Früher vs. früher!

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Beitrag von no-monk 02.03.11 - 18:03 Uhr

Ich lese immer wieder ganz gespannt die Beiträge von den Mitvierzigern hier.
Gerade wenn es um Technik bzw Medien, Kindererziehung, Familienleben und/oder Missbrauch und Prügel geht.

Und was mir auffällt ist, dass einige sich sehr gern dieses "Früher" so wenden, wie sie es gern hätten. Da frage ich mich, war es denn früher (in den 60/70 er Jahren ) wirklich so viel besser als heute?

Beispiele:

1.) Also wir hatten früher auch kein Handy. Wenn ich mich verabreden wollte, bin ich zur Freundin gefahren/gelaufen und hab bei ihr angeschellt. Heutzutage scheint kein Jugendlicher mehr ohne Handy leben zu können!

2.) Früher hat man einen Klaps oder mal ne Ohrfeige bekommen und dann war die Sache ausgestanden. Geschadet hat es nicht! Ich rede ja nicht von Prügel, nur von Klapsen!

3.) Früher haben die Leute einfach mehr zusammen gehalten, heute denkt jeder nur an sich!

4.) Was haben wir früher nur gemacht als es noch kein Handy, Internet und Playstation gab?

5.) Früher sind die Kinder zu Fuß zur Schule gegangen, manchmal eine halbe Stunde Fußweg, da wurde nicht Taxi Mama gebeten! Denn die meisten Frauen hatten gar keinen Führerschein!

6.) Früher gab es die Prügelstrafe in der Schule!

7.) Früher hat die älteste Tochter die Aufgaben der Mutter übernommen, wenn die Mutter verstorben war und dazu gehörte nicht nur Hausarbeit!

8.) Früher war alles besser!

9.) Früher konnte man als Frau noch über die Straße gehen, ohne dumm angemacht zu werden!

10.) Früher sind Frauen im Kindbett verstorben!

11.) Früher sind die Männer arbeiten gegangen und die Frauen zu Hause bei den Kindern geblieben.

12.) Früher war Musik noch nicht digitalisiert! Das war noch echte Musik!

13.) Früher hat man noch Briefe geschrieben, hatte Brieffreunde!

14. Früher hatte man eine Verabredung, heute ein Date!


Und ich könnte noch stundenlang so weitermachen, immer mehr Beispiele nennen, die für mich so paradox klingen, das mir die Großhirnrinde dampft.
Wieso lebt man in der heutigen Zeit nicht mit den Problemen/Fortschritten dieser Zeit ohne zurück zu blicken? Wünscht man sich echt die "alten" Zeiten zurück oder sucht man nur eine Möglichkeit die Augen vor der Realität zu verschließen? Leben heißt doch Veränderung, wieso also dann nicht mit allen Konsequenzen?
Meine Mutter ( mittlerweile 50 ) sagte mir mal, das Theater, was sie heute mit meinem Bruder hat, hatte sie in abgewandelter Form auch mit mir, bzw ihre Mutter mit ihr. Und sie haben es alle überstanden!

Ich würde mich freuen, wenn es einen schönen Austausch gäbe, ohne den erhobenen Zeigefinger und den Sprüchen wie: "Komm erst mal in unser Alter ... hab erst mal selbst Kinder" und dem ganzen Blabla!
Denn egal wie alt man ist, egal in welcher Lebensphase man sich befindet, es gibt immer ein "Früher" und ein "Morgen" für jeden von uns. Aber für mich zählt größtenteils das "Heute".

Ach so und noch eins: Früher wurde man im schlimmsten Fall erschossen, wenn man von Ost nach Westberlin wollte!


Beitrag von minimoeller 02.03.11 - 18:22 Uhr

Ich bin zwar keine Mitvierzigerin, sondern eine Enddreißigerin (Baujahr 1973) aber ich bin auch so manches mal sentimental, wenn ich an meine Kindheit denke.

Meine Kinder erleben eine ganz andere Kindheit. Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass es eine "falsche" Kindheit ist. Sie ist halt nur anders - eben der heutigen Zeit angepasst.

Oft muss ich schmunzeln, wenn ich ihnen mal erzähle, wie es bei mir damals so war. Dann kommt oft ein: " ECHT???!!! Kein Handy, kein Schüler VZ, teilweise sogar noch nicht mal Farbfernsehen??? Voll krass, ey!"

