Ich freu mich irgendwie nicht....

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von anna-nym71 02.03.11 - 10:57 Uhr

...ich bin zwischendurch so ängstlich vor dem ungewissen Ablauf der Geburt meiner Tochter, dass ich mich einfach gar nicht so auf das Baby freue wie alle anderen Mütter es immer erzählen.

Wenn ich doch nur genau sagen könnte wovor ich genau Angst habe, dann könnte ich besser dagegen angehen. So trinke ich Schwangerschaftstee für die Nervenstärkung und Himbeerblättertee damit alles schön weich und elastisch wird damit die Geburt nur nicht sooo lange wird....

Außerdem bekomme ich diese Woche zum 2. mal die Akupunktur. Meine Hebamme, der ich auch gesagt habe das ich ab und an mal so eine Panikattacke bekomme, setzt mir auch immer noch eine Extranadel gegen Angstzustände.

Dieser blöse Zustand nervt ungemein...
An einem Tag denke ich die ganze Zeit: "Das schaffst Du, auch wenn Du keine PDA bekommen kannst, Millionen von Erstgebärenden haben das Millionenmal ohne hinbekommen. Egal was unter der Geburt passiert, die Hebammen kennen das schon."
An diesen Tagen bin ich auch gelassen und einigermaßen froh gelaunt.

Dann kommt wieder mal ein Tag an dem mir immer nur diese undefenierbare Angst im Kopf rumspringt. Klar denke ich dann auch mal an die Komplikationen die unter einer Geburt passieren können und wenn es hart auf hart kommt dann muss ich eben direkt eine Vollnarkose bekommen und es wird dann ein Kaiserschnitt gemacht. Gut, dass es mir nach den Narkosen, die ich bisher in meinem Leben bekommen habe, immer schlecht ging und mit langer K*tzerei endete, damit muss ich dann auch leben. Hauptsache alle gesund. Die Bindung an das Kind wird auch ein, zwei Stunden später klappen wenn ich wieder aus der Narkose da bin, hoffe ich....

Ich bin nicht zimperlich und weiß das eine Geburt sehr weh tut, bisher bin ich bei Schmerzen immer mit meinem autogenen Training recht weit gekommen. Durch meine chronische Schmerzkrankheit habe ich auch gelernt mit positiven Bildern zu arbeiten und den Schmerz als solches zu aktzeptieren ihn aber nicht gewinnen zu lassen.
Den schlimmsten Schmerz den ich mal aushalten musste war eine Gallenkolik die sich über Stunden hinzog. Eine befreundete Mutter mit 4 Kindern sagte mal zu mir das sie lieber nochmal 4 Kinder bekommen würde als noch eine Gallenkolik. Sie hatte auch eine und wusste was sie sagt. Denke ich...

Wenn ich dann lese das eine Geburt sich anfühlt wie einen Backstein quer zu sch**ßen weil alles zerreißt (gefühlt) bin ich mir natürlich nicht mehr so sicher das ich das veratmen und mit positiven Gedanken, Bildern und so wegarbeiten kann.

Ob es mir peinlich ist wenn ich laut werden muss im Kreißsaal, ja ganz bestimmt, gerade weil mein "Mann" dabei ist. Die meisten sagen das es einem dann total egal ist, ich bezweifle das sehr, bin ich doch mein Leben lang ein sehr kontrollierter Mensch gewesen....

Wenn sich dann noch der Darm entleert und mein Mann das auch noch mitbekommt...*seufz* naja es ist wohl normal wenn man nicht vorher noch ordentlich Stuhlgang hatte und ich werde nicht die erste und letzte Frau sein der das passieren würde. Die Hebis sind da erfahren und machen das sicherlich recht unauffällig weg. So wurde es uns im GVK erklärt.

Auch denke ich manchmal daran wie ich wohl turnen muss wenn das Baby sich noch drehen muss und mein Mann dann unerotische Einblicke in den Geburtskanal bekommt. Immerhin haben 30% der Männer nach einer Geburt Probleme hinterher ihre Frau als Frau und nicht nur als Gebärobjekt zu sehen. Und auf den #sex mit meinem Mann möchte ich nicht verzichten, dafür macht das einfach zuviel Spaß. :-)
Ehrlich gesagt ist das eine Sorge die ich richtig greifen und auch so erklären kann. Alle anderen Dinge kommen so dazu sind aber nicht so massiv. Die Mischung macht es.

