Familie oft nicht bereit, so deutliche Worte zu sprechen, ohne gleich anzugreifen. Vielen könnte das helfen.

LG, An - die das glücklicherweise lange hinter sich gelassen hat

Beitrag von gh1954 28.02.11 - 21:39 Uhr

>>>den wir führen sonst eine tole Beziehung<<<

Was ist das für eine tolle Beziehung , in der du ständig damit rechnen musst, dass dein Mann austickt, dich bedroht und beleidigt? Nicht nur dich, auch eure 15 Monate !!! alte Tochter.

>>>Will nicht das sie meinetwegen leidet!<<<
Deine Wahrnehmung ist - seltsam. Wieso sollte sie wegen dir leiden?

Beitrag von asimbonanga 28.02.11 - 21:59 Uhr

<<<<Sollte ich mich trennen?<<<<<<

Ja.
Da änderst du nichts dran.Denke auch an dein Kind.

Beitrag von witch71 28.02.11 - 23:16 Uhr

Ich finde merkwürdig, dass er sich offenbar beherrschen kann, wenn er es will. Du schreibst ja, wenn Du von Trennung sprichst, dann geht es mehrere Wochen gut. Nachdem er dann merkt, dass Du nicht ernst machst, kann er sich wieder gehen lassen.

Informier Dich mal offiziell über Trennung, sag ihm das ruhig auch. Da muss jetzt nichts akut vorgefallen sein, sondern pack ihm das auf den Tisch, wenn er gar nicht damit rechnet. Sprich ruhig erst mal über räumliche Trennung, klär die Unterhaltsfragen mit einer Beratungsstelle ab und schau Dich nach einer Wohnung um.

Sollte es wieder vorkommen, dass er Dich oder das Kind anschreit, dann geh auch einfach mal. Zu Deinen Eltern, einer guten Freundin oder Freunden, egal. Lass Dich dann auch nicht gleich wieder breitquatschen, sondern sag ihm, er solle sich mal alleine über sein Verhalten Gedanken machen und Dir eine langfristige Lösung anbieten.

Übrigens finde ich es ziemlich krank, dass Du Deine Tochter vor einer Trennung schützen aber nicht aus der Reichweite ihres brüllenden Vaters bringen willst. Glaubst Du ernsthaft die Schreierei hinterlässt nicht jedesmal einen Knacks bei ihr?

Beitrag von nele27 01.03.11 - 08:58 Uhr

***Ich finde merkwürdig, dass er sich offenbar beherrschen kann, wenn er es will. ***

Genau das habe ich auch gedacht. Wenn er das wirklich so unbewusst macht, müsste er das trotz Trennungsdrohung tun. Riecht nach fauler Ausrede bloß nicht an sich arbeiten zu müssen. Dafür spricht ja auch, dass er keine Therapie machen will oder wenigstens mal zu einer Beratungsstelle geht.

Was das weitere Vorgehen betrifft, bin ich ebenfalls voll Deiner Meinung. Wenn sie wirklich die Trennung als realen Ausweg akzeptiert wird sie sich auch nicht mehr soviel gefallen lassen. Und er wird evtl. mal aufwachen.

LG, Nele

Beitrag von drübernachdenken 01.03.11 - 01:43 Uhr

sag mal ist er denn erst seit kurzer zeit so schlimm oder tritt das schon immer in diesem ausmaß auf?

ich kann nicht verstehen, wieso du dich so behandeln lässt. das hat echt niemand verdient und vor allem nicht eure tochter.

also ich würde da ganz klar einen schlussstrich drunter ziehen, wenn er sich nicht ändern kann bzw. will und würde mir beim nächsten mal ganz genau überlegen mit wem ich kinder bekomme und mit wem auf gar keinen fall.

sei deiner tochter ein gutes vorbild und zeig ihr, dass man im leben stark sein muss und sich von personen trennen, die einem nur schaden und leid zufügen.

natürlich hat jeder mensch auch seine guten seiten, aber sei bitte nicht so naiv und glaube, dass dadurch alles negative vergessen ist.

solche menschen neigen meiner meinung nach, auch gerne mal dazu in bestimmten situationen eventuell handgreiflich zu werden und das willst du euch doch ersparen oder nicht?

ich hoffe, dass sich eure situation bald bessert.

