Guttenbergs Politik

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Beitrag von dariafer 02.03.11 - 11:54 Uhr

Hallo Zusammen,

es gibt ja unten schon genug Stimmen, die Guttenbergs Rücktritt kontrovers diskutieren und vielleicht wundert es mich auch, weshalb es immer noch genügend Menschen gibt, die hinter ihm stehen. Das ist jetzt nicht nur so dahin gesagt, aber ich frage mich weshalb ein großer Teil seine Betrügereien als " Fußnote vergessen" abtut. Jetzt könnte man natürlich sagen, das sind Menschen die sich mit wissenschaftlichen Arbeiten nicht auskennen, aber auch als sich immer mehr verdichtete, dass große Teile einfach abgeschrieben sind, entsteht keinerlei Unrechtsbewusstsein.

Das hat Guttenberg natürlich für sich zu nutzen gewusst, so ist er er auch gar nicht nur wegen seiner Doktorarbeit zurückgetreten, sondern vielmehr wegen der armen Soldaten, denen nicht mehr Aufmerksamkeit zuteil wurde. (WIDERLICH)

Was ich immer wieder von deinen Anhängern höre: " ER hat gute Politik betrieben." oder "Einfach ein toller Politiker" ohne aber jemals zu sagen, was er denn soGutes getan hat.

Zugegeben, er hat brilliante Haare, ne tolle Frau und immer in der Bunte zugegen. Reicht das aus, um große Menge der Bevölkerung einzulullen?

Worin bestand seine außerordentlich gute Politik? Irgendwie konnte mir das niemand beantworten? Ich denke da an Kundus, Gorch Fock, Bundeswehrreform usw.
Habe ich vielleicht seine Brillianz übersehen oder quatschen diese Menschen einfach irgendwas ohne Sinn und Verstand nach? Es geht mir jetzt nicht für ein zu oder gegen Guttenberg, sondern ich möchte vielmehr seine herausragenden politische Leistungen erfahren. Wer kann mich belehren?
Es nervt, ich weiß...:-)

LG
Daria

Beitrag von jabberwock 02.03.11 - 12:04 Uhr

Über diese Frage zerbrechen sich so ziemlich alle die Köpfe, die ich kenne. Oder andersrum gesagt: Ich kenne niemanden persönlich, weder im RL, der Guttenberg gut findet und mir diese Fragen beantworten könnte, aber auch im Netz habe ich noch niemanden gefunden, der diese Fragen beantwortet hätte.
Es kommt mir vor, als lebten die Guttenberganhänger in einer bis dato unbekannten Parallelgesellschaft #zitter

Beitrag von ayshe 02.03.11 - 12:35 Uhr

Ob die Politik gut war oder nur als solche verkauft wurde und warum er überhaupt beliebt ist, wird inzwischen schon von Psychologen diskutiert ;-)
Im Radio lief schon etwas, vllt kann man im Netz auch etwas finden.

Beitrag von serefina 02.03.11 - 12:42 Uhr

Ich mag ihn. Er ist durch seine vielen Flüge nach Afganistan zu den Soldaten und wegen dort seiner aufbauenden Worte bei ihnen sehr beliebt. Er hat als einziger es geschafft die Wehrpflicht auszusetzen was vor ihm noch keiner geschafft hat. Obwohl sie es versucht haben. Die Fälle auf der Gorch Fork ...ähm was genau hat er denn damit zu tun? Wisst ihr wieviele Menschen bei der Bundeswehr arbeiten? Er ist nur der Oberste und muss für alles gerade stehen auch wenn andere Misst bauen? Ist das immer so richtig? Wenn ich als examinierte Krankenschwester alleine die Station oder den Wohnbereich leite und Anweisungen gebe und sie nicht befolgt werden sondern die Pflegehilfskraft trotzdem misst baut in irgendeiner Form muss ich den Kopf dafür hinhalten ...ob ich persönlich dabei war oder nicht spielt keine Rolle. Das ist nicht immer fair....als Beispiel genannt.
Seine Doktorarbeit hat absolut nichts mit seiner Politik zu tun. Das ist wie eine Facharbeit die in der Schule geschrieben wurde nur eben bisschen besser. Aber hat mit seiner Arbeit als Verteidigungsminister rein null zu tun. Abgesehen davon haben schon ganz andere Politiker ihre Doktorarbeiten verschwinden lassen ...und die Gründe dafür liegen wohl auf der Hand. Er hat sofort auf den Doktortitel verzichtet aber das reichte ja nicht für die Opposition. Er war bei der Bevölkerung beliebt und musste weg. Weil er anders war.... sympatisch jung sprachgewannt....beliebt bei den Soldaten und das nicht ohne Grund. Und er hat schon recht was für ein trauriges Land das sich mehr für eine Doktorarbeit und das Privatleben interessiert von ihm als für Soldaten die sterben um uns zu schützen!!!! Pfui!!!:-[
Guttenberg weg...Wen kriegen wir dann? Irgendwas bürokratisch- korrektes aber menschlich-grausames?
Wer muntert jetzt die Truppen auf?

