"Wenn ich tot bin"

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von wir3inrom 01.03.11 - 13:31 Uhr

Hallo zusammen,

mir geht was im Herz um, das vorgestern passiert ist und das mich nicht loslässt.

Noah wird am 23. März 4 Jahre alt und hat seit 5,5 Monaten eine kleine Schwester namens Merle.
Am Sonntag haben wir alle zusammen mit meinem Mann auf dem Familienbett gelegen und gekuschelt und gespielt.

Plötzlich legt sich Noah hin, auf den Rücken, die Arme an den Körper gelegt und sagt: "Ich bin tot."

Mein Mann daraufhin: "Da wären wir aber sehr traurig, wenn du tot wärst, sie lieber nicht tot."

Noah: "Ihr habt ja dann immer noch Merle."


Ich wusste in dem Moment überhaupt nicht was ich sagen sollte, mein Mann hat dann noch ein paar Mal gesagt, dass wir aber trotzdem sehr traurig wären, weil wir ja beide Kinder bei uns haben wollen.
Dazu ist zu sagen, dass es nicht den Eindruck machte, als wäre das so eine Aufmerksamkeits-Beleidigt-Geschichte, nach dem Motto "egal, wenn ich tot bin, dann könnt ihr euch nur noch um Merle kümmern". Denn Noah liebt Merle abgöttisch, hat bislang nicht einmal irgendetwas Negatives über sie gesagt. Wir hatten eher den Eindruck, als wolle er uns trösten, dass wir ja nicht alleine zurück blieben, weil ja die kleine Schwester noch bei uns sei.

Wir haben bislang mit Noah noch nicht viel über den Tod gesprochen, ich weiß im Moment auch gar nicht, wo er das herhaben könnte (maximal aus dem Religionsunterricht im Kindergarten - da werde ich morgen mal die Kindergärtnerin fragen).

Haben eure Kinder in dem Alter über den Tod und über das selbst tod sein gesprochen? Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen?

Ich wäre für hilfreiche Antworten sehr dankbar!

Liebe Grüße
Simone mit Noah und Merle

Beitrag von woelkchen1 01.03.11 - 13:36 Uhr

Nun, er hat ja keine Fragen gestellt, warum solltet ihr dadrüber reden, ohne Anlaß?

In dem Alter hören sie natürlich solche Sachen, aber ich würde das nicht überbewerten! Wenn Fragen gestellt werden oder das für ihn zu einem großen Thema wird- dann die Wahrheit sagen. Wenn er das nur mal so sagt, würd ich mir dadrüber keinen Kopf machen!

Beitrag von nana141080 01.03.11 - 13:36 Uhr

Hallo,

meine 2 haben das auch Phasenweise.
Mein 3,4 Jähriger hatte jetzt ein paar Tage wo er immer gesagt hat:" ich bin toooot" und lachte dann.
Ich hab mal zu ihm gesagt das ich nicht mehr aufhören werde zu weinen wenn er oder Louis sterben würden. Er begreift das nat. noch nicht.
Mein Großer hingegen hatte im Winter öfter Angst das er ALT wird oder später hier ausziehen muß #zitter
Ich sagte ihm das er immer hier bleiben darf und er ein fitter junger Mann sein wird der seine Mama mit dem Motorrad abholen kann ;-)
Da war er beruhigt das man sowas darf wenn man Erwachsen ist.

Ich finde es also völlig unbedenklich.

VG Nana

Beitrag von marathoni 01.03.11 - 13:37 Uhr

Mach dir darüber keinen Kopf. Meiner ( 3 geworden ) redet auch öfters vom Tod. Er malt sogar Bilder mit lauter Kreuzen darauf und sagt das sei ein Friedhof. Komm Mama, lass uns Friedhof spielen, ist dann das Nächste.
Meiner hat auch neulich gemeint, wäre ich ( Mama ) tot, dann müsse er sich eine neue Mama bei Edeka oder Lidl kaufen. Aber da wäre er sehr traurig. Das wolle er lieber nicht. Deshalb darf ich nie tot sein.
Ich finde es ganz normal, dass die Kinder sich über dieses Thema austauschen wollen. Deiner ist immerhin auch schon 1 Jahr älter.
Ich würde einfach auf die Fragen antworten, mehr nicht.

