Schwangerschaftsabbruch

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von geht das? 02.03.11 - 19:06 Uhr

Hallo,

ich habe eine etwas heikle Frage.

Bis zu welchem Monat kann man in Deutschland ein schwer behindertes Kind abtreiben? Habe heute erfahren, dass eine Bekannte sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Ich dachte immer, sie hätte das Kind verloren.....

Beitrag von anyca 02.03.11 - 19:14 Uhr

Da gibt es keine Monatsgrenze. Rein theoretisch ist das möglich, bis die Wehen einsetzen.

Beitrag von sweetelchen 02.03.11 - 19:17 Uhr

Wenn das Kind behindert ist, sei es trisomie 21 oder einfach nur eine missbildung von Körperteilen wie füßen, darf man leider abtreiben lassen wann man will.
Auch wenn die Mutter dadurch gefährdet wird, darf abgetrieben werden. Allerdings nur bis zur 21ssw (glaube ich) ansonsten muss sie das Kind still zur Welt bringen.
#schmoll

Beitrag von mattiju 02.03.11 - 19:23 Uhr

Hallo,

laut Gesetz kann sie jederzeit - also auch bei Einsetzen des Gebursvorgangs - die SS abbrechen. Es wird aber auch abgewogen, wer den größeren Schaden hat, quasi. Also es wird verglichen, ob die Situation für die Mutter oder für das Kind schlimmer wäre. Daher gibt es so eine Art "Einigkeit" unter den Ärzten, dass Abbrüche nicht mehr durchgeführt werden, wenn das Kind bereits lebensfähig ist (schließlich ist das schlimmer als die Situation der Mutter).

Das heißt laut Gesetz ist es jederzeit möglich, aber die meisten Ärzte führen Abbrüche nur bis zur Lebensfähigkeit des Kindes durch. Ausnahmen gibt es dennoch. Dann wird das lebendige Kind noch im Mutterleib getötet und es folgt eine stille Geburt (andernfalls sterben die Kinder einfach nach der Geburt).

LG
Judith

Beitrag von ?!?! 02.03.11 - 20:08 Uhr

hallo
mich würde mal intressieren warum das jetzt für dich wichtig ist?
ich denke sie wird ihre gründe gehabt haben, warum sie es gemacht hat.
du schreibst es ist eine bekannte,also ich würde sowas wenn ich das machen würde auch nur meinen engsten freunden sagen.

was ändert sich jetzt für dich?

lg

Beitrag von geht das? 02.03.11 - 21:30 Uhr

Hallo,

es ist mir deshalb wichtig, weil es mir nahe geht, ich an soetwas noch nie gedacht habe und nun darüber nachdenken musste. Es muss einfach schrecklich sein, so eine Entscheidung zu treffen od. treffen zu müssen. Und vor allem, den "Vorgang" dann physisch und psychisch durchzustehen. Ich meine man wird ja wahrscheinlich keine Narkose bekommen und das Kind im vollen Bewusstsein gebären, dass es nicht leben wird. Sie hat auch ihre Gründe genannt. Ich denke nicht, dass eine werdende Mutter soetwas macht, ohne es sich reiflich überlegt zu haben.

Ich hätte sie in der Situation fragen können, war mir aber nicht sicher, ob man das kann bzw. es nicht zu persönlich ist.

Für mich ändert das nichts, ausser, dass ich hoffe, NIE in so eine Situation zu kommen.

Liebe Grüße

Beitrag von shoern 06.03.11 - 16:41 Uhr

Sie fragt weil sie nicht mit Scheuklappen durch die Welt rennen möchte und das ist ihr gutes Recht...#nanana solch antworten sind#klatsch

Beitrag von geht das? 02.03.11 - 21:32 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten!

