Was für SCH....... Ärzte es gibt

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von 21.08.79 02.03.11 - 13:41 Uhr

Hallo ihr lieben,

ich muss das jetzt los werden,ich bin sauer,traurig und einfach nur rrrhhhh..... !!!

Ich habe einen MA in der 9 ssw und soll am Freitag eine AS bekommen.
War heute zur Narkose und Op besprechung im Krankenhaus und muss feststellen wie Herzlos manche mit der Geschichte einer Frau um gehen die einen Abort erleiden mussten.

Sowas kann ich nicht verstehen und war wirklich erschrocken und jetzt bin ich nur noch sauer !!!!

Wer hat sowas auch schon mal erlebt,das man bei einem MA so Herzlos behandelt wird ???

Lg

Jacqueline

Beitrag von josy1984 02.03.11 - 13:48 Uhr

Hi,

ich kann auch ein Lied davon singen... allerdings hatte ich keinen MA, sondern eine ELSS mit OP am 22.01. Als ich als Notfall in die Klinik kam wurden mir auch tausend Dinge an den Kopf geknallt "Ach, wie? Sie wollten ein Kind?" und "Das war noch kein Baby, nur fehlentwickeltes Gewebe im Eileiter"... Sie haben mich auf die Wochenbett-Station gelegt und ich sollte am zweiten Tag zum Abend-Buffet, wo die ganzen Mütter mit ihren Neugeborenen waren.

Ne ne... und zu allem ÜBerfluss haben sie bei der OP noch Mist gebaut und das SS-Gewebe im ganzen bachraum verteilt, so dass ich am 16.02 nochmal operiert werden musste.
Diesmal aber in der Uniklinik und es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Alle waren sehr einfühlsam und lieb. Es geht also auch anders!

LG
Josy

Beitrag von zwergelchen1 02.03.11 - 14:09 Uhr

Hallo,

tut mir sehr leid, dass Du das auch erleben musstest. Bei meiner 1. AS im Sept. 2010 hat der Anästhesist mich unverständlich angeschaut und vorwurfsvoll gemeint: Warum weinen Sie denn? Sie haben doch schon ein Kind. Andere warten und warten oder können gar nicht schwanger werden.

Man trauert doch nicht weniger nur weil man schon ein Kind hat!

Ich war so geschockt, konnte gar nichts drauf sagen.

Das sind für mich so oberflächliche Leute, die nicht nachdenken sondern einfach drauf los reden. Ehrlich gesagt tun mir diese Leute echt leid.

Bei der 2. AS im Jan.11 hatte ich das genaue Gegenteil. Ganz liebe Leute. Vom Anästhesisten, über die Schwestern bis hin zum Personal im Aufwachraum. Alle sehr mitfühlend.

Liebe Grüße
Elke

Beitrag von moppel80 02.03.11 - 14:15 Uhr

....leider ist eine AS Alltag in den Kliniken und für warme Worte bleibt wenig Zeit.
Bei mir war es damals sehr ähnlich - deswegen versuche ich es diesmal mit einem natürlichen ABgang, und gehe nur im Notfall zur AS.

Beitrag von oekomami 02.03.11 - 14:41 Uhr

Hallo,

wir haben einen guten Freund dier ist Narkosearzt und an manchen Tagen hat er 5 und mehr AS nach FG.

Und leider sind in dem Job FG was harmloses. Er meinte wenn es bei einer FG schon mitleidet, dann kann er seinen Job aufgeben. Was soll er dann erst machen wenn ein schwerverletztes Kind in den OP kommt, was vielleicht noch verstirbt.

LG

Beitrag von schne82 02.03.11 - 14:51 Uhr

das stimmt natürlich, dass es "dramatischere" Sachen gibt für die Ärzte. Dennoch könnten sie natürlich etwas mitfühlender sein, was sie bei mir zum Glück waren.

Beitrag von ich.mal 02.03.11 - 15:01 Uhr

@oekomami
Also wenn ich so einen Sch... höre könnte ich k... ehrlich gesagt !! Ohne Dir persönlich nahetreten zu wollen. Aber wenn jemand Arzt zu seinem Beruf gemacht hat sollte eine gewisse Bereitschaft da sein auch auf solche "Kleinigkeiten" einzugehen. Ein Mitleiden des Arztes wird ja nicht verlangt aber eine gewisses Maß an Einfühlungsvermögen kann man ja wohl an den Tag legen. Oder sind die Frauen die eine FG haben, in welchem Stadium auch immer, zweite Wahl in der Behandlung ?????
FG=harmlos für den Arzt?? Mag ja stimmen, rein vom "technischen Standpunkt" aus!!!!! Aber was verdammt noch mal ist das denn für eine Einstellung von solchen "Ärzten" ???


Gruß

Ich

Beitrag von schlingelchen 02.03.11 - 19:30 Uhr

Keiner erwartet, dass er Mitleid hat,aber jeder Arzt sollte in der Lage sein angemessen mit einem trauernden Menschen umzugehen.Wenn sich nicht in der Lage sieht beruhigende Worte zu finden, dann sollte er lieber nix sagen.
LG,Anja

Beitrag von unipsycho 02.03.11 - 20:54 Uhr

so und ich geb dir mal recht :-p

im Ernst. Ich erwarte von Krankenhauspersonal und Ärzten nicht, dass sie mich verstehen, betüdeln und sonstwas.