Tja, da wird mir immer wieder bewusst, dass ich - voll krass - älter werde ;-). Aber es ist sinnlos, der Vergangenheit nachzuhängen. Jede Generation hat ein Recht auf eigene Erinnerungen. Man sollte immer nach vorne schauen und das Positive aus der jetzigen Zeit und den jetzigen Gepflogenheiten herausziehen! Alles andere wäre falsch und blockiert den Fortschritt.

Und sein wir doch mal ehrlich. Auch unsere Eltern haben damals zu uns gesagt: " Kind, weißt Du eigentlich, wie es zu meiner Zeit damals war..." Und auch wir waren damals teilweise genervt und auch verwundert.

Also ich trauere nur manchmal, wenn ich finde, das meine Kinder schon jetzt mehr Ahnung vom Computer haben, als ich...*grmpf*

In diesem Sinne

GLG von mir #klee

Beitrag von no-monk 02.03.11 - 18:29 Uhr

Danke für deine Antwort!
In Erinnerungen schwelgen halte ich durchaus für gut und auch die Kinder daran teilhaben lassen, dass es früher eben anders war. Da sind teilweise Überlieferungen und alte Bräuche zum Beispiel, die nicht aussterben brauchen. Gechichte erhalten, ganz klar!
Aber es als Argumente für heutiges uberholtes und old-fashioned Denken und Verhalten zu benutzen finde ich falsch.

Beitrag von minimoeller 02.03.11 - 18:38 Uhr

Da gebe ich Dir recht.

Aber der Begriff "altmodisch" sagt ja bereits: alte Mode/Gepflogenheit. Ich empfinde ihn nicht negativ besetzt. Manchmal bin ich gerne "altmodisch" oder neudeutsch gesagt "old - fashioned".

Ich stehe dazu nicht jeden Trend mitzumachen.

Ich benutze z.B. kaum mein Handy, arbeite nur das nötigste am Computer, verweigere jedes Social Network wie z.B. Facebook, schreibe noch gerne persönliche Briefe, usw, usw.

Also

altmodische Grüße

von

mir ( der furchtbar alten - fast 38jährigen - ) ;-)

Beitrag von no-monk 02.03.11 - 19:38 Uhr

Ich habe kein Handy. Mein Bruder besitzt ein I Phone.
Manche Dinge brauche ich einfach nicht, weil mir ein persönliches Gespräch einfach wichtiger ist als irgendein technischer Schnick Schnack.
Was ich aber im Zusammenhang nicht verstehe ist, dass es mal "gut" war, was früher war und auch gern immer wieder als Argument benutzt wird, andererseits aber auch der Fortschritt der Neuzeit gern angenommen wird.
Da zählt das "früher" nicht.

Beitrag von michi0512 02.03.11 - 18:52 Uhr

Wieso lebt man in der heutigen Zeit nicht mit den Problemen/Fortschritten dieser Zeit ohne zurück zu blicken?

Ganz einfach: ich empfand meine Kindheit als sehr sehr schön. Ich hatte tolle Eltern die nicht alles richtig machten - mir aber immer das Gefühl gaben geliebt zu werden.




Wenn wir von früher reden, dann klingeln in mienen Ohren die Schönsten Lieder von den Kinks, Slade, Who, CCR... und dieses Gefühl das von dieser Musik alleine ausgelöst wird ist einfach schön. Es gibt mir ein Stück Geborgenheit wieder.

Fazit: die Musik FRÜHER war einfach besser :-P




FRÜHER shcmeckt das Eis anders, man nimmt doch als Kind Eindrücke mit die heute im Erwachsenenalter nciht mehr sooo stark sind. Deshalb schmeckte das Eis früher besser....


etc etc etc... :-)

Beitrag von minimoeller 02.03.11 - 19:47 Uhr

Und die Kugel Eis hat nur 30 Pfennig gekostet....

... noch so etwas, was früher besser war *grins*!

LG

Beitrag von gh1954 02.03.11 - 19:06 Uhr

Was soll jetzt diese Auflistung?

Du vermischst Aussagen mit Behauptungen.

Beitrag von no-monk 02.03.11 - 19:30 Uhr

Ich vermische gar nichts. Das sind Äußerungen, die ich hier in vielerlei Zusammenhang lesen musste. Und diese habe ich aus meiner Erinnerung heraus geschrieben.
Da ist kein einziges "Zitat" aus meiner eigenen Feder!
Lediglich fehlte mir die Muße alles mit Quellen zu belegen.

