Großstadtkind vs. Kleinstadtkind

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Beitrag von marion0689 28.02.11 - 21:00 Uhr

Hallo!!

Ich wollte mal eure Meinug hören.

Gibt es einen Unterschied zwischen den Kindern in Großstädten und den Kindern in kleineren Ortschaften??
Ich habe 4 Cousinen bzw Cousin in einer relativ großen Stadt ( 300.000 Einwohner ).
Ich wohne in einer Kleinstadt ( knapp 20.000).

So. Alle haben wir relativ kleine Kinder ( alle zwischen 14 Monaten und 3 Jahren ).
Mir ist aufgefallen, dass die "Großstadtkids" ständig Programm haben.
Alle haben 2-3x die Woche Krabbelgruppe. Jeden Tag geht man entweder in einen Indoorspielplatz oder in den Zoo. Anschließend gehts weiter zum Babyschwimmen um danach gleich wieder in einen Frühförderkurs in Musik zu gehen. Als die Kinder noch kleiner waren, gings direk mit paar WOchen los mit Pekip, Schwimmen, Massagen.

Dahingegen ist mir auch aufgefallen, dass wir hier in unsrer schnuckeligen Kleinstadt eher "entspannt" durch den Kinderalltag gehen.
Viele hier gehen einmal die Woche zum Schwimmen. Wir alle gehen jeden Tag raus. Spazieren, Enten füttern auf den Spielplatz.
Aber wir hetzen nicht von Termin zu Termin, sondern spielen auch alleine mit den Kindern zu Hause.

Kommt es nur mir so vor, oder haben die "Großstadtmütter" viel mehr Termin mit den Kindern und fördern ihre Kinder mehr??
Oder denkt ihr, die Kinder werden einfach nur überfordert??

Wie seht ihr das??

LG!!!




Beitrag von bianca153 28.02.11 - 21:11 Uhr



Naja, man kann es auch so sehen.

Die Mütter aus der Großstadt haben mehr Möglichkeiten, den Kindern das " volle Programm " zu bieten als die Muttis aus der Kleinstadt oder vom Dorf.

Ob die Kinder das alles haben müssen ist dahin gestellt.

Beitrag von belala 28.02.11 - 21:12 Uhr

Hallo Marion,

ich leben in Hamburg mit 3 kleinen Kindern.
Mein ältestes Kind besuchte kürzlich einen mehrwöchigen Schwimmkurs, die zwei kleineren Kinder mußten dann mit.
Die beiden ältesten Kinder gehen zum Tanzen (1x wöchentlich).
Mehr möchte ich auch nicht.

Da mir persönlich die Mütterrudel nicht liegen, meide ich auch jegliche Mütterrudelkurse.
Abgesehen davon, ist auch meine Meinung, dass die Kinder überfordert werden, sich aber auch die Mütter überfordern.

Kinder lernen auch wenn man mit ihnen draussen rumtobt, drinnen bastelt, backt, Steine sammelt, Regenwürmer rettet, Fliegenpilze zählt, Lieder singt etc.pp

LG, belala

Beitrag von shakira0619 28.02.11 - 21:12 Uhr

Hi!

Ich sehe das so, daß es auf die MÜTTER ankommt und nicht auf die Stadt, in der sie wohnen.

Ich wohne in Wolfsburg (ca. 122.000 Einwohner) auf dem Dorf (ca. 1.800 Einwohner).

Mein Sohn geht 3mal die Woche zu Sport/Musik, wir gehen ca. alle 6 Wochen in den Zoo, im Sommer jeden Tag ins Freibad. Sonst zu Freunden, mal ins Badeland regelmäßig in den Wald, in die Felder.

Meine Freundin wohnt 2 Straßen weiter. Sie geht einmal die Woche mit ihrem Sohn zur Ergotherapie und verbringt den Rest des Jahres zu Hause oder im Garten.

So verschieden ist das. Es ist halt Typbedingt.


Ein Unterschied fällt mir ein:

Mein Sohn kennt eine U-Bahn oder eine S-Bahn nur aus Berlin, Hannover, Braunschweig. Sowas haben wir hier nicht.

Liebe Grüße, Shakira0619

Beitrag von c.l.e.o. 01.03.11 - 08:27 Uhr

Seit wann gibt's denn 'ne U-Bahn / S-Bahn in BS? #kratz

Beitrag von ayshe 01.03.11 - 11:59 Uhr

Vllt hat sie das mit der Straßenbahn dort verwechselt #cool

Beitrag von c.l.e.o. 01.03.11 - 21:21 Uhr

Stark anzunehmen. Wenn ich mir vorstelle, dass in BS S-Bahnen rumkurven würden #rofl: Da bräuchte es 2 Stationen, dann hätte man die gesamte Innenstadt von Nord nach Süd durchfahren.

