Unser 4-jähriger treibt mich in den Wahnsinn...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von jennifer1282 02.03.11 - 16:58 Uhr

Hallo zusammen,
unser Großer ist Ende Januar 4 geworden und wird immer "anstrengender". Teilweise erkenne ich ihn nicht mehr wieder und ich muss öfters jetzt innerlich bis 5 zählen, damit er keine auf den Po bekommt.

Ich weiß auch garnicht wo ich anfangen soll... #schwitz

Im Grunde ist er ein Kuschelkopf. Mit uns und seinem Bruder (sep´08). Aber er ist auch sehr empfindlich. er weint sehr schnell und rastet dadurch auch schnell mal aus. er nimmt sich alles gleich zu Herzen und knabbert sehr lange an Vorfällen (z.B. warum hat die Kuh den Opa mit den Hörnern gebufft? Der Junge hat aber einen falschen Namen zu mir gesagt.).

Aber nun hält er sich einfach nicht mehr an die einfachsten Spielregeln. Läuft einfach über den Parkplatz zum Auto. Malt plötzlich an die Wände und steckt ein Handtuch in die Toilette (Gespräch imKiGa war sehr nett: ob ich so zu Hause putzen würde).
Er gibt Widerworte und schlägt und beschmeist seinen jüngeren Bruder (der dies im Übrigen übernimmt).
Heute nach dem Kindergarten kam von der Rückbank: "boar Mama, wann schnallst du mich endlich ab?!" Der Ton hat dieses boar noch schöner gemacht.
Er wirft Sachen durch die Gegend und wenn er dann ärger bekommt, heult er wie ein Schoßhund.

Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Reden hilft nicht. er hört nicht zu. Wenn ich ihn frage was ich gerade gesagt habe, guckt er mich grinsend an (dies habe ich als Kind wohl auch immer gemacht) und ich bekomme keine richtige Antwort. Oder er blabbert in einer Baby-/erfunden Sprache etwas und lacht.

Zudem nimmt er einfach Sachen mit. Aus dem Kindergarten, bei den Großeltern oder von uns. "Das kann ich in meiner Küche/Werkbank/ Draußen etc. gebrauchen" bekomme ich dann zur Antwort.

Ich zweifel an mir selber und weiß nicht wie ich mit ihm umgehen soll.
er streitet sich auch im Kindergarten mit anderen Kindern.

Was ist nur aus unserem Schatz geworden?

Beitrag von sillysilly 02.03.11 - 17:16 Uhr

Hallo

er versucht sich selbst zu finden
testet Euch aus
will wissen womit er durch kommt
und entscheidet selbst was er wann will

ganz normales Verhalten eines 4 Jährigen

Ihr müßt Euch überlegen, was ist Euch wirklich wichtig - was muß er einhalten ......
aber auch was nicht - wo hat er Freiheiten, darf selbst entscheiden, wo kann man auch mal nachgeben damit er auch gewinnt.


Sachen mitnehmen - total normal - einfach immer wieder besprechen und persönlich wieder zurück bringen lassen

Wichtig sind gleichstarke Freunde die ihm ganz natürlich seine Grenzen zeigen
eventuell auch besprechen, womit er es sich mit Kindern verderben könnte

Viele, viele Privatkontakte mit Kindergartenfreuden, da wird er sicherer und sie wachsen noch viel mehr zusammen.

Hält er sich an Regeln nicht die gefährlich werden können .... weg laufen ..... dann muß er halt das nächste Mal an der Hand gehen, weil du Angst um ihn hast. Du hast ihn so lieb, daß du sicher gehen willst, daß ihm nichts passiert ....... das auch durch ziehen wenn es Theater gibt


Redet er unfreundlich ...... einfach sagen, er soll es nochmals "normal" sagen - so ein Mädchen habe ich auch ...... ich reagiere auf so einen Ton halt nicht. Sage dann: ..... so und jetzt versuchst du es nochmals auf nett. Wenn nicht mache ich halt nichts .......


Wichtig - nicht aus Angst vor Theater oder Dramen unsicher werden, sonst hat er dich schnell.
Er braucht eine klare Linie - Grenzen um sich zu reiben, aber auch Sachen wo er selbst entscheiden kann. Wichtig ist ....


Grüße Silly

Beitrag von jennifer1282 02.03.11 - 20:59 Uhr

Ich danke Dir für deine Antwort und werde es mir zu herzen nehmen.