Bei einem späten abort ja, aber nicht bei... "sowas"

ich hab das jetzt 2mal erlebt.

Krankenhaus ist schnell, laut, hektisch, viel.
So ein Frühabort ist aus medizinischer sicht etwas "normales". passiert öfters mal.. und es ist nun mal nur ein kleiner Zellhaufen der raus muss. Da ist eine Eileiterschwangerschaft, oder ein Darmverschluss schon interessanter...

Das heißt nciht, dass ich so mit meinen Aborten umgehe. Ich bin wirklich wahnsinnig traurig. Ich bin gestern in Tränen ausgebrochen, weil an der Kasse beim einkaufen ein Pampers-Gutschein lag :-( und die heulerei ist noch nicht zu ende.

Aber ich weiß, was ich von wem zu verlangen habe. Ein Arzt, der nicht weiß, wie es ist einen frühabort zu erleben, hat da einfach mal keinen bezug dazu.
und manche haben auch viel zu viele schlimme sachen erlebt - eben wie ein sterbendes kind, dass solche Leute echt ko**en könnten, wenn sie sehen, wie jemand um so einen "sinnlosen zellhaufen" weint. und dann kommt eben auch die bemerkung "sie habe doch schon ein kind!"

wenn ich aber dem klinik-seelsorger begegne, dann erwarte ich von dem verständnis und aufbauende worte, oder eben auch verständnisvolles schweigen.

was andere leute sagen brauch ich mir gar nicht anzunehmen. das liegt nicht in deren zuständigkeitsbereich. ich trauere wie und wann es mir gefällt. und wer mir das verbietet bekommt nen rüffel von mir.
aber ich weiß auch, dass der- oder diejenige aus irgendeinem grund nicht in der lage war, zu erfassen wie es mir geht und bin mir bewusst, dass seine worte und taten ungerechtfertigt waren. fertig.

Beitrag von schne82 02.03.11 - 14:50 Uhr

also die Erfahrung hab ich gar nicht gemacht. Ich hatte meine AS vor drei Wochen in einem relativ "renommierten" KH für Geburten hier in der Umgebung. Alle, sei es die Schwestern, die Ärztin bei der Voruntersuchung, die Anäthesisten, der OP-Arzt etc. ALLE waren echt super lieb und haben mir gut zugeredet, dass die OP nciht schlimm ist, dass es ihnen leid tut, dass ich noch jung bin und bald ein gesundes Baby haben werde... habe mich echt super "wohl" gefühlt.

Tut mir leid, dass es bei dir nicht so war. Ich glaub ich würde denen was passendes sagen... naja aber in so ner Situation ist man ja auch nicht immer dazu in der Lage.

Als ich mich im KH auf der Station angemeldet habe, ging ein Vater mit seinem Neugeborenen über den Gang und ich hab sofort wieder schluchzend angefangen zu heulen und die Krankenschwestern haben sich so lieb um mich gekümmert und sofort in einen anderen Aufenthaltsraum gebracht (vielleicht war ich denen auch nur peinlich aufm Gang).

Beitrag von annabella1970 02.03.11 - 15:30 Uhr

Leider bleibt Mitgefühl oft auf der Strecke...aber auch Ärzte haben eine Verantwortung den Patienten gegenüber und es sollte eine Berufung sein...

Es wird dir nicht viel helfen aber auc hich habe 2 mal erlebt, wie neutral die Ärzte sein können....und von einer ganz normalen Verkäuferin wird immer Höflichkeit verlangt...wo liegt da der Unterschied?????????#kratz..ach ja am Gehalt!!!#kratz

Beitrag von alagdolwen 02.03.11 - 15:36 Uhr

Tut mir leid, dass Du ein so schon schlimmes Erlebnis noch schlimmer erleben mußtest.

Bei mir waren damals alle ganz lieb. Ich lag aber auch schon vorher eine Woche im KKH und alle hatten mit mir gehofft. Das Kleine habe ich direkt im KKH verloren und hatte direkt eine Not-OP.
Sowohl die Ärzte als auch die Schwestern haben sich trotz Hektik, Zeit für tröstende Worte und Fragen genommen.
Am nächsten Tag kamen sogar die Schwestern ständig, um nach mir zu sehen und zu fragen, ob ich was brauche, ob ich seelische Unterstützung brauche... Auch mein Mann durfte unabhängig von Besuchszeiten zu mir kommen. Auch die Ärztin kam nochmal persönlich vorbei und wir durften uns persönlich von unserem kleinen Stern verabschieden.
Wenn es diesesmal gut geht, und das will ich hoffen, wird das auch die Klinik werden, wo ich entbinden will.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft.

