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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Hier könnet ihr euch gegenseitig Rat und Unterstützung geben. Lest gern auch in unserem Magazin nach. 

Beitrag von rene2002 03.03.11 - 09:18 Uhr

#kratzeigentlich finde ich, ist es kein sinnloses Posting.

....wieso denken alle, Förderschule ist gleich Sonderschule??? Bitte informiert euch doch, denn das stimmt nicht#nanana#nanana.

Ein paar werden mich vielleicht noch kennen und möchte gerne etwas erzählen:

Mein Sohn musste 2002 in der 25+5 SSW mit 650gr. geholt werden. Hinzu kam, daß er nochmal stark an Gewicht verlor und es sah lt.Ärzte nicht gut für ihn aus. Die ersten 9 Tage entschieden über Leben oder nicht. Aber er hat es geschafft, er hat gekämpft, denn er wollte Leben!! Er wurde fast 2 monate intubiert und kämpfte sich immer wieder nach vielen Rückschlägen zurück ins Leben. Nach endlos langen 19 Wochen durfte er endlich nach Hause. Man denkt dann ist es vorbei?? Nein, es ist noch lange nicht vorbei. Verschiedene Arztbesuche, Krankheiten und ein endloser Therapiemarathon bestimmten sein Leben und bestimmt es noch. Dann kam er in den Kindergarten. Die Frage jedoch war, in was für einen?? Ich gab ihn erst in einen Heilpädagogischen Kindergarten, nach 2 Jahren entschloß ich mich, ihn in einen Intergarationskindergarten inder Nähe unseres Wohnorts anzumelden. Ist ein Heilpädagogischer oder Integrationskindergarten ein Sonderkindergarten für Kinder die dumm sind?? Nein ist es nicht!!! Er entwickelte sich und machte in jeder hinsicht Fortschritte, es war eine Bereicherung für ihn.

Nun kam die Zeit der Schule:

Er wurde im Kindergarten, Regelschule und in der Frühchennachsorge getetstet. Die Frühchennachsorge machte sogar einen Intelligenztest: 2008 hatte er einen IQ von 93, 2009 einen von 110. Ist er dumm? Nein!! Er war also Regelschule tauglich. Doch ich, Frühchennachsorge und René's Ergotherapeutin stellten uns die Frage. "Schafft er es dem Leistungsdruck und der Klassengröße (29 Kinder) auf Dauer standzuhalten?? Was kann ich ihm zumuten oder mach ich ihn womöglich kaputt dadurch?Ich möchte ein glückliches Kind, er soll sein Tempo selbst bestimmen. Ich werde ihn immer zu den Türen begleiten, werde immer wie ein Schatten hinter ihm sein und zu ihm stehen, jedoch durch gehen muss er selbst. (Nicht die Eltern sollen das Tempo der Kinder bestimmen, ihnen sagen was sie (die Eltern) wollen, die Kinder sagen oder zeigen es euch alleine, was für sie das beste ist. Sie haben doch auch ihr Tempo in dem Kampf um ihr Leben selbst bestimmt und ihr wart alle Stolz darauf, warum soll es es jetzt nicht so sein? Und damit ich jetzt nicht soviel schreiben muss, kopier ich mal rein, was ich guten Freunden am Dienstag geschrieben habe:
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#verliebtMein klein großer Sonnenschein#verliebt


