Darf man 60 Stunden arbeiten wenn man 20 Stunden/Woche Vertrag hat?

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Beitrag von tauchmaus01 03.03.11 - 10:18 Uhr

Ich frage heute mal für eine Freundin:

Sie arbeitet in einem Pflegeheim/Altenheim und hat einen 20 Stunden Vertrag. Im Grunde kann sie mehr auch nicht arbeiten, denn sie hat eine kleine Tochter, der Mann arbeitet auch.
Nun ist es so dass die Station der Willkür der Frau ausgesetzt ist die die Dienstpläne schreibt. SIe möchte ihren Job auf keinen Fall verlieren, denn sie hat es nicht leicht einen neuen zu bekommen und ist froh dass sie diese Arbeit hat.

Das Problem:

Ohne dass sie Urlaub haben wollte hatte sie nun 2 Wochen frei, sie hat keine Dienste bekommen. In dieser Zeit wurde sie auch noch krank, Lungenentzündung, aber das spielt jetzt keine Rolle.
Ab kommender WOche sind dann die Dienste so eingeteilt dass sich echt 60 Stunden arbeiten soll, und das wohlgemerkt bei einer 20 Stunden/Woche.

Geht das überhaupt?
Auch anderen Kollegen geht es so, eine sucht schon einen neuen Job nebenher, denn keiner schafft das mehr.

Auch wenn sie frei hat, wird sie angerufen wenn jemand gebraucht wird. Sie springt echt immer und geht dann arbeiten, auch wenn es ihr mal nicht gut geht. Die Lungenentzündung hat sie fast verschleppt, denn sie ging trotz Schmerzen arbeiten...

Was kann sie tun ohne ihren Job zu riskieren? DIe Chefin macht da wohl nichts weiter, Dienst wechseln mit Kollegen geht auch nicht so einfach.

Vielleicht hat jemand einen Tip damit ich ihr ein wenig helfen kann. Sie kann kaum noch....zum Glück ist ihre Mutter da und hilft ihr bei der Kleinen sodass sie also zu jeder Tageszeit arbeiten kann.

Danke
Mona

Beitrag von spatzl27 03.03.11 - 10:27 Uhr

Hallo,

also das dreifache arbeiten ist schon heftig. Ich meine ok, wenns mal brennt, Personalknappheit dann ist es sicher kein Ding. Aber so... Hmm.

Bekommt Sie denn die Stunden bezahlt oder gut geschrieben? Also ich kenn es von der Firma, in der ich gearbeitet habe, dass Überstunden obligatorisch sind. Ein gewisses Maß MUSS gemacht werden..

Die Alternative wäre, dass sie sich nach etwas anderem umschaut. Mit Rechtsmitteln dagegen vorgehen könnte sie auch versuchen, insofern sie die Überstunden weder bezahlt noch zum Abfeiern anerkannt bekommt. Nur, ob sie dann damit ein besseres Arbeitsklima hätte, sei dahin gestellt...

LG

Beitrag von tauchmaus01 03.03.11 - 10:35 Uhr

Sie bekommt die Stunden schon gutgeschrieben. Aber was bringt das? Sie ist fix un fertig in ihrem Job und muß alte Leute pflegen,waschen, füttern und dabei noch menschlich bleiben.
Das Arbeitsklima ist schon im Eimer dort soweit ich das mitbekommen habe.,
Aber kann man denn die Stunden nicht so einteilen dass jeder normal seinen Arbeit macht? Es geht auch den anderen so wie ihr.

Danke für Deine Antwort:-):-)

Beitrag von spatzl27 03.03.11 - 10:51 Uhr

Hallöchen nochmal,

also wenn die anderen auch so überlastet sind, dann ist es auf Personalmangel zurückzuführen. Meine erste Vermutung. Dann muss dort neues Personal eingestellt werden, bevor alle auf dem Zahnfleisch kriechen. Aber klar, wem soll sie das sagen...

