muss man einen "vater" angeben?

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von oh man. 01.03.11 - 22:55 Uhr

vor kurzem ging meine beziehung in die brüche, der typ hat sich innerhalb kurzer zeit in einen unaustehlichen kontrollfreak und eifersüchtigen mann verwandelt, so das ich ihm am liebsten für immer au dem weg gehen möchte.
aber er hat mir anscheinend ein kleines abschiedsgeschenk hinterlassen. das problem ist, das er mir sicher vorwerfen wird ich hätte ihm absichtlich ein kind anhängen wollen oder ähnliches. der verhütungsfehler liegt wirklich bei mir, ich hatte an drei tagen magen-darm und hätte daran denken müssen danach zusätzlich zu verhüten. aber es war definitiv keine absicht dahinter.

ob ich das kind behalte oder nicht, ist noch nicht entschieden.
aber wenn ich es behalten würde, MUSS ich dann ihn als vater angeben, muss er die vaterschaft anerkennen oder gibt es auch die möglichkeit "vater unbekannt" zu lassen? welche konsequenzen hat das?

Beitrag von tweetme 02.03.11 - 01:00 Uhr

Angeben musst du gar nichts.
Kannst du auf den Unterhalt für dein Kind und ggf. für dich verzichten?
Falls ja, dann stell dich ruhig als Schlampe hin ;) Du wärst schön blöd, wenn du Vater unbekannt angeben würdest.
Außerdem bist du verpflichtet für dein Kind den Unterhalt einzufordern.

Lg

Beitrag von juju0980 02.03.11 - 09:45 Uhr

Sorry, aber nur weil man den Vater seines Kindes nicht angeben will ist man lang noch keine SChlampe #klatsch. Ich kenne durchaus Frauen, die den Vater ihres Kindes nicht angegeben haben ohne durch die Betten zu hüpfen...

Beitrag von eisklare.nacht 02.03.11 - 17:59 Uhr

Nein, das ist man nicht#schock

Aber hat sie gesagt, sie sei eine Schlampe?

Oder hat sie geschrieben, sie soll sich "so hinstellen", was für mich auch Synonym für "etwas vorgeben zu sein" sein kann.

Nicht immer gibt es nur eine Interpretation, also lass doch bitte die überflüssigen Kommentare.

LG, eisklare.nacht

Beitrag von hallooooo 02.03.11 - 14:07 Uhr

"Stell dich ruhig als Schlampe hin".... #nanana

Wenn ich so ein Kommentar lese könnte ich kotzen.

Das hat ja wohl gar nix damit zu tun.

Ich verstehe manche Userinnen hier nicht, die einfach mal ganz normal antworten können, ohne diese Sticheleien.

Da kann ich nur den Kopf schütteln, echt unglaublich.

Beitrag von charlotte24435 02.03.11 - 07:32 Uhr

Guten Morgen Du!
Natürlich kannst Du "Vater unbekannt" angeben. Aber:
- Unterhalt vom Staat bekommst Du nur ein paar Jahre, dann ist Schluss damit.
- Dein Ex kann gerichtlich die Feststellung verlangen ob er der Vater ist.
- Und, vor allem Dein Kind! Es hat ein Recht darauf zu wissen wo die Hälfte seiner Wurzeln sind.
- Du kannst offiziell nicht auf Kindesunterthalt verzichten. Er steht dem Kind zu.
- Letztlich musst Du wissen ob Du auf Unterhalt für das Kind UND für Dich verzichten kannst.
Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du eine für Dich UND für den Krümel richtige Entscheidung triffst.
Charlotte

Beitrag von ps.alm-139 02.03.11 - 10:49 Uhr

Hallo, ich höre aus Deinen Sätzen, dass Du sauer und verletzt bist darüber, wie dein Ex Dich behandelt hat.Ich versteh das gut.
Ich würde in solch aufgewühlter Gemütslage keine tiefgreifenden Entscheidungen treffen.Komm zur Ruhe und tu Dir was Gutes.#tasse
Du schreibst, dass Du "anscheinend " schwanger bist. Warte doch erstmal, ob sich die SS bestätigt.
Den Ausdruck "Schlampe" vergiss schnell wieder. Er ist Blödsinn!. Ich freu mich, dass in diesem Forum meistens einigermaßen sachlich geschrieben wird. Ich wünsch mir und Dir, dass es so bleibt.
Ich wünsch Dir alles Gute und denk an Dich.#sonne

Beitrag von binnurich 02.03.11 - 13:12 Uhr

ich finde gut, dass du auch jetzt, wo du noch nicht genau weißt, ob du schwanger bist darüber nachdenkst, was ist wenn..gerade weil eine Abtreibung reiflich überlegt sein will.... und so ein Kind dich ein Leben lang an diesen Mann binden KANN

Wünsch dir viel Glück

Beitrag von sunflower5 03.03.11 - 20:38 Uhr

Ein Leben lang? Das ist Unsinn. Wenn überhaupt, falls der KV Interesse am Umgang hätte, nur bis das Kind 18 J. ist und selbst dem kann man aus dem Weg gehen.