Beitrag von asimbonanga 02.03.11 - 19:33 Uhr

Ein weites Feld.
So groß finde ich die Unterschiede zu früher nicht.......... ( wenn ich z. B. meine Kids beobachte ) andererseits hat sich die direkte Kommunikation verändert und wie ich finde, z.B.die Art sich zu prügeln.Was ich sehr bedauere.Wir haben uns natürlich auch geprügelt, aber ins Krankenhaus gekommen oder gar ins Koma gefallen ist keiner.Das habe ich gerade zweimal hier im weiteren Umfeld erlebt.Ich denke dafür ist schon der erhöhte Kampfspiel- Konsum ursächlich, die Hemmschwellen sind gesunken.Das ist so mein Eindruck, der mir auch von Lehrern bestätigt wurde.

1. bis 5. kann ich nicht bestätigen.
6. zum Glück ist das mittlerweile gesetzlich verboten.
7.-9. kann ich nicht bestätigen, bzw. damit kann ich nichts anfangen
10. Das liegt ja nun sehr viel länger zurück.
11.bei urbia nach wie vor aktuell
12. gute Musik gibt es nach wie vor
13. stimmt-ich z. B.
14. ist es nicht egal wie man das nennt------

Ja man blickt halt ab und an gerne mal zurück-und erinnert sich der wilden Zeiten, ohne Kinder , ledig und lose, u.s.w. deshalb wünscht man sich noch lange nicht alte Zeiten zurück.Allerdings verändern viele Erfahrungen die Sicht-das wird dann teilweise wie von dir geschildert weitergegeben.
Darüber hinaus macht es tatsächlich Sinn hauptsächlich im "heute" zu leben.

#herzlich

Asbo

Beitrag von karamalz 02.03.11 - 19:36 Uhr

hi,

kannst du mir den punkt 7) bitte erläutern?

k.

Beitrag von bezzi 03.03.11 - 10:00 Uhr

Damit kann sie eigentlich nur "Ersatzmutter für die jüngeren Geschwister" meinen.
Inzest war in unseren Kulturkreisen immer schon verpönt.

Was früher (dann aber eher so zu meiner Großeltern Zeit) üblich war: Wenn der Ehepartner früh stirbt, wurde der ledige Bruder bzw. die ledige Schwester der/des Verstorbenen gerne zum neuen Ehepartner genommen.

Beitrag von louis.vuitton 03.03.11 - 10:10 Uhr

"Sie" ist ein "Er"! :-p

Beitrag von lisasimpson 02.03.11 - 20:35 Uhr

also ich denke zum einen gibt es unterschiedliche "typen"
Es gibt menschen, die häufig im "gestern" leben und manche die eherim "morgen" leben und andere eben, die im "hier und jetzt" leben.

Dann ist es es mMn so, daß wir vergangenheit verklären (da wir positives beser erinnern als negatives, erscheint uns also in de erinnerung eine zeitspanne als viel angenehmer als wir sie erlebt haben, da eben die erinnerung - wenn es sich nicht um gravierend schlimmes handelt- eher positiv gefärbtes speichert)
dann muß man sehen, daß die "vergangenheit" bei den von dir angesprochenene mitt-vierzigern meist die zeit war, in der sie glaubten alle türen stünden ihnen offen (und es vielleicht auch so war), in dem sie frei und ungebunden waren, keine verantowrtung für kinder truen, auf der suche nach dem passenden job waren, im studium sich selstb finden konnten usw..
rückblickend ist dsa, was jetzt veroren ist/ scheint ein hohes gut. Jetzt, mit getoffener berufswahl, wenn auch nicht ein leben lang festgelegt so doch eher eingeschränkt- nicht mher jede tür steht offen, verantwortung nur fü sich zu tragen ist etwas anderes als für eine familie, ...

nun ja und dann darf man vielleicht auch (wenn ich an deinen letzte satz denke) nicht die ddr bürger vergessen, die von einem tag auf den anderen eine ganze weltanschauung, ein land, ein soziales gefüge, alles was richtung, gut, beständig war- verloren haben.
das ist ein schock. veinigen viel es schwer danach sich neu zu orientieren und sich den neuen gegebenheiten zu öffnen- ein bißchen wehmut kann ich da auf jeden fall verstehen und bei manchen ist es eben mher als das, weil einfach auch ein teil ihres lebens damit genomme nwurde, der nun noch kostbarere wirkt als bei einem mit west-deutscher vergangenheit..

