Nach AS Muttermund zugewachsen

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von sternchen080910 02.03.11 - 12:43 Uhr

Hallo zusammen,

ich möchte hier niemandem Angst machen - möchte nur mal von meiner Geschichte berichten. Vielleicht hilft es ja jemandem, denn ich bin recht lange im Dunkeln getappt inkl. meiner Ärzte!

Im September 2010 hatte ich einen medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbruch in der 14. SSW - leider hat unsere kleine Maus keine Chance bekommen, zu leben Wirklich das schlimmste Erlebnis meines Lebens - samt dem ganzen "Rattenschwanz", der hierauf folgte!

Als ich nach mehreren Monaten noch keine Periode bekam und ständig Schmerzen hatte, rannte ich von Arzt zu Arzt. Blut in der Gebärmutter, mal Schleimhaut, mal keine Schleimhaut, Eierstöcke arbeiten - die Ultraschallbilder waren irgendwie verwirrend... Von Duphaston (Gelbkörperhormon) über zwei Pillenzyklen und immer wieder der Aussage "Erstmal abwarten" war alles dabei. Aber nichts hat geholfen.

Irgendwann stieß ich auf das Asherman-Syndrom - hier handelt es sich um Verwachsungen, die meist durch eine zu weite Abtragung der Schleimhaut bei einer AS herrühren. In ihrer schwersten Form verbleibt in der Gebärmutter keine Schleimhaut und somit bleibt auch die Periode aus.

Außerdem las ich, dass viele Frauen nach einer Ausschabung eine Muttermundschwäche haben oder z. B. auch der Muttermund zuwachsen kann durch das manuelle Aufdehnen. Und dass häufig die Muttermund-Zäpfchen zu spät gegeben werden... Ich bekam mein Zäpfchen max. 10 Minuten vor der OP - da hatte ich mich vorher schon gewundert, was das bringen soll!

Über mehrere Tage bettelte ich meinen Frauenarzt an, mir eine Überweisung zur Gebärmutterspiegelung auszustellen, doch er war da sehr stur. Irgendwann gab er genervt auf.

Die Zeit zwischen meinen ersten Vermutungen und der Spiegelung war die Hölle - ich hab mir wirklich jedes Horrorszenario ausgemalt und mich schonmal am Rande mit Adoption beschäftigt...

Bei der Spiegelung wurde festgestellt, dass mein Muttermund vernarbt und zugewachsen war! Der Muttermund wurde geöffnet und aufgedehnt.
Hier blieb natürlich meine Angst bzgl. der Muttermundschwäche - durch die Vernarbungen wäre aber wohl eher das Gegenteil der Fall, was wiederum im schlimmsten Fall einen KS zu bedeuten hätte - aber damit kann ich leben.

Das Menstruationsblut der letzten 5 Monate (!!!) war in der Gebärmutter verblieben (daher auch die schlimmen Schmerzen) und wurde nun endlich entfernt.
Die Schleimhaut unter dem Blut ist regelrecht verkümmert - ob hier auch noch Vernarbungen vorliegen, konnte nicht ausgeschlossen werden. Hier müssen die nächsten Monate zeigen, ob sich die Schleimhaut regeneriert oder weitere Schritte erfolgen müssen (OP, Hormontherapie).

Wie gesagt - ich hoffe, dass ich jetzt niemandem Panik mache. Aber vielleicht ist es für den ein oder anderen hilfreich!

Mir waren diese Risiken bei einer AS überhaupt nicht bewusst! Hätte ich vorher davon gelesen, wäre vieles anders verlaufen und ich wäre eben nicht so lange im Dunkeln getappt.

Liebe Grüße und alles Gute!

Beitrag von sternenmami 02.03.11 - 13:01 Uhr

hey,
wow das ist ja echt krass was du da mitmachen musst. nicht nur das du dein kleines mäuschen hergeben musstest, nein da bauen die auch noch scheiße bei der AS. mir kannst du damit keine angst machen, ich bekomm ja immer regelmäßig meine mens.;-) aber es ist gut dass du es hier mal losgeworden bist und vielleicht hilft es tatsächlich einigen hier. ich wünsche dir jetzt ganz ganz ganz viel glück#klee dass es bald wieder klaapt und dann alles gut geht#liebdrueck

glg #sternmami mit gabriel und stella fest im #herzlich

Beitrag von unipsycho 02.03.11 - 18:57 Uhr

Oh das ist mal heftig.
Aber ich wurde darüber aufgeklärt, dass es zu Komplikationen kommen kann... Find ich wirklich heftig, dass dein FA so lange die Flüssigkeit in deiner Gebärmutter toleriert hat #kratz
Und ich mag mir gar nicht vorstellen, was du für schmerzen gehabt haben musst #schock

Ich mag nur mal mein Erlebnis erzählen... von der anderen seite:

ich bestand diesmal auf einen natürlichen Abgang. Ich setzte das Utrogest, nachdem klar war, das Mini nicht mehr lebt, eigenständig ab und 2 Tage später bekam ich Schmerzen #schock
Ich hatte das Gefühl, wieder meinen Sohn zur Welt bringen zu müssen #schock Richtige Wehen im Abstand von 2-3 Minuten nur dass sie ca 5-10 minuten anhielten.
Und das alles für ein 8mm kleines Etwas??? #kratz
Ich bekam dann auch Fieber und bin zum FA gegangen. Hab Antibiotika bekommen.

