Sprachstörung L-Laute

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von inbu 02.03.11 - 14:21 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist 4 Jahre alt. Sie hat länger schon Problem bei der Aussprache vieler Laute. Es sind eigentlich alle weg, außer dem L. Zum Beispiel sagt sie Huft zu Luft.
Habt ihr auch solche Erfahrungen. Ist ein Logopäde notwendig, oder vergeht es mit dem Alter?

LG

Inna

Beitrag von tascha3577 02.03.11 - 14:56 Uhr

Hallo,
ich würde an deiner Stelle den Kinderarzt mal fragen. Wir sind seit 2 Jahren beim Logopäden bei uns waren es einige Dinge die gelernt werden mussten.
Mittlerweile sind wir bei dem SCH und Str angekommen und er macht riesen Fortschritte.

lg

Beitrag von xam2007 02.03.11 - 18:56 Uhr

Hallo...

auch wenn es hier viele andere Meinungen geben wird, rate ich dir, geh bitte zur Logopädie. Dein Kind wird es dir später danken.

Unsere Maus ist 3,5 Jahre und wir gehen seit August 2010 zur Logo und sie macht riesen Fortschritte. Sie hat/hatte Probleme mit : K, G, R, Sch, Sp, St. Viele dieser Defizite sind mittlerweile weg.

Falls dein KiA sagt, das hat noch Zeit, dann wende dich an einen HNO Arzt, der wird dir bestimmt ein Rezept schreiben. Bei uns war es nämlich so, dass die KiÄ sagte, das es noch bis zum 5. Geburtstag Zeit hat und wir uns keine Sorgen machen sollten. Ich war anderer Meinung und bin zum HNO Arzt und der sagte, je früher eine Logo begonnen wird umso besser ist es.

LG x. & Prinzessin, die im März ihr 3. Rezept (mit 10 Sitzungen) bei der Logo beginnt

Beitrag von mirja 02.03.11 - 19:31 Uhr

Sorry, aber so ein Schmarren!

Da könnte ich mich echt aufregen! Kinder entwickeln ihre Sprache erst bis zum 5. Lebensjahr vollständig. So wie ein Kind von Anfang an noch keine langen Sätze bilden kann, einen wesentlich kleineren Wortschatz hat, so bilden sich auch die Laute erst nach und nach. Die von dir genannten Laute sind die typischen Laute, welche erst später kommen... Da müsste man ja 90% der Kinder in Therapie schicken!

Dein Kind tut mir echt leid, mit 3 Jahren (also noch ganz am Anfang der SprachENTWICKLUNG) schon zur Logo geschleppt zu werden. Dass viele der "Defizite" schon weg sind, liegt wohl eher daran, dass sie einfach älter geworden ist.

Einen Säugling schickt man doch auch nicht zur Ergo, weil er noch nicht laufen kann...

Toll, dass unser Gesundheitssystem für so einen unnötigen Schwachsinn ausgebeutet wird....

Kopfschüttelnde Grüße von mirja

Beitrag von xam2007 03.03.11 - 14:35 Uhr

Hallo...

sorry, muss meinen Senf noch dazu schreiben#augen. Mein Kind ist nicht mehr am Anfang seiner Sprachentwicklung. Sie hat schon sehr früh angefangen zu sprechen und ich bin froh, dass wir zur Logo gehen. Denn ich kenne nämlich auch die andere Seite. Leider!

Kenne einige Kids, die mit 5 noch sehr schlecht sprechen und dann jammern die Eltern, wenn das Kind nicht schultauglich ist und in Therapie muss.
Ein Bespiel: Ein Mädel sollte eingeschult werden, konnte weder L, R, K noch G sprechen. Selbst ihren Namen konnte sie nicht. Sie wurde zurückgestuft, weil Mama es als Lapalie abgetan hat und sagte, sie lernt das in der Schule. Das Ende vom Lied: Kind kam in die Förderschule, weil die Therapie länger als ein Jahr dauerte. Die Logopädin sagte: Hätte man früher eingegriffen, wäre es nicht soweit gekommen.

Wie du siehst ist es in MEINE AUGEN sehr sinnvoll zur Logopädie zu gehen, auch wenn viele anderer Meinung sind. Es ist unsere Entscheidung, wenn wir dahin gehen.

x.

Beitrag von mirja 04.03.11 - 14:37 Uhr

Es gibt ja auch noch einen Mittelweg zwischen viel zu früh und 2 Wochen vor Schulbeginn mit einer Logopädie anzufangen.

