Zeitaufwand für Kinder (sorry lang)

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von vetchy 01.03.11 - 15:20 Uhr

Hallo!#winke

Eigentlich gehöre ich noch lange nicht hierher, aber ich dachte, Ihr habt die meiste Erfahrung in diesem Gebiet, daher frage ich Euch mal:

Und zwar haben wir eine Tochter, die in zwei Wochen drei Jahre alt wird.
Sie ist natürlich unser Goldschatz und ein und alles.

Seit sie acht Wochen alt ist, bin ich wieder arbeiten gegangen, ich arbeite zwischen 40 und 55 Stunden in der Woche, habe aber den festen Plan dies in spätestens 5 Monaten wieder auf 40 Stunden zu reduzieren.
Mein Mann blieb nach der Geburt bis zum ersten Geburtstag zuhause und arbeitet seitdem auf 400€Basis.
Lilly geht seit einem Jahr in den Kindergarten.

Im Extremfall sehen unsere Tage so aus, dass mein Mann frühmorgens (dann bis ca. 09.30 Uhr) arbeiten geht, ich die Kleine um halb acht wecke und um halb neun in den Kindi bringe, bis halb fünf durcharbeite, nach Hause fahre und mein Mann um 17 Uhr wieder beginnt und dann um 19 Uhr Feierabend hat. Dann ist Familienzeit bis 20 Uhr, dann fange ich wieder an zu arbeiten.
Am Wochenende arbeite ich auch oft, aber halt, wenn das Kind schläft.

Egal wer von uns daheim ist, kümmert sich voll und ganz um Lilly.
D.h. Haushalt oder so machen wir abends oder am Wochenende, wenn sie schläft, oder während sie eine ihrer Omas besucht.
Wir versuchen wirklich, ihr die volle Aufmerksamkeit und Zuneigung zu geben. Spiele spielen, Bücher lesen,...
Manchmal mag sie natürlich auch alleine spielen, dann darf sie das natürlich auch gerne.

So und jetzt komm ich endlich zur eigentlichen Frage:
Eigentlich möchten wir sehr gerne noch ein zweites Kind haben.
Aber ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Ich möchte doch dann beiden Kindern gerecht werden.
Wie habt Ihr das geschafft?
Oder kommen die Kinder eh in ein Alter, wo sie einen nicht mehr so intensiv um sich rum haben möchten? Ich denke irgendwann geht ja auch die Außer-Haus-Spielzeit los?
Es wäre dann, wenn es relativ gleich klappt, 4 Jahre Altersunterschied.

Über Erfahrungen wäre ich dankbar. Ich würde halt alles gerne gut hinkriegen, aber habe Angst, dass mir die Kraft ausgeht.
Ist das schon so ein schlechtes Zeichen, dass man sagen muss: Lass es gleich?

Liebe Grüße
vetchy

Beitrag von meringue 01.03.11 - 20:04 Uhr

Hi
Irgendwie kann dir keiner was sagen zu deinem Post, was?!

Wenn du dir hier durchliest, welche Fragen aufkommen , siehst du, wieviel Zeit/Sorgen/Mühen das Ganze kostet. Also ich könnte dir nicht erzählen, dass es kinderleicht ist, sich zum Muttersein zu disziplinieren.

Man muss es wohl wollen und viele andere Dinge fallen dann ganz einfach weg.

So für ca. 15 Jahre.;-)

Aber so wie du dein Leben schilderst, müsste es da sowieso ein paar Umbaumaßnahmen geben, wenn ein 2. Kind käme. Oder? Willst du das?

Und dann wächst man an seinen Aufgaben. So geht es allen.
#winke

Beitrag von derhimmelmusswarten 01.03.11 - 20:09 Uhr

40-55 (!) Stunden arbeiten mit 2 Kindern?! Wäre nix für mich. Kann dein Mann nicht mehr arbeiten gehen? Sowas will ich gar nicht "schaffen". Das hört sich ja an, als würde man den Herzinfarkt mit 40 vorprogrammieren.

Beitrag von docmartin 01.03.11 - 20:10 Uhr

Hallo,

ich bin wieder arbeiten gegangen als unser Großer vier Monate alt war, er war zwei Tage bei einer Tagesmutter und drei Tage bei einer anderen (damit wir immer eine Betreuung in "reserve" haben). Es hat super funktioniert, wir waren bei der Arbeite motiviert, haben die Zeit mit unserem Kind genossen und alles ließ sich gut organisieren.
Dann wurde unsere Kleine geboren und seitdem arbeite ich freiberuflich und deutlich weniger als zuvor.

DENN:

Ich habe (ganz perönlicher Einruck) das Gefühl, dass sämtliche Organisation mit zwei Kindenr deutlich mehr Aufwand bedeutet als mit einem. Ein Kind konnten wir immer locker überall mithinnehmen, ich hatte den Großen auch mal eben mit im Bür am WOE wenn ich nur kurz was erledigen wollte und er schlief dann im Maxicosi. Mit zweien geht das nicht.

