Mein Mann, der Fremde

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Hilfe für eine fremde 02.03.11 - 12:23 Uhr

Ich brauche etwas Hilfe,
Ich bin mit meinem Mann seit 6 Jahren zusammen, 2 davon Verheiratet.
Vor ca. 3 Jahren hatten wir eine kleiner Krise. Mein Mann war damals für fast 1 Jahr arbeitslos und hat sich in der Zeit sehr verändert. Er hat seinen Hintern nicht Hochbekommen, und war gleichzeitig immer gelangweilt.
Irgendwie habe ich leider etwas Achtung vor ihm verloren in der Zeit. Er war einfach nicht mehr der Mann in den ich mach damals verliebt hatte. Ich habe aber trotzdem durchgehalten weil ich dachte das es eben mit seiner Arbeitslosigkeit zu tun hatte.
Damit hatte ich anscheinend auch recht, denn seit 2 Jahren Arbeitet er wieder Vollzeit. Er Arbeitet viel, es tut ihm gut. Das erste Jahr war auch wieder klasse, alles so wie frisch zusammen, ich war wieder auf Wolke 7. Deshalb haben wir auch geheiratet. Aber seit Anfang dieses Jahres ist etwas anders. Nicht von Ihm aus sondern von mir. Er Zeigt mir sehr das er mich liebt und auch für unseren Sohn ist er ein toller Vater. Aber wenn ich Nachts neben ihm liege habe ich das Gefühl da liegt ein fremder Mann.
Ich kann es kaum beschreiben, es ist ein Blödes Gefühl aber irgendwie ist da eine Mauer zwischen uns und ich weiß nicht was ich tun soll.
Er ist auch nicht kalt zu mir aber wenn ich in seinem Arm liege und auf sein schlafendes Gesicht schaue denke ich mir : wer bist du?

Kann mir jemand helfen? Kennt das wer? Was kann ich tun?

Beitrag von .roter.kussmund 02.03.11 - 12:48 Uhr

"Irgendwie habe ich leider etwas Achtung vor ihm verloren in der Zeit."

hm.. nur "etwas Achtung" oder war es doch etwas mehr?

"Ich habe aber trotzdem durchgehalten"

dafür, daß dein mann FAST ein jahr zu hause war, finde ich, bist du etwas schnell.. ähm.. ungeduldig mit ihm geworden.
verliert man so schnell die achtung vor seinem partner #kratz

überlege doch mal, ob vor dieser zeit noch alles i.O. war.

Beitrag von Hilfe für eine fremde 02.03.11 - 13:11 Uhr

Ja in einem Jahr die Achtung zu verlieren klingt ein wenig hart aber ich versuche das Jahr mal zu erklären, vielleicht verstehst du dann eher was ich meine.

Er hat sich damals innerhalb von 2 Monaten so verändert... von einem Selbständigen Mann an den ich mich anlehne kann in.. naja im Grunde ein zweites Kind.
Er hat fast 1 Jahr nur vor dem TV verbracht. Er ist morgens aufgestanden, Jogginghose und Shirt an und vor den TV, und das bis abends. Er hat nichts mehr alleine gemacht, nicht mal sein Geschirr vom Wohnzimmer Tisch in die Küche.
Wenn ich versucht hab mit ihm raus zu gehen, nur gemeckert er hat nur herumgenörgelt. Jeder Tag der nicht im Wohnzimmer ablief hat er mir komplett vermeckert.

Und das schlimmste war seine Gleichgültigkeit. Auf fast jede Frage habe ich die Antwort: „ich weiß nicht“ bekommen, Egal ob es sich auf kleine Entscheidungen bezogen hat oder, was mich am meisten geschafft hat, auf unsere Zukunft... Seine Gleichgültigkeit hat mich einfach soo verletzt.
Ich stand das ganze Jahr alleine Da, hab gearbeitet, mich ums Haus gekümmert und das war das Jahr in dem unser Sohn kam.

Und wie gesagt, das ging so gut 1 ganzes Jahr...Vielleicht ist das wirklich nicht lange aber mir kam es damals wie eine Ewigkeit vor. Aber wie gesagt, das ist ja jetzt anders... auch wenn es trotzdem nicht in Ordnung ist.

Beitrag von .roter.kussmund 02.03.11 - 14:39 Uhr

da ist er aber sehr schnell in ein ganz, ganz tiefes loch gefallen.
na ja, und des in den hintern tretens, bist du sicherlich auch müde geworden. ich vermute mal, daß sein damaliges verhalten noch ganz tief in dir steckt und du nun vielleicht unbewußte zweifel und ängste hegst, falls es eine erneute derartige situation gibt... somit hast du interesselosigkeit, ja, fast ein wenig abneigung gegen ihn entwickelt. #gruebel

Beitrag von thyme 02.03.11 - 15:37 Uhr

Klingt für mich nach Depression

LG thyme

Beitrag von elofant 02.03.11 - 14:26 Uhr

Mein Mann war auch über ein Jahr arbeitslos. Sicher war er in der Zeit recht nervig. Gelangweilt etc. Nach einigen Absagen hat er manchmal resigniert und war dadurch noch nerviger.
Aber deswegen die Achtung vor ihm zu verlieren? Das find ich schon ein bißchen anmaßend. Eigentlich fast frech.


Dein Gefühlschaos hat sicher nichts mit der Arbeitslosigkeit zu tun. Vielleicht hatte Eure Beziehung vorher schon einen Knick? Überleg mal.