schwanger und gekündigt

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von eckilein 01.03.11 - 12:07 Uhr

Hallo,

ich bin in meiner Probezeit gekündigt worden (ohne Vorwarnung) und habe gleich im Anschluss dem Arbeitgeber mitgeteilt, dass ich schwanger bin (9. Woche)... dann war ich erst mal 2 Wochen krank und war total verzweifelt... Die Kündigung wurde dann eigentlich zurückgenommen. Gestern war dann nach der Krankheit mein erster Arbeitstag. Da hat mich der Personaler psychisch aber so fertig gemacht, so von wegen: rechtlich können sie mich nicht rausschmeißen, aber wenn ich Fehler mach, hagelt es Abmahnungen und wie ich mir das hier weiter vorstelle und überhaupt sei es eine Frechheit, während der Probezeit schwanger zu werden.

Ich muss dazu sagen, ansich gabs hier keine Probleme, ich hab halt ein paar Leichtsinnsfehler gemacht (Schreibfehler etc.), war auch nicht glücklich darüber und auch allgemein hier im Büro nicht so ganz zufrieden, aber ansich hat schon alles gepasst. Aber mein eigentlicher Chef ist anscheinend einfach nicht mit mir klar gekommen... mir ist sowas in meiner ganzen Arbeitszeit auch noch nie passiert....

wenn ich jetzt einfach sage, die sollen die Kündigung aufrecht erhalten, damit ich wenigstens Arbeitslosengeld bekomme und meine Ruhe habe, geht das? Ich kann mich doch nicht 6 Monate lang krank schreiben lassen, macht das eigentlich ein Arzt? Oder kann man eine Einigung treffen, eine Auflösungsvereinbarung, bei der ich nicht 3 Monate gesperrt bin beim Amt? Das Arbeitslosengeld oder Krankengeld zählt ja eh nicht aufs Elterngeld, von daher ist das egal, ich will einfach nur noch raus hier....

Was soll ich tun?

LG
Eckilein

Beitrag von kati543 01.03.11 - 12:11 Uhr

Rede mit deinem FA, dass du gemobbt wirst wegen deiner SS. Vielleicht kann er dir ein BV geben. Dann bekommst du weiter volles Gehalt.
ALG1 und Krankengeld vermindern dein Elterngeld. Da du noch ganz am Anfang der SS bist, wird das auch ganz extrem stark gemindert. Also bemerkbar macht es sich schon.

Beitrag von miriamama 01.03.11 - 12:13 Uhr

HI!!!


Eigentlich ist es momentan fast egal was du tust, man wird dich nur ganz schwer kündigen können. Es müssen schon echt bombastisch gravierende Gründe vorliegen.

Ich an deiner Stelle würde mir solche "Mobbing"-Versuche aufschreiben, mit allem was dazu gehört. Sprich evtl, Zeugen, Uhrzeit, was gesagt wurde usw. Wenn es dir nämlich wirklich zu bunt wird und es richtig ins eingemachte Mobbing geht, kannst du das gegen deinen Arbeitgeber verwenden und dich zb. befreien lassen. Das geht natürlich nicht so einfach, aber es ist möglich und du als Schwangere stehst momentan am längeren Hebel.

LG! Miriam

Beitrag von nobility 01.03.11 - 12:18 Uhr

Wieso sich dein Vorgesetzter/Personalleiter mit dir einem solchen Stress aussetzt, ist mir nicht erklärlich.

Du hast einen Probevertrag? Er läßt den einfach auslaufen und fertisch !

Beitrag von kathi.net 01.03.11 - 12:20 Uhr

Nö, wenn das nicht explizit so ausgewiesen ist, stimmt das nicht #aha

Beitrag von thea21 01.03.11 - 12:36 Uhr

Wo steht denn etwas von Probevertrag?

Sie ist in der Probezeit, das hat mit Probevertrag garnix zu tun.

Beitrag von oekomami 01.03.11 - 12:56 Uhr

Hallo,

leider sind die meisten Verträge heute erstmal in der Probezeit befristet. Gerade bei Frauen.

Da steht dann bei der Probezeit so ein Satz wie nach ABlauf der PRobezeit geht der Vertrag in ein unbefristetes Verhältnis über.