An den Tagesablauf, wenn das Baby dann da ist, habe ich aufgrund der Sorgen rund um die bevorstehende Geburt, noch nicht soviele Gedanken verschwendet, außer den, dass ich dann mit Hund und Kind Gassi gehen muss und mir dringend noch Tragesysteme anschauen muss. Mit dem Kinderwagen wird die schnelle Gassirunde bei den Treppen bei uns im Haus echt zu aufwendig. #schwitz

Ihr merkt, meine Gedanken springen von einem zum nächsten Ast und ich wechsele zwischen An und Entspannung. Anstrengend...echt anstrengend....

Nun, ich habe mir, wenn auch recht spät, ich bin in der 37 Woche, noch zwei Bücher bestellt die sich mit der Geburtsvorbereitung beschätigen:
1. Geburt und Stillen. Über die Natur der elementaren Erfahrungen von Odent
2. Die selbstbestimmte Geburt von May Gaskin

Ich hoffe das ich mich damit auch noch beruhigen und vorbereiten kann wenn die Attacken wieder kommen.

Bin ich ein Einzelfall damit das meine Sorgen größer sind als die Freude ein Kind mit dem Mann zu bekommen den ich wirklich liebe?

Wie seit Ihr mit Euren Sorgen umgegangen?


Liebe Grüße aus Hamburg und Danke für Eure Antworten!

Beitrag von minikruemelchen25 02.03.11 - 11:16 Uhr

Hallo,

ich kann mir sehr gut vorstellen, wie du dich fühlst. Und glaub mir, es gibt mehr werdende Mütter, denen es genauso geht, als du glaubst.
Auch ich hatte vor der zweiten Geburt eine riesen Panik. Ich hab nicht selten abends nur noch geweint und konnte mich überhaupt nicht auf meine Maus freuen. Bei mir lief allerdings die erste Geburt alles andere als schön ab, nicht wegen der Sache an sich, sondern das ganze drum herum war schrecklich (z.B. offene Kreissaaltür, jeder der auf dem Gang langlief konnte mich "leiden" sehen).
Dazu kam, dass ich wusste, ich würde alleine sein. D.h. mein Mann konnte nicht mit, weil wir weggezogen sind von Familie und Freunden und er musste bei unserem Soghn bleiben.

Langer Rede kurzer Sinn...es war eine Traumhafte Geburt, schnell und unkompliziert und überhaupt nicht, wie einen Backstein quer....du weisst schon was ;-) Und ehrlich gesagt, ich hab mich fast noch besser allein gefühlt, als damals mit meinem Mann. Ich hatte allerdings auch ne super liebe Hebamme.

Mach dir bitte keine zu großen Sorgen. Und für die Geburt direkt...versuch locker zu bleiben und nicht zu verkrampfen, auch wenns schwerfällt. Du kannst nichts falsch machen und glaub mir, der Moment, wenn dein Baby geboren wird und dir danach auf die Brust gelegt wird ist einfach unbeschreiblich und jeden Schmerz und jede Angst wert #verliebt

Du schaffst das ganz sicher!

LG
Kathy mit Niklas (fast 4 Jahre) und Lina (20 Tage)

Beitrag von irish.cream 02.03.11 - 12:09 Uhr

*hand shake*

Ich hab zwar keine Angstzustände - mache mir aber logischerweise auch so meine Gedanken.. komischerweise viel mehr als in meiner letzten Schwangerschaft #kratz

Mein Sohn kam in der 32.ssw nach anstrengenden Wehen und komplett geöffnetem Muttermund per Not-Sectio zur Welt.. daher weiß ich zwar, was Wehen sind, kann mit dem Schmerz umgehen, weiß aber nicht, wie es "weitergeht" und mache mir so meine Gedanken um meinen Mann, den musste ich während der "ersten Geburt" nämlich mehr betreuen, als mich selbst und habe ihn nachher aus rausgeschickt, weil er kreidebleich und kurz vorm umkippen war..