Beitrag von judith81 01.03.11 - 13:40 Uhr

Hallo,
Johanna fragte neulicih ob ich noch eine Oma habe und erklärte ihr, dass ich eine Oma habe (ihre Uroma Rita) und dass ich nöoch eine hatte, aber die ist nun schon gestorben ........seitd em sagt sie ständig "meine Omas sind noch nicht gestorben".
Neulich gingen wir spaziren im Ort, kamen am Friedhof vorbei, da fragte sie dann nach was das ist, also erklärten wir es ihr.
Ich würde auch mal im Kindergarten nachfragen, ob sie twas mit Tot als Thema hatten ........woher sollte er es sonst her haben?
LG
Judith mit Johanna u. Jonathan

Beitrag von blonde.engel 01.03.11 - 13:41 Uhr

Hallo...

Die Patentante meines Kleinen (wird im März 4 Jahre) ist vor ein paar Wochen gestorben und steitdem spricht er acuh immer wieder über (seinen) Tod :-(

Am Anfang habe ich mich auch "erschrocken" und hatte ein ganz schlechtes Gefühl bei diesen Gesprächen... mittlerweile geht es aber!

Er fragt ständig, was denn mit ihm passiert, wenn er tot ist? Oder ob er, wenn er tot ist, die Augen offen oder geschlossen hat? Warum man nix mehr sehen kann, wenn man tot ist? Und wenn es kratz, kann man man sich dann jucken? Und wenn ich tot bin, was machst du mit meinen Spielsachen?

Und auch: Du mußt nicht traurig sein - du hast ja dann noch den Robin (großer Bruder)... :-(

Ich versuche immer, so ehrlich wie möglich zu antworten (natürlich altersgerecht), aber ich denke trotzdem daß er "den Tod" noch gar nicht begreifen kann! Denn dann kommen auch immer mal wieder so Sätze wie: Und wenn ich keine Lust mehr habe, tot zu sein, dann stehe ich eben wieder auf!!!

So ist das also bei uns...

LG
Jenny

Beitrag von mausimaus1281 01.03.11 - 13:47 Uhr

Hallo Simone,

meine Tochter Jonna wird am 29.März 4 Jahre alt und redet auch manchmal vom Tod und davon ein Engel zu sein.

Bei uns hat das aber den Hintergrund, dass meine Mama vor über 20 Jahren starb, mein Papa kein Interesse an seinen Kindern und Enkeln hat und meine Kinder somit nur mit einem Großelternpaar aufwachsen.

Im letzten Jahr tauchte dann bei Jonna die Frage auf, ob ich auch eine Mama und einen Papa hätte. Ich habe ihr dann erklärt, dass meine Mama nicht mehr lebt und dass sie im Himmel ist. Jonna sagte dann:"Dann ist sie ja ein Engel." Ich habe mich da bestimmt 30 Minuten mit meiner Tochter über dieses Thema unterhalten, sie war sehr interessiert und hat viel gefragt. Ich habe mich bemüht ihr das alles möglichst kindgerecht zu erklären.

Oft hat sie seitdem wieder von ihrer Oma Heidrun gesprochen, die als Engel im Himmel ist und von dort oben auf uns aufpasst und uns ganz doll lieb hat.

Natürlich sagt sie jetzt auch manchmal, dass sie auch ein Engel sein möchte und in den Himmel möchte. Das ist für uns natürlich sehr schwer. Aber ich denke nicht, dass ein Kind in dem Alter wirklich begreift, was es heißt tot zu sein und das der Tod wirklich etwas endgültiges ist.