01.03.11, 21:15

kommt dieses Jahr in eine Regelschule. Also, ich war ja heute in René's Schule. Er wurde ja 2009 in eine Diagnose Förderklasse eingeschult, nachdem wir lange überlegt haben. Er hatte ja den normalen Schultest 2009 bestanden und wir waren uns (Frühchennachsorge, Ergotherapeutin und ich) nicht sicher ob er dem Druck standhält, (große Klasse mit 29 Kindern.)Nach seinem ganzen Therapiemarathon den er sich hinter und immer noch vor sich hat, haben wir dann beschlossen ihm einen sanften Einstieg zu ermöglichen und ihn in die Diagnose Förderklasse einschulen lassen. Ich habe auch mit der Lehrerin von Rene's Grundschule gesprochen und ihr René's Geschichte erzählt, auch sie meinte damals, er könnte die Grundschule schon schaffen, aber ob er dann dem Leistungsdruck standhält is ungewiss. Ich hatte Angst, daß ich in ihm dann mehr kaputt mache und er mir zurück fällt. Und so war mir klar, daß ich ihm dem nicht aussetzen wollte, so kam er in die andere Schule. Und heute haben wir beschlossen, daß er in die Regelschule muss. Er hat sich gefestigt, ist auch älter geworden und weiß nun was ihn erwartet. Er ist ein unwahrscheindlich pfiffiges Kerlchen sagte seine Lehrerin und sie sieht ihn hoch hinaus kommen. Lesen, Mathe, Schreiben kein Problem. Er stellt an sich selbst hohe Ansprüche, sagte sie und das ist gut so. Auf Dauer wäre er in dieser Schule unterfordert und er ist den anderen Kindern weit voraus. Ich wußte ja, daß ich ein pfiffiges Kerlchen habe, aber ich war doch ganz schön überrascht was ich heute zu hören bekam. Rene wird nach den Osterferien einen 6 wöchigen Probeunterricht in der Regelschule machen, (meistens kommen die Kinder die den Probeunterricht machen nach 6 Wochen wieder in die alte Schule zurück und wechseln dann im Sommer in die neue Schule) aber René wird nach 6 Wochen nicht zurück gehen, sagte sie, er bleibt dann gleich für immer dort. Traurig finde ich nur, daß er sich nicht mal von der alten Klasse und Lehrerin verabschieden kann, denn sie begleiteten ihn immerhin fast 2 Jahhre auf seinem Weg. Aber wir werden uns schon was besonderes zum Abschied einfallen lassen. Bloß ich darf es ihm nicht mal sagen, daß er dort nicht wieder zurück kommen wird. Also, werden wir uns etwas in den großen Ferien dann einfallen lassen. So, jetzt wißt ihr es, warum ich heute mit René's Lehrerin ein schönes Gespräch hatte. Mein kleiner/groooooßer Held*Schnief*

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Und ich bin froh, damals diese Entscheidung getroffen zu haben, habe ich nur weil er in eine "Förderschule" gegangen ist ein dummes Kind? Ich kann dir versichern Sacoma, nein das habe ich ganz sicher nicht, ich habe ihm lediglich einen "sanften Einstieg" ermöglicht, denn Kämpfen hat er schon genug müssen.;-).

Sorry, daß es so lange geworden ist, was ich damit mitteilen wollte ist nur, erkundigt Euch doch bitte was eine Förderschule ist, bevor man diese Kinder als Dumm abstempelt. Denn meistens ist es die Ignoranz der Erwachsenen gegenüber Neuem die irgendwo in der Zeit stehengeblieben sind und eigentlich will doch jeder nur das "Beste" für sein Kind.;-)


Liebe Grüße und alles Gute weiterhin
Anita


Beitrag von tini2005 03.03.11 - 09:55 Uhr

Juhu meine liebe anita,

das hast du sehr schön geschrieben.Und ich kann dir nur zustimmen,du hast absolut richtig gehandelt damals.es war die richtige entscheidung.

@ alle anderen

Ich kenne den kleinen großen kämpfer und kann sagen das er wirklich ein pfiffiges kerlchen ist.Die "förderschule"hat ihm nicht geschadet,er hat sich super gut entwickelt.Eine Förderschule ist keine schule für dumme.In solchen klassen wird der stoff sehr langsam durchgenommen sodass jedes kind mit kommt und da die klassen sehr klein sind hat die lehrerin die möglichkeit sich um jeden einzelnen zu kümmern und jedem einzelnen der nicht hinterherkommt den stoff immer und immer wieder beibringt.ja mein gott förderschule hört sich schlimm an,ist es aber nicht,denn was bitte ist so schlimm daran wenn man den unterrichtsstoff langsamer durchnimmt als wie in der regelschule?eigentlich kann es nur gut sein für kinder die evtl extrem früh geboren wurden oder halt für welche die nicht so schnell lernen können.Auch geht es nicht nur ums lernen,der druck in der regelschule ist hoch,die kinder müssen in kurzer zeit so viel lernen und auch zu hause viel üben,aber ist das so toll?wenn die kinder keine freizeit mehr zu hause haben?wenn sie immer und immer wieder jeden nachmittag pauken müssen damit sie im unterricht gut mit kommen?ich finde nicht,kinder bleiben kinder,auch wenn sie in der schule sind,kinder lieben das spielen und wollen nicht immer nur lernen.