Alels dauert länger, zwei Kinder sind fast doppelt so häufig krank, der eine geht nachmittags zum Turnen, der andere zum Trampolin, dann Klavierunterricht hier Flötenstunde...dann wollen sie sich auch mal verabreden...

...ich habe das Gefühl. je älter sie werden, desto zeitaufwändiger ist es und mit zweien deutlich mehr als mit einem.

ABER: Mein persönliches Belastungsgefühl ist niedriger als mit einem Kind. Ich mache Abstriche an einigen Stellen aber nciht bei meinen Kindern.

Und ich hoffe es ist richtig rüber gekommen: ich bereue NICHT, mein Arbeitspensum reduziert zu haben, ich habe durchaus Momente in denen mir die Decke auf den Kopf fällt aber ich weiß auch, dass ich in ca. fünf Jahren wieder Vollzeit in meinen Beruf einsteigen werde udn dann noch immer nicht zum alten Eisen gehören werde. Erst in fünf Jahren deshalb weil das alles uns nicht abgeschreickt hat udn wir gerne nächstes Jahr noch ein drittes Kind haben möchten um komplett zu sein.

Letztendlich kann man die Belastung, den Arbeitsaufwand nicht "berechnen", amn kann nur versuchen abzuschätzen ob man bereit ist gewisse Abstriche zu machen und sich dann überlegen, an welchen Stellen diese Abstriche sein sollen.

Lieben Gruß
dm

Beitrag von rain72 01.03.11 - 20:19 Uhr

Hallo,
ich zitiere mal aus Deinem posting:
>>Egal wer von uns daheim ist, kümmert sich voll und ganz um Lilly.<< Also, wenn einer von Euch beiden immer voll und ganz für den Nachwuchs da sein kann, dann klappt das auch mit zwei Kindern! Vermutlich wird es Eurer Tochter dann sogar ganz gut tun, wenn sich mal alles nicht nur um sie dreht. Ein Kind braucht sicherlich nicht ständig einen Erwachsenen, der ständig um es herumwuselt - bei Dreijährigen sollte es auch drin sein, dass mal der Haushalt gemacht wird, die helfen ja auch schon gerne mit. Das gleiche gilt für die Beschäftigung mit einem zweiten Kind! Natürlich kann Eure Tochter dann nicht mehr zu jeder beliebigen Zeit mit Euch spielen, vorlesen - aber auch das ist eine Erfahrung, die sicherlich gesünder ist, als wenn ein Erwachsener ständig "zur freien Verfügung" steht... Irgendwann können dann übrigens auch Eure beiden Kinder sich miteinander beschäftigen. Und der "Zeitaufwand" für ein zweites Kind lässt sich sicherlich nicht so absolut beziffern. Ich habe immer vor unserem zweiten gesagt: Mit einem ist man schon nahezu 24 Stunden beschäftigt, da kann es ja bei zweien nicht mehr werden;-). Tja, und so ist es auch.... Es teilt sich eben "nur" die Kinderzeit durch zwei!
LG
rain

Beitrag von nochmal 01.03.11 - 20:19 Uhr

Hallo,

ganz ehrlich - ich persönlich würde nicht mehr soviel arbeiten wollen und wüsste auch gar nicht wann?
Zeit mit den Kindern ist wichtig, aber genauso wichtig finde ich Zeit mit meinem Mann - ob nun abends oder mal ohne Kinder.
Das scheint bei euch gänzlich zu kurz zu kommen.

Ich arbeite nur noch 30 Stunden und das von 7-13 Uhr. Mein Mann macht die Kinder morgens und ich hole sie wieder ab. Spätestens 16 Uhr sind alle daheim, insofern der Grosse keine Verabredung oder Sport hat!

Wir haben auch noch Zeit nur für uns - ich geh ab und an mit einer Freundin weg oder shoppen, ins Kino und mein Mann pflegt sein Hobby auch.
Den auch Eltern müssen ausgeglichen sein und zeit für sich haben dürfen.

Gruß

Beitrag von turmmariechen 01.03.11 - 21:03 Uhr

Hey, letztlich sind bei Euch doch nur die Rollen vertauscht. Du arbeitest voll und Dein Mann weniger. Wie steht er dazu? Ich habe bis zur Geburt meines 3. Kindes 30 Std gearbeitet , teilweise zusätzlich zu Hause. Es hat gut geklappt. Eigentlich hab ich mehr geschafft als jetzt #schein (bin jetzt in Elternzeit). Ihr wachst da rein - die Veränderung kommt ja nicht von heut auf morgen!

Beitrag von vetchy 01.03.11 - 21:58 Uhr

Lieben herzlichen Dank für Eure Antworten.