Das heißt die Probezeit ist erstmal ein befristetes Arbeitsverhältnis.

Das sind ganz kleine Wörter

Beitrag von susannea 01.03.11 - 13:17 Uhr

Nee, das sind eben nicht die meisten verträge. Sie muss eben klar unterschieden, ob einer auf die Probezeit befristeter vertrag (ist mir nur selten untergekommen) oder ein normaler mit Probezeit!

Beitrag von oekomami 01.03.11 - 13:26 Uhr

ICh kenne niemanden mehr der schon in der Probezeit einen unbefristeten Vertrag hat.

Aber es ist echt schwer hier was zu sagen, weil keiner den Vertrag kennt und die Fehler die sie gemacht hat

Beitrag von susannea 01.03.11 - 13:44 Uhr

Wie gesagt, ich beschäftige mich öfter mit Verträgen und habe noch keinen erlebt, der auf die Probezeit begrenzt ist.

Aber hier hilft eh nur eine Antwort der Threaderstellerin!

Die Fehler die sie gemacht hat, finde ich dafür erstmal nciht relevant!

Beitrag von parzifal 01.03.11 - 17:17 Uhr

"Da steht dann bei der Probezeit so ein Satz wie nach ABlauf der PRobezeit geht der Vertrag in ein unbefristetes Verhältnis über.

Das heißt die Probezeit ist erstmal ein befristetes Arbeitsverhältnis."

Gerade bei Deinem Beispiel geht das Arbeitsverhältnis ja automatisch in ein unbefristetes über!

Beweis: Wie will denn der AG dies verhindern, wenn er nicht kündigen kann.



Beitrag von maikaefer80 01.03.11 - 12:22 Uhr

Hallo,

sprich mal mit deiner FA wegen einem Beschäftigungsverbot.
Psychische Gründe können auch dafür sprechen, dass dir deine Ärztin eins ausspricht.

Finanziell kommst du so am besten. Du bekomst ja 100 % deines Lohnes weiter. Bis zum regulären Mutterschutz und dann halt normal Mutterschaftsgeld.

Wenn du jetzt aus der Firma ausscheidest, hast du nur das ALG und dann später auch nur Mutterschaftsgeld in der Höhe. Und das wirkt sich dann wieder erheblich aufs Elterngeld aus.

Für deinen derzeitigen AG ist das Beschäftigungsverbot finanziell eh die besserer Variante. Er bekommt das dir weiter gezahlte Gehalt inkl. Beiträge nämlich komplett aus der Umlage 2 von der Krankenkasse wieder.
Macht als keinerlei miese. Beim Krankenschein wärs dann schlimmer.

LG
Maikaefer80

Beitrag von eckilein 01.03.11 - 12:26 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten....

einige sagen, ich kann nicht gekündigt werden... ja klar, aber ICH HALTE DAS HIER NICHT AUS!!!

und ich bekomm doch nicht einfach so ein Beschäftigungsverbot oder?

wenn ich doch der Kündigung zustimme, dürfen die es dann nicht trotzdem? oder schaut da irgendwer drauf und mein AG bekommt Ärger?

hab am Do. einen Termin beim FA, dann frag ich den einfach und dann muss ich weiter schauen.

LG Eckilein

Beitrag von kathi.net 01.03.11 - 12:37 Uhr

Eine Kündigung ist eine "Einseitige Willenserklärung". Da gibts nichts zuzustimmen, höchstens widersprechen bzw. dagegen klagen.

"wenn ich doch der Kündigung zustimme, dürfen die es dann nicht trotzdem? oder schaut da irgendwer drauf und mein AG bekommt Ärger? "

Dem AG kann es doch nur recht sein, wenn du zustimmst - nennt sich dann aber wohl eher Aufhebung des Vertrags. Und dafür gibts sehr wohl Sperren beim ALG.

Also erstmal mit dem FA sprechen und dann weiter sehen.

Beitrag von maikaefer80 01.03.11 - 12:43 Uhr

Einfach so ist das Beschäftigungsverot ja auch nicht.

Aufgrund der psychischen Belastung sind ja deine Gesundheit und die des Babys gefährdet. Und das begründet nach dem Mutterschaftsgesetz ein Beschäftigungsverbot.