- das sind so meine ungeordneten gedanken dazu

lisasimpson

Beitrag von thea21 02.03.11 - 21:22 Uhr

1.) Also wir hatten früher auch kein Handy. Wenn ich mich verabreden wollte, bin ich zur Freundin gefahren/gelaufen und hab bei ihr angeschellt. Heutzutage scheint kein Jugendlicher mehr ohne Handy leben zu können!

Ich 25: Aber wir riefen oft vorher an.
Muttern 47: Stimmt.


2.) Früher hat man einen Klaps oder mal ne Ohrfeige bekommen und dann war die Sache ausgestanden. Geschadet hat es nicht! Ich rede ja nicht von Prügel, nur von Klapsen!

Ich 25: Bin nie geschlagen worden und aus mir ist ein vernünftiger Mensch geworden, der die Werte seiner Eltern lebt (Ehrlichkeit, keine Gewalt ect.)
Muttern 47: Ist vom Vater damals grün und blau geschlagen worden, hasst ihn dafür! Bis heute! Klappse gab es nicht.


3.) Früher haben die Leute einfach mehr zusammen gehalten, heute denkt jeder nur an sich!

Ich 25: Früher gab es schon an meiner Schule (auch Grundschule) Mobbing, Lügen und Intrigen.
Muttern 47: Meine Mutter erzählt noch heute von Außenseitern aus ihrer Schule und Lehre.


4.) Was haben wir früher nur gemacht als es noch kein Handy, Internet und Playstation gab?

Ich 25:Nintendo 64 gespielt. Draußen gewesen. Baumhütten gebaut ect.
Muttern 47: Same, without Nintendo.


5.) Früher sind die Kinder zu Fuß zur Schule gegangen, manchmal eine halbe Stunde Fußweg, da wurde nicht Taxi Mama gebeten! Denn die meisten Frauen hatten gar keinen Führerschein!

Ich 25: Mein Vater fuhr mich und meine Schwester jeden Tag zur Schule, weil wir zu faul zm laufen waren. Und wir fanden es klasse!
Muttern 47:Vater und Mutter brachten Die Kiddies teilweise zusammen zur Schule, danach ging es Arbeiten/ Haushalt.


6.) Früher gab es die Prügelstrafe in der Schule!

Ich 25: Nicht bei uns. Es gab 2 Lehrer die waren mit Schlüsseln, wurden entlassen
Muttern 47: Gab es, besser gelernt hat meine Mutter dadurch nicht. Angst hatte sie vor Ihnen. Mist haben dennoch "alle" gebaut


7.) Früher hat die älteste Tochter die Aufgaben der Mutter übernommen, wenn die Mutter verstorben war und dazu gehörte nicht nur Hausarbeit!

Auch den der Mutter im Bett?
Was kann man denn noch für Aufgaben übernehmen, außer den Haushalt zu schmeissen!?


8.) Früher war alles besser!

Ich 25: Einiges war gut, einiges schlecht. Heute ist einiges gut, einiges schlecht.
Muttern 47: Same shit.


9.) Früher konnte man als Frau noch über die Straße gehen, ohne dumm angemacht zu werden!

Ich 25: Früher gab es Pappenheimer, wie heute. Ich oder meine Tochter gehen heute nicht "unlieber" über die Straße als damals
Muttern 47: Same

10.) Früher sind Frauen im Kindbett verstorben!

Passiert noch heute....nur nicht so oft.

11.) Früher sind die Männer arbeiten gegangen und die Frauen zu Hause bei den Kindern geblieben.

Ich 25: War ein Jahr zuhause
Muttern 47: War nach dem Mutterschutz/Babybett arbeiten. 10 Stunden. Inkl. 2 Stunden Pause um Mittag für die Blagen zu machen.

12.) Früher war Musik noch nicht digitalisiert! Das war noch echte Musik!

Früher schnarrten Platten, dann gab es Bandsalat, Stimmen klangen verfremdet. Heute gibt es meiner Meinung nach gute digitalisierte Musik.


13.) Früher hat man noch Briefe geschrieben, hatte Brieffreunde!

Hatte ich nie.
Meine Mutter auch nicht.


14. Früher hatte man eine Verabredung, heute ein Date!

Stimmt!

Beitrag von krokolady 03.03.11 - 09:24 Uhr

ich bin BJ 70......

Und ja "früher" was vieles anders.