Beitrag von shakira0619 01.03.11 - 15:21 Uhr

Eine S-Bahn gibt es in BS. Zumindest fährt da bei den Schloßarkaden immer eine rum.

Beitrag von c.l.e.o. 01.03.11 - 21:19 Uhr

Eine Straßenbahn macht aber noch keine S-Bahn.

Beitrag von shakira0619 01.03.11 - 21:52 Uhr

Tja, dann erklär mal nem Dorfkind den Unterschied.

Beitrag von nochmal 02.03.11 - 19:33 Uhr

Darf ich das auch?

Eine Strassenbahn fährt auf der Strasse wo auch die Autos fahren - nur das die Schienen in die Strasse eingelassen sind und eine S-Bahn fährt eben auf einer extra angelegten Schienenroute nicht auf der Strasse.

Beitrag von shakira0619 02.03.11 - 19:57 Uhr

Dankeschön!

Ich dachte, es ist ein und das Selbe. (dasselbe?) Egal, wie man es schreibt. ;-)

Beitrag von bensu1 28.02.11 - 21:14 Uhr

hallo,

das ist mir auch schon aufgefallen.

die kinder meiner schwägerin wohnen in der großstadt und haben fast täglich programm. meine kinder sind landeier, und wir haben zwar schon immer wieder etwas vor (schwimmkurs, skikurs o.ä.), es ist aber eher die ausnahme als die regel.

zur zeit halten wir uns eher im garten auf, die kinder können spielen, während ich den garten "entwintere", fahren fahrrad/gocart/scooter, aber das war's auch schon. sie dürfen sich sogar langweilen, das fördert die kreativität. ;-)

lg
karin

Beitrag von mel1983 28.02.11 - 21:20 Uhr

Hallo,

ja, ich persönlich finde das schönste Aufwachsen für Kinder auf'm Dorf!

Meine Tochter ist ein Großstadtkind und wir für mich das einzige Kind bleiben, wenn ich in der Großstadt bleibe.

Sie ist mittlerweile 7 und kann vom Prinzip her kaum was alleine machen. Ich hab gar keine Wahl, als mit ihr zum Spielplatz zu gehen (zu fahren).

Ein "Dorfkind" schickt man in den Garten zum Spielen oder auf den "Marktplatz", wo sich die anderen Dorfkinder tummeln.

Hier im Viertel - nee, hier kein mein Kind höchstens alleine auf den Hof und das auch erst seit vorigem Jahr.

Ich mag es - rückblickend - nicht. Vielleicht mach ich auch was falsch, aber es fühlt sich alles gezwungen an - das liebe Kind phantasielos, weil Muttern beinahe gezwungen ist, dass Kind ständig zu bespaßen.

Nicht nochmal.

Dorf roxx ;-)

Beitrag von 9605paja 28.02.11 - 21:46 Uhr

hallo,

ich bin wirklich froh das meine Kids eher ländlich aufwachsen! meine Kinder können raus in den garten in den Hof und ich habe sie im Auge.

Der Große 5 hat zwar Programm aber wir hetzen nicht von Termin zu Termin, er hat 2mal die Woche Fußballtraining und 1mal die Woche Judo.

Der kleine 2J. hat einmal die Woche Spielgruppe das mache ich NUR für ihn nicht für mich#zitter

Ob das was mit Großstadt oder Kleinstadt zu tun hat weiß ich nicht, aber eine bekannte von mit hetzt lieber 5tage die Woche von Termin zu Termin so hat sie zuhause schon keine Unordnung!!!!

Naja, jeder so wie er es braucht.#winke

lg paja

Beitrag von schwarzesetwas 28.02.11 - 22:06 Uhr

Nö.

Wie die Eltern, so die Kinder und umgekehrt.

Ich denke nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt.

Bin ich eher faul, sind es meine Kinder auch.
Entsprechend umgekehrt.

Ich bin bekennende Grossstadtmutter und ich kann nichts von dem nachempfinden außer: Nachts wird kälter als draußen!

Lg
SE

Beitrag von alkesh 28.02.11 - 22:13 Uhr

Wir wohnen in einer Großstadt und mein Sohn hat hier kaum Programm, ich steh nämlich nicht auf Krabbelgruppen und Co.

Er wird die meiste Zeit seiner Kindheit wohl im Garten, auf dem Spielplatz und im Wald verbringen!