Ich mach mir halt so meinen Kopf um die Peinlichkeit der Darmentleerung, vor allem da ich chronisch Darmkrank bin und die Situation absolut nicht einschätzen kann#zitter

Dann weiß ich nicht, wie ich mit meinem Mann umgehen soll - der Herr ist sehr empfindlich (s.o.), hat aber auch eine große Klappe und reißt in den ungünstigsten Momenten gerne "urkomische" Sprüche um die Situation besser umgehen zu können - auf solche Sprüche, Anspielungen zu Kuhgeburten (mein Mann ist ein Bauernsohn), oder Floskeln á la "Salami in Elbtunnel schmeißen" hab ich ihm Kreissaal aber garantiert keine Lust..
er hat mir aber auch schon "gedroht" dass er sich diesmal nicht rausschmeißen lässt, weil er wenigstens die Geburt seines 2ten Kindes mitmachen will #zitter

Und dann ist da noch das Problem mit der Betreuung meines ersten Kindes - alles war geplant, und jetzt in der 35.ssw sagen alle Betreuer ab.. eigentlich sollte mein bester Freund/Schwager auf Brian achten, während der Geburt, der muss aber jetzt selbst für ein paar Wochen ins KH (künstliches Hüftgelenk)..
Meine Mutter hatte Flexurlaub eingereicht, war auch genehmigt worden - jetzt wurd eine Kollegin entlassen und somit hat sich der Flexurlaub erledigt, sie bekommt ab 5 Tage vor ET festen Urlaub - so lange wird es bei mir aber nimmer dauern lt. FA und Hebamme..
und da wären wir wieder bei meinem Mann, der sich weigert auf unseren Sohn zu achten, weil er ja unbedingt dabei sein will - er will notfalls den Großen mit ins KH nehmen :-[
Hab schon gesagt, ich lass einen geplanten KS machen, dann hab ich wenigstens dieses Problem gelöst, weil dann kann ich den KS nach dem Dienstplan meiner Familie planen #aerger

Alles nicht so einfach..
Tanja mit Brian (3) und Amy (35.ssw)

Beitrag von stefannette 02.03.11 - 14:31 Uhr

In der Schwangerschaft ist man echt in einer totalen Ausnahmesituation. Ich hab 5 Kinder und jedesmal kam es mir die Geburt vorher wie ein Berg vor,den ich irgendwie bezwingen mußte. Versuch Dich abzulenken,wenn Du wieder in dieses GEfühls und Sorgenchaos kommst,vielleicht hilft das!!
Du wirst das sicher gut schaffen und auch Dein Mann wird stolz auf Dich sein.#liebdrueck Ihr liebt Euch und Du kriegst ein Kind von ihm.
Mein Tipp (wenn Du noch keine hast) such Dir eine Hebamme!!!! Die kommt jetzt schon und kann Dir viele Fragen beantworten und Ängste nehmen!!

Beitrag von blumella 02.03.11 - 21:21 Uhr

Willkommen in der Gefühlswelt einer schwangeren Baldmami!
Ganz ehrlich? Klingt alles völlig normal und super vorbereitet auf eine Geburt.

Für mich war die Geburt meines Kindes das bisher einschneidendste Ereignis in meinem Leben. Ein Kind verändert nicht nur Dein Leben, sondern auch Dich als Menschen ganz gewaltig. Da finde ich es nur natürlich, dass man nicht nur Freude empfindet, sondern auch eine ganze Portion Angst und Unwohlsein dabei ist.

Zu den Männern: Ich habe auch immer gesagt, dass mein Mann nur am Kopfende stehen darf und sonst nirgendwo und hatte irgendwie auch ein ganz anderes Bild von Geburt im Kopf, als das, was dann unsere Realität war.
Mir war während der ganzen Geburt schlecht und ich musste mich mehrmals übergeben. Mein hat sich also die eine Hand von mir zerdrücken lassen, damit ich die Wehen wenigstens irgendwie verarbeiten konnte und in der anderen hielt er ganz tapfer meine Kotzschale. Nebenbei hat er mir noch "vorgeatmet" und am Ende der Geburt stand er am Fußende, hielt mein rechtes Bein und war neben der Hebamme derjenige, der unser Baby als erstes gesehen hat.
Auch als ich genäht wurde konnte mein "alles" sehen, weil er in der Zeit unsere Maus gewaschen und angezogen und dann wieder zu mir gebracht hat, aber er hat kein Trauma davongetragen und unser Intimleben hat unter diesen Erfahrungen auch nicht gelitten.
Für uns beide war das Geburtserlebnis eine ganz besondere Erfahrung, die so rein gar nichts mit Sex zu tun hat, so dass da auch keine "negativen" Eindrücke verbleiben konnten.
Wenn ich ihn beim Sex ankotzen würde, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das Auswirkungen auf unseren zukünftigen Beischlaf hätte...

Alles Gute für die Geburt!

