rechtskräftige Vordruck für Patienteverfügung und Vollmacht gesucht

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von ladymcweiden 01.03.11 - 11:34 Uhr

Hallo,

ich suche Vordrucke für o.g. Formulare.
Kennt jemand einen Link? Beim googeln lande ich immer bei Rechtsanwälten.
Sind diese dinge kostenlos? Gibt es "amtliche" Formulare?

Danke,

lady

Beitrag von leiahenny 01.03.11 - 11:47 Uhr

Schau mal hier:
http://www.humanistische-union.de/themen/bioethik/patverfg/

Beitrag von kyra01.01 01.03.11 - 13:46 Uhr

es gibt eine verfügungsdaten bank googel das mal!
das kostet aber einmalig 10€ und dann ca 3€ im quartal!
lg

Beitrag von golm1512 01.03.11 - 14:03 Uhr

So ein Vordruck ist ganz sinnvoll, aber wichtig ist, dass ihr auch selbst formuliert.

Mit der Aussage, man wolle nicht künstlich am Leben erhalten werden, kann man im Krankenhaus nur schwer umgehen. Gehört Ernährung schon dazu? Oder nur Beatmung? Was ist mit Intensivbehandlung?
Man eine solche Verfügung auch immer mal wieder aktualisieren und die ganze Sache mit dem Hausarzt besprechen, damit der ggf. voll hinter euch steht und behandelnde Ärzte im KH entsprechend informiert.

Wichtiger finde ich, dass man für eine Person findet, mit der man alle dinge besprechen kann und das auch immer wieder tut und denjenigen als Patientenanwalt einsetzt, damit der ggf. im Sinne des Betroffenen entscheidet.

Es ist schwer eine pauschale Verfügung für den Rest seines Lebens festzusetzen. Meist sind die auch so schwammig und an der Realität vorbei, dass es schwer ist, den Willen des Patientin auszumachen.

Vielleicht hast du über all das schon nachgedacht. Mir ist nur wichtig, das nochmal zu sagen, weil allein ein ausgefüllter Vordruck keine Rechtsverbindlichkeit haben kann, weil der nicht individuell genug ist.

Wichtig ist reden, reden , reden und falls schon eine Erkrankung vorliegt, alle Beteiligten zu informieren, damit nicht plötzlich jemand auf die Idee kommt, den Notarzt zu rufen. Denn der MUSS loslegen und kann nicht erst Patientenverfügungen lesen und deuten.

Beitrag von oma.2009 01.03.11 - 20:14 Uhr

Hallo,

wir/ich (mein Mann und ich selber) haben jeweils eine Patientenverfügung gemacht (Gott sei Dank) mein Mann hat eine für mich bei einem Notar ausfertigen lassen und ich selber habe je eine Verfügung für unsere beiden Kinder (jeder für sich alleine) auch bei einem Notar erstellen lassen, das Ganze gleichzeitig mit einer Generalvollmacht, auch für jeden von uns. Es wurde alles notariell beglaubigt, ist jeweils über den Tod hinaus und gilt vor Allem auch für das Aufenthaltsbestimmungsrecht und , bei uns wichtig, falls meinem Mann oder mir etwas passiert, auch über den Tod hinaus für unser Haus. Ich würde so etwas generell nur über einen Notar machen lassen, jede von diesen Verfügungen kostete ca. 100 Euro. Die Verfügung für meinen Mann mußte ich im letzten Jahr schon mehrfach einsetzen, da mein Mann das letzte Jahr fast nur im Krankenhaus verbracht hat. Aber durch diese Verfügung habe ich auch unser Auto (wir fahren es krankheitsbedingt steuerfrei) auf den Namen meines Mannes anmelden können und im Krankenhaus habe ich mich für die Lebensrettung von meinem Mann entschieden und nicht, wie er es gewollt hätte gegen die Maschinen, die sein Leben bisher gerettet haben.
Ich kann es nur wirklich Jedem empfehlen.
Und wie schon gesagt wurde: es kommt wirklich auf den genauen Wortlaut an.

LG

Beitrag von arkti 02.03.11 - 00:57 Uhr

Hmmm sorry aber das widerspricht sich doch.
Ein Mensch macht eine Patientenverfügung bei klarem Verstand.
Nun schreibst du das du Lebensrettung entschieden hast auch wenn er es anders gewollt hätte #kratz

Beitrag von oma.2009 02.03.11 - 06:59 Uhr

Hallo

klar ist es ein Widerspruch zu dem, was mein Mann in der Verfügung wollte. Aber mein Mann lag mit einer schweren Lungenentzündung im künstl. Koma und nach div. Rücksprachen mit den Ärzten habe ich mich mit den Kindern für die lebenserhaltenden Maßnahmen entschieden. Und es war Richtig, mein Mann hat überlebt (Das war im Übrigen auch die Aussage der Ärzte) Es geht in der Verfügung darum, dass man bei einem Menschen, der KEINE Aussicht auf Heilung hat, die Maschinen abschalten darf. Darum ist der Wortlaut einer solchen Verfügung enorm wichtig

