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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von naja79 28.02.11 - 21:44 Uhr

Hallo meinen Lieben,

zur späten std. habe ich mal eine Frage wär hat ein Kind adoptiert?

Wie ist es mit den Behörden wegen ?


Wie lange wartet man auf ein Kind ?

Und wie ist es das Gefühl wenn man das Kind bekommt ...?



Fragen und nochmals Fragen ... wir wissen leider nicht ob die ivf bei uns klappt deswegen überlegen wir über eine Adoption nach ..

Schreibt doch eure Erfahrungen mir mal wie es ist ... die glücklichste Mama zu sein durch eine Adoption...


lg Naja79

Beitrag von fallu90 28.02.11 - 22:48 Uhr

also ich bin selbst adoptiert worden und ich finde es auch irgendwie gut den kindern zu helfen, ABER

ich habe die erfahrung selbst gemacht, dass das kein zuckerbissen ist.
adoptiert worden bin ich direkt nach der geburt, weil meine mutter keine kinder bekommen konnte und gerade dass bewegt meiner meinung nach frauen sich da etwas auszumalen, was niemals so sein wird.
das ist so als ziehe man die rosarote brille auf, verständlich bei der sehnsucht nach einem kind! das hat mir meine mutter nach einigen jahren des verdrängens selbst zugegeben und ich stehe auch in kontakt zu anderen familien bei denen es so war. allerdings sind viele probleme schon vorprogrammiert. alles in allem kann ich dir sagen das ich bei nur 1 familie von 11 die ich kenne, sehe dass alles gut lief für beide parteien. und ich bin der überzeugung, dass es zum großen teil daran liegt, dass diese eltern nie eine elternrolle eingenommen haben, sondern eher eine art erzieher waren ( die kinder nennen sie z,b nicht mama und papa sondern beim vornamen!)

also ich persönlich bin meinen eltern sehr dankbar, da meine überlebenschance ohne sie und dann womöglich im heim sehr schlecht gewesen wäre da ich ein frühchen bin. dennoch haben meine eltern das gefühl versagt zu haben in meiner erziehung und ich habe immer das gefühl gehabt ihnrn nicht das geben zu können was sie verdienen.

und nachdem ich meine leiblichen eltern und geschwister kennengelernt habe, ist uns allen erst richtig bewusst geworden welchen großen einfluss gene gegenüber der erziehung haben, auch dazu äußerte sich meine mutter vor ein paar jahren, dass das jugendamt ihr diese ganzen sachen nahegelegt habe, und sie dennoch dachte das wird schon - alles folgen des extremen kinderwunsches.

und zu den rechtlichen sachen kann ich dir nur sagen, dass auch das nicht leicht wird und damit meine ich nicht nur den aufwand, sondern auch die psychische situation, denn solange die adoption nicht durch ist wirst du regelrecht überwacht(so nannte es meine mutter), mein bruder (damals 7) kratzte sich nach dem besuch meines betreuers das gesicht auf, weil dieser mit ihm allein sprechen wollte und ihm sagte, dass es ja garnicht so sicher ist das "seine" schwester bei ihm bleibt.

naja so genug des guten, ich will dich damit nich schocken, sondern einfach versuchen die augen offen zu halten, da ich persönlich einfach finde, dass das jugendamt das einfach keinem wirklich nahelegt und es von betroffenen zu hören doch etwas anderes ist!

falls du andere fragen hast kannst du mir gerne eine pn schreiben.
lg
fallu90

Beitrag von clazwi 01.03.11 - 06:40 Uhr

Hallo Fallu,


danke für Deinen Beitrag!
Ich bin zwar selbst Adoptivmama ;-), habe aber auch sehr viel mit Adoptierten zu tun, da ich eine Gruppe leite, in der wir u.a. auch erwachsene Adoptierte auf der Wurzelsuche ein Stück weit unterstützen (im Rahmen unserer Kenntnisse und Möglichkeiten).

Leider wird die Perspektive von Adoptierten sehr gerne auch mal übersehen und ich finde es sehr gut, dass Du hier geantwortet hast.