Wahrscheinlich ist Noah tatsächlich im Kindergarten mit dem Thema Tod konfrontiert worden und spricht daher jetzt davon. Sprecht ganz offen mit ihm darüber (so wie ihr es ja auch schon getan habt), der Tod gehört zum Leben dazu, so hart es auch klingt. Aber Kinder gehen in dem Alter m.M.n noch ziemlich unbefangen mit diesem Thema um. Und man kann vieles sehr kindgerecht erklären, vorallem wenn man selber glaubt, dass es so oder so sein könnte.

Herzliche Grüße,
Stephie mit Jonna und Kaja

Beitrag von jenx 01.03.11 - 13:51 Uhr

Vielleicht ist es auch das Alter... Mein Großer hat mit knapp viereinhalb Jahren folgendes Gespräch mit mir geführt:

Er: Mama, musst du auch irgendwann sterben?
Ich: Ja, jeder muss irgendwann sterben. Aber ich möchte noch ganz lange bei euch bleiben!
Er: Und wer passt auf uns auf, wenn du tot bist?
Ich: Papa!
Er: Und wenn Papa auch stirbt? Dann bin ich ja ganz alleine!
Ich: Nein, dann hast du ja auch noch Jule und Henri. Und dann würden Oma und Opa euch zu sich nehmen. Aber Papa und ich haben nicht vor, so bald zu sterben.
Er: Tja, vielleicht sterbe ich ja auch bald...
Ich: Das will ich nicht hoffen, ich wäre furchtbar traurig, wenn du tot wärst!
Er: Das musst du nicht, Mama. Ich werde dann ein Engel und bin immer bei dir. Ich gucke immer auf dich runter, vom Himmel. Dann bist du nie alleine! Und irgendwann, da sind wir dann wieder zusammen, das verspreche ich dir!

Ich war völlig perplex. Ich denke aber, das hat er aus dem Kindergarten. Ich freue mich sehr, dass für ihn das Thema Tod erstmal nichts beängstigendes hat, aber ich musste mir übel das Heulen verkneifen... Trotzdem, in dem Alter setzen sie sich mit sowas auseinander. Selbst meine Mittlere fängt mit ihren drei Jahren an, darüber nachzudenken, was passiert wenn ich sterbe. Sie weint dann und sagt, dass sie immer bei mir bleiben will, dass sie nicht alleine sein kann und mich doch braucht. Für mich immer ein schweres Thema... Aber völlig normal!

Liebe Grüße
Jenny

Beitrag von engelchen28 01.03.11 - 13:57 Uhr

hallo simone!
dein großer geht in den kindergarten und na klar lassen kinder im spiel mal so sprüche wie "ich schieß dich tot" oder was weiß ich...! ich sehe schon einen anlass, mit ihm über den tod zu sprechen, er hat das thema aufgegriffen. für deinen sohn ist der tod ein normales thema wie "füße waschen". erst durch verklemmte haltung der eltern erkennen die kurzen "achtung, taubu-thema".
meine große (5,5 j.) hat auch immer mal phasenweise vom tod geredet. irgendwann sagte sie mal zu einem älteren mann: "du bist aber schon ganz schön alt, bestimmt musst du bald sterben". der mann hat's mit humor genommen. wir haben das thema immer mal wieder behandelt, auch wenn es für mich eher ein unangenehmes thema ist, so ist es das für meine große nicht, sie geht ganz natürlich damit um.
lg
julia

Beitrag von schullek 01.03.11 - 13:59 Uhr

hallo,

nicht nur ein bissl hat sich meiner damit beschäftigt, sondern leider sehr ausgiebig. bei uns ist es immer wieder mal thema und ich bin da auch wenig begeistert. aber ich antworte immer kindgerecht und versuche dem wenig bedeutung beizumessen.

