Zu Guttenberg - FRAGE

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Beitrag von lilalaus2000 01.03.11 - 10:40 Uhr

Hallo

also ist es nicht die Schande der Uni, das nicht anständig geprüft zu haben?! Ich verstehe nicht wieso die Uni Bayreuth in den Medien so "verschont" bleibt.


Und noch eine Frage: Wieso hat man denn jetzt seine Doctorarbeit rausgekramt?

Ich kenne mich da nicht aus und bin absoluter Laie, aber das ist mir doch in dem Medien extrem aufgefallen

Beitrag von frau_e_aus_b 01.03.11 - 10:50 Uhr

Vorweg ich hab von Politik nur so viel Ahnung wie das was ich aus dem Medien erfahren und das was einem in der Schule beigebracht wurde

Ich denke, dass Herr zu Guttenberg seinen Ministerjob in den Augen der meisten/Opposition zu gut gemacht hat (+ Beliebtheit beim Volk) und es wurden Dinge gesucht um ihn ins Wanken zu bringen und am seinem Stuhl zu sägen.

Damit will ich nicht sagen, dass ich es ok finde was er gemacht hat, aber ich finde es doch ganz schön übertrieben, deswegen so einen Aufriss zu machen.

Ebenso sehe ich es wie du, dass man der Uni da auch mal Fragen stellen sollte, wieso das erst jetzt auffällt und nicht schon damals.

Aber das ganze hat ja jetzt ein Ende da zu Guttenberg zurücktreten will ( http://nachrichten.t-online.de/guttenberg-tritt-angeblich-noch-heute-zurueck/id_44685802/index) .... ich bin gespannt und würds ehrlich gesagt schade finden. Aber naja

LG
Steffi

Beitrag von lilalaus2000 01.03.11 - 10:58 Uhr

Danke,
sowas wie "in der Vergangenheit wühlen und nach Dreck an der weißen Veste suchen" habe ich mir schon gedacht.


Schade schade ist das......

Beitrag von betty_boop 01.03.11 - 11:08 Uhr

"Schade schade ist das...... "

Nein, Betrug ist das und egal wie beliebt er als Minister war- Betrug bleibt Betrug. Das zu bagatellisieren halte ich für sehr gefährlich.
Sein Rücktritt ist nur konsequent.

Betty

Beitrag von maigeist 01.03.11 - 11:13 Uhr

Vor allem: Woher kommt den seine Beliebtheit als Minister? Wer kann denn wirklich beurteilen, ob er seine Arbeit als Minister gut macht?

Guttenberg ist von BILD und den rechtskonservativen Kreisen hochgeschrieben worden. Von dort erfährt er auch immer noch Rückhalt - und in den gesellschaftlichen Schichten, die zur Welt der Wissenschaft eh keinerlei Bezug haben.

Der Sturz dieses Widerlings ist für mich ein kleiner Festtag.

Er könnte das noch steigern, indem er sich eine Kugel in den gegelten Kopf jagt.

Beitrag von purpur100 01.03.11 - 11:16 Uhr

"Er könnte das noch steigern, indem er sich eine Kugel in den gegelten Kopf jagt. "

sag mal, gehts noch?#augen

Beitrag von maigeist 01.03.11 - 11:17 Uhr

Früher wussten Adlige, was im Falle von Ehrverlust zu tun war.

O tempora, o mores.

Beitrag von jupp43 01.03.11 - 15:12 Uhr

Füher hatten Frauen in politischen Fragen weder Stimm- noch Rederecht...

O temora, o mores.....

Beitrag von mili21 01.03.11 - 15:24 Uhr

Das hab ich mir auch so vor meinem geistigen Auge vorgestellt, grins...
In seinem Arbeitszimmer, an seinem Mahagonischreibtisch sitzend und auf einmal knallt ein Schuß! Der Butler eilt herbei, das silberne Teetablett in seinen weiß behandschuhten Händen...er reißt bestürzt (oder klopft er erst?) die edel verzierte Doppeltür des Arbeitszimmers auf (was macht er derweil mit dem Tablett??????), stößt einen Schrei des Entsetzens aus und sinkt zu Boden. Oder sinkt die Dame des Hauses zu Boden, als sie dem Butler folgt und ihn wegen des verspäteten Tees mit Gurkensandwiches zur Rede stellen will? Was ist mit den chinesischen Porzellantassen aus der Ming-Dynastie oder ist es Meißner-Porzellan, Ikea???, sollte das Tablett zu Boden gefallen sein? Man wird es vermutlich nie erfahren, aber Stil hätte es!
Gehts mir gut?
Mili

Beitrag von jabberwock 01.03.11 - 20:31 Uhr

Keine Sorge, dir geht es blendend :-D

Beitrag von fred_kotelett 01.03.11 - 11:17 Uhr

"Guttenberg ist von BILD und den rechtskonservativen Kreisen hochgeschrieben worden. Von dort erfährt er auch immer noch Rückhalt - und in den gesellschaftlichen Schichten, die zur Welt der Wissenschaft eh keinerlei Bezug haben. "

Ack und außerdem hat er doch so ein schön markantes Kinn.

Beitrag von whitewitch 01.03.11 - 11:51 Uhr

Also deinen Nickname machst du keine Ehre. Mai ja, Geist nein!#augen

Beitrag von nele27 01.03.11 - 11:59 Uhr

***
Guttenberg ist von BILD und den rechtskonservativen Kreisen hochgeschrieben worden. Von dort erfährt er auch immer noch Rückhalt - und in den gesellschaftlichen Schichten, die zur Welt der Wissenschaft eh keinerlei Bezug haben.
***

Das ist richtig.
Und da er ganz gut reden kann und (vor allem in Verbindung mit seiner Frau ganz schick aussieht) findet ihn auch die breite nicht-konservative Masse wohl sympathisch...