OK, das mit dem Schlagen in der Schule war da grad so weit abgeschafft.
Aber das man zu Hause ab und zu eine gelangt bekommen hat war Gang und Gebe.

Ich bin auch bestens ohne Handy ausgekommen.....auch ohne PC und Internet........
Musik nahm man damaös noch mit nem Cassettenrecorder auf.......
Viel Auswahl in Sachen Fernsehprogramm gabs auch nicht......
Weitere Wege hat man immer mit dem Rad zurück gelegt.........evtl auch mal mit Bus oder Bahn.

ABER - ich bin mit der Zeit gegangen......

Ich sag meinen Kindern nie "früher war es so und so".......
Meine Kinder hatten alle ihren eigenen Fernseher........eigener PC ist auch was normales bei uns.....ebenso der Internetzugang......
Musik ziehe ich meinen Kindern schon lange auf nen MP3-Player......
Ab und zu spiel ich auch das Mama-Taxi......

Früher war halt Früher - und Heute ist Heute.
Unsere Kinder wachsen in einer ganz anderen "Welt" auch wie wir früher.....

Beitrag von simone_2403 03.03.11 - 10:14 Uhr

Hallo

Ich weiß was du meinst ;-)

Ich "hänge" auch ab und an den alten Zeiten hinterher,allerdings möchte ich nicht unbedingt sagen das es "besser" war.

Als ich Kind war lebte ich eindeutig "freier".Es gab den Leistungsdruck einfach nicht der heutzutage oft schon bei Kindergartenkindern gefordert wird.Fördergruppen,Pepkip-Gruppen,gab es nicht.Wir hatten den Sportverein,das wars.Man wurde gelobt auch angespornt allerdings wurde nicht immer mehr erwartet und ständig verglichen.

Ich als Kind ging zu meinen Freindinnen,ohne vorheriger Terminabsprache,die ja heute notwendig ist,da selbst schon die Kleinsten "Termine" haben.Man marschierte zur Hintertür rein,warf der Mutter ein Hallo zu,aß eventeull noch etwas mit und verschwand dann bis es Abends dämmerte.Heutzutage undenkbar,vorallem in Großstädten,denn es sitzt einem die Panik im Nacken.Erstens wegen dem immensen Verkehrsaufkommen und zweitens wegen der Angst das Kind könnte in falsche Hände geraten.

Ich will nicht sagen das früher alles besser war,es war anders und man nahm es eben so hin.Heutztage ist auch einiges anders und das,nimmt man genauso hin,allerdings nicht ohne ab und an mal in die "gute alte Zeit" zu entfliehen.

#winke

Beitrag von stubi 03.03.11 - 10:20 Uhr

Ich erzähle meinen Kindern gern von meiner Kindheit, meine Eltern erzählen gern von ihrer Kindheit und meine Oma auch. Genauso wird unsere Tochter irgendwann ihren Kindern von ihrer Kindheit erzählen.

Der Mensch ist dazu geschaffen, hauptsächlich die positiven Erinnerungen zu behalten, egal welches Zeitalter grad angebrochen ist oder wie weit der Fortschritt voran geschritten ist. Ich finde das immer sehr spannend, Geschichten von "früher" zu hören und wie die jeweiligen Menschen diese Zeit erlebt und gemeistert haben. Trotzdem leben wir alle in der heutigen Zeit und gehen mit der Entwicklung mit.

Die wichtigsten Ziele im Leben sind seit Jahren/Jahrhunderten trotz Fortschritt immer die Gleichen, nämlich Kinder auf die große weite Welt vorzubereiten und ihnen viel an Erfahrungen der älteren Generationen mitzugeben und sie gleichzeitig ihre eigenen Erfahrungen sammeln zu lassen. Behütet und gleichzeitig selbstständig werden zu lassen.

Beitrag von ayshe 03.03.11 - 10:45 Uhr

Du sagst ja wenigstens gleich, um welches Alter und welche Jahre es geht, aber oft reden hier Leute von "früher" aus ihrer Kindheit, die 25 Jahre Unterschied haben, paßt dann ja echt kein Stück zusammen.

Also 1960/1970



1.) Also wir hatten früher auch kein Handy. Wenn ich mich verabreden wollte, bin ich zur Freundin gefahren/gelaufen und hab bei ihr angeschellt. Heutzutage scheint kein Jugendlicher mehr ohne Handy leben zu können!