Beitrag von waffelchen 02.03.11 - 16:42 Uhr

Du musst ihn nicht angeben
Konsequenz wäre: Du bekommst keinen Unterhaltsvorschuss

Beitrag von neuhier31 02.03.11 - 20:10 Uhr

Unterhaltsvorschuß schon!!! aber das ist zeitlich begrenzt und nur eben ein geringer Anteil des normal zustehenden Unterhaltes!

Ich würde es ihr nicht raten und das ist Meine ganz persönliche Meinung. Es ist ja nichts schlimmes ihn als Vater anzugeben. Sie hat als alleinerziehende doch keine Nachteile

Grüßle

Beitrag von marjatta 02.03.11 - 19:09 Uhr

Das Problem ist, dass es nicht nur Deine Entscheidung, sondern später - falls sich die SS bestätigt, das Kind ein Recht darauf hat, den Namen seines Vaters zu erfahren. Dazu besteht der Unterhaltsanspruch von Seiten des Kindes gegenüber dem Vater und Du bist lediglich die "Verwalterin".

So schaut es aus. Es ist gut, darüber nachzudenken, aber diese Entscheidung solltest Du wirklich erst dann fällen, wenn Du genau weißt, wie das dann sein soll, bzw. Du genügend Abstand zur Situation mit dem Ex hast.

Gruß
marjatta

Beitrag von neuhier31 02.03.11 - 20:19 Uhr

Hallo

ich kann dir nur raten ihn anzugeben.
Er kann beim Standesamt oder Jugendamt die Vaterschaft anerkennen lassen (du musst diesem Vorgang aber zustimmen - sonst ist es nicht gültig)

Du hast doch keine Nachteile - bekommst richtigen Unterhalt und das Kind weiß wer sein Vater ist. Auch wenn es dich im Moment verletzt - denke auch bitte ein paar Jahre weiter.

Eine Vaterschaftsanerkennung bedeutet ja nicht, das ihr ein gemeinsames Sorgerecht habt. DU bist die Mutter und in Deutschland ist es so, das bei Geburt die Mutter (die nicht verheiratet ist) das alleinige Sorgerecht hat. Auch der Familienname ist der von der Mutter. Erst wenn die Mutter zustimmt, dass das Kind den Nachnamen des Vaters bekommt (und der Vater muß zustimmen) dann verlierst du die Namensrechte FÜR IMMER!!!!

ABer das ist eh für dich nicht drinn - wie ich aus deiner Mail lesen kann.

Sieh erstmal, ob du überhaupt ein Würmchen in dir trägst und dann hast du noch ein paar Monate Zeit sich Gedanken zu machen.

Viel Glück

Beitrag von oh man. 03.03.11 - 10:31 Uhr

vielen dank für eure antworten!

schwanger bin ich schon tatsächlich, nicht nur vermutet. das anscheinend bezog sich eher auf das abschiedsgeschenk, denn ich würde diesen menschen nicht gern wiedersehen.

also ist es prinzipiell möglich, den vater nicht anzugeben, wobei man die gesellschaftliche stigmatisierung nicht ausser acht lassen sollte.
unterhaltsvorschuss bekommt man vom staat, auch wenn man keinen vater angegeben hat, habe ich das richtig verstanden?
wenn das geld danach nicht reichen sollte, würde aber das a-amt für die kinder unterstützung zahlen, oder?

das ding ist, dass ich bei einer freundin mitbekommen habe, dass es sehr wohl einen unterschied macht, ob man den vater angibt. denn so kann er sich unterstützung beim jugendamt holen und veranlassen, dass er das kind sieht.. weil er ja auch dafür zahlt. und so wird er nie wirklich aus meinem leben verschwinden.
und genau das ist ja auch der grund, weshalb ich mir nicht sicher bin, ob ich das kind wirklich behalten kann. da ich wirklich fürchte, dass er mir immer wieder begegnen wird.

ist es denn auch bei nicht verheirateten so, dass der kv eine vaterschaftsklage anstreben kann?

und kann man vielleicht eine vaterschaftsanerkennung deutlich später machen?

