Betreuungsunterhalt / Ehegattenunterhalt - Insolvenz

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von mini-sumsum 02.03.11 - 14:36 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage bezgl. der oben genannten Stichpunkte.

Ich war (bin) mit meinem Mann seit 8 Jahren verheiratet, wir haben 2 Kinder (4 J + 3 Monate).

Im Trennungsjahr (während der Schwangerschaft) habe ich mehr verdient als er, und so habe ich montalich 3/7 der Gehaltsdifferenz an ihn gezahlt. Er zahlt für die Kinder Unterhalt nach DD Tabelle.

Aufgrund eine in der Ehe geschlossenen Kredites (gesamtschuldnerische Haftung) sind wir beide gezwungen, ein Verbraucherinsolvenzverfahren zu eröffnen. Zur Zeit läuft der außergerichtliche Einigungsversuch.

Bei seinem bisherigen Gehalt abzgl. Unterhalt für die Kinder bleibt ca. ein Pfändungsbetrag von 70 Euro "übrig". Ich selbst beziehe nun Elterngeld, mein Pfändungsbetrag liegt bei 90 Euro.

Bei meinem Arbeitgeber habe ich 3 Jahre Elternzeit eingereicht, im 2. und 3. Jahr werde ich (bereits abgesprochen) wohl oder übel Teilzeit arbeiten müssen.

Nun meine Fragen: Würde mir nach der Zeit des Elterngeldes (also ab dem 1. Geburtstag) theoretisch sowas wie Betreuungsunterhalt zustehen? Und wenn ja, wonach bemisst sich dieser? Die Scheidung wird bis dahin wohl durch sein.

Falls mir welcher zusteht, wie schaut es unter den Insolvenzbedingungen aus? Ich wäre ja bei ihm KEIN Insolvenzgläubiger, da der Unterhalt (wenn überhaupt) ja erst ab Januar 2012 fällig wäre?

Würde mein Gehalt (Teilzeit) bei der Berechnung mit einfließen? Macht es einen Unterschied, ob ich bis dahin mit meinem neuen Partner zusammen lebe?

Ich habe gestern abend versucht ein wenig zu googlen, aber ich bin daraus nicht wirklich schlau geworden. Einen Termin bei meinem Scheidungsanwalt habe ich Anfang April, da werd ich ihn auch nochmal drauf ansprechen. Und ggf. den Anwalt für meine Insolvenz.

Aber vielleicht kann mir ja jemand von euch schon ein paar Antworten geben.

LG
mini-sumsum

Beitrag von frauenzimmer8 02.03.11 - 15:10 Uhr

Hallo,

ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du.
Ich habe mich im Dezember von meinem Mann getrennt und bin aus der Wohnung ausgezogen.
Ich hatte dummerweise für meinen Mann ein Friseurgeschäft angemeldet. Auf dem Geschäft sind viele Schulden angelaufen. Ich mußte leider einen Insolvenzantrag stellen, und das Insolvenzverfahren wurde bereits eröffnet.
Ich werde wohl meinem Mann auch noch Unterhalt zahlen müssen, da er in dem Laden angestellt war und weniger verdient hat als ich. Unterhalt für unsere 3,5 jährige Tochter zahlt er nicht, habe hier Unterhaltsvorschuss beantragt. (Kindergeld + Unterhaltsvorschuss sind nicht pfändbar!)

So, jetzt versuche ich mal Deine Fragen zu beantworten, so wie ich das von meiner Anwältin erfahren habe:

Theoretisch würde Dir Betreuungsunterhalt zustehen. Aber wovon soll Dein Mann dir das bezahlen? Du willst ja teilzeit Arbeiten gehen. Den Rest wirst Du Dir wohl beim Amt aufstocken lassen müssen. (Wohngeld usw) ich kenn mich da nicht so aus.

Dein Mann wird ja in der Insolvenz gefpändet.
Dann hat er ja noch Unterhaltsplichten gegenüber seinen Kindern, danach kommst Du.
Er hat ein Selbstbehalt von c.a. 1000 EUR. alles was darüber ist, kann als Unterhalt für die Kinder und für Dich abgezogen werden.
Der nacheheliche Unterhalt an Dich wird aber in der Scheidung geregelt.