Die meisten Handygespräche sind doch auch völlig sinnlos und überflüssig, wenn sie nicht gerade beruflich sind.
Privat benutze ich mein Handy so gut wie nie, ich brauche es einfach nur extrem selten.
Als ich 12 oder 13 war, haben wir zuhause überhaupt erst ein Telefon bekommen, es ging vorher auch ohne.



2.) Früher hat man einen Klaps oder mal ne Ohrfeige bekommen und dann war die Sache ausgestanden. Geschadet hat es nicht! Ich rede ja nicht von Prügel, nur von Klapsen!

Meiner Meinung nach, hat das nicht mit den Jahren zu tun, abgesehen davon, daß Gewalt inzwischen gesetzlich verboten wurde.
Es ist eine Frage der Einstellung.
Meine Eltern und Großeltern väterlicherseits waren immer gegen Gewalt in der Erziehung.



3.) Früher haben die Leute einfach mehr zusammen gehalten, heute denkt jeder nur an sich!

Kann schon sein.
In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, waren viele aus einem Flüchtlingstreck und nachdem sie ja die Kriegszeit, die Flucht, die Angst und den Hunger zusammen erlebt haben, waren sie sich natürlich sehr nah und hielten zusammen, das kann ich nicht mit meinem Leben vergleichen.



4.) Was haben wir früher nur gemacht als es noch kein Handy, Internet und Playstation gab?

(siehe 1 ;-) ) Playstation hatte ich nie, haben wir heute auch nicht und bisher hat es auch keinen interessiert.
Aber an das Internet habe ich mich echt sehr schnell gewöhnt.

Tja, wenn man etwas wissen wollte, recherchieren mußte, ging man in die Bücherei oder besuchte entsprechende Firmen.



5.) Früher sind die Kinder zu Fuß zur Schule gegangen, manchmal eine halbe Stunde Fußweg, da wurde nicht Taxi Mama gebeten! Denn die meisten Frauen hatten gar keinen Führerschein!

Meine Mutter hat auch keinen Führerschein ;-)
Wir sind auch 6/7 km mit dem Rad zum Zahnarzt gefahren.
Oder sie hatte mich auf Fahrradsitz am Lenker.
Zur Schule bin ich mit dem Rad gefahren, manchmal auch zu Fuß.

Meine Tochter geht auch zu Fuß, es ist sowieso nicht weit.
Eigentlich gehe ich echt gern zu Fuß.

Heute bewegen sich die Leute weniger, dafür müssen sie dann aber extra joggen gehen. #cool



6.) Früher gab es die Prügelstrafe in der Schule!

Bei mir nicht.
Ich habe nur einen einzigen Lehrer erlebt, in einem Jahr, der den Jungen Ohrfeigen gab, wenn sie richtig Mist machten, sonst niemanden.
Von welchem Jahr reden wir?
Ein Mitvierziger ging ja noch nicht 1960/70 zur Schule #cool

In der Schulzeit meiner Eltern gab es die Prügelstrafe in den Schulen und noch ganz andere fiese Sachen.



7.) Früher hat die älteste Tochter die Aufgaben der Mutter übernommen, wenn die Mutter verstorben war und dazu gehörte nicht nur Hausarbeit!

Also wie jetzt?
Wann denn? In welchen Jahren?
In meiner Kindheit war es nirgendwo so, in der meiner Eltern aber genau so wie du sagst.




8.) Früher war alles besser!

Nein, nur anders.




9.) Früher konnte man als Frau noch über die Straße gehen, ohne dumm angemacht zu werden!

Oh nein!
Das stimmt ganz und gar nicht!
Meine Mutter hatte in einem großen Werk gearbeitet, Schichten, sie traute sich im Dunkeln nichtmal allein über die Parkplätze, sie gingen immer mit mehreren Frauen, und sie wurde nur angemacht.
Und auf irgendwelchen Festen waren einige Männer nach ein paar Bieren auch unerträglich. Nee, also die stories, die sie mir da so erzählte, sie hätte natürlich viel extremere Sprüche reißen müssen, um sie zu verschrecken.



10.) Früher sind Frauen im Kindbett verstorben!

Hm, also wann? 1960?
ich glaube, soooo schlimm war es nicht mehr.




11.) Früher sind die Männer arbeiten gegangen und die Frauen zu Hause bei den Kindern geblieben.

So kenne ich es tatsächlich von sehr, sehr vielen.