Ich würde nicht so weit gehen, ihn Widerling zu nennen. Aber sein Rücktritt ist durchaus konsequent.

LG

Beitrag von lilalaus2000 01.03.11 - 22:32 Uhr

Das ist aber jetzt wirklich fehl am Platz!

Das zeugt wirklich von Dummheit, sorry, ist so. Dein Hass gegen ihn ist deine Sache, aber sowas gehört nicht hierher!

Beitrag von tritratrullalala 01.03.11 - 11:59 Uhr

Das hat nichts mit im Dreck wühlen zu tun: Ein anderer Jurist hat sich mit Guttenbergs Arbeit beschäftigt und wollte eine Rezension schreiben.

http://www.zeit.de/2011/09/Interview-Fischer-Lescano

Beitrag von lilalaus2000 01.03.11 - 22:38 Uhr

Aha, danke, das wußte ich nicht. Endlich mal jemand der meine Frage beantwortet hat.

Ich dachte echt an "im Dreck wühlen"

Beitrag von maigeist 01.03.11 - 10:59 Uhr

Du verstehst nicht, warum "deswegen so ein Aufriss gemacht wird"?

Wenn ein Mann mit einem hohen Amt und hoher Verantwortung in seiner Karriere gelogen und betrogen hat und jetzt noch nicht einmal die Größe hat, dazu zu stehen? Wenn jemand, von dessen Entscheidungen Menschenleben abhängen, sich als armes Opfer darstellt, weil er ja zwischen Arbeit und Familie bei der Doktorarbeit den Überblick verloren hat?

Guttenbergs Verhalten ist ein Schlag ins Gesicht aller, die in langen, entbehrungsvollen Jahren hart für einen wissenschaftlichen Titel gearbeitet haben. Übrigens meist ohne den finanziellen Hintergrund, den dieser Blender immer hatte.

Beitrag von vam-pir-ella 01.03.11 - 11:20 Uhr

#pro

Ich hoffe wirklich das er zurücktritt!

Und ich gestehe, dass ich ein klitzekleines bißchen schadenfroh bin...

Gruß,

v.

Beitrag von zeitblom 01.03.11 - 15:26 Uhr

"die in langen, entbehrungsvollen Jahren hart für einen wissenschaftlichen Titel gearbeitet haben"

jetzt sind mir tatsaechlich die Traenen gekommen....

Beitrag von fred_kotelett 01.03.11 - 11:10 Uhr

Es ist deiner Meinung nach also übertrieben, einen eitlen Fatzke der ohne mit der Wimper zu zucken an Eidesstatt gelogen hat zu kritisieren?



Beitrag von kruemlschen 01.03.11 - 11:36 Uhr

Ich find es richtig so, auch wenn ich zu Guttenberg zu Anfangs sehr sympathisch fand und ihm durchaus etwas zugetraut habe.

Diese ganze Geschichte erinnert mich sehr an meinen Exmann.

Wir hatten übrigens eine Härtefallscheidung wegen Betrug in Punkto Diplom ;-)

K.

Beitrag von tritratrullalala 01.03.11 - 11:42 Uhr

a) Der Mann hat erst betrogen - nein, das waren keine Fehler die er in seiner Doktorarbeit gemacht hat, sondern eine bewusste Täuschung.

b)Der Mann hat, als er erwischt wurde, kackfrech gelogen - nein, das waren keine Fehler die er in seiner Doktorarbeit gemacht hat, sondern eine bewusste Täuschung.

Vielleicht hat auch sein Ghostwriter geschlampt. Am Ende bleibt: Guttenberg hat gelogen, dass sich die Balken biegen.

Wir reden hier nicht von falsch parken oder Bonusmeilen verfliegen, sondern von bewusstem Betrug. Der Mann hat den Wisschenschaftsbetrieb beschädigt, das Ansehen der Politik und sein Amt. Und dass er seinen Job gut macht, findet nur die BILD. Überrascht es dich, dass das Verteidigungsministerium nur in Springerzeitungen Anzeigen für seine jüngste Kampagne geschaltet hat? Zufall? Wohl kaum.

Beitrag von frf 01.03.11 - 14:56 Uhr

<nein, das waren keine Fehler die er in seiner Doktorarbeit gemacht hat, sondern eine bewusste Täuschung>

Woher weißt Du das? Warst Du dabei oder bist Du selbst der "Ghostwriter????

Beitrag von ayshe 01.03.11 - 15:39 Uhr

Der Masse, die er an Fehlern fabriziert hat, kann es nur entweder bewußte täuschung oder aber völlige Blödheit sein,
beides ein Grund, diese Arbeit nicht gelten zu lassen.

Beitrag von tritratrullalala 01.03.11 - 22:41 Uhr

Ab einer bestimmten Menge an "Fehlern" sind das keine Fehler mehr. Entweder hat der Mann keine Ahnung davon, wie man eine wissenschaftlich Arbeit verfasst oder er hat bewusst getäuscht. Da er - nach jetzigem Kenntnisstand - ein reguläres Studium durchlaufen und mit einem "befriedigend" abgeschlossen hat, gehe ich von letzterem aus.

Wenn jemand stundenlang durch die Stadt fährt und bei 70% der Ampeln bei rot drüber fährt, wirst du ihm ein "Sorry, das kann in der Hektik mal passieren" wohl auch nicht mehr glauben.