Das ich weniger arbeiten muss, weiß ich, seit heute habe ich eine Assistentin :-p, da ist geplant, dass die mir deutlich Arbeit abnimmt.
Alles andere würde ich nicht durchhalten.
Aber als ich zugesagt habe, die Aufgabe, die mich so auf Trab hält auszuführen, wussten wir beide und haben bewusst entschieden, dass das stressig wird bis Mitte des Jahrs.

Wenn wir ein zweites Kind bekommen, würde mein Mann erstmal daheim bleiben, das wäre geregelt.

Ich hab halt so große Sorge, dass die eine Schwimmkurs hat (jetzt mal als Beispiel) und das andere Kind schlafen will usw. und so fort...

Aber wir wünschen uns eigentlich schon noch ein zweites Kind...

Aber Eure Postings haben mir echt erstmal weitergeholfen, da sie auch verschiedene Seiten beleuchten - #herzlich lichen Dank!

Liebe Grüße von
vetchy,
die jetzt Feierabend macht #gaehn

Beitrag von 3wichtel 02.03.11 - 08:16 Uhr

Wenn Euer Kind zu Hause ist, dann kümmert ihr Euch voll um das Kind. Das ist doch schon mal gut.
Wenn ein zweites Kind da ist, dann müssten sich die Kinder diese Zeit natürlich teilen.
Aber das ist ja in allen Familien so! Wenn z.B. ein Elternteil Hausfrau/Hausmann ist, dann müssen die Anwesenden Kinder sich ja auch die Aufmerksamkeit teilen.

Was allerdings mit jedem Kind schwieriger werden könnte, ist die Betreuungssituation.
Wenn ein Kind krank ist, dauert das ein paar Tage (die man zur Not auch freinehmen kann), dann geht das Kind wieder in Kindergarten/Schule.

Bei 2 (oder mehr) Kindern verdoppeln sich diese Krankentage natürlich.

Ein Kind kann man auch mal bei Oma/Opa lassen über Nacht, wenn man selber mal eine Auszeit möchte. Bei 2 oder mehr Kindern wird auch das komplizierter.

Was ist, wenn Dein Kind in die Schule kommt? Gibt es eine Ganztagsschule? Oder gibt es einen Hort? Könnt ihr den für 2 Kinder bezahlen?

Wenn ihr weiter so viel arbeiten müsst/wollt, dann geht das in meinen Augen nur, wenn die Betreuungsmöglichkeiten vor Ort in ausreichendem Maße und in bezahlbarer Form vorhanden sind.

Wenn das alles passt, dann los mit dem 2. Kind!

Beitrag von vetchy 02.03.11 - 10:40 Uhr

Hallo!

Danke nochmal für die Antwort ;-)

Mit der Betreuungszeit in der Grundschule haben wir derzeit nicht geklärt.
Da mein Mann aber momentan von 07 Uhr bis 09.30 Uhr und von 17 Uhr bis 19 Uhr arbeitet, ist das auch nicht so ein Problem.

Doppelte Kindkranktage machen mir auch etwas Sorgen.
Bisher konnten wir die so abfangen, dass ich erst arbeiten ging, wenn mein Mann kommt, aber wenn das plötzlich sehr viele wären, wäre das schwierig.

Aber mein Mann würde ja auch die ersten zwei oder drei Jahre daheim bleiben und bei unserer Tochter ist es so, dass sie in den ersten zweieinhalb Jahren sehr häufig krank war und seit dem eigentlich nur noch sehr wenig... (hoffen wir, dass es so bleibt :-D )

Mmh, ich glaube im #herzlich haben wir schon entschieden... :-D
Ich reduziere wieder auf das normale Maß und mein Mann arbeitet eh mehr aus Spaß an der Freude wie aus finanziellen Gründen...

Liebe Grüße
vetchy

Beitrag von jule2801 02.03.11 - 12:31 Uhr

Hallo Vetchy,

ich habe vier Kinder und bis einschließlich drittes Kind auch immer gearbeitet (wobei bei weitem nicht so viel wie du). Da ja dein Mann erstmal zu Hause bleiben wird sehe ich überhaupt kein Problem darin und selbst wenn er arbeiten geht, lassen sich zwei Kinder noch wirklich gut organisieren. Bei uns war es so, dass sich die Kleinen halt immer an den Rhytmus anpassen mussten den es schon gab - dabei gab es eigentlich keine Probleme. Dann haben sie halt mal im Auto geschlafen oder im Kinderwagen wenn es Termine gab, aber damit waren sie trotzdem zufrieden.

Jetzt mit 4 Kindern merke ich langsam, dass ich logistisch an meine Grenzen stoße - dann hat der eine einen Termin hier der nächste einen Termin da, dann gibt es Termine die zeitgleich sind aber an Orten die 10 km auseinander liegen... Ich würde sooooooo gerne wieder ein bischen arbeiten, aber im Moment wüßte ich mal grade nicht wann ;-)

Letztendlich wächst man doch mit seinen Aufgaben. Anfangs wird es ungewohnt sein und dann wird es funktionieren.

lg Jule!