Liebe Grüße

Beitrag von lovesunny 03.03.11 - 10:23 Uhr

hallo ...

ich hatte die selbe frage und hab sie meinem arzt vorgestern gestellt gehabt... also du kannst jederzeit abtreiben allerdings ist es eine richtige geburt, es werden die wehen eingeleitet und du musst das ganze geburtsscenario durchspielen... egal ob es in jeglicher form behindert ist oder nicht und das finde ich ist der gemeinste teil an der ganzen geschichte!!

wenn es wirklich so sein sollte, und man sich als mutter schon auf ein gesundes kind gefreut hat, dann aber die info bekomm es sei weist anomalien auf und dann zu dem entschluss gekommen ist, für das kind sich gegen das leben zu entscheiden, weil es für das kind eine einzige qual wäre so zu leben... dann muss man es noch richtig zur welt bringen... das sind enorme grenzüberwindungen in jeglicher hinsicht!!

ganz zu schweigen davon, dass viele ärzte auch diese eingriffe gar nicht machen... es gab da einen fall wo die eltern gezwungen worden sind, durch die ethik kommission des kh das kind zur welt zu bringen, zur adoption durften sie das dann auch irgendwie nicht frei geben und mussten dann auch noch die kompletten kosten für die ganzen sondereinrichtungen zahlen und haben keinerlei unterstützung vom staat bekommen... man muss sich so etwas mal vorstellen...

ich wünsche deiner freundin ganz viel kraft und mut... #liebdrueck

Beitrag von kabama1944 03.03.11 - 11:57 Uhr


Hallo ,

ich meine , es geht nur vor der Geburt , daß man das Baby im Mutterleib töten kann . Wenn es erst auf die Welt kommt , darf man es nicht mehr . Aber die genaue Auskunft , kann sicher der Frauenarzt geben .
Ich würde niemals ein behindertes Kind zur Welt bringen . Dabei denke ich nicht an mich , sondern Hauptsächlich an das Kind . Wer kümmert sich um ES , wenn ich nicht mehr lebe . Und was ist das für ein Leben ???

Grüße Kabama

Beitrag von majasophia 03.03.11 - 12:41 Uhr

ich finde deine ansicht schon merkwürdig

1. selbst wenn du gesunde kinder hast, kann jederzeit irgendwas passieren und dein kind ist dann evt. auch schwer behindert, z.B. schwerer unfall etc.- willst du es dann auch nicht mehr? ist das leben deines kindes dann auch nichts mehr wert?

2. es ist nicht wichtig, dass kinder gesund sind, sondern, dass sie glücklich sind; niemand weiß wie sich ein schwerbehindertes kind fühlt; aber man kann sagen, dass, wenn es von beginn an behindert ist, es nicht anders kennt und daher durchaus auch glücklich sein kann und bestimmte dinge genießen kann (z.B. Berührungen, singen etc.)

3. wer kümmert sich um es, wenn ich nicht mher lebe: naja, wer kümmert sich um deine gesunden kinder, falls dir was zustößt? das ist für mich kein argument!

vielleicht denkst nochmal drüber nach; ich kenne einige familien mit behinderten kindern (berufsbedingt) und weiß daher, dass auch diese kinder und ihre eltern zusammen das leben genießen können und glücklich sein können so wie mit gesunden kindern auch! und mit so einer einstellung tritt man solche familien mit füßen!

Beitrag von marion2 04.03.11 - 13:09 Uhr

"und mit so einer einstellung tritt man solche familien mit füßen!"

Warum?

Wenn ich mich gegen ein behindertes Kind entscheiden würde, würde ich doch anderen Eltern das Recht nicht absprechen, eins zu bekommen...

Beitrag von clazwi 04.03.11 - 07:31 Uhr

Hallo Kabama,

meine Pflegetochter ist schwerbehindert und ihre Mutter kann sich nicht um sie kümmern.
Sie ist ein fröhlicher, kleiner Mensch und sie geniesst ihr Leben.

Sollte uns wirklich etwas zustossen (zur Mutter kann sie nicht zurück), gibt es noch genügend andere und auch menschenwürdige Möglichkeiten, sie unterzubringen.