Drück n bissl auf die Tränendrüse wenn du zum Arzt gehst. Sie wird das schon verstehen. Und schließlich ist sie dann auch auf der sicherern Seite.
Wenn nämlich durch den psychischen Druck irgendwas mit dem Baby wäre, würde man ihr ja die Vorwürfe machen.

Also sprichs ruhig an.

Beitrag von oekomami 01.03.11 - 12:44 Uhr

Hallo,

was steht in deinem Vertrag zur Probezeit?

Das ist jetzt ganz wichtig.

Ist dein Vertrag schon vor Ablauf der Probezeit unbefristet oder steht da so was wie nach der Beendigung der Probezeit wird das Arbeitsverhältnis unbefristet.

Das würde dann heißten es wäre erstmal ein befristeter Vertrag und wird erst danach zu einem unbefristeten Vertrag.

LG

Beitrag von eckilein 02.03.11 - 13:16 Uhr

nein mein Vertrag ist unbefristet. es ist schon klar, dass sie mich nich kündigen können.

Eckilein

Beitrag von ballroomy 01.03.11 - 12:48 Uhr

doch, ein BV müsstest Du bei der Begründung ohne Probleme bekommen.
Lass Dich sofort krankschreiben und kümmer Dich drum. Stress ist der Schwangerschaft ist nicht gut!


Beitrag von miriamama 01.03.11 - 12:49 Uhr

So sehe ich das auch!

Beitrag von oekomami 01.03.11 - 12:54 Uhr

Hallo,

seit April 2010 ist es leider nicht mehr so einfach.

Die BV werden wohl besser kontrolliert.

Und der AG kann dich auch zum Amtsarzt schicken um das BV zu überprüfen.

Und sie ist natürlich kündbar, es ist nicht einfach, aber die zuständige Behörde gibt leider immer öfter eine Kündigung statt.

Jetzt kommt es auf die fehler an. Was ist ein einfacher Schreibfehler?
Wie oft kommt das vor? Wieviele Fehler werden gemacht? Werden jeden Tag mehrere Fehler gemacht? Oder ist es erst zwei oder drei mal vorgekommen?

Beitrag von maikaefer80 01.03.11 - 12:57 Uhr

Ich schätze aber mal, dass der AG in ihrem Fall gar kein Interesse daran hat, das BV zu widerlegen.

Er ist sie doch"los" und hat keine finanziellen Einbußen dabei.
Wär er doch schon blöd, wenn er dagegen vorgeht.

Beitrag von oekomami 01.03.11 - 12:58 Uhr

Aber vielleicht möchte er sie ganz los werden.

Und das wäre mit einem falschen BV ganz einfach.

Und für den FA kann das heftige Folgen haben.

Beitrag von maikaefer80 01.03.11 - 13:01 Uhr

Also ganz los werden kann er sie nach der Elternzeit immernoch.

Und psychische Erkrankungen lassen sich ganz schwer widerlegen.
Sie darf natürlich nicht freudestrahlend zum Arzt gehen.

Beitrag von oekomami 01.03.11 - 13:15 Uhr

Aber auch erst 4 Monate nach der Elternzeit. Also wenn sie 3 Jahre Elternzeit macht, erst in fast 4 Jahren.

Mobbing ist zwar schwer anzuweisen.

Aber sie hat noch nicht geschrieben wie oft sie Fehler macht und was bei der PRobezeit steht.

WEnn sie z. B. bei einem Anwalt ist und die Post statt an AG Minden, Westfalen nach Minden, Sauer schickt wäre das ein großer Fehler. bei einem Handwerksbetrieb wäre es zwar nicht schön wenn zu einem falschen Kunden schickt, aber nicht so schlimm. Täglich mehrmals dürfen keine Fehler passieren

Beitrag von susannea 01.03.11 - 13:48 Uhr

Da bist du falsch informiert, es gibt keinen Schutz mit 4 Monaten nach der Elternzeit. Er kann ihr am ersten Tag nach der Elternzeit (und wie lange liegt ja an ihr und es ist ja in ihrem Interesse da vorher selber zu kündigen, wenn sie was neues hat), die Kündigung überreichen und zwar zum nächstmöglichen Termin laut BGB.