LG

Beitrag von golm1512 02.03.11 - 13:16 Uhr

Nee, in den Verfügungen geht es darum, wie entscheiden werden soll, wenn ich nicht mehr dazu in der Lage bin.
Zum Beispiel möchte ich ab einem bestimmten Alter nicht mehr reanimiert werden. Unabhängig von meinem körperlichen Zustand bis dahin. Ich möchte auf keinen Fall eine Magensonde, bzw. fallen mir nur sehr wenige Argumente dafür ein. Egal, in welchem Zusatand ich mich befinde.
Ich möchte entscheiden, wann für mich der Leidensdruck zu hoch ist. Das ist nicht abhängig von einer Erkrankung, die zum Tode führen kann.

Was sagt denn dein Mann zu all den Maßnahmen, die ihr da eingeleitet habt? Ist es für ihn okay oder doch nicht so?
Für mich ist reines ÜBERleben nicht die Option fürs Weitermachen.
Nicht falsch verstehen: Das alles gilt für mein Leben, so kommuniziere ich das mit meinem Mann, so werde ich das mit meinen Kinder besprechen, wenn sie im richtigen Alter sind.
Ich glaube, ich wäre jetzt nicht so freudig erregt, wenn ich nach einer Pneumonie mit Koma wieder zurückgeholt werde, wenn ich schon so massiv vorerkrankt bin. Da werde ich auch verfügen, mich in Ruhe zu lassen und ich werde das auch so meinen. Dabei wäre mir völlig egal, was irgendein Arzt meint.

Beitrag von oma.2009 02.03.11 - 17:47 Uhr

Hallo,

ich habe alles mit meinem Mann hinterher besprochen.....seine beiden Daumen gingen hoch, er war absolut FÜR meine Entscheidung/en.
Auch wenn entschieden wurde von ihm, keine lebensverlängernde Maßnahmen.....darum müssen es dennoch mehrer Ärzte entscheiden, ob sie Jemanden einfach so sterben lassen oder nicht. Und eine Reanimierung war bei meinem Mann nicht nötig, er hat ja selber noch die Einwilligung gegeben zum künstl. Koma, alles andere habe ich dann entschieden, nach ausgiebiger Rücksprache mit unseren Kindern und den Ärzten. Und ich würde, jedenfalls in unserem Fall, jedesmal wieder so machen.
Sollte allerdings nur noch eine Maschine über das Leben meines Mannes entscheiden, keine Hoffnung mehr auf Heilung bestehen, sein leben auf jahre hinaus nur von der Maschine abhängig sein, dann würde meine Entscheidung anders ausfallen. Aber nur auf Grund einer schweren Pneumonie.....nee, das wäre kein Grund für mich und für meinen Mann auch nicht, trotz seiner schweren Vorerkrankung.

Aber letztendlich muß es jeder für sich alleine entscheiden und die Angehörigen müssen anschl. mit dem Resultat (in deinem Fall: Tod) zurecht kommen..... Ich kann dir nur von mir sagen, ich habe sehr mit mir gekämpft als ich vom Arzt gefragt wurde, ob sie retten sollen oder eben nicht......

Ich für meinen Teil weiß, ich habe richtig entschieden! Und darüber bin ich sehr froh.

LG

Beitrag von golm1512 02.03.11 - 19:03 Uhr

Das Letzte, was ich hier beabsichtigt habe, ist, deine/eure Entscheidung zu kritisieren oder zu hinterfragen. Dafür ist ein Forum der falsche Ort und dafür weiß ich zu wenig über euch. Das steht mir auch einfach nicht zu.

Ich wollte nur nochmal sagen, dass das mit den Patientenverfügungen nicht so einfach ist. Man muss eben reden und versuchen, auf einem aktuellen Stand zu bleiben. Nur ein Vordruck, dass man auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet, ist einfach zu wenig. Das kann niemals rechtsverbindlich sein und darf es meiner Meinung nach auch nicht sein.

Das andere ist, dass man im KH oft "ausgeliefert" ist. Wenn dir fünf Ärzte zusetzen, was ihrer Meinung nach zu tun sei, dann knickt man in der Regel ein. Und es ist schwierig, wirklich für den anderen zu entscheiden, weil man natürlich nicht will, dass derjenige stirbt. Man muss sich selbst fast abschalten und überlegen, was der andere wohl will.

Außerdem finde ich, dass man schon auch überlegen darf, ob man jemanden mit z.B Antibiotika behandelt, wenn die Vorerkrankung so schwer ist und eine Pneumonie vielleicht auch eine Möglichkeit sein kann, den Weg abzukürzen. Schwere Vorerkrankungen sind nicht nur Krebserkrankungen.
Deshalb finde ich ausschließlich schriftliche Verfügungen unzureichend. Man muss oft von Situation zu Situation entscheiden.

Gruß
Susanne