Alkoholprobleme in der Familie

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von besserso! 03.03.11 - 09:53 Uhr

Hallo zusammen,

ich schreibe hier in schwarz, weil ich nicht erkannt werden möchte

Meine Vergangenheit holt mich im Moment ein.
Was keiner weiss, weil immer verschwiegen oder verleugnet.
Meine Mutter ist Alkoholikerin seit ich denken kann.
Sie hat mich damals mit Zetteln die mir erlauben Alkohol zu kaufen in den Ecenter geschickt und es gab Schläge wenn ich das falsche gebracht habe, da war ich 6 Jahre alt.
Der Terror ging meine ganze Jugend weiter, jeden Tag Suff, Prügel und Geschrei. Dahinter immer meine Grosseltern die mich davon abhielten zum Jugendamt zu gehen, weil meine Ma ja nichts dazu kann, es ist der Alkohol der aus ihr spricht.
Sie redet schlecht über mich, behauptete Dinge die nicht stimmen um selbst als arme Frau wahrgenommen zu werden.
Ich bin noch vor Ende meiner Ausbildung (hatte genug Geld beisammen) ausgezogen.
Der Terror ging am Telefon beinahe täglich weiter, manchmal bis zu 10 Anrufe am Abend, immer besoffen, immer gemein und böse.
Als ich schwanger war hat mein Mann ihr die Meinung gesagt, sie solle mich in Ruhe lassen und damit aufhören, sonst vergisst er sich.
Seither hatte ich einigermassen Ruhe, wenn ich merkte, sie hat wieder getrunken, hab ich sie am tel abgewürgt. Damit konnte ich die letzten 7 Jahre gut leben.
Meinen Sohn hab ich aber trotzdem nicht allein zu ihr gelassen, wofür ich offiziell ja wieder die Böse war, es weiss ja keiner um das Problem.
Nun habe ich vorgestern erfahren, dass sie den Terror meinem Stiefvater (ja sie hat wieder geheiratet, fand ich super) gegenüber fortgesetzt hat und bis heute weiterführt.
Ich bin von seiner Schwägerin angerufen worden, sie macht sich Sorgen um ihn, er wäre verschlossen und um Jahre gealtert.
Der Telefonterror geht auf der Seite nun weiter, sie klingelt besoffen dort die ganze Verwandschaft durch, macht ihn schlecht, bedauert sich selbst und behauptet er würde sie prügeln (was def nicht stimmt, das hat sie von mir und meinem Vater auch schon behauptet).
Ich bin fix und fertig und weiss nicht mehr weiter, mein Sohn sollte nächstes Wochenende mal zu ihr, weil sich beide das sehr gewünscht haben.
Das kann ich nun aber nicht verantworten, er hat geweint als ich ihm gesagt hab dass das nicht geht.
Meiner Mutter hab ich noch nichts gesagt und auch noch nicht mit ihr gesprochen, ich kann im Moment noch nicht.
Ich will nicht das mein Stiefvater das weiterleben muss aus dem ich ausbrechen konnte, auch er schweigt es tot, er hat nie was gesagt.
Wenn ich meine Mutter versuche drauf anzusprechen wird sie sofort aggressiv und der Terror geht von vorn los, es stimmt ja alles nicht, sie macht das nicht, alle sind gegen sie.
Ich glaube sie vergisst tatsächlich was sie tut und sagt in diesen Momenten.
Hätte sie eben nicht diese liebevollen Phasen, wäre es einfach..... aber so. Sie ist glaube ich garnicht so oder ich kann nicht loslassen weil ich immer noch Hoffnung habe.

Meine Grosseltern wollen nichts hören und ich will sie in dem Alter auch nicht mehr damit belasten.

Danke für´s Lesen.