Und jetzt parallel woanders bewerben?

Beitrag von daisy80 03.03.11 - 11:46 Uhr

Das ist Gang und Gäbe in der Pflege.

Sie ist damit nicht alleine. Ich kenne eine Menge Leute in der Pflege, denen es genauso geht.
Meine Bekannten beißen sich entweder durch oder knicken irgendwann ein und kündigen.
Die Einzige, die versucht hat, sich dagegen zu wehren, wurde rausgemobbt.

@TS: Ich kenne leider keine Lösung für dieses Problem. Das System wird Deine Freundin wahrscheinlich mal so eben nicht ändern können. Es wäre aber eindeutig an der Zeit - so allgemein...

Beitrag von peachii 03.03.11 - 10:50 Uhr

Hallo,

das ist ja blöd, aber wenn das Klime da sowieso im >Eimer ist, würde ich doch über eine neue Stelle nachdenken...

Sie hatte 2 Woche Freizeit und hat somit -40 Stunden aufgbaut. Damit muss sie diese nacharbeiten, aber sowieso nicht mehr wie 10 Stunden am Tag (ohne Pause), dass ist nicht zulässig!
Ausserdem muss der Dienstplan rechtzeitig bekannt gegeben werden, also nicht von heute auf morgen.

Grüße
Peachii

Beitrag von tauchmaus01 03.03.11 - 10:52 Uhr

Sie hatte nicht Freizeit und -40 Stunden, sondern sie hatte schon wieder soviel Überstunden dass sie die 2 Wochen einfach nicht eingeteilt wurde.;-)
Auch dieses zuviel an Stunde hat sie nicht freiwillig aufgebaut, die werden da einfach unmenschlich eingeteilt.

Mona

Beitrag von alkesh 03.03.11 - 19:02 Uhr

Du arbeitest nicht im Gesundheitswesen, oder?

Beitrag von raena 03.03.11 - 10:52 Uhr

Als erstes sollte deine Freundin mal ihren Arbeitsvertrag ganz gründlich lesen.
Danach sollte sie sofern der Arbeitsvertrag auf einem gültigen Tarifvertrag basiert auch den gründlich lesen.
Wie die Arbeitszeit aufgeteilt ist bzw. werden kann ist Bestandteil des Arbeits-/bzw. Tarifvertrages. Insbesondere dann wenn Schichtdienst gegeben ist. Es ist durchaus möglich das in ihrem Vertrag steht, das die "durchschnittliche" Wochenarbeitszeit 20 Stunden beträgt, und dies bedeutet nicht, das sie jede Woche NUR 20 Stunden arbeitet.

Wenn es so im Vertrag steht, dann hätte deine Freundin mal besser den Vertrag genauer gelesen bevor sie ihn unterschrieben hat.
Wenn nicht, dann sollte sie mir ihrem Arbeitsvertrag sich an den Arbeitgeber wenden und die Einhaltung des Vertrages einfordern. Außer der "netten" Dame die den Schichtplan macht wird es ja auch noch eine Personalabteilung/Stationsleitung/Pflegeleitung/Geschäftsführung etc geben.

..... und wenn sie im Urlaub ans Telefon geht und einspringt ist das ihr ganz persönliches Ding! Ich habe mir angewöhnt im Urlaub nicht an mein Diensthandy mehr zu gehen, denn ich habe Urlaub!

LG
Tanja

Beitrag von tauchmaus01 03.03.11 - 10:58 Uhr

Ich werde ihr sagen das sie nochmals ihren Vertrag ganz genau anschauen soll, danke!
Sie hat ja kein Diensthandy, und daheim ans Telefon muß man ja;-)
Sie meint sie hätte es schwer einen neuen Job zu finden weil sie Ausländerin ist (sie spricht aber super Deutsch, ist irgendwie in ihrem Kopf drin dass sie weniger wert ist, ich bekomm es auch nicht raus aus ihrem Kopf;-), sie ist echt eine ganz nette Frau.)