lg

Beitrag von inajk 01.03.11 - 14:15 Uhr

Moment...
Das Problem ist in EUREN Koepfen, nicht in seinem. Fuer ein Kleinkind ist Tod erstmal ein neues Wort, dann ein neues Konzept, das man lernt, mit dem man sprachlich und spielerisch rumprobiert. Voellig normal und gesund. Darauf soll man eingehen im Gespraech wie auf jedes andere Thema das ein wissbegieriges Kind aufbringt. Erklaeren wie das ist, warum ihr so traurig waert, warum ihr TROTZDEM noch traurig waert, obwohl ihr Merle habt, dass er ja auch total traurig waere wenn papa tot waere, obwohl mama dann noch am leben waere.... halt alles besprechen was er will. Das ist weder schlimm noch besorgniserregend, sondern einfach nur normal und gesund. Und gilt ohne Ausnahme fuer alle Themen. Manche sind leichter, andere schwieriger, aber wenn ein Kind damit kommt, bespricht man es.

Mit meiner Grossen von 4 haben wir auch schon einige Male vom Tod gesprochen, auch von Selbstmord, Krieg oder sowas (natuerlich nur auf ihre Initiative). Und von Tampons (in der Drogerie, wo sonst? :-)), vom Kinderkriegen, von geistiger Behinderung (ihre Cousine ist schwerstmehrfachbehindert)....

LG
Ina

Beitrag von kruemlschen 01.03.11 - 14:25 Uhr

Hallo,

Tod bedeutet für Kinder nicht das Gleiche wie für Erwachsene.

Für Kinder ist der Tod erstmal nichts schlimmes, sondern eben ein Zustand. Das ist eben so.
Die damit verbundenen Emotionen müssen sie erst lernen bzw. werden diese ihnen von ihrem Umfeld vermittelt.

Mein Sohn wird in 2 Monaten 3 und bei uns ist der Tod ein sehr aktuelles Thema, denn mein Vater starb im Juni.

Wir gehen damit sehr offen um, mein Sohn weiß dass der Opa gestorben ist und darum nicht mehr da, er hat mitbekommen dass Opa sehr krank war, war auch an seinem Todestag nocheinmal bei ihm im Krankenhaus und wenn wir an diesem Krankenhaus vorbei fahren sagt er heute noch "da war der Opa krank und dann ist er gestorben".

Durch unsere Familie bekommt er natürlich auch den damit verbundenen Schmerz mit und er selbst vermisst den Opa natürlich auch (die beiden hatten ein sehr enges Verhältnis) und so kann es auch schon mal sein, dass er morgens wenn der Tag einfach mal nicht sein Tag ist, ganz unvermittelt anfängt zu weinen (Brot schmeckt nicht oder was auch immer) und wenn man ihn dann fragt was denn los ist, begründet er es damit dass er seinen Opa so vermisst bzw. dass der Opa gestorben ist.

In solchen Situationen ist es für mich schwierig heauszufinden ob er nun tatsächlich wegen meinem Vater weint, oder weils halt einfach nicht sein Tag ist. Ich nehme seine Begründung aber trotzdem ernst, nehme ihn in den Arm und erkläre ihm dass er ruhig traurig sein kann und ich für ihn da bin, ob es ihm denn vllt. besser geht wenn er ein anderes Frühstück bekommt etc.

Auch spielt er eben öfter mal tot. Schupst mich um und walzt mich platt und sagt dann, "jetzt bist Du tot Mama" oder er stellt sich tot beim spielen.

Ich finde das eine ganz normale entwicklung und nicht bedenklich, gehe auch auf sein Spiel ein, denn ich möchte nicht dass er lernt das der Tod etwas furchtbar schlimmes ist über das man nicht spricht, sondern dass der Tod etwas natürliches ist, was zwar sehr traurig ist, aber dennoch nichts Schlimmes (im Sinne eines Tabuthemas).

Gruß K.

Beitrag von familyportrait 01.03.11 - 14:30 Uhr

Meine Kinder sind 3,5 und reden dauernd über das Totsein, den Tod usw. Sie haben mich schon gefragt, wann sie sterben, sich totgestellt und vieles mehr. Da mache ich mir gar keinen Kopf. Ich erkläre ihnen, daß ich dann sehr traurig wäre und gar nicht mehr lachen könnte. Daß sie erst sterben, wenn sie gaaaaaaaanz alt sind, und wir genauso.