12.) Früher war Musik noch nicht digitalisiert! Das war noch echte Musik!

Jaaaaaaaaaaaa!
Und wir hatten ein Tonbandgerät!
Und meine ganzen Platten und den Plattenspieler werde ich auch weiterhin behalten!



13.) Früher hat man noch Briefe geschrieben, hatte Brieffreunde!

Stimmt, habe ich sehr viel gemacht, heute läuft es ehr über Mail. Aber Briefe schreibe ich trotzdem ab und zu.



14. Früher hatte man eine Verabredung, heute ein Date!
:-)
heute redet man nur Sprachenmix.


##
Wieso lebt man in der heutigen Zeit nicht mit den Problemen/Fortschritten dieser Zeit ohne zurück zu blicken? Wünscht man sich echt die "alten" Zeiten zurück oder sucht man nur eine Möglichkeit die Augen vor der Realität zu verschließen? Leben heißt doch Veränderung, wieso also dann nicht mit allen Konsequenzen?
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Aber warum soll man denn nicht vergleichen?
Ich habe mir auch gern erzählen lassen, wie es in der Kindheit meiner Eltern war.
Ich glaube nicht, daß man sich etwas zurück wünscht, vllt daß im TV nicht so viel Schrott kommt.
Das internet bringt Gefahren für Kinder usw.
Mit meinen Eltern spreche ich ganz gern mal darüber.


##
Meine Mutter ( mittlerweile 50 ) sagte mir mal, das Theater, was sie heute mit meinem Bruder hat, hatte sie in abgewandelter Form auch mit mir, bzw ihre Mutter mit ihr. Und sie haben es alle überstanden!
##
Gewisse Sachen bleiben immer gleich, weil es die innere Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen ist, die so bleibt.



Die Kinder von heute sind Tyrannen.
Sie widersprechen ihren Eltern,
kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer.
Sokrates, griechischer Philosoph, 470 bis 399 v. Chr.

Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes,
wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt.
Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.
Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 bis 322 v. Chr.

Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos.
Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern.
Das Ende der Welt ist nahe.
Keilschrifttext aus Ur, um 2000 v. Chr.

Ich würde alles auf der Welt tun, um meine Jugend wiederzuerlangen,
außer Sport treiben, früh aufstehen oder ehrbar werden.
Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854 bis 1900

Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.
Mark Twain, 1835 bis 1919, amerikanischer Schriftsteller

Achte die Jugend, du weißt nicht, wie sie sich entwickeln wird.
Konfuzius, chinesischer Philosoph, 551 bis 479 v. Chr.

Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander
für verschiedene Rassen:
Alte haben gewöhnlich vergessen, dass sie jung gewesen sind,
oder sie vergessen, dass sie alt sind,
und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können.
Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller, 1890 bis 1935

Jugend ist Trunkenheit ohne Wein.
Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 bis 1832

Jugend ist wie ein Most.
Der lässt sich nicht halten.
Er muss vergären und überlaufen.
Martin Luther, deutscher Mönch, Theologe, Reformator, 1483 bis 1546

Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin,
dass man nicht mehr dazugehört.
Salvador Dalí, spanischer Surrealist, 1904 bis 1989

Jugend will, dass man ihr befiehlt,
damit sie die Möglichkeit hat, nicht zu gehorchen.
Jean-Paul Sartre, französischer Philosoph, 1905 bis 1980

Heutzutage kommen die jungen Leute
mit Shopping-Chromosomen auf die Welt.
Franco Moschino, italienischer Modedesigner, 1950 bis 1994

Die Jugend ist etwas Wundervolles.
Es ist eine wahre Schande, dass man sie an Kinder vergeudet.
George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856 bis 1950

Mangel an Welterfahrung veranlasst die Jugend zu Leistungen,
die ein erfahrener Mensch niemals vollbringen würde.
Jean Duché, französischer Journalist und Schriftsteller, 1915 bis 2000

Die Jugend wäre eine noch viel schönere Zeit,
wenn sie etwas später im Leben käme.
Charlie Chaplin, britischer Schauspieler und Komiker, 1889 bis 1977

Die heutige Jugend ist völlig verdorben.
Das löst bei uns Älteren begreiflicherweise einen kolossalen Neid aus
- was haben wir nicht alles verpasst!
Gerhard Kocher, Schweizer Politologe, geb. 1939

Die heutige Jugend ist grässlich.
Sie hat nicht den geringsten Respekt vor gefärbten Haaren.
Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854 bis 1900