Beitrag von perserkater 02.03.11 - 13:03 Uhr

"Wer muntert jetzt die Truppen auf?"

Das war eigentlich nicht seine Hauptaufgabe oder doch? Davon ab, diese Soldaten sind freiwillig da unten. Mein Vorgesetzter kommt auch nicht alle 2 Monate zu mir um mich anzufeuern...

Beitrag von serefina 02.03.11 - 13:07 Uhr

Ich denke du hast keine Ahnung sorry.... es ist eine sehr wichtige Aufgabe dort unten die Soldaten die von ihren Familien getrennt sein müssen aufzumuntern und komm hier nicht mit freiwillig. kein Wunder das es keine Soldaten mehr geben mag bei solch einer Einstellung in der Gesellschaft ihnen gegenüber. Respektlos sonst nichts.

Beitrag von perserkater 02.03.11 - 13:20 Uhr

Entschuldige aber ich bin Pazifist. Wenn es nach mir ginge gäbe es tatsächlich keine Soldaten. Und ja, es ist freiwillig. Kein leichter Job mit Sicherheit aber sie wissen worauf sie sich einlassen.
Soweit käme es noch, dass wir hier amerikanische Verhältnisse haben. Da werden ihre "Helden" bejubelt.
Gegen Rücken stärken habe ich sicher nichts aber wenn das ausreicht übernehme ich sofort das Amt.

Beitrag von serefina 02.03.11 - 13:47 Uhr

Wenn es nach mir ginge gäbe es auch keine Krieg alle Menschen wären Freunde und hätten sich ganz doll lieb und die Welt wäre eine bessere....
Leider bin ich nicht dazu in der Lage das so umzusetzen .... :-) Schade

Beitrag von perserkater 02.03.11 - 13:56 Uhr

#augen
Nur weil ich deine Einstellung Soldaten gegenüber nicht teile heißt es nicht, dass ich auf einem Ponyhof lebe.

Geh die Sonne genießen!

Beitrag von serefina 02.03.11 - 14:00 Uhr

Ne im Traumland trifft es eher .... danke das tu ich ...solltest du auch machen .... ;-) Liebste grüße:-):-):-):-):-)

Beitrag von king.with.deckchair 04.03.11 - 17:40 Uhr

Was für ein dummes Zeug.

Beitrag von serefina 02.03.11 - 13:09 Uhr

Ach nochwas zum aufmuntern..... traurig ...tut mir leid für dich ich habe so eine Chefin die Wert auf das Arbeitsklima legt und das auch mit besonderen Gesten ab und an zum Ausdruck bringt. Würde nicht schaden mehr davon zu haben.

Beitrag von asimbonanga 02.03.11 - 13:17 Uhr

Hallo,
vielleicht informierst du dich nochmal?

http://www.derwesten.de/nachrichten/Guttenbergs-Entscheidung-loest-Raetselraten-aus-id4194269.html

Besonnenes Handeln geht anders. Auch hier hat v.G. hektisch manövriert.

Seine Truppenaufmunterung mit Ehefrau ( was ich noch o.k. fand ) mit Herrn Kerner wurde zurecht kritisiert.

L.G.