Schätzungsweise ist das normal in dem Alter. Allerdings reden wir hier auch ganz normal über den Tod. Z.B. als unsere Katze starb, oder wenn die andere Katze mal eine Maus heimbringt. Oder wenn wir über den Friedhof laufen usw.

LG

Beitrag von gussymaus 01.03.11 - 15:09 Uhr

kinder spielen alles mögliche nach... da schnappen sie im radio was auf wenn man im auto nachrichten hört und schon kommen die kuriosesten dinge zustande.

ich hätte es wohl ähnlich gemacht wie ihr: "da wäre ich sehr traurig" "wünschen wir uns lieber dass du noch lange nicht tot sein musst" und etwas wie "melre ist aber nicht du und wir wollen keinen von euch missen müssen" oder so... wenn sich ein gespräch daraus ergibt ok, wenn nicht ggf auch gut... da muss man ein bisschen hinfühlen wie es euch beiden damit geht...

man kann auch einfach fragen "wieso solltest du denn jetzt tot sein?" um dem ganzen auf die schliche zu kommen. meist denken sich kinder dabei wenig, weil sie dasschreckliche am tod (noch) nicht kennen...

bei uns kam das thema sehr früh. unsere kinder sind christlich erzogen und da spielt dasl eben nach dem tod, ja schon iorgendwann eine rolle. außerdem kennen sie das geschehen um die kirche herum auf dem friedhof, auch einen opa habe sie kennengelernt und da kam das thema als es hieß "wo denn der opa zu der oma ist" den ohne papa geht es nicht, das wussten sie irgendwie schon... und so kam immer hier und da ein häppchen dazu...

ich habe mich immer dran gehalten fragen zu beantworten, auch die indirekten, aber keine predigten marke "du solltest jetzt wissen was passiert wenn man nicht mehr lebt" oder so... sondern wirlich im tempo des kindes. es sei denn es ist zu erwarten dass ein bekannter oder so sterben wird, dann würde ich thema vorher mal irgendwie auf den tisch bringen, ich finde kinder sollten es nicht erst "lernen" wenn es oma oder onkel betrifft... trauer UND verstehen finde ich bisschen viel auf einmal... aber das thema bietet sich ja immer mal irgendwie an, und dann würde ich es zum kindergartenalter schon mal ansprechen... schon allein damit sie nicht von anderen kindern aus der bahn geworfen werden können mit blöden bemerkungen oder so...

Beitrag von wir3inrom 01.03.11 - 16:11 Uhr

Vielen Dank euch allen für die aufmunternden und vor allem sehr hilfreichen Antworten! Es tut gut, zu lesen, dass das Thema in dem Alter wohl von ganz alleine auf den Tisch kommt und ich mir keine Sorgen machen muss!

Ganz herzlichen Dank also nochmal!
Simone

Beitrag von yvschen 01.03.11 - 16:45 Uhr

hallo

ich würde mir da keine gedanken machen. Meine mädels werden im april 4...Da kommt auch manchmal "ich glaube ich muss sterben".
Aber in dem alter kapieren sie das noch gar nicht. Überleg dir mal welches Wissen dahinter stecken muss um genau zu wissen was das bedeutet.
Selbst wenn sie wissen das Tod bedeutet das man dann nicht mehr lebt. Aber dies richtig zu begreifen können sie noch nicht.
Zum beispiel das sie Dneken können ist für sie Selbstverständlich..WIr wissen aber warum das so ist und dass das mit dem TOd aufhört. Aber die kids noch nicht.
Ich glaub dafür ist noch viel Reife notwendig.

lg yvonne

Beitrag von anne_loewe 01.03.11 - 19:06 Uhr

Liebe Simone,

es ist schade, dass in Deutschland Eltern so viel Angst bekommen wenn Kinder vom Tod reden. Für mich ist der Tod ein freundlicher Begleiter, der mich erinnert dass ich JETZT lebendig bin und dies enden wird, wann auch immer.