Und wie man bei rene sieht hat er es geschafft,er war jetzt 2 jahre in der förderschule ist super gut mit genommen,hatte nachmittags freizeit und nun ist er soweit das er in eine regelschule kommt und das wird er packen.

aber was nützt es wenn ich mein kind nicht auf die förderschule gebe,es in eine normale schule kommt und das kind kommt überhaupt nicht mit dem stoff hinterher,die lehrer haben da keine zeit für jedes einzelne kind.Irgendwann wird dann vielleicht das kind auf die hauptschule gehen.und das ist dann schön?ich denke nicht.da geb ich mein kind doch lieber auf die förderschule für zwei jahre und wenn alles gut läuft kann das kind auf die normale schule.

so nun genug,sollte gar nicht so lang werden.
aber ich finde das solche kinder immer als dumm abgestempelt werden echt nicht ok.

tini

Beitrag von rene2002 03.03.11 - 10:17 Uhr

Oh ich hab da noch was vergessen, mein Großer war damals auch in der Förderschule er litt unter dem Hyperaktivitätssyndrom, (Hyperkenetischem-Syndrom heute ADS und was es noch für Bezeichnungen in Zukunft gibt#klatsch). Er war 2 Jahre dort und hatte dann in seinen Qualiabschluß in der Hauptschule mit 2,0 gemacht. Heute macht er seine Ausbildung zum Rettungsassistenten;-)

Beitrag von rene2002 03.03.11 - 10:29 Uhr

http://www.zeit.de/2010/26/M-Fruehchen?page=1

Lg#winke

Beitrag von sacoma 03.03.11 - 10:40 Uhr

hallo,

vielleicht habe ich es nur unglücklich formuliert aber ich denke nicht, dass förderschulkinder dumme kinder sind. mit dem ausspruch, "sie ist doch keine dumme", wollte ich es nicht verallgemeinern. ich finde nur, sie wird zur zeit so behandelt und es steht nicht mehr im fordergrund, dass sie nur auf grund ihrer frühgeburtlichkeit leichte schwächen hat.

sie stört einfach, dass ist das gefühl was ich habe, es gibt tolle förderschulen und auch eine geringe klassenstärke ist toll ABER, sie hat dort viele freunde, hat endlich anschluss gefunden und geht so gern dahin. jetzt mit dem wechsel würde alles, was sie sich aufgebaut hat zu grunde gehen.
aber das spielt bei der überlegung keine rolle, es steht nur die gesonderte beschulung im fordergrund. aber das war ja von vornherein klar und die schule hat sie angenommen und das ja auch akzeptiert...

das ist alles nur willkür und nicht zu begründen. meine tochter geht nicht in eine förderschule, wenn es keine gründe geht. kinder mit ads gehen auch in ihre klasse und stören und randalieren, die werden nicht für die förderschule vorgeschlagen.

Beitrag von rene2002 03.03.11 - 10:58 Uhr

Hallo Sacoma,

ich verstehe sehr gut was du meinst, aber meine Erfahrung war, daß sehr wohl auch Kinder mit ADS schon im Kindergarten für die Förderschule vorgeschlagen werden, jedoch die meisten Eltern das nicht hören wollen, da sie ja wie viele denken Förderschule ist gleich Sonderschule. Ein Freund von Rene leidet auch unter ADS und auch im Kindergarten wurden den Eltern vorgeschlagen ihn in eine Förderschule zu geben. Die Reaktion der Mutter war: "Niemals, mein Kind ist doch nicht blöd"so ging er in die Regelschule, denn zwingen kann man sie ja nicht. Fazit jetzt nach 2 Jahren ist, der Junge kommt jetzt in die Förderschule, da er in der Klasse nicht mit macht, aggressiv ist und Hausaufgaben verweigert.

Lg Anita

Beitrag von megapapa 03.03.11 - 13:04 Uhr

liebe anita


ich kenne rene ,er ist so ein süßer und pfiffiger,am besten gefällt mir seine art und sein gerechtigkeitssinn.

er hilft den schwächeren und ist immer für einen da


ein ganz besonderes kind und ein kämpfer durch und durch


eine förderschule hat nur kleine klassen und kann mehr auf eine kind eingehen

wo andere kinder schon erfahrungen gesammelt haben mit der umwelt und was lernen konnten ,waren unsere kids ja immer in kh ,oder therapien

rene zeigt es allen ,wie es geht ,ich wünsche ihm und hoffe dass er die normale schule schafft

alles liebe und gute für rene und seine mama sonja

Beitrag von starwarslady 03.03.11 - 13:38 Uhr

Hallo

gehöre hier nicht her ,njur immer stille leserin. Aber habe auch ein Kind was anders ist als andere.

