Info an die Kollegen? Oder als Geheimnis bewahren

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von diemadi 02.03.11 - 18:59 Uhr

Hallo ihr lieben,
nach meiner FG werde ich nun nächste Woche wieder arbeiten gehen und bin mir etwas unsicher, wie ich an meine Kollegen rantreten soll.
Offiziell war ich für alle nur krank, nur meine Chefin weiß davon, da ich leider nicht mal die 12. SSW geschafft habe.

Ich habe ein wenig Angst dass die ein oder andere unüberlegte Aussage eines Kollegen mich zu Tränen rühren könnte und ich damit natürlich fragende Blicke bekommen werde.

Nun bin ich am überlegen, ob ich vorher eine kurze mail an alle schreibe!
Was meint ihr?
Und wie würdet ihr es formulieren?

Danke für eure Hilfe

Beitrag von babsy68 02.03.11 - 19:19 Uhr

Hallo,

tut mit leid, dass du eine FG hattest. Ich hatte eine FG in der 12SSW, kurz bevor ich es bekanntgeben wollte. Da niemand etwas wusste hab ich es für mich behalten, für mich war es der bessere Weg. Ich bin froh, dass es keiner weiß. Ich denke immer, wenn es jetzt nicht mehr klappt mit einem Baby, muss ich niemanden was erklären...dann denken alle, dass ich keine Kinder wollte. Kollegen sind ja auch keine Freunde oder Familie denen man so was natürlich erzählt.Aber da ist jeder wohl anders, da muss man auf sein Gefühl vertrauen.

Liebe Grüße, Babsy

Beitrag von unipsycho 02.03.11 - 19:27 Uhr

Würde ich nicht machen.
Die meisten Menschen können mit Frauen, die einen Frühabort erlebt haben, nicht so viel anfangen und ich selbst habe die erfahrung gemacht, dass man in so einer situation einfach nicht das richtige sagen kann.

Es gibt eine Menge Leute die einem in so einer situation an den Kopf werfen: war doch noch ganz früh, hat doch noch gar nicht richtig gelebt. du warst ja noch gar nicht richtig schwanger. du bist doch noch jung. #bla

ich weiß, dass man anfangs gern darüber reden möchte, aber ich denke, du tust dir damit keinen großen Gefallen.

Bei mir ging das mal so weit, dass die Kollegen ein "geheimnis" vor mir hatten. Sie hatten einen Kuhfetus (11.woche) gefunden und meinten, dass ich bei dem anblick weinend zusammenbräche...

die wussten einfach nichts mit mir anzufangen. Dabei hat mich der Anblick überhaupt nicht gerührt. Es war eine 10cm kleine, vollständig zu erkennende Mini-kuh.

Beitrag von hakka 02.03.11 - 19:30 Uhr

Hallo!
Leider musst - wie immer - du entscheiden!

Ich habe es meinen Kollegen erzählt. Das war sehr gut für mich.
Ich fand die erste Begegnung sehr komisch. Aber mittlerweile fühle ich mich sehr wohl damit und versuche es immer zu sagen. Das hängt aber wirklich von dir ab.
Ich persönlich finde es soweiso sehr schade, dass Fehlgeburten ein absolutes Tabuthema sind. Ich gehe einfach dagegen an. Ich habe auch meine Schwangerschaften früher preis gegeben. Erst recht nach meiner Stillen Geburt in der 18. SSW. Da konnte ich ja auch nicht weglaufen...

LG
Hakka

Beitrag von sonea83 02.03.11 - 19:41 Uhr

Hallo,

auch meine Kollegen wissen alle bescheid.

Ich habe in der Zeit als ich krankgeschrieben war, mit allen telefoniert (wir sind nu zu zehnt) und habe so schon vor meiner Rückkehr "das Eis gebrochen".

Ich bin froh das sie bescheid wissen. Es gehen alle toll mit mir um. Wenn ich reden mag hören sie mir zu, wenn nicht gibt es das Thema nicht und alle behandeln mich wir vorher auch.

Ich würde es wieder so machen!

Lass dein Bauchgefühl entscheiden!

Ich wünsch dir alles Gute!