Beitrag von marjatta 03.03.11 - 13:09 Uhr

Also, ich verstehe schon, was DU möchtest. Und es wird für den Rechtsanspruch des Kindes schwer, diesen durchzusetzen, wenn Du da ein Leben lang dicht hälst.

Allerdings, wenn Du das irgendwann brichst, dein Kind Kontakt zum Vater aufnimmt, kann es zu einem schweren Vertrauensbruch zwischen Dir und Deinem Kind kommen. Bevor Du vorschnell hier eine Entscheidung gegen den Kindsvater (die Angabe bei der Geburt) machst, solltest Du mal auf Seiten stöbern, in denen die Kinder über ihre Suche nach der eigenen Identität sind, nachlesen. Mit diesen Gefühlen wird Dein Kind hinterher auch kämpfen, denn das Wissen, woher man kommt, ist für die eigene Identitätsfindung im Pubertäts- und Erwachsenenalter von immenser Bedeutung.

Dein Anliegen respektiere ich, aber Du wirst Dir auch darüber im Klaren sein müssen, dass Deinem Kind auf lange Sicht mit dem Ausschluss dieses Menschen aus Deinem Leben nicht gedient ist. Ich war mit Anfang Zwanzig in einer ähnlichen Situation und habe mir damals die Pille danach verschreiben lassen (er meinte, ich hätte damit unser Kind abgetrieben). Der Mann hatte ähnliche Züge, wie das, was Du von dem Vater Deines Kindes beschreibst. Aber ich habe alles getan, um eine SS zu verhindern. So bin ich nicht in diese Situation gekommen. Diesem Mann möchte ich auch nie mehr begegnen und es ist auch mit ein Grund, warum ich so weit weg von meiner Familie lebe, mit einem neuen Partner und jetzt endlich auch Familie.

Gruß
marjatta

Beitrag von oh man. 03.03.11 - 16:04 Uhr

liebe marjatta,

vielen dank für deine worte!
momentan ringe ich auch mit dem gedanken um einen abbruch. ich kann mir vorstellen, dass er es ganz genauso ausdrücken würde, wie du es auch von deinem ehemaligen partner beschreibst. "du hast unser kind getötet". für ihn würde das eine möglichkeit darstellen, immer und immer wieder in mein leben einzugreifen. ich bin total entsetzt von seiner verwandlung :( .

den gedanken, dass es ja zur identität gehört, um seine herkunft zu wissen, hatte ich auch schon. dabei gingen meine überlegungen aber eher in eine andere richtung: ist es besser, das kind gleich nicht zu bekommen als zu riskieren, dass ihm irgendwann der leibliche vater fehlt?
wirklich, das beschäftigt mich sehr.
ich habe noch zwei weitere kinder aus einer etwas verzwickten beziehung, die kennen ihren vater, er hat die vaterschaft anerkannt, hat sich nur so sporadisch um sie gekümmert, dass es eigentlich nicht erwähnenswert ist. aber sie leiden darunter. weil er ein mieser vater ist und sie sich fragen, was mit ihnen falsch ist, dass er sich nicht für sie interessiert.

ich weiss auch nicht, was von der idee zu halten ist, dem kind wenn es größer ist und fragt, zu erzählen, wer der vater ist und wieso er nirgends erwähnt ist. ob das besser wäre als sich für immer in schweigen zu hüllen. und ob das vielleicht auch eine alternative dazu ist, dem würmchen das leben zu verweigern.

ich lehne abtreibungen nicht kategorisch ab, halte es aber schon für einen ziemlich überdenkenswerten eingriff, bei dem man vorher wirklich alle möglichkeiten ausschöpfen sollte, es irgendwie zu vermeiden.

Beitrag von sinta75 03.03.11 - 17:01 Uhr

hi

also ich war in einer ähnlichen situation.tessa war aus einer affäre entstanden.in der ss lernte ich meinen jetzigen mann kennen. der kindsvater wusste von der ss, und bekam auch von mir bescheid, dass tessa da ist. mein mann erkannte die vaterschaft nicht an.
1. du kannst beim standesamt ,, vater unbekannt " angeben. steht dann auch in der urkunde ( haben wir auch).
2. du bekommst auch unterhaltsvorschuss (133 euro bis 2 jahre und dann 175 euro bis zum 6 jahr), aber du musst halt glaubhaft versichern, dass du keine ahnung hast wer der kindsvater ist, du keinerlei kontakt und daten über den betreffenden hast.
3. kann jederzeit ein neuer partner , wenn dieser das möchte die vaterschaft anerkennen, auch wenn dieser nicht der biologische vater ist.