Beitrag von smurfine 03.03.11 - 07:51 Uhr

Hej :-)
Erstmal gaaaaanz tief durchatmen #liebdrueck.
Also die Nummer mit dem Backstein ist ein sehr misslungener Vergleich.
Beim Einsetzen der Presswehen fühlt sich das so an, als ob man etwas im Becken liegen hätte das da nicht durchpassen kann. Wenn die Sache dann mal in Bewegung kommt, dann merkt man: geht doch.
Das hat aber alles nicht wirklich was mit den Schmerzen einer Geburt zu tun. Es ist einfach nur ein unwirkliches Gefühl in dem Moment.
Und die Austreibungsphase hab ich als ziemlichen Klacks empfunden, und meine Geburt war soo schön nicht.
Es ist kein Schmerz am Ende, sondern ein heftiger!! Druck.
Ich hab immerzu gesagt: das drückt so! #hicks

Und der Rest: man kann manches nicht steuern. Wenn Dir nach Schreien ist, dann tu's. Deine Kraft brauchst Du da für was anderes. Wer da was von Dir denkt ist völlig #gaehn. Die Hebammen haust Du sicher nicht vom Hocker, egal was Du anstellst.

Lg,
FINA

Beitrag von anna-nym71 04.03.11 - 10:26 Uhr

Vielen lieben Dank erstmal für Eure Antworten, nicht ganz allein zu sein hilft ungemein.

Ich bin auch ein wenig entspannter seit ich die beiden Bücher, dass von Ina May Gaskin habe ich schon durch, gelesen habe. In Gaskins Buch geht es hauptsächlich darum das man eine Geburt aushlaten und körperlich auch schaffen kann ohne sich mit Medikamenten zudröhnen zu lassen.
Klar, wenn ich es nicht aushalte, dass weiß man erst wenn mitten in den Wehen steckt, dann werde ich auch nicht nein sagen wenn man mir diese, was war es noch gleich...Valium, Morphium keine Ahnung was für ein Medi spritzt. Eine PDA kommt ja, wie geschrieben nicht in Frage.
Trotz des festen Glauben an mich und meine körperlichen wie mentalen Fähigkeiten den ich habe und durch die Bücher noch ein wenig zu stärken versuche, bete ich natürlich das keine Komplikationen entstehen die einen vorschnellen Kaiserschnitt und damit eine Vollnarkose für mich passieren.

Gestern wurde es kurz ernst. Ich hatte eine komische Nacht. In meinem Bauch rasten 1000 Ameisen und pieksten unterschiedlich lang an unterschiedlichen Stellen bis 4 Uhr Morgens. Meine Kleine hat auch getobt und an Schlaf war nur wenig zu denken. Ich habe aber keine richtige Angst gehabt, sondern immer schön tief in den Bauch geatmet und mir selbst Mantramäßig vorgesagt: Wenn es losgeht, dann ist das eben so und diese komischen Gefühle im Bauch sind nicht mit etwas gefährlichen verbunden, es geht nicchts kaputt, es ist eine Geburt wie sie seit Anbeginn der Menschheit stattfindet und gelingt.
Als wir dann am Morgen zur geplanten Untersuchung und natürlich ctg bei meiner Ärztin waren, war es vorbei mit der inneren Entspannung....
Das ctg zeigte sogenannte "Dips" also ein ganz leichtes Absacken der Herzfrequenz und meine Ärztin hat mich gleich in meine Geburtsklinik eingewiesen. Dort angekommen, wurde ein neues ctg geschrieben, allerdings eines über eine halbe Stunde, und das war wieder total ok. Die Hebamme und die Ärztin meinte das es durchaus möglich wäre ds die kleine geschlafen hat, dann kann so ein ctg Bild entstehen. SIe haben mich nicht dabehalten und mich beruhigt.
Natürlich habe ich auf dem Weg zur Klinik Tränen vergoßen, kam doch alles so schnell und ich war nicht wirklich vorbereitet weil ich mich ja eigentlich wohl fühlte und die Prickelei im Bauch in der Nacht davor auch nicht schlimm fand.
Naja, bereit ist man wohl nie so richtig. Aber ich brauch doch noch ein paar Tage um mir mental ein paar Bilder zu basteln die mir helfen mich unter der Geburt zu entspannen und meinen Körper die Möglichkeit geben sich zu öffnen. Ich glaube ja daran das man mit positiven Gedanken und Bildern wie sich öffnenden Blüten und so weiter seinen Körper ein wenig zu richtigen/besseren arbeiten anleiten kann....