Mein Sohn redet sehr viel vom Tod mit mir. Er sagt dann:"Mein Freund Tod wird kommen und sagen es ist Zeit, komm mit." Er sagt wirklich "mein Freund". Er sagt auch, dass mein Mann und ich dann traurig sein werden. Aber es schreckt ihn nicht. Ich habe ihm oft eine Geschichte darüber erzählt, wie er die Regenbogenrutsche herunter gerutscht ist und bei mir im Bauch gelandet. Und dass er davor im Göttergarten gespielt hat. Wenn der Tod kommt rutscht man dann sie Sternenrutsche wieder hoch und ist wieder im Göttergarten, wo man spielen kann bis man wieder den Wunsch spürt auf die Erde zu gehen.

Diese Geschichten mag mein Sohn sehr gerne und will sie oft hören. Bei uns gehört der Tod einfach dazu. Wir haben auch schon ein paar Haustiere begraben. Er wünscht dann "Gute Reise" und sagt "jetzt rutscht die Liesl die Sternenrutsche hoch".

Ich kann Dir zum Thema die Bücher von Elisabeth Kübler Ross empfehlen. Das nimmt den Schrecken. Es ist so schade, dass Erwachsene selbst so hilflos und erschreckt sind was den Tod betrifft.

Meine Mutter ist schon eine Weile tot und ich bin sehr dankbar, dass mir durch die Art wie sie gestorben ist die volle Schönheit des Lebens bewusst wurde - und das ist ausschlisslich durch seinen Wert durch die garantierte Endlichkeit möglich. Der Tod ist sozusagen der Rahmen der ein Leben einfasst. Irgendwann wirst Du nichts mehr wegnehmen können und nichts hinzufügen. Dann war Dein Leben genau das, was Du daraus gemacht hast. Das ist für mich das wunderbare. Den Tod zu sehen und zu wissen, dass ich JETZT und HEUTE an diesem Leben "stricke" das irgendwann als Endergebnis und unveränderlich mein Leben gewesen sein wird. Dass ich nichts schieben kann und alle Menschen die ich liebe das immer wissen müssen.

Suche doch selbst nach Antworten, suche nach der Schönheit im Tod, dann wird Dein Sohn seine wunderbar pragmatische und unbefangene Art an das Thema heranzugehen behalten können.

Liebe Grüsse, Anne

Beitrag von morla29 01.03.11 - 19:51 Uhr

Hallo Simone,

bin leider Expertin was Tod und Kleinkinder betrifft. War auch erst letzte Woche auf einem Vortrag: Wie Kinder trauern.

Wir sprechen oft über den Tod, bzw. über meine jüngste Tochter, die ein Sternenkind ist.

Antworte nur auf Fragen, die er stellt, fang nicht von dir aus an. Und dann antwortest du einfach die Wahrheit, bzw. das, an was du glaubst.

Hört sich jetzt einfacher an als es ist.

Viele Grüße
morla
mit zwei Mädels an der Hand (3,5 und 5)
und einem Mädel tief im Herzen (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)

Beitrag von snake10.04 07.03.11 - 22:21 Uhr

Hallo Simone,

Kinder haben eine ganz direkte Art, auszudrücken, was immer sie bewegt. Ich habe schon oft gesehen, dass Kinder Rollenspiele daraus machen, tot zu sein. Anlässe gibt`s viele, und die müssen überhaupt nicht "dramatisch" sein. Vielleicht ein toter Marienkäfer, eine Spinne, eine Fliege, eine verblühte Blume... die Natur zeigt uns überall, dass Tod und Sterben Teil des Lebens sind und Kinder befassen sich damit ganz unmittelbar. Ich staune oft darüber und lerne mit meinen eigenen Kindern und auch im Beruf (arbeite als Erzieherin) selbst wieder neu, hinzusehen und das Beobachten allein kann schon lange vor dem Nachfragen, den Worten innerlich wie äußerlich viel bewirken...

Genießt das Leben - auch mit so schattigen Themen ;O)