Alles Gute und herzliche Grüße von
Claudia

Beitrag von fallu90 01.03.11 - 07:57 Uhr

danke das mein beitrag geschätzt wird,

da muss ich dir recht geben das die perspektive der adoptierten auch mal übersehen wird
und ich behaupte nich dass das böswillig geschieht oder so,
ich empfinde das als normal, immerhin hat jeder seine wünsche

ich habe nur oftmals das gefühl es passt einfach nicht in die normale vorstellung der meisten menschen, weil es teilweise eher schockierebd ist oder sogar abschreckend wirkz.
das ist auch für mich ein grund, wenn man in der realen welt (und das passiert oft) gefragt wird wie es für mich war und ist, das ich einfach antworte :"normal für mich, bin ja damit aufgewachsen"
denn im grunde ist es ja eine gute tat, und man möchte diese vorstellung der anderen nicht zerstören (das wollte ich auch lange zeit gegenüber meinen eltern nich) aber das führt natürlich dazu, das man nicht weiß wohin mit seinen gefühlen

sooo :-D
und das alles soll ja nicht heißen, dass alles daran negativ ist
lg
fallu90

Beitrag von cwallace 01.03.11 - 08:12 Uhr

Hallo Fallu!

Ich finde Deine Beiträge auch super interessant und danke Dir, dass Du uns daran teilhaben lässt!

Wir selbst überlegen, ob wir ein Kind adoptieren sollen, haben aber noch nicht komplett mit dem leiblichen Kinderwunsch abgeschlossen!

Ich habe eine Bekannte, die auch Adoptiert wurde, aber sie erzählt immer, dass sie nie damit Probleme hatte! Für sie ist ihre Adoptivmama ihre Mutter... ich hab aber schon damals vermutet, dass das eher ausergewöhnlich ist, wenn ein Adoptivkind so damit umgeht!

Vielleicht hast Du lust im Adoptionsclub beizutreten? Es ist sehr interessant, wenn man mal die "andere" Seite ließt!

http://www.urbia.de/club/Adoption

liebe Grüße
Wallace #herzlich

Beitrag von fallu90 01.03.11 - 08:21 Uhr

ich denke dann werde ich mich heute abend mal dazugesellen!
und jetzt erstmal arbeiten grrrr :-D

ich wünsche allen einen schönen tag!

Beitrag von clazwi 01.03.11 - 06:38 Uhr

Hallo Naja79,

wir haben adoptiert und unsere Tochter ist mittlerweile im Teenageralter.

Du kannst hier ja mal über einige Grundvoraussetzungen nachlesen, die für Adoptivbewerber so anfallen können:


http://bunterunde.de/index.php?option=com_content&view=article&id=50&Itemid=61


Unsere Adoptionsgeschichte kann man in meiner VK nachlesen.


Herzliche Grüße
Claudia

Beitrag von luna-star 01.03.11 - 09:30 Uhr

ich bin auch adoptiert, aber "nur" väterlicherseits (mit 5/6 Jahren). Das ist sicher nochmal komplett anders, als wenn man von beiden Elternteilen adoptiert wurde.

In meinem Fall muss ich sagen, es wurde zusammgefügt, was zusammengehört. Ich kenne meinen Erzeuger nicht (und habe auch kein Bedürfnis danach) und mein Papa hat seine erste Tochter durch den plötzlichen Kindstod verloren. Ich bin totales Papakind und kann mit Stolz sagen, "den hab ich mir selbst ausgesucht und besser hät ich es nciht treffen können!"

Grüße

Beitrag von darismama 01.03.11 - 13:43 Uhr

Hallo Naja,
wir haben nach leider 6 neg. ICXIs zuerst unseren Sohn mit 6 Monaten als Dauerpflegekind aufgenommen. Nach 3 Jahren durften wir ihn adoptieren. Es war unsere Sturzgeburt und wir lieben ihn über alles. Er kommt ganz einfachen Verhältnissen und die Mutter hat weiter getrunken und geraucht. Aber unser Sohn wächst damit auf, dass es eine Bauchmama gibt und mich als Mama. Das ist ok. Wir haben alle 3-4 Monate Besuchskontakte, wo wir immer mit dabei sind, weil wir nun seine Eltern sind. Vor 4 Jahren haben wir dann unsere Tochter mit 9 Monaten in Dauerpflege aufgenommen. Wir haben nun schon die Vormundschaft und sie ist unser totaler Sonnenschein. Die beiden passen sehr gut in unsere Familie und wir sind froh, diesen Weg gegangen zu sein. Unsere Kinder wachsen in der Offenheit und Ehrlichkeit auf, wir geben ihnen ganz viel Liebe und Halt mit auf dem Weg und fördern sie so, wie sie es gebrauchen.
Wir mussten uns ca. 1 Jahr beim JA bewerben, dann standen wir auf der Warteliste
Nun stehen wir wieder auf der Warteliste vom Jugendamt.
Angenommene Kinder kann man nicht mit leibl. Kindern vergleichen. Aber man liebt sie so sehr und will sie nie wieder hergeben. Aber sie gehen eben ihren eigenen Weg, ihren Fähigkeiten und der Intelligenz entsprechend.
Ich wünsche dir viel Glück. Viele liebe Grüße Meike
wenn du noch Fragen hast, melde dich....