LG

Beitrag von mutschekiebchen 28.02.11 - 22:15 Uhr

hi,

mein kleinstadt kind (5J)hat: montags: musikschule (1h) mittwochs kindersport(1h) donnerstags tanzschule(1h)

das andere kleinstadt kind (11J) dienstags:fußnall, Mittwochs:judo

Beitrag von gingerbun 28.02.11 - 23:50 Uhr

Hm gute Frage. Mag schon sein dass es in der Stadt mehr Angebote gibt. Unsere Tochter ist beispielsweise in der Großstadt geboren und hat dort ihr erstes Lebensjahr verbracht. Ich hab dennoch nicht jeden "Mist" mitgemacht. Förderung braucht ein gesundes Kind nämlich nicht. Aber vielleicht sind in der Großstadt viele so neurotisch dass sie meinen dass ihre Kinder jeden Kurs besucht haben sollten.. :-)

Beitrag von nadeschka 28.02.11 - 23:55 Uhr

"Wie seht ihr das??"

Ich finde, du hast Vorurteile gegen Großstädter.

Also ich lebe jedenfalls in einer Grossstadt und habe weder Pekip, noch Krabbelgruppe, Babymusik, Massage- oder Babyschwimmkurse belegt.

Aber um mal eine Lanze für die Kursbesucher zu brechen:
Vielleicht liegt es daran, dass man in der Großstadt nicht die Möglichkeit hat, die Kinder z.B. zum Spielen in den Garten zu schicken oder den Kindern die Möglichkeit zu geben, durch die freie Natur zu steunen. Man hat nicht so viele naturgegebenen Beschäftigunsmöglichkeiten. Sie können nicht draußen im Hof buddeln oder Bobbycar fahren, weil da eben kein Hof ist.

Daher sucht man sich dann halt solche Kurse, oft auch, damit die Kinder Kontakte knüpfen können oder man selbst.

Man muß sich halt den Gegebenheiten anpassen.

LG
#winke

Beitrag von wind_sonne_wellen 01.03.11 - 07:07 Uhr

Hallo,
wir wohnen in einem großen Dorf mit ca. 5000 Einwohnern, meine Kinder sind schon 22 und 17 Jahre alt.

Ich könnte mir vorstellen, dass Großstadtkinder seltener die Möglichkeit haben einfach im Garten zu spielen etc. und daher dauerbespaßt werden.

Wobei mal ganz ehrlich, wir sind mit unseren beiden als sie klein waren, auch gern in den Zoo gegangen, aber das war einmal höchstens zweimal im Jahr, weil uns das einfach zu teuer gewesen wäre! Der nächste Zoo ist in Hannover und bis dort sind es 100 km! Mal abgesehen von dem hohen Eintrittspreis verfährt man da ne ganze Menge Sprit.

Unsere Kinder hatten auch ihre festen Termin die Woche über aber eigentlich nie mehr als 2 oder 3, wobei unser Großer noch viel Ergotherapie, KG oder Hippotherapie usw. hatte.

Sie brauchen ja auch noch Zeit um einfach nur zu spielen! Wenn ich mal an die Weihnachtszeit denke, was manche da hier aufgezählt haben an Geschenken für die Kinder - wann spielen die damit, wenn sie so dauerbespaßt werden?

LG Petra

Beitrag von thea21 01.03.11 - 07:27 Uhr

Hallo,

du hast 1 Bekannte, viel. auch 2-3 mehr und die kommen die wie "alle" vor?

Ich wohn in Berlin...Sophia hat damals keine Krabbelgruppe von innen gesehen, Frühförderung ebenso wenig.

Wir gehen auf Spielplätze, in den Zoo und Eis essen.

Ab und an auf Indoorspielplätze oder ins Theater/Kino....

Ich bin in einem Kaff aufgewachsen und meine Eltern haben viel getan. Ich hatte Musikunterricht, ging zum Sport, 4 Mal die Woche und wir machten Ausflüge in Spaßbäder.

Und jetzt?

Weder mein Kind ist gelangweilt, noch war ich überfordert.

Und das, obwohl unsere "Verhältnisse" vertauscht waren.

Beitrag von elofant 01.03.11 - 07:37 Uhr

Ich selbst bin auf dem Dorf (vielleicht so 400 Einwohner) aufgewachsen. Fand es toll, auf den Feldern zu toben, im Garten die Katzen zu ärgern #hicks, sich richtig dreckig machen...


Wir sind vor 12 Jahren in eine Kleinstadt gezogen. Naja, Provinz ist hier immer noch. Aber dennoch ein gewaltiger Unterschied zum Dorf!
Als unser Sohn noch toben etc. konnte, sind wir jeden Tag auf den Spielplatz, im Sommer ins Freibad. Wald, Felder, Tiere kennt unser Sohn trotzdem. Auch wenn wir jetzt in einer Platte wohnen. #cool
Er hatte nie Programm. Außer verordnete Physiotherapie o. so.