Das mit der Förderschule hast du Klasse geschrieben . Du kannst froh sein das es sie noch geben tut bei euch hier in Schleswig-Holstein gibt es blad keine ,mehr heist es werden keine neuen Klassen gegründet, die die dort noch zur Schule gehen machen diese zuende. Dann ist schluß damit und wir können sehen wowir mit unseren Kindern abbleiben.

Und ab 2014 soll es nur noch dank der tollen erfindung des Wortes

*Inklusion* nur noch Schulen geben wo Kinder mit Behinderungen aller Arten in einer Klasse beschult werden sollen . Wenn wird man da denn gerecht doch keinem.

Hoffe für jeden das sein Kind die richtige Schule findet und bekommt.

LG Edith:-)

Beitrag von angelzoom 03.03.11 - 18:10 Uhr

Ich habe kein Frühchen und ich lese hier immer nur still mit. Trotzdem möchte ich heute auch mal etwas sagen. Ich hoffe das ist für euch alle okay

Mein Sohn kam 2005 im Juni zur Welt. Er war kein Frühchen und war normal etwickelt.
Trotzdem ist er in manchen Dingen langsamer wie andere Kinder (sprechen, bewegen usw.).

Auch er wird im September in eine Diagnose und Förderklasse kommen und ich bin so froh, dass wir dort einen Platz bekommen haben.
Er ist nicht dumm. Er hat einen IQ von 120 (mehrmals getestet, wegen der Diagnoseklasse). Er braucht einfach länger wie andere.
In diesem einen Jahr oder zwei wird er diese Rückstände aufholen und in ein zwei Jahren auf eine Regelschule gehen. Vielleicht ist er nicht so schnell wie andere Kinder und kann nicht so gut sprechen, klettern rennen. Dafür sieht er aber Dinge und bemerkt Sachen die wir im Altag oder seine Geschwister oft nicht bemerken.
Er war zwei Jahre alt, als er sich für eine halbe Stunde ans Ufer setzte und den Sonnenuntergang beobachtete. Er sagt Dinge wie: Mama schau wie schön die Sterne glitzern, schau mal wie die Blumen im Wind sich bewegen, Schau wie die Sonne auf dem Wasser schimmert.

Auch wir haben mit Vorurteilen zu kämpfen: Hilfsschule, nur dumme Kinder dort ect.
Ich war dort und habe mir diese Schule angeschaut, ich habe mit vielen Menschen gesprochen und ich weiß, dass es ihm dort gut gehen wird.

Das wollte ich nur mal anmerken. Ich hoffe ihr seid mir nicht böse drum

lg Janette

Beitrag von rene2002 03.03.11 - 19:01 Uhr

Nein, ich finde es sogar gut, daß Förderschule mal thematisiert wird. Gerade weil es leider immer noch viele Vorurteile gibt, wie Du es auch schreibst. Ich selbst habe in der Klasse meines Sohnes mehrmals hospitiert war und bin begeistert wie die Lehrer auf die Bedürfnisse jedes einzelne Kind eingehen.

Lg;-)

Beitrag von yumah 03.03.11 - 21:20 Uhr

Hallo,
toll geschrieben #pro und dein Rene kann wirklich stolz darauf sein eine Familie zu haben die sein Wohl vor das eigenen Ego stellt.
Ich bin diese Woche leider unfreiwillig auf dem Spielplatz Zuhörerin einer Diskussion zweier Mütter geworden die sich genau über dieses Thema unterhalten haben und das Kind einer dritten Mama abgestempelt haben, weil dieses auch in eine Förderklasse kommen soll.
Das Gespräch hat mich so traurig und wütend gemacht dass ich mit den Tränen gekämpft habe obwohl ich die Beteiligten nichtmal kannte ( gut ich bin schwanger da hat man ja eh auch etwas näher am Wasser gebaut#hicks ) Meine Mausis sind jetzt erst in den KiGa gekommen-bis zur Schule ist es also noch etwas hin, aber ich hoffe das wir auch den richtigen Weg für die Beiden finden.
Liebe Grüße
Yumah

Beitrag von seluna 03.03.11 - 22:06 Uhr

In Hamburg und anderen Bundesländern, ist die Förderschule genau das gleiche wie die Sonderschule.
In anderen Bundeländern sind wohl tatsächlich Unterschiede vorhanden.

Mein Sohn geht wegen schwerer Legasthenie und Dyskalkulie auf eine Förderschule, in diesem Fall eine Sonderschule.

Beitrag von rene2002 04.03.11 - 06:54 Uhr

Hallo Seluna,

nein, das ist bei uns nicht so. Für diese Kinder gibt es bei uns eine spezielle Schule in München.

Lg Anita