Beitrag von almararore 02.03.11 - 18:18 Uhr

Ich hatte das auch mal, Der Arzt der feststellte, dass das Herz vom Baby nicht mehr schlug hat mich ohne viele Erklärungen mit einer Überweisung aus der Tür geschoben.... Im KH war es dann nicht viel besser. Sechs-Bett Zimmer mit 5 nicht deutschsprachigen Damen und drei Tage bin ich bis zur AS einfach so dagelegen... Zwischendurch immer die Schwestern: Na ist es schon von selbst gekommen?" Ich werde das NIE vergessen...

Alles Gute und lass Dich drücken!
Alex

Beitrag von kimsophie74 02.03.11 - 19:10 Uhr

also da kann ich zum Glück auch nicht mitreden, denn ich hab 2 x das Gegenteil erlebt!
Hatte im Dezember 2009 eine stille Geburt unseres Sohnes in der 21. SSW, da waren wirklich alle, Schwestern, Ärzte und Hebammen so lieb und einfühlsam, ich hab ein Einzelzimmer bekommen und musste keine einzige Schwangere sehen, mein Mann konnte die Nacht bei mir bleiben und auch hinterher haben sich alle wirklich rührend um uns gekümmert.

Jetzt hatte ich vor 3 Wochen einen MA mit AS und wieder hab ich eigentlich nur positives erlebt, selbst die Anästhesisten waren soooo lieb, hatte nämlich total Angst vor der Narkose...
lediglich der Arzt beim Abschlussgespräch war etwas "kalt" und hat nen doofen Spruch gemacht, aber sonst fühlte ich mich jedes Mal sehr gut aufgehoben und behütet.

Hab mir aber fest vorgenommen, beim nächsten Mal wenn ich in dieses KH muss, werde ich ein schreiendes Baby entbinden...

Beitrag von ruby79 02.03.11 - 19:10 Uhr

Hallo Jacqueline!

Erstmal tut es mir leid, daß Du jetzt gerade einen MA miterleben musst.

Allerdings muß ich auch sagen, daß es mich ärgert, daß hier immer so viele auf die Ärzte schimpfen, wie herzlos sie seien.
Das finde ich persönlich unfair.
Man muß etwas immer subjektiv und objektiv betrachten.

Für euch ist die Situation jetzt momentan ,subjektiv betrachtet,unerträglich, was ja auch vollkommen verständlich und normal ist.
Für die Ärzte auf Gyn-Stationen ist es,objektiv betrachtet, einfach nunmal Alltag.

Ich denke jeder Arzt muß für sich selbst eine Grenze ziehen, wie weit er etwas(also nicht nur Aborte) an sich heran lässt, sonst könnte er seinen Beruf irgendwann gar nicht mehr ausüben, weil ihn alles zu sehr belastet.

Und was man dabei immer noch bedenken muß: Ärzte sind Wissenschaftler und Forscher.Es ist einfach so.

Ich habe damals bei meiner stillen Geburt auch gesagt bekommen: "Ihr Kind wird heute Nacht wohl kommen, aber sie sind ja noch jung, sie können noch weitere Kinder bekommen." Und danach kamen dann noch andere Sprüche.

Klar, war das für mich in gerade dieser Situation super-hart und unfassbar so etwas zu hören, ABER ich habe niemals gedacht, daß einer der Ärzte herzlos sei.

Liebe Grüße Corinna

Genau der Arzt, der diesen Satz gesagt hat, war im Jahr darauf bei Rübchens Geburt dabei und konnte sich übrigens noch gut an mich erinnern.

Beitrag von anja570 03.03.11 - 01:19 Uhr

Hallo,

solche Erfahrungen konnte ich auch in einem KH sammeln, wo ich die 1.FG mit AS hatte.
Dummerweise kam ich am Wochenende als Notfall rein, hatte keine Wahl, sonst wäre ich woanders hin gegangen.
Ich hatte dauerhaft das Gefühl, dass eine AS im KH nur Routine ist, wurde von einer jungen Schwester gefragt, ob es denn geplant war.
Ich war heilfroh, dass ich nach 2 Nächten wieder zu Hause war, sollte noch eine Nacht bleiben.
Die ganze KH-Atmosphäre machte mich erst richtig krank.

Letztes Jahr hatte ich wieder 2 FG mit AS, war beide Male in einer Tagesklinik. Das war es wert, dort wurde ich wesentlich besser und einfühlsamer behandelt und war schnell wieder zu Hause.

In einer Tagesklinik finden auch täglich AS wegen FG und Abtreibungen statt, auch Bauch-oder GM-Spiegelungen, sowie andere OP´s, aber im KH sehen sie schlimmeres und stumpfen dann wohl bei Routine-OP´s ab.

Außerdem kommen dort nicht nur Frauen zur OP hin, gleichzeitig bieten 2 FÄ Sprechstunde an.

LG
Anja

Beitrag von hullifan 03.03.11 - 09:49 Uhr

Ich denke, das ist ein Art Selbstschutz, den man in dem Beruf dringend braucht. Davon ab, find ich medizinisch fähiges Personal wichtiger, als welches mit "Herz". Wenn Du es von der Seite betrachtest, ists vielleicht leichter für Dich und Du hast sicher ganz liebe Menschen um Dich herum, die Dich trösten. Alles Gute.