LG

Beitrag von redrose123 01.03.11 - 05:36 Uhr

Mein Bruder hat auch solche aussetzter und wenn ichd ran denke das bei euhc ein Kind angebrüllt wird Oh mein Gott, er soll sich Hilfe suchen schütze euer Kind, mach Ihm klar entweder oder.....

Beitrag von aquene 01.03.11 - 07:00 Uhr

Hallo Sandra,

also, ich war in einer ähnlichen Situation.
Der Vater meines Sohnes ist ein Choleriker. Allerdings kommen da noch ein paar andere Dinge dazu......aber diese Aussetzer, die kenne ich nur zu gut.

Die Schimpfworte, mit denen ich bedacht wurde möchte ich nichtmal schreiben. Er hat bei solchen Aussetzern auch mal Sachen durch die Wohnung getreten.....und vor Allem....es war auch ihm egal, ob unser kleiner Sohn mit im Raum war oder nicht.
Ich erinnere mich an eine Situation, da hatte ich den Kleinen (ca. 8 Wochen war er) auf dem Arm, während er so austickte.
Ich hab geheult, das Kind hat geheult....ich wollte raus, weg von ihm....und er lies mich nicht. Er hat sich vor die Türe gestellt.....und ich hatte einfach nur noch Angst, Angst um den Kleinen, Angst, dass er uns was antut.

Ich weiss nicht, wir hatten sonst auch keine glückliche oder schöne Beziehung mehr....er kam nur immer nachdem wieder sowas war angekrochen....säuselte wie leid es ihm täte und dass er ja eine schlimme Kindheit gehabt hätte.

Den ersten Versuch diese Beziehung zu beenden habe ich in der Schwangerschaft gemacht....leider hat er es geschafft mir so eine Angst zu machen, dass ich mich nie wirklich getraut habe......ich habe mit ihm noch zusammengelebt , bis der Kleine 1,5 Jahre alt war.

Auch er hat das entweder wirklich so weit verdrängt, dass er es echt nicht mehr weiss, oder aber er lügt schlichtweg. Denn er kann ja bis heute so gar nicht verstehen warum ich weg gegangen bin!

noch was.....das Ganze ging am Schluss bishin zu Morddrohungen. Insgesamt hat er mir dreimal erzählt, dass er dafür sorgen würde, dass ich unter die Erde komme wenn ich gehe.

Also bei mir hat das so Einiges "kaputt" gemacht, diese Beziehung.
Was ich dir jetzt, genauso wie die Anderen, nur raten kann:

Stelle ihn vor die Wahl: entweder er macht umgehend eine Therapie und sucht sich eine Selbsthilfegruppe und weitere Hilfe....oder du gehst!
Mag sein du hängst noch an ihm, mag sein, du liebst ihn noch irgendwie.
Aber denk einfach an dein Kind!
Die Liebe zu den eigenen Kindern ist was Grösseres.

Die Idee, ihn mal zu filmen, fand ich übrigens auch sehr gut. Versuch das mal.....müsstest halt sozusagen versteckte Kamera spielen....aber evtl könnte ihn das aufwecken.

Für die Kürze (denn ich denke du wirst noch nicht deine Sachen packen und gehen), rede nochmal mit ihm, mach ihm klar, dass er eurem Kind damit massiv schadet!!

Was ich noch machen würde an deiner Stelle.....geh einfach wenn es jetzt wieder passiert.
Nimm das Kind und raus aus dem Haus, setzt euch ins Auto und fahrt zu einer Freundin oder zu deinen Eltern oder sonstwohin...aber liefere euch diesen Situationen nicht mehr aus bis er fertig ist.

