Frage an Muttis deren Extremfrühchen schon in der Schule sind! *Sauer*

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Hier könnet ihr euch gegenseitig Rat und Unterstützung geben. Lest gern auch in unserem Magazin nach. 

Beitrag von sacoma 02.03.11 - 17:31 Uhr

Hallo,

meine Große ist jetzt sieben Jahre und seit August 2010 in der Schule. Durch ihre Frühgeburt (24 SSW) hat sie leichte Wahrnehmungsstörungen und leidet an einer leichten Konzentrationsschwäche.

Sie hat ihre Frühgeburt sehr gut überstande, kam am 07.02.2004 mit 399g zur Welt und hatte einen wahnsinns Überlebenswillen. Sie hat alles ohne gravierende Komplikationen überwunden. Sie hatte lediglich eine Enterokolitis und eine Pneumothorax, musste 5 Wochen voll beatmet werden und 3 Wochen mit CPAP, danach nur Sauerstoff. Nach über 20 Wochen durfen wir nach Hause.

Sie hat sich toll entwickelt und es gab keine Probleme. Aber jetzt will die Schule, dass sie auf eine Förderschule geht!!! Ich bin total schockiert, sie kann sich angeblich nicht in Prozesse hineindenken und hengt hinterher...
Das widersprüchliche ist aber, dass sie bei der Matheolympiade den 2. Platz belegt hat, im Lesewettbewerb den 3. Platz ( von 57 Schülern)...
Wir lernen jeden Tag und sie ist so super und lernt sich selbst Worte und rechnet für ihr Leben gern.

Angeblich soll es besser für sie sein??? Was soll sie mit einem Förderschulabschluss, da ist sie doch total abgestempelt. Sie ist doch keine Dumme... Kann ich mich dagegen wehren. Ich denke es ist willkür von der Schule, da sie keine Lust haben sich ein bissl intensiver mit ihr zu beschäftigen. Sie ist ein I-Kind und wird einmal die Woche gesondert beschult. Ich bin so fassungslos. Was ist mit den anderen Kindern in der Schule die viel schlechter sind als sie, die müssen nicht auf eine Förderschule...

Ich musste jetzt Luft rauslassen. Es passt gerade so super, müssen mit unseren kleinen Melissa und Johanna zur Frühförderung, da beide auch Frühchen sind und jetzt kommt noch das dazu!!! Scheiße!!!
Ach so, die Schulärztin hatte keinerlei Bedenken zur Einschulung und war fasziniert von ihr und ihren wenigen Defiziten...

Danke fürs Lesen und das ich mich auskotzen konnte!
LG sacoma mit Colien (7) und Melissa und Johanna (6 Wochen)


Beitrag von supermaus72 02.03.11 - 19:09 Uhr

Hallo Sacoma,

das hört sich ja wirklich etwas willkürlich an #kratz .
Die Schule würde ja einen Förderbedarf ( wäre ja schon mal interessant zu wissen welcher!!!) feststellen und die vom Schulamt Gutachter bestellen. Die werden dann sicher das "wahre Potenzial" Deiner Tochter feststellen #pro .
Sei zuversichtlich, vielleicht kannst Du ja schon im vorhinein mit dem Schulamt Kontakt aufnehmen.
Das kämpfen bist Du ja schon gewohnt... #schwitz .

Eins noch, die Sache mit dem "Sie ist doch keine Dumme..." würde ich mir sparen, hier sind nun wirklich genug Frühchen, die Aufgrund Ihrer Spätfolgen auf eine Förderschule müssen, und es ist wirklich nicht nett sie alle als "dumm" zu bezeichnen :-(

Alles Gute für Euch und toi toi toi

Beitrag von dustyli 02.03.11 - 19:11 Uhr

So eine Gemienheit, nur weil die Lehrer zu faul sind.
Lasst euch das nicht gefallen und schickt die Kleine auf keinen Fall auf die Förderschule.
Heute kam bei Punkt 12 über dieses Thema ein Bericht. Die Eltern eines mittlerweile 13 jährigen Jungen mussten auch kämpfen. Er besucht jetzt ein Gymnasium und hat einen IQ von 120 und spielt Geige.

Frühchen sind Kämpfer und schaffen auch diesen Kampf.

Soetwas regt mich total auf.