Ob es negativ für seine Restschuldbefreiung ist, wenn er Unterhaltsschulden ansammelt weiß ich nicht, denke aber schon.
Also wenn Du Unterhaltsvorschuss durch das Jugendamt bekommst, dann kann es sein, dass das von deinem Mann zurückgefordert wird, und er somit erneute Schulden macht, was nicht gut für die Restschuldbefreiung ist.

Wenn Du mit einem neuen Partner zusammenlebst, steht Dir kein Unterhalt mehr zu. Aber weiterhin den Kindern.

Das sind so die Infos, die ich aus meinen Gesprächen mit den Anwälten bekommen habe.

Ich stehe gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

Viel Glück!
D.

Beitrag von der-dude 02.03.11 - 15:36 Uhr

Aha du bist also zahlungsunfähig, aber willst eig. ganz schnell noch ein Kind mit deinem neuen Partner -- oder war das eine andere mini-sumsum??? Das hast du doch erst Anfang Feb. geschrieben!!

Wie bitte willst du denn mit 3 Kindern in Kürze wieder arbeiten??

Ich verstehe nichts, aber auch rein garnichts an deiner "Lebensplanung", es ist mir auch ein Rätsel, wie man trotz widrigster Bedingungen ständig nur ans Poppen (siehe Kondom-Thread "wir haben jeden Tag Sex") und ans Kindermachen denken kann.

Beitrag von mini-sumsum 02.03.11 - 21:13 Uhr

Hi,

vielen lieben Dank für deine nette Antwort.

Ich bin sehr wohl in der Lage, mein Leben zu planen, und auch (ja, sogar finanziell) für mich und die Kinder zu sorgen.

Ich habe einen guten Job, indem ich halbtags soviel verdiene wie manch einer in Vollzeit. Aber darum geht es hier nicht.

Ich war während der Ehe so dämlich, und habe jenen Kreditvertrag mit unterschrieben, der mich nun in die Insolvenz zwang.

Aber sei es drum. In diesem Tread geht es lediglich darum, ob ich Unterhalt von meinem Ex fordern kann. IHM geht es häufig nur um's Geld, und wenn mir was zusteht, dann werde ich versuchen es zu bekommen.

LG
mini-sumsum

Beitrag von mini-sumsum 02.03.11 - 21:14 Uhr

PS:

Bei meinen Einnahmen ab Dez diesen Jahres bin ich keinesfalls zahlungsunfähig, zum mindest nicht, wie man es im allgemeinen versteht.

Die Zahlungsunfähigkeit betrifft nur den jetzigen Kredit; welchen ich mit einer monatlichen Rate von 2.000 Euro zurückzahlen müsste.

LG
mini-sumsum

Beitrag von windsbraut69 03.03.11 - 16:26 Uhr

Ob Deine Zahlungsunfähigkeit einen oder zwei Kredite betrifft, ist doch völlig egal.

Beitrag von einfachich77 03.03.11 - 08:04 Uhr

Hallo,

ich arbeite in einer Anwaltskanzlei, die sowohl auf Familienrecht, als auch auf Insolvenzrecht spezialisiert ist. Anhand Deiner Angaben ist es leider nicht möglich, Dir hier eine gute Antwort zu geben. Das werden tatsächlich nur Anwälte können.

Hinsichtlich der Insolvenz kann ich Dir soviel sagen, dass die Kinder als unterhaltsberechtigt angesehen werden und sofern ein entsprechendes Urteil vorliegt dann auch der geschiedene Partner. Bei Unterhaltsforderungen kann sich der Pfändungsfreibetrag unter gewissen Voraussetzungen auch mal unter 1.000,00 EUR bewegen. Ist aber eher die Ausnahme.

Fakt ist, dass alle Forderungen, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstehen, nicht Bestandteil des Verfahrens sind und somit als neue Schulden auflaufen. Hierzu gehören insbesondere Unterhaltsschulden. Diese gefährden die Restschuldbefreiung allerdings nur insofern, sofern man nachweisen kann, dass der Schuldner nichts dafür getan hat, seinen Verpflichtungen nachzukommen z.B. wenn er sich wissentlich in die Arbeitslosigkeit begibt.

Ich möchte Dir dringend anraten, diese Punkte mit Deinen Anwälten zu besprechen. Nur so wirst Du eine befriedigende Auskunft bekommen. Hier ist doch alles eher spekulativ.

LG und viel Glück

einfachich77