haben wir nun auch gemacht. tessa ist jetzt 28 monate alt. der biologische papa wollte nun doch die rechte einfordern. damit er das nicht mehr kann, und unser kind vor ihm in sicherheit ist, hat mein mann nun nach 27 monaten (also im februar 2011 ) die vaterschaft anerkannt. ich musste zwar für knapp 2 jahre den unterhaltsvorschuss zurückzahlen, aber hauptsache ist, der andere kann nicht mehr aufs kind zugreifen, und kann dies auch nicht gerichtlich einklagen#huepf nie wieder.
erfahren wird sie auch nicht, dass es noch einen biologischen vater gibt. sie hat ihren papa und ist rundum glücklich.ich geb dir nur den tipp, sag dem biologischen vater nie etwas von der ss.gibt nur stress, und das kind ist in gefahr , diesen auch noch kennenlernen zumüssen#heul.

Beitrag von oh man. 03.03.11 - 17:37 Uhr

vielen dank für deine erfahrung!

das macht mir etwas mut und ich würde nicht einmal lügen müssen, wenn ich sage, dass ich nicht weiß, wer er ist. denn nach all den dramen, die sich hier abgespielt haben, frage ich mich das wirklich. :(

wenn dein jetziger partner die vaterschaft anerkannt hat, ist es rechtlich so, dass er als leiblicher vater gilt? heisst das dann auch, dass er im falle einer trennung unterhalt zahlen müsste für tessa?
oder kann er die vaterschaft dann mittels vaterschaftstest anfechten?

ich werde mir in der nächsten woche einen termin für eine schwangerschaftskonfliktberatung holen und schauen, was die mir noch für möglichkeiten aufzeigen.

Beitrag von sunflower5 03.03.11 - 20:44 Uhr

Ich kenne dies Problem auch und kann dir sagen, dass du nicht so fest daran halten solltest, dass Tessa nicht erfährt, wer sie gezeugt hat.
Sie wird merken, dass sie nicht von ihrem rechtlichen KV abstammt, z.B. auch an Ähnlichkeiten, die nicht da sind, familiären Eigenarten, etc, die nicht da sind...und später Fragen stellen.
Dann sollte sie nicht belogen werden. Denn sie hat das REcht auf Kenntnis ihrer biologischen Abstammung.

Es täte ihr , wenn sie fragt, nicht gut, belogen zu werden.
Vll überdenkst du das alles mal, wenn sie jugendlich wird, wirst du es merken, es wird sie beschäftigen.

Der KV hat zwar keine Rechte, aber das Kind.

Beitrag von nadineriemer 03.03.11 - 21:16 Uhr

Also angeben musst du ihn wenn du weißt wer er ist,sonst kein Unterhaltsvorschuß!

Sollte es dann auch noch raus kommen kannst du alles zurück zahlen.

Beitrag von valensaa 04.03.11 - 10:14 Uhr

Wie primitiv ist dass denn ?

Sie wird nie erfahren wer ihr biologischer Vater ist ?

Ein Vater, hat dass Recht auf sein Kind, egal was vorgefallen ( ausgeschlossen Gewalt am eigenen Kind etc. ).

Trotzdem, so eine Denkweise zu haben ist schon wircklich lächerlich

Beitrag von oh man. 04.03.11 - 11:00 Uhr

nein,
primitiv sind pöbeleien ohne kontruktive ansätze.

etwas nicht gut zu finden und das zu kritisieren ist das eine, aber jemanden dafür anzugreifen bzw. anzupöbeln und persönlich zu beleidigen, ist eine ganz andere geschichte. und dazu eine ziemlich sinnfreie.

jeder muss selbst seinen weg suchen und gehen und niemand verdient es, dafür angegriffen zu werden. es gibt immer gründe, sich für oder gegen etwas zu entscheiden, und da man die oft nicht von aussen erkennen kann, kann es wirklich hilfreich sein, sich in vorschnellem verurteilen zurückzuhalten.

Beitrag von sinta75 04.03.11 - 21:28 Uhr

hi

danke für dein verständniss.ja kann sein ,dass sie später was merkt.dann muss halt die vorgehensweise neu überlegt werden.wenn sie aber nie was merken sollte, warum sollte ich sie dann darauf stossen. sie hat ihren papa, denn sie abgöttisch liebt.
ja falls wir uns mal trennen sollten, müßte er unterhalt zahlen (er hat nun alle pflichten und rechte eines vaters), aber das haben wir nicht vor.anfechten kann auch nur er als rechlicher vater,ich bzw ich im namen des kindes.