Ihr schafft das.

dustyli mit Jonathan (31+4 19 Wochen alt)

Beitrag von froehlich 02.03.11 - 21:47 Uhr

Sorry, daß ich mich hier einmische.....aber ich finde Deinen Bericht ein wenig tendenziös. So wie Du die Sachlage darstellst, klingt das Ganze ja wirklich skandalös - aber ist Deine Betrachtungsweise die einzig Wahre? Versteh mich nicht falsch, ich kann supergut nachvollziehen, daß Du Dein Kind stützt und schützt und Dich für sie einsetzt - aber ich finde es doch ein wenig seltsam, daß Lehrer so aus heiterem Himmel eine Förderschule empfehlen sollen, wenn Dein Kind so super ist, wie Du sie beschreibst. Meinst Du denn, die Lehrerin hätte einfach ein Vorurteil gefasst, weil sie weiß daß Deine Tochter ein Frühchen ist? Woran macht sie denn ihre Beurteilung ("kann sich nicht in Prozesse hineindenken") fest? Hattet ihr vorherh schon mal ein Elterngespräch? Irgendwie ist das alles nicht ganz stimmig.....

Beitrag von geli0178 02.03.11 - 21:48 Uhr

Hallo,

habt Ihr für sie mal Frühförderung gehabt und was meinten die Therapeuten dazu? Ich bin generell kein Gegener mehr von Förderschulen, seit ich weiß das die Kinder wieder auf die reguläre Schule zurückwechseln können. Bei unserem kleinen Sohn steht auch der Förderschulbesuch in Aussicht. Am Anfang waren wir als Eltern auch schockiert, aber die Therapeutin in der Frühförderstelle machte uns eher Mut. Bei uns in den Förderschulen sind wesentlich weniger Kinder in den Klassen, als in einem Großteil der Regelschulen, der Stoff wird anders rübergebracht und wenn das Defizit überwunden wird ist ein Wechseln wieder möglich. Die 9.Klasse wird in zwei Jahren mit Abschluss gemacht und danach kann der Realschulabschluss gemacht werden.
Nimm es als Chance und versuche es mit der Förderschule. Manchmal kann ein Rückschritt auch ein Fortschritt sein und wenn sie zurückkehrt an eine Regelschule dann ist sie kein I-Kind mehr.

VG Geli

Beitrag von yale 03.03.11 - 08:05 Uhr

Hallo sacoma,

ich kann jetzt nicht als betroffene Mama was zur Sache sagen,mein Sohn ist in der 32. SSW geboren und noch nicht in der Schule,aber dennoch möchte ich meine Meinung äußern.

Natürlich versteh ich das du im ersten Moment sauer über den vorschlag der Schule warst.

Aber sieh es dochmal von der positiven seite.

Du sagst selbst sie hat Wahrnehmungsstörungen und Konzentrationsschwäche,ggf. ist sie in einer Förderschule besser aufgehoben.

Ich will Dir auch sagen warum,in Fördereinrichtungen sind weitaus kleinere Klassen als in "normalen" Schulen,die Lehrer dort sind ganz anders geschult und können nochmehr auf die bedürfnisse der Kinder eingehen als konventionelle Lehrer.

Deine kleine hat potential ohne frage,das zeign alleine ihre Platzierung bei den Wettbewerben,aber dennoch brauch sie in manchen sachen mehr unterstützung.

Ich hoffe du verstehst meine ansicht nicht falsch.

vg

yale

Beitrag von hebchri 03.03.11 - 09:13 Uhr

Guten Morgen #blume

Ich bin gerade zufällig auf diesen Bericht gestoßen und dachte, er könne dich vielleicht interessieren. Zumal dort eine Organisation genannt wird, die sich genau um dein Probleme kümmert.

Alles Gute

Hebchri mit Silas, Florentin und #baby Kämpfer Johann

PS: Darf ich dir näher ein paar Fragen stellen bezüglich deines "versteckten" Zwillings?

Beitrag von maline.kaiser 08.03.11 - 19:39 Uhr

So jetzt bitte nicht steinigen!

Ich weiß ja nicht genau um welche Defizite es sich bei deiner Tochter handelt, aber hier einmal die Sicht einer Lehrerin:
Wenn du 25 bis 30 Kinder hast und dich intensiver (ohne zusätzliche Betreuungsperson) um ein einzelnes Kind kümmern sollst, natürlich ohne die anderen zu vernachlässigen, kann es einfach sein, dass man ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden kann oder zumindest befürchtet es nicht zu können. Das hat dann in meinen Augen nichts mit Faulheit zu tun...
Frag doch einfach mal konkret nach, vielleicht kommt ihr ja mit ein bisschen weniger Förderaufwand zurecht und könnt so einen Weg mit der Regelschule finden, denn als Mama kann ich natürlich auch deinen Wunsch nach einer Regelschule verstehen...

Ich wünsche euch nur das Beste und hoffe, dass ihr euren Weg macht.

Ganz liebe Grüße.