LG
Claudia

Beitrag von clazwi 04.03.11 - 07:29 Uhr

Hallo Lovesunny,


********************************************
ganz zu schweigen davon, dass viele ärzte auch diese eingriffe gar nicht machen... es gab da einen fall wo die eltern gezwungen worden sind, durch die ethik kommission des kh das kind zur welt zu bringen, zur adoption durften sie das dann auch irgendwie nicht frei geben und mussten dann auch noch die kompletten kosten für die ganzen sondereinrichtungen zahlen und haben keinerlei unterstützung vom staat bekommen... man muss sich so etwas mal vorstellen...

********************************************

wo soll das denn passiert sein?

Jedes (!) Kind kann zur Adoption freigegeben werden. Ob gesund oder schwerstbehindert.
Ich bin Adoptiv- und Pflegemama, meine Pflegetochter IST schwerbehindert.
Mit dem Thema bin ich bestens vertraut, zudem arbeite ich selbst in der Kinder- und Jugendhilfe und kann Dir versichern, dass keine Eltern der Welt gezwungen werden können, ihr Kind zu behalten.

Bei einer Adoptionsfreigabe bekommt man ein paar Wochen Bedenkzeit, bis man die Unterschrift geleistet hat (§1747 BGB). .

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Rechtsfragen/s_134.html


LG
Claudia

Beitrag von angeldragon 03.03.11 - 13:21 Uhr

leider leider jeder zeit kann man auch lebensfähige kinder töten ...

es spricht nichts dagegen wen ein kind nicht lebensfähig ist oder es so behindert ist das es nichtmehr menschenwürdig leben kann(ofener schädel,rücken oder bauchdecke) ...

doch trisomie 21 ist sehr wohl menschenwürdig

ich wahr noch nie besonders gläubig nach dem ich irgentwann erfahren habe das es möglich ist(lebensfähige und menschenwürdige) kinder in jeder ssw zu töten wurde mir erst recht bewust das es keinen gott geben kann den wir menschen beschliesen wer leben darf und wer nicht

es ist mehr als traurig das behinderte menschen kein recht mehr auf leben haben und vor dem gesetz tazächlich bereits als totalschaden gelten
hier der link dazu http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/397690/Emil_Ungeboren-behindert-Klaeger-gegen-die-Republik

wiso hat ein kind weniger rechte als ein anderes :-(

Beitrag von marion2 04.03.11 - 13:23 Uhr

Bei dieser Form von Behinderung ist es enorm wichtig, vorher die Diagnose zu stellen. Es empfiehlt sich ein Kaiserschnitt um die Komplikationen für das Kind gering zu halten...

Beitrag von schnuggi2009 04.03.11 - 19:55 Uhr

Naja ... ich denke ... bei diesem Thema spalten sich natürlich die Meinungen ... Aber ich kann aus einen Bekanntenkreis - ganz aktuell - erzählen ...
In der Schwangerschaft wurde - bei der weitläufigen Bekannten - festgestellt ... dass das Kind schwerstbehindert auf die Welt kommen würde. Das Paar war von sich sooo überzeugt ... dass Sie sich gesagt haben ... WIR BEKOMMEN KEIN BEHINDERTES KIND ... und haben aus diesem Grund keine weiteren Untersuchen durchführen lassen. Hört sich ja im ersten Momenten toll an ?! Sooo ... und dann war der kleine Wurm auf der Welt ... Und was soll ich sagen ... die Mutter kommt bis heute - der Kleine wird jetzt 1 Jahr - mit der Situation nicht klar ... und SCHÄMT sich für Ihr Kind ... #heul Und was man dann natürlich auch noch mitbekommt ... dass der Kleine einige Therapien durchführen muss ... damit er z. Bsp. die Zunge im Mund behalten kann usw. Ich weiss nicht ... ob das wirklich ein tolles Leben ist ?! - und komm jetzt bitte nicht mit ... na ... der Kleine lebt dann halt in seiner Welt ... #augen

Beitrag von clazwi 04.03.11 - 21:03 Uhr

Hallo Schnuggi,


*********************************
Ich weiss nicht ... ob das wirklich ein tolles Leben ist ?! - und komm jetzt bitte nicht mit ... na ... der Kleine lebt dann halt in seiner Welt ...
*********************************

warum möchtest Du "das" nicht lesen?
Wieviel Kontakt hast Du zu Kindern mit Behinderung?

