allg. Frage zum Doktor-Titel

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Beitrag von elofant 01.03.11 - 07:27 Uhr

Guten Morgen!
Man hört es ja jeden Tag in den Medien, was mit Hr. zu Guttenberg los ist. Nun stellt sich mir die Frage, ob man damals, als er seinen Titel bekommen hat, vielleicht geschlampt hat?

Man muss doch sicher vor einer Kommision seine Arbeit verteidigen. Ähnlich wie beim Diplom. Da hätte es den Prüfern doch schon auffallen müssen, dass abgeschrieben o.ä. wurde.
Ich versteh das nicht. Wenn man wirklich abschreibt, dann hat man diesen Titel auch nicht verdient. Keine Frage. Aber dann müssen die Herrn Proffesoren doch mit geschlossenen Augen die Arbeit angeschaut haben.

Vielleicht hat hier jemand ne plausible Antwort für mich? Es soll aber bitte keine politische Diskussion werden.
Es war eine ALLGEMEINE Frage, wie es sich mit Dr.-Titeln verhält!

Gruß, Elo.

Beitrag von marion0689 01.03.11 - 08:05 Uhr

Hallo!!

Um den Doktortitel zu erhalten, muss man zunächst mal eine Doktorarbeit anfertigen. Dabei hat man einen Doktorvater an seiner Seite. ---> schon hier Frage ich mich, wieso ihm nichts aufgefallen ist im Falle Guttenberg.

Dann gibts den mündlciehn Teil, in dem die vom Promovierenden ausgestellten Thesen diskutiert werden und noch andere Themenbereiche abgefragt werden.
Anschließend muss die Dr.Arbeit öffentlich gemacht werden. Also entweder als Buch, HOhschulschrift oder auch im Internet.

---> und da finde ich es echt merkwürdig, dass es bei den ganzen Verfahren NIEMANDEM aufgefallen ist und die Professoren ihm den Dr.Titel verliehen haben.
Ich glaube, selbst Professoren drücken auch mal ein oder zwei Augen zu, wenn vor ihnen ein hoher Politiker steht. Ich finde trotzdem, dass das eigentlich GAR nicht geht.
Man sollte nicht nur Guttenberg prüfen, sondern auch die Universität Bayreuth mit seinen Professoren.

LG

Beitrag von elofant 01.03.11 - 08:29 Uhr

**Man sollte nicht nur Guttenberg prüfen, sondern auch die Universität Bayreuth mit seinen Professoren.**



DAS meine ich auch

Beitrag von ajl138 01.03.11 - 08:05 Uhr

Hallo,
genau das hab ich sofort zu meinem Freund gesagt:
"Welcher Blinde hat den damals die Arbeit bewertet,dass es ihm nicht aufgefallen ist?"

Mich würde das auch mal interessieren.....!

Meine zweite Frage war:
"Hätte er sein Amt in der Politik auch ohne diesen Titel bekommen?"

Beitrag von ajl138 01.03.11 - 08:06 Uhr

Ich schmeiße ein "n" nach #hicks

Beitrag von rmwib 01.03.11 - 08:16 Uhr

Das sind auch nur Menschen und denen rutscht vielleicht auch mal was durch. #gruebel

Beitrag von elofant 01.03.11 - 08:26 Uhr

Aber wenn es sich doch um soooviele Textteile dreht?? Kann man wirklich so viel durch rutschen lassen.

Beitrag von rmwib 01.03.11 - 22:04 Uhr

Weiß nicht, meinst Du, die googlen 500 Seiten nur um zu prüfen, ob jemand kopiert hat?

Man macht sich ja selber auch strafbar als "Kopierer", man versichert nämlich genau wie bei allen anderen wissenschaftlichen Arbeiten an Eides statt, dass man selbst der Urheber der verfassten Schrift ist und alle Zitate entsprechend gekennzeichnet wurden. Schon im Studium, nicht erst für die Dissertation.

Beitrag von gretchens.armee 01.03.11 - 08:23 Uhr

Hallo,
eine gute Frage wäre:
Guttenberg hat doch bestimmt an Eides Statt versichern müssen, dass er nicht plagiiert. Gehört es demnach zur Aufgabe der Prüfer, die Arbeit auch auf Plagiat hin zu untersuchen?
Oder geht es um die rein fachliche Bewertung.

Wie dem auch sei, für mich klingt das alles ein wenig nach dem Pygmalion-Effekt. Wurde Guttenberg doch als einer der besten Seminarteilnehmer bezeichnet, somit waren die Erwartungen vielleicht scl und er wurde schlicht und ergreifend "durchgewunken".

Beitrag von elofant 01.03.11 - 08:28 Uhr

Das komische ist nur, dass ausgerechnet jetzt, wo Wahlkampf ist, genau diese Dr.-Arbeit "nachgeprüft" wird.
Warum nur von Hr. zu Guttenberg? Da müssten doch sicher auch andere Arbeiten kontrolliert werden.




Komisch, komisch, komisch.


Und ob er als der Beste "durchgewunken" wurde.... da hab ich meine Zweifel. Da müssten ja an der Uni auf Köpfe rollen.

Beitrag von gretchens.armee 01.03.11 - 08:32 Uhr

Ich finde, die Uni bringt sich gerade auf eine Weise aus der Schusslinie, dass ich mich beim Zusehen wirklich fremdschäme...