Jetzt, wo er im Rolli sitzt, bin ich dennoch jeden Tag mit ihm draußen. Selbst bei -14Grad waren wird draußen, oder als es geschneit hat. Er hat sich gefreut, als ihm die Schneeflocken ins Gesicht tanzten.
Allerdings freut er sich auch wie Bolle, wenn er ne Straßenbahn sieht. Die kennt er aus unserer Nachbarstadt, wenn wir beim Ki-Arzt sind.





Alles in allem, denke ich, liegt es nicht WO man wohnt, sondern WAS man drauß macht. Auch ein Großstadtkind kann sich langweilen etc. Das liegt wohl mehr an den Müttern, was sie für ein Programm abspulen.

Beitrag von litalia 01.03.11 - 09:10 Uhr

in der großstadt hat man einfach mehr möglichkeiten.

hätte ich alles auf der nase würde ich wohl auch etwas mehr machen bzw hätte ich vielleicht mehr gemacht mit kind.

aber hier kann ich eben mal nicht von a nach b laufen sondern muss überall hinfahren. in unmittelbarer ist nichts.

und ständig rumzukutschen ist mir zu stressig ;-)

wir genießen das ruhigere leben, gehen einmal die woche zum kinderturnen und sonst kann man auch in der natur viel spaß haben :-)

Beitrag von kikaninchen 01.03.11 - 09:13 Uhr

Hallo!

Hm, ich denke, dass kommt eher auf die Mütter an.
Wir wohnen wirklich in einem Kuhdorf - im wahrsten Sinne des Wortes, ich seh die Kühe grad aus dem Fenster. :-)
Und wenn wir wollen, dann können wir auch volles Programm haben.
Auch hier gibt es Krabbelgruppen, Musikschule, Pekipkurse, Frühförderungsgedöns, Kindertanzen, Sportangebote und so weiter.

Das hängt wirklich von den Müttern/Eltern ab.
Wenn man es doch wohnortabhängig macht dann würde ich sagen, dass in der Stadt einfach die Möglichkeiten fehlen, wenn man mal aus der Bude raus kommen will.
In den Wald gehen, Pilze sammeln, Drachen steigen, Schlitten fahren, Picknick auf der Wiese machen - und zwar NICHT im überfüllten Stadtpark, sondern auf einer Blumenwiese wo stundenlang kein Mensch vorbei kommt - zum Bauernhof um die Ecke gehen und Tiere streicheln und angucken, die Kinder auch mal unbeaufsichtigt einfach auf der Straße spielen lassen, toben, rennen... Das ist in der Stadt eher schwierig.

Ich bin ein Landei. Ich würde nie tauschen.

Was das "fördern" betrifft. Ich denke, dass die Kinder überfördert werden ist ein Phänomen unserer Zeit und das lässt sich nicht unbedingt an Wohnorten festmachen.
Das Einzige, was ich festgestellt habe - und ich kenne wirklich beide Welten - ist, das es mir so vorkommt, dass die Eltern auf dem Land sich noch etwas mehr Zeit für ihre Kinder nehmen und ihnen einfach mal selbst die Welt zeigen und sich nicht nur auf Kitas und Kurse verlassen.

Generell habe ich aber das Gefühl, dass die heutige Elterngeneration - egal ob Land oder Stadt - kaum noch Selbstbewusstsein, Vertrauen in die eigenen erzieherischen Kompetenzen und elterlichen Instinkte hat.
Es wird bei jeder Kleinigkeit das Internet zu Rate gezogen, Meinungen wildfremder Leute eingeholt, auf Teufel komm raus verglichen, Ratgeber gewälzt und anscheinend wird geglaubt, dass man selbst nur für ein paar Monate Babykuscheln taugt und das Kind anschließend bei "qualifiziertem Personal" besser aufgehoben ist.
Und selbst die paar Monate Babykuscheln kriegen sie dann nicht ohne Ratgeberbücher gebacken. (Ich formuliere das bewusst so hart)
Komischerweise fragt kaum jemand einfach mal die eigenen Eltern, Großeltern oder - Gott bewahre - Schwiegereltern, wenn man wirklich mal eine Frage hat.
Aber wen wunderts?
Unsere Gesellschaft, die Medien etc suggerieren ja genau das.

Das hat aber wirklich nichts mehr mit "Land" oder "Stadt" zu tun. Das ist ein Gesellschaftsproblem.
Wobei diese Entwicklung auf dem Land vielleicht einfach etwas langsamer voranschreitet.

LG

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