Ich habe ihn so lieb und als ich ihn heute aus dem Bett geholt habe (Mittagsschlaf) kam er auch gleich wieder an kuscheln. #verliebt
Ich mache mir wirklich sorgen, ob er sich auch so seine Freunde vergraulen könnte. Und werde daher versuchen, dass wir uns wieder mehr mit anderen Kindern treffen. So einen festen Stamm gibt es, aber ich werde mal versuchen andere Kindergartenkinder einzubezihen. In seiner Gruppe gibt es einige Raufbolde und ich glaube die sollte ich nicht mehr außer Acht lassen sondern auch mal einladen. Vielleicht spielt er mit ihnen anders. Ich weiß "anders" bedeutet nicht gleich "besser", aber es käme mal frischer Wind in die Situation.

Ich danke dir noch mals.
Jennifer

Beitrag von schwarzesetwas 02.03.11 - 19:11 Uhr

Ich vermute, dass Dein Kind sehr eifersüchtig auf den kleineren Bruder ist.
Vielleicht solltest Du mal schauen, wo und ob er zu kurz kommt. Oft verschwindet es im Alltag und die Großen sind dann die Großen, die Kleinen bleiben die Kleinen.

Ansonsten rate ich Dir zu liebevoller Konsequenz und auch hartem Durchgreifen.

Lg
SE

Beitrag von jennifer1282 02.03.11 - 21:02 Uhr

ganz ehrlich gesagt, bevorzuge ich ihn. Habe ich letztens erst wieder an mir gemerkt, dass ich mit ihm viel mehr alleine mache, als mit unserem Jüngsten.

Und dabei habe ich immer gedacht, dass ich mal nicht einen Unterschied mache und beide gleich behandeln werde. Es bleibt wohl bei dem Versuch. :-(

Beitrag von schwarzesetwas 02.03.11 - 21:25 Uhr

Es geht nicht ums allein mit Kind machen.
Es geht um den Alltag.

Oft fühlen sich die größeren IMMER zurückgesetzt.
Ich hab in meiner angeblich 'gleichen' Erziehung bemerkt, nachdem mein Großer auch so austickte, dass ich ihm viel zu wenig Streicheleinheiten gegeben hab - er hat sie auch nicht gefordert.
Streicheleinheiten beim Ego, Streicheleinheiten in real.
Und seitdem ich es erkannt hab, ist er wie ausgewechselt.

Vorher glich er Deinem. Zumindest was ich Deinem entnehmen konnte.

Beispiele: Ich musste das Vorlesen sein lassen, weil die Schwester immer die Bücher aus der Hand riss.
Es nervte. Mein Großer fand Vorlesen toll, sie nicht. Was mache ich? In Gnade der Bücher: Aufhören.
Kleine weint, weint, weint...
Er weint. Wer ist auf dem Arm? Die Kleine.

Dazu hab ich ganz doll animiert, dass die beiden sich gegenseitig helfen. Das hat auch Wunder vollbracht.
Kommen sie also nach Hause, hilft ein Kind dem anderen und ich brauch nur noch an die Garderobe hängen (die ist zu hoch...).

Seitdem spielen sie tatsächlich lange zusammen und ich höre meist nur Gekreische in Form von Lachen oder kaputtlachen aus dem Kinderzimmer.
Was früher undenkbar war, da BEIDE nur an mir klebten.

Aber was bei uns funktioniert, muß nicht bei euch der Fall sein.

Beitrag von jennifer1282 03.03.11 - 13:45 Uhr

DANKE. Ich habe mir deine Antwort in Ruhe durchgelesen und gerade im Beispiel mit dem Buch, habe ich mich wiedererkannt. #schein
Nur mit dem Unterschied, dass ich Beide auf dem Arm/Schoß habe.

Werde versuchen mir etwas mehr auf die Finger zu gucken bzw. mich mal aus der Perspektive der Jungs zu betrachten.

Es muss nicht funktionieren, aber es kann!

Beitrag von cayenne81 03.03.11 - 13:36 Uhr

Hallo zusammen,

es gibt ein ganz tolles Buch zu diesem Thema. Erfolgreich erziehen von Jansen und Streit http://www.amazon.de/Erfolgreich-erziehen-Kindergarten--Fritz-Jansen/dp/3810509213/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1299155576&sr=8-1
Denke hier findest Du Handwerkszeug für Erziehung Deiner Jungs!
Ich finde das Buch echt super und mir hat es sehr geholfen!

Viele Grüße
Cayenne

Beitrag von yale 03.03.11 - 19:49 Uhr

Das ist ganz normal in diesem Alter!!!

Das hat weder was mit Eifersucht zu schaffen noch mit zu kurz kommen.

Ich hab selber ein 4 jährigen daheim,der von ausrasten bis zu tode betrübt alles ausprobiert hat um uns zu testen.

Er weiss wo seine grenzen liegen,klar er versucht es ab und an nochmal,aber ich und auch mein Mann werden nicht weich.

Wir haben regeln an die er sich halten muss,ebenso wie sein Bruder.