Was ist, wenn ... vlt weiß jemand von euch Rat

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ängstliche Mutter 02.03.11 - 10:38 Uhr

Hallo,

ich hoffe einer von euch weiß Rat. Ich wende mich deshalb auch noch mal an Anwalt und Jugendamt, aber vlt kann einer von euch vorab schon einen Rat geben.

Also, es ist so; ich bin geschieden, habe mit meinem Exmann einen gemeinsamen Sohn (5 Jahre). Mein Ex wohnt im Ausland, der Kleine spricht die Sprache nicht, sieht seinen Vater wenn es hoch kommt ein - bis zweimal im Jahr.
Mein Exmann hatte damals wie Heute kein Interesse an ihm, wollte das ich ihn nach der Trennung mit nach Deutschland nehme und meldet sich auch seitdem nur noch wenn ein Gerichtstermin ansteht um bei mir "Gut - Wetter" zu machen (dann fragt er aber noch nicht mal nach unserem Sohn !).
Mir ist es eigentlich egal. Anfangs war ich totunglücklich weil ich einfach nicht verstehen konnte wie er sein eigenes Kind so behandeln kann, inzwischen bin ich froh wenn er sich nicht meldet denn der Kleine ist danach immer furchtbar unglücklich wenn sein leiblicher Vater da ist weil er, wenn e rihn holt, eh kein Interesse an ihm hat sondern ihn abschiebt.

So, nun ist es so da sich einen "neuen" Freund habe (schon seit 3 Jahren). Mit ihm zusammen habe ich eine kleine Tochter (1 Jahr). Durch den Betrug und die Lügen meines Exmannes bin ich wirklich geläutert und wohne nicht mit meinem Freund zusammen, dennoch ist er fast täglich da um die Kinder zu sehen, die Wochenenden verbringen wir immer zusammen ... aber ich brauche eben meine 4 Wände, mein Leben und meine Sachen (mein Ex hat mich mit dem Kleinen damals ohne alles vor die Tür gesetzt und ich möchte einfach das, wenn wir uns doch mal trennen, jeder seine Sachen hat, jeder sein Reich, sein Leben, seine Finanzen und es keinen Streit um solche Dinge gibt - kurz um, ich will weder mit ihm zusammenziehen, noch ihn heiraten, es funktioniert wie es ist und damit bin ich zufrieden, wenn ich oder die Kinder ihn brauchen ist er da, ebenso seine Familie).

Sooo, nun kam mir aber der Gedanke "Was ist, wenn mir etwas passiert ?" Sprich, wenn ich sterbe. Um nicht groß um den Brei herum zu reden, oder den Teufel grundlos an die Wand zu malen, ich habe 4 Tumore die entfernt werden müssen und bei denen noch nicht klar ist ob gut oder bösartig und da bei mir in der Familie irgendwie jeder Krebs hat und daran stirbt ...

Egal.

Die Kleine würde ja so oder so zu ihrem Vater gehen, also meinem Freund, das ist klar, aber wie ist es mit meinem Großen ? Muss er zu seinem fast fremden Vater und dessen Frau ins Ausland ? Er hat wie gesagt kaum kontakt, weiß aber natürlich wer sein Vater ist. Zu der Frau meines Ex hat er gar keinen Draht, er versteht sie nicht mal und sie mag ihn auch nicht (weil er eben mein Kind ist und das von ihrem Mann - da noch die kleine Erklärung beigefügt das sie selbst ein Kind aus einer früheren Beziehung hatte, diesen Jungen aber - damals 5 - zu seinem leiblichen Vater abgegeben hat weil sie keinerlei Erinnerung an diese alte Beziehung mehr wollte und ihr neues Leben mit meinem Ex geniessen wollte).

Dazu kommt ja das mein Großer bald mit der Schule beginnen wird, sprich eine Einschulung dort wäre gar nicht möglich.

Er (also mein Sohn) wächst hier in sehr geregelten Verhältnissen auf, hat seine Freunde, seine Aktivitäten, seine "neue" Familie - würde er nach Finnland müssen oder könnte er bei meinem Freund bleiben ?

Ich kämpfe so oder so, aber die Angst das der Kleine hier weg müsste (er liebt meinen Freund und die Familie, seine kleine Schwester, auch wenn sie ihn manchmal nervt) macht mich völlig fertig und raubt mir Kraft.

Meine Güte, mit Anfang 30 sollte man sich wirklich nicht um solche Dinge Sorgen machen müssen. Mein Freund liebt den Kleinen wie seinen eigenen Sohn, er würde um ihn kämpfen in dem Fall das mir etwas passiert ... ich habe auch ein Testament mit allen Unterlagen übe rmeinen Exmann, dessen Frau etc (beides nicht gerade die ehrlichsten Menschen und schon gar kein Umgang den man seinem eigenen Kind wünscht, aber nun ich kann es nicht ändern, er ist der Erzeuger), aber wie viel wird es dann nutzen ? Beim Jugendamt ist alles bekannt, der Umgang ist auch von dort inzwischen zwischen Vater und Sohn eingeschrenkt (nicht per Anordnung, sondern per Empfehlung und der Umgang zum Rest der Familie meines Ex ist komplett untersagt).

Ich hoffe ihr versteht das Durcheinander in meinem Kopf ...