Beitrag von palomita 02.03.11 - 20:58 Uhr

Ich finde eine Rundmail irgendwie unpassend. Ich selbst bin sehr offen mit meiner FG umgegangen (war damals 10. SSW) und habe es im Gespräch - wenn es denn um das Thema Kinder/ Kinder kriegen/ FG ging - auch problemlos erzählen können/ erzähle das immernoch (ist jetzt knapp ein halbes Jahr her). Und das hat mir auch gut getan, ist schließlich auch nix, was man totschweigen muss/ sollte. Aber es jedem auf die Nase zu binden, der morgens nix ahnend seinen PC hochfährt - ich weiß nich. Ich würd es im Gespräch erwähnen, wenn jemand fragt, was du hattest/ warum du nicht auf Arbeit warst.
LG, palomita

Beitrag von alagdolwen 02.03.11 - 21:21 Uhr

Ist es nicht Sinn und Zweck die Schwangerschaft erst nach der 12. SSW bekannt zu geben, um eben nicht erklären zu müssen, wenn es schief gegangen ist?

Ich hatte meine FG in der 16. SSW und war gesamt 8 Wochen krank geschrieben. Da es ab der 14. SSW gut aussah, hatte ich meine Kollegen über meine Schwangerschaft und baldiges Wiederkommen informiert und mußte dann natürlich auch von der FG berichten.
Mit meinen direkten Kollegen habe ich kurz drüber gesprochen und dann war auch gut. Viele haben tröstende Worte gefunden, von eigenen Dramen berichtet und nun redet man nur davon, dass ich sicher bald wieder schwanger werde. Von der jetzigen Schwangerschaft wissen sie noch nichts.

Die, die es nicht wußten, denen habe ich auch nichts gesagt. Wenn jemand nachgebort hatte, warum ich denn so lange krank war? "Ich möchte nicht darüber reden. Jetzt bin ich wieder fit, und das muß reichen"

Meist reicht das aus, damit niemand weiterfragt. Entweder sie denken sich ihren Teil und sind deshalb ruhig, oder sie respektieren, dass Du nicht drüber reden willst.

Ich persönlich würde es nicht sagen, aber letztendlich mußt Du das selbst entscheiden.

Beitrag von schne82 03.03.11 - 09:11 Uhr

es kommt auf das Verhältnis zwischen dir und denen Kollegen an. Ich hab es niemandem erzählt, nur meiner Chefin, die aber nur indirekt meine chefin ist - also es gibt noch einen Hauptchef. Meine Chefin ist eher wie ne Kollegin und eine sehr Liebe. Allen anderen habe ich nichts gesagt und ich musste bislang auch nicht weinen wg. irgendwas. Versuch stark zu sein. Mich hat die Arbeit gut abgelenkt. Viele haben nur gefragt, ob es mir jetzt wieder besser geht und nicht gefragt, was ich denn hatte. Ob sich jmd. was denken kann, weiß ich nicht, ist mir auch egal. Im Zweifelsfall hätte ich aber irgendeine gyn. Erkrankung vorgeschoben.

Beitrag von steffken80 03.03.11 - 10:43 Uhr

Hallo,

also ich weiss was du meinst. Hatte damals auch immer ANgst das ich ne doofe Frage bekommen und dann anfange zu heulen.

Hab mir dann ein paar Kollegen gesucht, die bescheid wussten und hab sie gebeten die Info zu streuen.

Fand dich ihm nachhinein ganz gut. Kamen keine doofen Fragen. Ehr liebe Worte von Leuten die ich es gar nicht erwartet hätte.

Arbeitete zu der Zeit in einen Großraumbüro und man kann sich gar nicht vorstellen, wie vielen Leuten das schon passiert ist, die dann kommen und einen Mut zusprechen.

LG Steffken

Beitrag von reik80 03.03.11 - 12:18 Uhr

Hallo!
Ich kann nur "hab" mitreden. Meine Kollegen wussten, daß ich ss war und Probleme hatte. Ich hab dann eine Rundmail an die ganze Abteilung geschrieben mit der Überschrift "so gross die Freud - so tief das Leid" mit kurzem Satz, daß wir unser Kind verloren haben. Wir arbeiten im Grossraumbüro und daher läuft man sich auch ständig über den Weg.
Mir tats gut.
Gruss
Reik