Beitrag von serefina 02.03.11 - 13:27 Uhr

Danke ich brauch mich nicht online informieren. Ich sitze an der Quelle. ;-) Desweiteren kam auch das Mädchen aus meinem Ort.
Und wenn du richtig zugehört hättest dann wäre dir so einiges mehr bewußt.
Ich mag ihn ihn warum wieso weshalb hab ich gesagt.

Beitrag von asimbonanga 02.03.11 - 15:01 Uhr

<<<Und wenn du richtig zugehört hättest dann wäre dir so einiges mehr bewußt.
Ich mag ihn ihn warum wieso weshalb hab ich gesagt. <<<

Wenn ich richtig zugehört hätte? Deinem einseitigen Geschwafel ohne Substanz?
Bist du in der Lage auch andere Positionen als die der Soldaten zu sehen?

Ich glaube nicht.

Beitrag von gustav-g 02.03.11 - 18:07 Uhr

asimbonanga, so emotional kenne ich dich nicht

#herzlich

Beitrag von asimbonanga 02.03.11 - 18:42 Uhr

Ach ich glaube langsam reicht es. Egal ob es sich um die "hängt ihn -Fraktion" handelt oder um die unverbesserlichen Lichtgestalt-Beschwörer.
#hicks

Beitrag von allyl 02.03.11 - 13:20 Uhr

Ich mag ihn. Er ist durch seine vielen Flüge nach Afganistan zu den Soldaten und wegen dort seiner aufbauenden Worte bei ihnen sehr beliebt.

- Machen "aufbauende Worte" einen guten Politiker aus? Beliebtheit und Kompetenz gehen nicht unbedingt immer konform. Ich kann ja verstehen, dass es bei der Truppe gut ankommt, wenn er oft nach Afghanistan geflogen ist, aber ein gutes Stück hat er die Besuche ja auch inszeniert, eben um sich als "Macher" darzustellen.

Er hat als einziger es geschafft die Wehrpflicht auszusetzen was vor ihm noch keiner geschafft hat. Obwohl sie es versucht haben.

- Es gibt für alles seine Zeit, und ein anderer Verteidigungsminister hätte es wahrscheinlich auch irgendwann gemacht. Wobei die Frage bleibt, ob die Aussetzung der Wehrpflicht wirklich sinnvoll ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Fälle auf der Gorch Fork ...ähm was genau hat er denn damit zu tun? Wisst ihr wieviele Menschen bei der Bundeswehr arbeiten? Er ist nur der Oberste und muss für alles gerade stehen auch wenn andere Misst bauen?

- Gorch Fock! Was er damit zu tun hat? Er hat erst vor vorschnellen Verurteilungen gewarnt und dann den Kommandeur einen Tag später - ohne dass die genauen Umstände untersucht waren - abberufen. Seltsam, dass die BILD genau das gefordert hatte... aber na ja. Inzwischen scheint es so, als würde Herr Schatz rehabilitiert, und insofern war Herr Minister zu Guttenberg wohl doch etwas vorschnell. Niemand lastet ihm persönlich an, was auf der Gorch Fock passiert ist, sondern nur, wie er mit Krisen dieser Art umgeht.

Seine Doktorarbeit hat absolut nichts mit seiner Politik zu tun. Das ist wie eine Facharbeit die in der Schule geschrieben wurde nur eben bisschen besser. Aber hat mit seiner Arbeit als Verteidigungsminister rein null zu tun.

- Sie hat aber etwas mit Ehrlichkeit und Integrität zu tun. Er hat bewusst betrogen. Hätte er etwas Selbsteinsicht besessen, hätte er seine Doktorarbeit in die Schublade packen können, bis er genug Zeit hat, sie vernünftig zu erarbeiten. Stattdessen erschummelte er sich seinen Doktor und bezeichnet später sein Ansinnen, Beruf, Politik, Familie und Doktorarbeit unter einen Hut zu bringen, als Quadratur des Kreises. Beschämend.

Abgesehen davon haben schon ganz andere Politiker ihre Doktorarbeiten verschwinden lassen ...und die Gründe dafür liegen wohl auf der Hand. Er hat sofort auf den Doktortitel verzichtet aber das reichte ja nicht für die Opposition.

- Sofort? Hatte er nicht anfangs noch von abstrusen Vorwürfen gesprochen? Ausserdem kann man auf den Doktortitel nicht "verzichten".