Beitrag von simone_2403 02.03.11 - 10:51 Uhr

Hallo

Setze eine sogenannte Sorgerechtsverfügung auf und bestimme damit die Vormundschaft für deinen Sohn.Sinnvoll ist es in jedem Fall die Errichtung der Sorgerechtsverfügung unter Zeugen vorzunehmen. Diese Personen sollten bezeugen können, dass der oder die Verfasser ihren Willen freiwillig abgegeben haben und einsichtsfähig waren, die Bedeutung der abgegebenen Erklärung zu erfassen. Du kannst das auch beim Jugendamt machen und die Sachbearbeiterin als Zeuge nehmen.

http://dvzag.de/plattformrecht/erstellung_einer_sorgerechtsverfuegung.htm

Die wichtigsten Punkte sind erfüllt.Dein Sohn hat keinen Bezug zu seinem Vater/Großeltern väterlicherseits und wird nicht aus seiner gewohnten Umgebung so einfach herrausgerissen.

Für die anstehende OP alles Gute.

lg

Beitrag von barebottom 02.03.11 - 11:02 Uhr


Ich bin jetzt zwar nicht schwer krank, aber dieselben Gedanken hatte ich auch:
Was wäre wenn?
Ich will nicht das meine Kinder auseinander gerissen werden, bzw. aus ihrem gewohnten Umfeld.

Ich habe deshalb eine handschriftliche "Verfügung" verfasst. Den Vorschlag von Simone finde ich sehr gut.

LG #blume

Beitrag von witch71 02.03.11 - 12:24 Uhr

Mir ist die Aussage noch im Hinterkopf, dass Geschwisterkinder nicht ohne zwingenden Grund auseinander gerissen werden dürfen. Die stand mal hier bei Urbia, war von einer Mutter, die sich aus ähnlichen Gründen notariell beraten liess und dort dann auch eine Verfügung hinterlegte.

Des Weiteren ist wohl auch Dein Sohn anzuhören, wo er gerne leben möchte. Er ist alt genug um sich zu äussern und sein Wunsch wird angehört.

Ein weiterer Punkt wäre noch, dass Kinder möglichst nicht aus ihrer gewohnten Umgebung genommen werden dürfen. Er kann sicher kein finnisch, kennt auch das Land nicht und hat kaum Kontakt zum Vater. Was soll er dann dort?

Ich glaube, die Chancen stünden auch so äusserst schlecht für den Vater, das Kind mitnehmen zu dürfen. Aber mach ruhig die Verfügung, gerade wenn diese dann schon beim JA mit entsprechender Information der Sachbearbeiter vorliegt untermauert das sicherlich noch das korrekte Vorgehen der Behörden.

Ansonsten schicke ich Dir noch viele gute Gedanken für die OPs.

Beitrag von ängstliche Mutter 02.03.11 - 13:45 Uhr

Ich danke euch allen für die lieben und aufmunternden Worte !

Da alles bereits beim Jugendamt liegt, werde ich diese Sorgerechtverfügung machen und von unserer "Sachbearbeiterin" beglaubigen bzw bezeugen lassen.

Mein Freund möchte den kleinen Großen im Fall der Fälle natürlich bei sich behalten, würde den Umgang zum leiblichen Vater auch gestatten (so wie beim Jugendamt vereinbart) und seine Familie würde ihn dann auch unterstützen (er wohnt in der Einliegerwohung im haus seiner Eltern, Platz und so weiter wäre dort für die Kinder, inkl großem Garten und einer Oma die 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche auch zu haus ist).

Ich hoffe natürlich das es nicht dazu kommen wird, doch so kann ich ruhiger an die Zukunft denken und muss nicht die unbändige Angst haben das mein Schatz allein in einem fremden Land, als eigentlich verstossenes und ungeliebtes Kind sein muss ... der Gedanke macht mir mehr Angst und macht mich noch trauriger als das was mir vlt passiert.

Danke euch und ich hoffe es wird alles gut !

Beitrag von witch71 02.03.11 - 14:31 Uhr

Das ist jetzt nicht so einfühlsam, aber hilft ja nix.

Nehmen wir mal an, Du müsstest doch einige Zeit im KKH verbringen oder es geht Dir aufgrund einer intensiveren Therapie sehr schlecht.
Habt Ihr (Du, Freund, Oma) denn schon die Situation gehabt, dass Deine Kinder beim Papa und der Oma alleine waren? Kennen sie das überhaupt?

Ist jetzt richtig doof, ich weiss, aber ich persönlich würde mich besser fühlen, wenn ich wüsste, die Kinder kennen das schon (auch mit Übernachtung) und fühlen sich dort grundsätzlich pudelwohl.

Beitrag von ängstliche Mutter 02.03.11 - 15:22 Uhr

Hallo,

ja das kennen die 2.

Also sie sind auch mal allein bei meinem Freund oder mit ihm unterwegs oder eben auch bei den Großeltern (im selben Haus) wenn ich einen Termin hatte/habe oder wir abends mal aus waren das sie dann dort bei Oma & Opa übernachten. Finden sie total klasse ... mein Großer fragt öfter warum wir denn nicht dorthin ziehen, dann könnte er ja auch einen Hund haben ;-) (ich hab ihm gesagt das er erst einen Hund bekommt wenn wir einen Garten haben).
Das macht mir keine Angst. Ich weiß sie sind dort gern und fühlen sich dort wohl, ob oben bei Papa, oder unten bei den Großeltern.
Die 2 sind, obwohl die Kleine ungeplant war und der Große ja nun nicht blutsverwandt ist, beide die Schätze der ganzen Familie und jeer würde alles stehen und liegen lassen für die 2.
Meine Kleine kennt es ja gar nicht anders, aber gerade für den Großen finde ich das wunderschön da er eben in seiner "leiblichen" Familie (mein Ex und seine Anhänger), eher wie das 5. Rad am Wagen behandelt und absichtlich in Gefahr gebracht wird.