Beitrag von danimitben 01.03.11 - 20:10 Uhr

Liebe Naja,

wir haben ein wunderbares Kind adoptiert und ich kann sagen:

Wir haben eine Icsi gemacht und sind beim ersten Versuch schwanger geworden. Unser erstes Wunder heißt Ben. Er war schwer krank und durfte nur 12 Monate bei uns bleiben.

Schon damals hatten wir uns auch mit dem Thema Adoption auseinandergesetzt. Wir wollten nichts unversucht lassen um unseren größten Wunsch "eine Familie" zu erfüllen.

Nach Ben´s Tod haben wir noch ein paar Versuche gemacht und dabei hatte ich noch eine Fehlgeburt. Wir sind das Adoptions-Bewerberverfahren durchlaufen, obwohl man uns sagte, dass wir uns keine Hoffnung machen sollten. Es gibt in Deutschland Bedarf an Pflegefamilien, aber es gibt kaum Kinder die zur Adoption freigegeben werden.

Am 31.05.2010 hatten wir unser Abschlussgespräch und am 31.07.2010 (2 Monate später!) durften wir Lara kennen lernen. Sie war 8 Wochen alt und ist unser zweites Wunder.

Sie ist jetzt 9 Monate und sie ist unser Kind. Sie wird auch damit aufwachsen, dass es noch eine Bauchmama gibt, aber wir sind Mama und Papa. Genau so wie sie damit aufwachsen wird, dass sie einen großen Bruder hat, der im Himmel auf sie und uns aufpasst.

Der Weg ist nicht leicht und es gibt keine Garantie, aber es lohnt sich.

Ich wünsche euch viel Erfolg, auf allen Wegen!

Alles Liebe
DANI mit BEN im Herzen und LARA im Arm
http://www.ben-sternenkind.de

Beitrag von dingens 01.03.11 - 23:03 Uhr

Liebe Dani,

ich hab schon so so oft deine VK angeschaut und kenne deine homepage nahezu auswendig! Ich bin mir ganz sicher, dass ihr die besten Eltern auf der Erde seid!!!


Du schreibst, "sie ist unser Kind"und ihr seid Mama und Papa.

Das ist sicher so- aus eurer Sicht. Aber Lara wird Fragen stellen und vermutlich auch suchen- Mädchen sind da extremer- vielleicht wird sie das irgendwann anders sehen als ihr, wer Mama ist und Papa etc....

ich hoffe es nicht....!Und wünsche euch nur das Beste!


Alles Gute,

dingens, die selbst adoptiert wurde

Beitrag von danimitben 02.03.11 - 20:06 Uhr

Liebe Dingens,
du hast recht dass Lara irgendwann Fragen stellen wird. Ich denke sogar dass es irgendwann im Kindergartenalter anfangen wird. Z.B. "War ich auch in deinem Bauch?"
Lara wird damit aufwachsen, dass sie nicht in meinem Bauch war. Wir haben ein Foto ihrer Bauchmama und ich kenne die Beweggründe ihrer Bauchmama. Wir haben uns das Mutter-Kind-Heim angeschaut, in dem Lara ihre ersten 5 Tage verbracht hat und ich habe die ersten 8 Wochen ihres Lebens (in dieser Zeit war sie noch nicht bei uns) in einem Fotobuch zusammengefasst. Ich kann ihr sehr viel erzählen und ich weiß dass sie in Liebe gezeugt und in Liebe uns anvertraut wurde. Ich denke dass wird Lara helfen.

Ich bin sicher, dass sie irgendwann ihre Bauchmama kennenlernen möchte. Sie hat auch noch eine ältere leibliche Schwester und ich fände es schön, wenn sie die auch kennenlernt. Sie ist kein Einzelkind, wird aber höchstwahrscheinlich so aufwachsen. Es wird nicht leicht, aber das wussten wir, als wir uns für eine Adoption beworben haben.

Ich werde sie bei all ihren Schritten und Wünschen unterstützen, denn ich finde es toll, wenn sie ihre gesamte Familie kennenlernen kann.

Ich sehe dieser Zeit mit Respekt entgegen, aber Angst habe ich davor nicht!

Ich weiß nicht ob wir das alles richtig so machen, aber ich vertraue auf mein Gefühl!

Liebe Grüße
DANI