Er war bei der Bevölkerung beliebt und musste weg. Weil er anders war.... sympatisch jung sprachgewannt....beliebt bei den Soldaten und das nicht ohne Grund.

- Wo war noch mal der Grund? Ich finde es schlimm, dass er von vielen jetzt als Opfer angesehen wird. Die Opposition war es jedenfalls nicht, die die Doktorarbeit für ihn geschrieben hat.

Und er hat schon recht was für ein trauriges Land das sich mehr für eine Doktorarbeit und das Privatleben interessiert von ihm als für Soldaten die sterben um uns zu schützen!!!! Pfui!!!

- Herr zu Guttenberg hat monatelang dafür gesorgt, dass man sich für sein Privatleben interessiert. Seine Medienpräsenz war ja wohl exorbitant, und von ihm und seiner Gattin so gewollt. Und das von ihm jetzt herangezogene Argument der armen Soldaten, das hier jetzt so schön nachgeplappert wird, das ist Pfui.

Guttenberg weg...Wen kriegen wir dann? Irgendwas bürokratisch- korrektes aber menschlich-grausames?
Wer muntert jetzt die Truppen auf?

- Mir war nicht klar, dass die Aufgabe des Verteidigungsministers darin besteht, Truppen aufzumuntern.

Gruß, Ally#klee

Beitrag von thetis 02.03.11 - 13:23 Uhr

Danke. Es gibt noch Leute die einem nicht das Gefühl geben von Ignoranten umgeben zu sein.

Beitrag von allyl 02.03.11 - 13:37 Uhr

#danke#freu.

Ich krieg hier in den letzten Tagen schon das Kopfschüttel-Augendreh-Syndrom. Da in meinem privaten Bekanntenkreis eigentlich alle ähnlich denken wie ich, war ich mir vorher gar nicht so bewusst, dass Herr zG für viele Deutsche eine Art Messias zu sein scheint...

LG Ally#klee

Beitrag von perserkater 02.03.11 - 14:04 Uhr

Mir geht es genauso. WO sind die 80% die hinter ihm stehen? Ich kenne persönlich keinen.

Beitrag von allyl 02.03.11 - 14:48 Uhr

Ich - zum Glück - auch nicht. Wobei mein Chef anfangs der Meinung war, es sei alles nur aufgebauscht. Aber er hat die Meinung inzwischen revidiert...

Na ja, und es kommt doch auch immer drauf an, welches Klientel man fragt, oder?

Umfragen vor seinem Rücktritt:

Bild-Zeitung: 69 % pro Guttenberg
Hamburger Abendblatt (auch Springer..., seltsam): 66 % contra Guttenberg

Online-Umfragen gestern, ob der Rücktritt gerechtfertigt ist (Endergebnis weiß ich nicht, ich kann nur Zwischenstand gegen 16 Uhr sagen):

GMX: 40 % Ja, 60 % Nein
Tagesschau.de: 66 % Ja, 34 % Nein

LG Ally#klee

Beitrag von perserkater 02.03.11 - 14:54 Uhr

"Na ja, und es kommt doch auch immer drauf an, welches Klientel man fragt, oder?"

Mit ziemlicher Sicherheit.

LG

Beitrag von gustav-g 02.03.11 - 19:06 Uhr

"es kommt doch auch immer drauf an, welches Klientel man fragt, oder?"

Ja
und wie die Frage lautet
und wer wo antwortet
und wer nicht antwortet
und wie gross die Stichprobe ist

Vermutlich antworten die Leser der Bild-Zeitung nicht im Hamburger Abendblatt und umgekehrt.

Ich habe nicht den Verdacht, dass bei den Umfrageergebnissen geschwindelt wird :-)

Danke für deine Antworten #blume

Beitrag von allyl 02.03.11 - 20:01 Uhr

#danke#freu.

Ich denke auch nicht, dass bei den Ergebnissen geschwindelt wird. Aber wie Du schreibst, es gibt so viele Faktoren, die eine Umfrage beeinflussen können (oft eben auch gewollt beeinflussen), und das reicht dann schon aus;-).

LG Ally#klee