Fakt ist, dass die Kinder auch Zeit brauchen, von selbst die Aussprache zu lernen. Sinnvoll ist es, beim HNO Arzt abzuklären, ob das Kind richtig hört, das würde ich auch schon sehr früh testen, wenn da alles in Ordnung ist kommt der Rest meist von selbst. Wenn man um den 5. Geburtstag herum merkt, dass einiges in der Aussprache noch fehlt, dann ist immer noch genügend Zeit, eine Therapie zu beginnen. Die Kinder in dem Alter haben viel schneller Erfolge, weil sie auch in ihrer gesamten Entwicklung weiter sind. Nach einem 10 Stunden Rezept ist meist alles ok. Und wenn nicht, dann kann man immer noch 10 Stunden dranhängen.

Dass ein Kind in die Förderschule kommt, weil es zu spät eine Logopädie gemacht hat, ist ausgesprochender Quatsch. So ein Kind wird normalerweise ein Jahr zurückgestellt, weil es somit noch nicht komplett schulreif ist und hat in diesem Jahr seine Therapie. Dies wurde bei dem von dir genannten Kind einfach versäumt....Ein Kind kommt nicht einfach in eine Förderschule, da muss schon mehr in der Entwicklung nicht stimmen. Das hat dir die Mutter des Kindes wohl einfach verschwiegen....

Eine Logopädin überschreitet übrigens auch massiv ihre beruflichen Kompetenzen, wenn sie behauptet, das Kind wäre schulreif geworden, wenn sie es früher therapieren können hätte - mal abgesehen von der gebrochenen Schweigepflicht....

Ein Kind, welches sie nur einmal die Woche für 1 Stunde in einer Einzelsituation sieht und nur einen bestimmten Bereich des Kindes kennenlernt, von diesem Kind kann die Logopädin sicherlich nicht die gesamte Entwicklung beurteilen.

Nun ja, ich merke in meiner Arbeit, dass immer mehr Kinder, immer früher zu Therapien geschickt werden und frage mich ernsthaft, woher das kommt? Panik der Eltern oder ist es einfach bequemer, jemand anderen etwas erledigen zu lassen, was man auch selbst machen könnte.... Ich bin mit einigen Therapeuten öfters im Gespräch und ganz ehrlich, es gibt so vieles, was Eltern selbst tun könnten, aber einfach nicht machen.

Schade um die Kinder und schade um das Geld, welches für unnötige Therapien verbraucht wird und oft den Kindern, die wirklich ein Therapie nötig hätten, nicht mehr zugute kommen kann.

Beitrag von witch71 02.03.11 - 19:16 Uhr

Ich hab meinen Sohn selbst "kuriert": Bei ihm war es das "sch".
Die Schlange war die Slange, der Schuh eben ein Suh und flauschig wurde zu flausig.

Da kam dann eine Weile die "Sch"-Bahn. Wir liefen, wenn wir zusammen in der Wohnung den Raum wechselten hintereinander angekoppelt her. Mit lautem "Sch-sch-sch" und später "Tsch-tsch-tsch". Daran merkte ich zunächst, dass er es ganz normal sprechen kann, dass er es nur verinnerlichen muss. Das war mir deswegen wichtig zu wissen, um eben die Logopädie-Frage für mich zu klären. Hätte das nicht geklappt, hätte ich ihn zur Sprachtherapie geschickt.

Ich machte ihn dann auch bewusst darauf aufmerksam, dass er das ja ganz toll kann, es aber im täglichen Leben nicht einsetzt. Auf einmal fing er an, sich selbst zu korrigieren, der Schuh wurde erst falsch, nach einem kurzen Stutzen seinerseits dann korrekt ausgesprochen.

Das war unser Weg, es hat aber nur funktioniert, weil er eben kein grundsätzliches Problem mit der Aussprache hatte.

Beitrag von yamie 02.03.11 - 19:53 Uhr

hi


sie ist 4 jahre und hat das problem schon länger? stell sie einem logopäden vor und lass den entscheiden: ist dein kind behandlungsbedürftig, oder nicht.
in 2 jahren kommt sie zur schule, was wenn sich dieser fehler nicht allein legt?



lg
yamie


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dies ist KEINE signatur!

Beitrag von bine3002 02.03.11 - 22:35 Uhr

Die Frage ist, ob deine Tochter überhaupt ein L sprechen kann. Wie ist mit dem L, wenn es im Wort oder auch am Ende steht wie bei "Kalle" oder "Ball". Wenn sie das kann, dann ist davon auszugehen, dass sie es auch in den anderen Worten lernen wird. Wenn sie es überhaupt nicht kann, dann würde ich mal einen Logopäden aufsuchen und mir zeigen lassen, wie man diesen Laut am besten lernt. Alles weitere kann man in diesem Alter noch gut über Hausaufgaben machen oder es zumindest mal probieren.

Oder Du lässt dir ein dickes Fell wachsen und vertraust auf die Natur. Ist sicher auch bißchen davon abhängig, wann das Kind eingeschult wird und wieviel Zeit bis dahin noch verbleibt.