Beitrag von kmnko 03.03.11 - 10:21 Uhr

Hallo

Ich glaube, dass du co-abhängig bist und nichts anderes kennst als eine alkoholkranke Mutter. Eigentlich müssten sich alle von ihr abwenden damit sie von alleine den Absprung aus der Sucht schafft. Will sie überhaupt vom Alkohol loskommen? Ihr Mann kann einem auch nur leid tun. Er dachte, er könnte sie daraus ziehen und jetzt zerbricht er an ihrem Alkoholismus selbst. Ich würde den Sohn nicht mehr zu ihr schicken, es ist keine schöne Vorstellung eine betrunkene Oma zu haben. Ich würde deiner Mutter ein Ultimatum stellen- entweder der Alkohol oder die FAmilie. Du solltest dich auch professionell beraten lassen (es gibt Anlaufstellen für Familienangehörige von Betroffenen)

alles Gute

Beitrag von oh jeee... 03.03.11 - 10:25 Uhr

Meine Mutter ist auch Alkoholikerin, aber seit über 30 Jahre trocken.
Sie hat viele Jahre die AA's besucht, aber irgendwann damit aufgehört.
Trotz allem war sie immer ein sehr schwieriger und launischer Mensch (sie hatte das Verhalten eines nassen Alkoholikers, war aber trocken).
Ich hatte viele Phasen, in denen ich keinen Kontakt zu ihr hatte, weil mich ihre Art einfach zu sehr belastet hat.
Heute leidet sie an Demenz, aber, so schlimm die Krankheit ist, sie ist friedfertiger und irgendwo umgänglicher.
Ich rate Dir, den Kontakt abzubrechen.
Was ihren Mann betrifft, so muß er seinen Weg selbst finden.
Er ist erwachsen, Du mußt ihn nicht retten.
Vielleicht ist sein Leidensdruck noch nicht groß genug, vermutlich ist er Co-abhängig.

Beitrag von 5678901234 03.03.11 - 10:26 Uhr

sorry, aber wenn meine mutter in meiner kindheit schon so zu mir gewesen wäre, hätte sie auch nicht nur einen finger an ihre enkelkinder bekommen. ob ich nun dabei wäre oder nicht. sowas geht gar nicht.
auch dass deine großeltern dich nicht unterstützt haben...

nimm deinen lütten, dein mann und lass deine familie hinter dir. es tut dir doch nicht gut, so wie du schreibst.
erklär es deinem sohn altersentsprechend und frühjer oder später wird auch er es verstehen.

alles gute

Beitrag von sniksnak 03.03.11 - 10:57 Uhr

In der Theorie ist das alles etwas einfacher!

Beitrag von seelenspiegel 03.03.11 - 11:19 Uhr

Du wirst da leider nicht viel tun können.

Menschen sind nunmal seltsame Tiere, bei denen der Leidensdruck meistens erst groteske Formen annehmen muss, damit sich grundlegend im Leben etwas ändern kann.

Hast Du die Familie Deines Schwiegervaters darüber informiert was da so läuft, und warum er sich selbst auch so verändert hat? Wenn nicht, solltest Du das tun.....er selbst wird das (noch nicht) nicht können.

Grundsätzlich solltest Du Ihn aber nicht ausgrenzen, nur weil Deine Mutter säuft und sich nicht im Griff hat.

Es gibt sicher Möglichkeiten Deinen Schwiegervater mit Deinem Junior zusammen zu bringen, ohne Deine Mutter mit einzubeziehen. Soll sie ruhig mal merken was sie sich da alles verscherzt.....das mit dem Leidensdruck gilt nämlich auch für sie.

Mit Suchtkranken habe ich ansonsten keinerleid Mitleid und auch kein Verständnis. Vielleicht wären mal SEHR deutliche Worte angebracht, dass sie sich es entweder weiterhin mit jedem verscherzen kann und sich auf Raten weiter totsäuft, oder dass sie was ändert.....nicht für andere...aber für sich selbst !

Lade doch beide auf einen Kaffee ein....mach aber deutlich, dass wenn Du auch nur ansatzweise ne Fahne bei ihr riechst, sie nicht in die Wohnung kommt. Da würde ich auch einen Taschenkontrolle machen. Ist nur ein Kümmerling (etc) in der Handtasche, fliegt sie raus. Es liegt dann an ihr zu zeigen, wie viel ihr der Kontakt mit ihrem Enkel wert ist.

Es klingt vielleicht gemein, aber ich spreche aus Erfahrung wenn ich sage, dass in bestimmten Fällen der Berühmte Tritt in den Hinter nicht mehr ausreicht, sondern es schon frontal in die Fresse sein muss, damit derjenige aufwacht. (Man verzeihe mir die rüde Ausdrucksweise)

Beitrag von sunshine7505 03.03.11 - 16:59 Uhr

http://www.al-anon.de/
oder mehr über VK.
LG Katja