Beitrag von pupsismum 01.03.11 - 09:03 Uhr

>>Das komische ist nur, dass ausgerechnet jetzt, wo Wahlkampf ist, genau diese Dr.-Arbeit "nachgeprüft" wird.<<

Ich denke, es sollte keine "politische Diskussion" werden? ;-)

Beitrag von elofant 01.03.11 - 10:21 Uhr

Tschuldigung


#hicks

Beitrag von gh1954 01.03.11 - 10:24 Uhr

>>>Da müssten doch sicher auch andere Arbeiten kontrolliert werden.<<<

Wieso "müssten"?

Kannst du ja machen.

Beitrag von sneakypie 01.03.11 - 19:58 Uhr

>>Das komische ist nur, dass ausgerechnet jetzt, wo Wahlkampf ist, genau diese Dr.-Arbeit "nachgeprüft" wird.<<

Was ist daran komisch? Ein Bremer Professor wurde neugierig auf eine mit "summa cum laude" ausgezeichnete Arbeit, die noch dazu von renommierten Fachkollegen in den Himmel gelobt wurde. Bei der Endnote ist es ja nicht ungewöhnlich, dass die Arbeit nochmal zur Hand genommen wird. Diese Bestnote ist nämlich schon ungewöhnlich. Die wird nur alle Jubeljahre mal vergeben.

Gruß
Sneak

Beitrag von happy_mama2009 01.03.11 - 08:30 Uhr

"Pygmalion-Effekt"

Danke, wieder was dazugelernt. #freu

Beitrag von gretchens.armee 01.03.11 - 08:36 Uhr

Gern. Ist auch ein superspannendes Thema. Find ich.

Beitrag von happy_mama2009 01.03.11 - 08:41 Uhr

Ja, das ist es tatsächlich. Psychologie im allgemeinen.

Aber ich glaube diesen Effekt findet man nicht nur im Lehrer-Schüler Verhältnis.
Ich hab mich selbst schon oft dabei erwischt wie ich von meinem Sohn etwas erwarte, weil ich aufgrund seiner Größe denke dass er das kann. #hicks

Beitrag von sanne_s 01.03.11 - 09:16 Uhr

Hi, nee, die Promotionsordnung in Bayreuth verlangt hier lediglich eine ehrenwörtliche Erklärung...

http://www.rw.uni-bayreuth.de/de/committees/downloads/Promotionsordnung_nichtamtliche_Gesamtfassung_des_Dekanats_Mai_07.pdf

Steht in § 8 Nr. 6, für die die es interessiert.

Gruß Sanne

Beitrag von anja676 01.03.11 - 08:29 Uhr

Hallo,

Doktorarbeiten sind sehr umfangreich und haben wahnsinnig viele Fußnoten. Ich wette, dass man in so ziemlich jeder Doktorarbeit "abgeschriebene" Stellen findet, die keine Fußnote haben. Ich denke, hier von Schlamperei der Prüfer zu reden, ist ein wenig hoch gegriffen. Um wirklich auszuschließen, dass nichts abgeschrieben wurde, was keine Fußnote hat, würden Prüfer Monate brauchen.

Gruß
Anja

Beitrag von marion0689 01.03.11 - 08:36 Uhr

Ja und ich finde, man sollte sich als Prüfer einer Doktorarbeit genau diese Zeit nehmen.
Der Promovierende sitzt ebenfalls mehrere Jahre ( i.d.R 3-5 Jahre ) an einer Doktorarbeit. Was sind da schon paar Monate dagegen??

Die allermeisten Promovierenden geben sich große Mühe, sitzen viele hundert Stunden über ihrer Arbeit und wenn dann solche " Abschreiber" mir nichts, dir nichts ebenfalls den Titel verliehen bekommen, finde ich das mehr als ungerecht.

Beitrag von happy_mama2009 01.03.11 - 08:45 Uhr

Toll,

und nur weil man evtl bei anderen auch fehlende Fußnoten findet , isses in Ordnung?

Hr. zu. Guttenberg , hat wie jeder andere Doktorand eine Eidesstattliche Versicherung unterschrieben , dass er nicht plagiiert, und hats dennoch gemacht.

"Die Versicherung an Eides statt oder eidesstattliche Versicherung (kurz „E.V.“ oder „EV“) ist im deutschen Recht eine besondere Beteuerung, mit der derjenige, der diese Versicherung abgibt, bekräftigt, dass eine bestimmte Erklärung der Wahrheit entspricht. Besondere Rechtsbedeutung erlangt die Versicherung an Eides statt dadurch, dass nach § 156 des Strafgesetzbuchs (StGB) die Abgabe einer unwahren eidesstattlichen Versicherung vor einer im konkreten Einzelfall zur Abnahme der Versicherung zuständigen Behörde eine Straftat darstellt. "

http://de.wikipedia.org/wiki/Versicherung_an_Eides_statt

Und nun soll also , ein Verteidigungsminister, einfach so mit einer Straftat davonkommen??

Beitrag von sanne_s 01.03.11 - 11:12 Uhr

Guck mal oben meinen Eintrag, war keine eidesstattliche Versicherung....nur eine ehrenwörtliche Erklärung...

http://www.rw.uni-bayreuth.de/de/committees/downlo..._07.pdf

( § 8 Nr. 6)

Damit hat er keine Straftat begangen, sondern "nur" sein Ehrenwort gebrochen.....

Beitrag von happy_mama2009 01.03.11 - 11:25 Uhr

Ok , das macht es evtl. zu keiner Straftat mehr, aber dennoch bin ich der Meinung dass man sowas keinesfalls durchgehen lassen sollte.

Beitrag von sanne_s 01.03.11 - 11:32 Uhr

Ja, stimme Dir voll zu, ich finde sein Verhalten auch absolut inakzeptabel und jetzt ist er ja auch endlich zurückgetreten...#huepf#huepf#huepf

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