Das ist jetzt 3 Tage her... Die Blutung hat nur zögerlich eingesetzt.
Ganz ehrlich: im Moment wünsche ich mir, dass ich den abgang doch herausgezögert hätte und mich ausschaben lassen hätte.
Ich hab Angst, dass ich gar nicht mehr schwanger werden kann, dass die Infektion meine Gebärmutter "kaputt" macht.

Also Jacke wie Hose... beides hat seine Risiken...

Beitrag von sternchen080910 02.03.11 - 19:36 Uhr

Tut mir leid, was Du erleben musstest!

Ehrlichgesagt war ich von der Situation so überfordert, dass ich mir die Risiken nicht durchgelesen hab. Innerhalb kürzester Zeit mussten wir entscheiden, die SS abzubrechen...
Ich dachte halt, eine AS ist ein absoluter Routine-Eingriff. Das ist er ja eigentlich auch - bei mir haben die Ärzte wirklich Mist gebaut - diese Eventualität hat sicherlich auch nicht in der OP-Einwilligung gestanden.

Natürlich hast Du recht - beides birgt gesundheitliche Risiken! Ich möchte hier auch nicht gegen AS und für natürliche Abgänge plädieren!

Ich hatte z. B. gar keine andere Wahl - ohne AS wäre es nicht gegangen.

Ich kann nicht darüber urteilen, wie ein natürlicher Abgang vonstatten geht und welche Risiken er birgt.

Ich wollte damit nur sagen, dass ich lange gebraucht habe, um zu realisieren, dass etwas schief gegangen sein muss. Und auch die Ärzte sind sehr naiv da ran gegangen.

Dir alles Gute#liebdrueck

Beitrag von unipsycho 02.03.11 - 20:32 Uhr

hab mich blöd ausgedrückt.... ich wollte dir auf keinen fall so ne "selber schuld, hättest du vorher wissen müssen" - antwort geben. Ich bin da echt lange aufgeklärt worden...

Ich bin auch deiner Meinung, dass bei dir gepfuscht wurde. Bin aber eher über deinen Frauenarzt entsetzt als über den verpfuschten Eingriff.

Das bei einem Routine-eingriff was schief geht ist der eine Punkt, aber dass sich ein Arzt GEWEIGERT hat weiter gehende Untersuchungen durchzuführen, ein anderer.
Echt! das find ich absolut unerhört!

Na und mein Erlebnis hab ich für diejenigen reingestellt, die gerade vor der entscheidung stehen Ausschabung, oder natürlicher Abgang - es soll ja tatsächlich ärzte geben, die einen nicht sofort in den OP karren, sondern der Frau Zeit geben, wenn sonst alles fein aussieht.
Bei meiner 1. Ausschabung sind von Diagnose bis zur Ausschabung 24h vergangen. Ich hatte noch gar nicht richtig realisiert, was da vor sich geht, da lag ich schon im OP... Dabei war das vermutlich gar nicht nötig. Ich hab mich gut gefühlt. Die hätten noch ein paar Tage warten können.

Beitrag von sternchen080910 03.03.11 - 09:15 Uhr

Schon OK - so habe ich das auch nicht verstanden.

Aber mein Eintrag wirkte tatsächlich etwas wie Contra AS - das war so nicht unbedingt gemeint.

Naja, dass sie mich in der Klinik wenige Minuten nach dem Zäpfchen in den OP geschoben haben, hätte auch nicht sein müssen. Schließlich hatten wir alle Zeit der Welt - ein paar Stunden oder gar Tage früher oder später hätten nichts ausgemacht!

Von der Diagnose bis zur AS vergingen bei mir 6 Tage - trotzdem wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, wie mir geschieht. Habe auch erst zwei Wochen nach der AS begonnen, um unsere Tochter zu trauern. Vorher hatte ich das irgendwie noch nicht realisiert...

Beitrag von lilaluise 02.03.11 - 22:35 Uhr

Ach mensch da hast du ja ganz schön was mit gemacht!#liebdrueck
Ich hatte vor 7 Jahren eine AS von einem Pfuscher....:-[ er hat irgendwas (man kann es nicht mehr nachkonstruieren) falsch gemacht. mein muttermund ist doll vernarbt...so doll, dass es 54 Stunden bei der Geburt meiner Tochter gedauert hat bis er sich geöffnet hat..also eine normale Geburt war durchaus möglich.wenn auch sehr anstrengend!
alles Gute!

Beitrag von sternchen080910 03.03.11 - 09:19 Uhr

Vielen Dank für Deinen Eintrag!

Dann ist bei Dir wahrscheinlich auch der Muttermund beim Aufdehnen gerissen.

Gut zu wissen, dass es trotz Vernarbungen geht... Wobei ich auch mit einem KS leben könnte, wenn ich anschließend ein gesundes Kind hätte #verliebt