Wer sich seiner eigenen Kindheit nicht mehr deutlich erinnert,
ist ein schlechter Erzieher.
Marie von Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin, 1830 bis 1916

Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie;
und jedes Genie ist gewissermaßen ein Kind.
Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, 1788 bis 1860

Über viele Dinge urteilen Kinder,
weil bei ihnen noch keine Nebenrücksichten ins Spiel kommen,
weit richtiger als Erwachsene.
Adolph Freiherr Knigge, deutscher Schriftsteller und Aufklärer, 1752 bis 1796

Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft.
Jean-Paul Sartre, französischer Philosoph, 1905 bis 1980

Auch ohne Feind hat Jugend innern Streit.
William Shakespeare, englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter, 1564 bis 1616

Die Jugend isst vergoldete Pfefferkuchen und glaubt,
sie seien das tägliche Brot.
Iwan Sergejewitsch Turgenjew, russischer Erzähler und Dramatiker, 1818 bis 1883

Warum bekommt der Mensch die Jugend in einem Alter,
in dem er nichts davon hat?
George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856 bis 1950

Aber die Jugend ist starrköpfig und hat von ihrem Standpunkt aus recht!
Maxim Gorki, russischer Erzähler und Dramatiker, 1868 bis 1936

Beitrag von hezna 03.03.11 - 14:50 Uhr

Ich denke es geht nicht darum, NICHT mit den Neuerungen leben zu wollen. Viele von denen sind ja gut, so wie sie sind.
Ich finde ein Handy bspw. äußerst praktisch, auch wenn ich persönlich nicht viel damit telefoniere. Aber es ist für mich beruhigend zu wissen,daß es da ist und ich telefonieren KÖNNTE wenn ich WOLLTE :-)

Grundsätzlich aber habe ich auch ein paar Gedanken zur "guten, alten Zeit", bei denen ich mich frage, wo wir in der heutigen Zeit noch hin wollen.

Früher, als ich noch die Füße unter den Tisch meines Vaters stellte, hatte ich weitaus mehr Respekt vor meinen Eltern, als es die Kinder heute haben.
Ich erlebe sehr oft, daß Eltern heute mehr Kumpel für ihre Kinder sein wollen, das kann in meinen Augen nicht funktionieren.
Denke ich an früher, war das in meiner Erinnerung einfach besser, weil es diese Entgleisungen wie heute in der Häufung nicht gab.

Aktiv erlebe ich - und wir wohnen auf dem Dorf - sehr häufig, das meine Söhne Freunde zu Besuch haben, deren 3. oder 4. Satz lautet: können wir DS/WII (oder was auch immer) spielen.

Denke ich an meine Kindheit, stellte sich so eine Frage gar nicht und die Kinder waren gezwungen, sich selbst zu beschäftigen und hatten viel weniger Langeweile als die Kinder heute, die die Elektronik brauchen, um sich berieseln zu lassen und oft ohne nicht wissen, was sie spielen sollen.

Ich weiß, daß ist sehr verallgemeinert und nun werden 1000 Leute kommen, die sagen, MEINE Kinder spielen aber schön. Meine auch, aber es ist eben anders (und in meinen Augen nicht besser) als früher.

Warum sind diese Vergleiche möglich? Weil wir eben Vergleiche anstreben können, weil wir es bereits erlebt haben.

Du wirst das unweigerlich in 20 Jahren auch tun (auch wenn du jetzt sagst, du wirst es nicht machen).
In 20 Jahren wird die Welt neue Höhen und Breiten erreicht haben, es wird Dinge geben, von denen wir momentan gar nicht wissen, das es sie geben wird. In 20 Jahren ist es vielleicht normal, das jeder von uns eine Waffe trägt, weil man nie wissen kann, wer einem als nächstes den Schädel zu Brei haut.

Oder wir haben Ausgangssperre nach 20 Uhr, weil es danach einfach zu gefährlich ist, auszugehen.

Du verstehst was ich meine? Dann wirst du auch sagen: boah, vor 20 Jahren konnte ich abends noch in eine Kneipe gehen und hab mich mit Freunden getroffen. Heute ist alles viel übler als früher :-)

Lieben Gruß

Hezna #klee

Beitrag von juniorette 03.03.11 - 16:20 Uhr

#pro

Sehr schön geschrieben!

LG,
J.

Beitrag von juniglueck 03.03.11 - 22:36 Uhr

Toll geschrieben.