Die Situation, die Du schilderst, ist definitiv eine Tragische und es ist fraglich, ob das was Du beschreibst, dem Kindeswohl wirklich dient.

Aber es gibt viele hilfreiche Wege, die man gehen kann.

Das kann ich als Pflegemutter eines schwerbehinderten Kindes sicher sagen, aber auch aus der Perspektive meines Jobs, in dem ich u.a. auch ein schwerstbehindertes Kind ein Stück weit mit begleiten darf und ich mich nicht anmasse, darüber zu urteilen, ob dieses Kind sein Leben nicht lebenswert findet.

Claudia

Beitrag von majasophia 04.03.11 - 22:07 Uhr

du schreibst mit aus der seele...man merkt, dass du erfahrung mit solchen kindern hast!

ich bin schon der meinung, dass man das als außenstehende eh immer so leicht sagt..jaja ich werd kein behindertes kind kriegen und das ist kein lebenswertes leben...blabla, aber wenn man das wirklich hautnah mitkriegt, dann denkt man glaub ich nochmal drüber nach...

meine kleine behinderte patientin hat auch ein schweres schicksal, sie ist an allen 4 extremitäten gelähmt, kann nicht sprechen, sich nicht bewegen, ncihts essen usw- ABER sie liebt es, wenn man in ihren haaren rumfummelt und ihr ne kopfmassage gibt, sie schnurrt dann wie ein kätzen und entspannt sich total (hat sonst spastiken) und das finde ich einfach schön und ich mag es sehr sie so zu verwöhnen;-) und genau darum ist sie für mich genauso liebenswert wie jedes andere kind auch und wenn sie mein kind in meinem bauch wäre, so würde ich mich immer für sie entscheiden...

Beitrag von majasophia 04.03.11 - 22:11 Uhr

wollte nur mal anmerken, dass man mit offenem rücken oder offener bauchdecke durchaus super chanchen auf ein beschwerdefreies leben hat!

vor allem die offene bauchdecke ist eigentlich gar kein so großes problem; das ganze wird nach der geburt in einen sterilen beutel gepackt und dann schnellstmöglich operiert; bei schwieriges fällen muss vorher noch die haut gedehnt werden, sodass man die bauchdecke verschließen kann; wenn dann alles zu ist und dem darm nix passiert ist, hat das kind super chancen sich ganz nromal zu entwickelt...beim rücken ähnlich; selbst wenn das rückenmark geschädigt ist, kommt es drauf an wo genau; viele kinder sind dann "nur körperlich beeinträchtigt" und geistig aber völlig nromal!

naja aber wer zieht schon die grenze, wo das lebenswerte anfängt und was überhaupt lebenswert ist!

ich vertrete die meinung, dass ein kind, was nicht leben will, stirbt- egal, was die medizin tut, es gibt immer einen weg zu gehen, wenn man das möchte....

Beitrag von leenchen82 03.03.11 - 13:33 Uhr

Also meine Schwägerin musste vor 3 Jahren in der 24.SSW einen Spätabruch durchführen lassen. Und hatte ihn auch still geboren. Ihr Sohn hatte einen Wasserkopf und einen offenen Rücken. Er wäre gar nicht lebensfähig gewesen oder wenn doch mit schwersten geistig und körperlichen Behinderungen. Für ihn war es das Beste. Es wäre kein Leben gewesen. Für beide nicht. Das tragische an der ganzen Geschichte ist das er das erste Kind für meine Schwägerin gewesen wäre, nach jahrelangen üben, und wird auch zukünftig nie eigene Kinder haben.:-(