Naja.....ich wünsche dir viel Kraft und viel Glück

Beitrag von barebottom 01.03.11 - 07:20 Uhr

Hey du,

vielleicht ist er zu einer Therapie bereit, wenn du dich tatsächlich von ihm trennst. #kratz
Diese Ausraster sind nicht vorhersehbar, so ihr sitzt auf einem Pulverfass das jederzeit hochgehen kann.

Ich würde nicht wollen das meine Kinder so aufwachsen :-(

LG #blume

Beitrag von ug2712 01.03.11 - 16:07 Uhr

Hallo Sandra,

ich habe zu Hause 2 davon - mein Mann und meine Tochter.

Die Idee mit dem filmen ist klasse.
Diese wirkt bei meiner Tochter (4 Jahre) wahre Wunder.
Wenn sie mal wieder völlig ausgetickt ist und ich ihr hinterher das Ganze vorspiele, schämt sie sich sehr für ihr Verhalten.
Wir sprechen dann immer darüber, wie sie ihre Gefühle besser in den Griff bekommen kann. Sie will nicht so sein, wie in dem Film...
Mit meinem Mann ist das schwieriger. Er ist ja schließlich bereits erzogen.
Aber auch wir sprechen DANACH über sein Verhalten.
Er ist ja selbst mit an der Erziehung unserer Tochter in dieser Sache stark beteiligt, dadurch reflektiert er sein eigenes Verhalten schon stärker.

Alles Gute

Beitrag von karo_austria 01.03.11 - 22:33 Uhr

Servus Sandra!

Du musst deinen Mann unbedingt vor die Wahl stellen!
Und wenn er wirklich uneinsichtig bleibt zumindest eine Trennung auf Zeit veranlassen.

Mein Exmann war auch ein Choleriker. Ich habe ihn so gebeten, dass er in Therapie geht. Ich konnte ihn nirgends mehr hin mitnehmen - überall ist er ausgetickt - ist schlussendlich einfach zu Fuß nach Hause gegangen (egal wie weit das weg war) und hat teilweise unsere Gastgeber beschimpft. Ich habe mich sooo geschämt für ihn.

Am Anfang unserer Beziehung waren solche Aussetzer sehr selten und er hatte sich schnell wieder im Griff - aber mit den Jahren hatte ich immer mehr das Gefühl, dass ich auf einem Pulverfass sitze. Ich wusste wirklich nie, wann er wieder hoch geht.

Das ging soweit, dass ICH in Therapie musste - ich erkrankte an Burnout. Das war im Sommer 2007. Anfang 2008 war ich auf Rehab - dort entschloss ich mich endlich zur Trennung/Scheidung.

Leider ist es seitdem nicht besser geworden, sondern noch viel schlimmer. Denn er hat unsere Älteste derart verprügelt, dass sie nach dem WE mit Blutergüssen im Gesicht nach Hause kam. Außerdem hat er sie mit dem Umbringen bedroht und anderweitig unter Druck gesetzt.
Auch seine neue Lebensgefährtin ist den Kindern keine Hilfe - denn auch sie hat Ausraster (gleich und gleich gesellt sich gern!?). So kommt es auch, dass die beiden teilweise an einem WE mehrmals miteinander Schluss machen (die Kinder müssen dann jedesmal Koffer packen) um sich gleich darauf wieder zu versöhnen und sich mal so zwischendurch verloben, ...

Mittlerweile sind die Kinder in psychologischer Behandlung, das JA und das Gericht (Antrag auf alleinige Obsorge) sind eingeschalten und Besuche gibt es nur mehr mit Besuchsbegleitung.

Ach ja - mein Exmann kann sich auch nicht erklären, warum ich gegangen bin. Wenn du mich fragst, die haben einfach eine sehr verklärte Wahrnehmung.

Ich wünsche dir alles Gute und vor allem, dass es nicht soweit kommt, wie bei uns.

LG aus Österreich
Petra