Bis jetzt hat sie also einfach so gemacht wie es ihr gesagt wurde, sie möchte ja ihren Job nicht verlieren. Aber nun ist sie einfach fix und fertig, sie kann kaum noch.....

Mona

Beitrag von manavgat 03.03.11 - 12:17 Uhr

daheim ans Telefon muß man ja


nö. Ich hab einen AB und wenn ich keinen Bock habe mit jemanden zu sprechen, dann war ich halt verreist oder zu krank um abzuheben/zurückzurufen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von taenscher 03.03.11 - 11:47 Uhr

Nein, dazu ist deine Freundin nicht verpflichtet. Was genau ist im Arbeitsvertrag vereinbart?

Der AG hat dafür zu sorgen, dass die vereinbarten Überstunden eingehalten werden. Sollte immer wieder Mehrarbeit an der Tagesordnung sein, muss der AG für zusätzliche Arbeitskräfte, Leiharbeiter bzw. Neueinstellungen sorgen.

Arbeitsvertrag prüfen, was genau vereinbart wurde. Evtl. zum Anwalt f. Arbeitsrecht.

Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Meine Mutter hatte das gleiche Problem in einem Pflegeheim in Pforzheim. Sie hat gekündigt und gleich wieder eine Neuanstellung gefunden. Im Pflegebereich ist das in unserer Region eigentlich nicht so schwer, etwas Neues zu finden#kratz

Beitrag von parzifal 03.03.11 - 11:55 Uhr

Dass sie keine 60 Stunden arbeiten muss ist doch eigentlich jedem klar.

Die eigentliche Frage ist doch wird Deine Freundin etwas unternehmen wenn Forderungen gestellt werden die nicht rechtens sind?

Deine Freundin auch einmal ein Blick ins Arbeitszeitgesetz werfen.

Gruß
parzifal

Beitrag von manavgat 03.03.11 - 12:16 Uhr

Sie sollte sich mal dringend von einer Anwältin beraten lassen. Wenn sie in der Frei-Woche einen krankenschein hat, dann müssen diese Stunden bezahlt werden. Einer Teilzeitkraft (die Teilzeit arbeitet wegen Kinderbetreuung) dürfen keine Überstunden abverlangt werden.

Entweder sie wehrt sich oder sie riskiert, dass sie tot umfällt. Das wäre dann wirklich schlecht für die Kinder.

Du verstehst sicher, was ich sagen will.

Niemand! ist so auf einen Job angewiesen, dass er/sie sich das gefallen lassen muss.

Dann lieber (vorübergehend) ALG2

Gruß

Manavgat

Beitrag von tauchmaus01 03.03.11 - 12:51 Uhr

Hallo,

ja, ich sehe es wie Du, kein Job ist es wert dass man kaputt geht.
Sie war eine Woche krankgeschrieben wegen der Lungenentzündung und sogar ein paar Tage davon im Krankenhaus.
ICh werde nun folgendes machen:

1.)Sie aufmuntern ihren Arbeitsvertrag nochmal genau durchzulesen
2.)Sie stärken dass sie sich mal zur Leitung des Hauses bewegt (bekommen die das überhaupt mit?)
3.) wenn alles nichts bringt, einen Anwalt aufzusuchen....

Dank Dir auch;-)

Beitrag von molinalaja 04.03.11 - 13:04 Uhr

Es ist auch wichtig, daß die Überstunden ordnungsgemäß verlangt wurden und auch notiert und vom Vorgesetzten abgezeichnet werden.

Beitrag von tyra11 03.03.11 - 14:40 Uhr


>>Wenn sie in der Frei-Woche einen krankenschein hat, dann müssen diese Stunden bezahlt werden.<<

Ist völliger Quatsch. Jeder Arbeitsvertrag in der Altenpflege ist os geschrieben, dass so etwas nicht vorkommt. Da kommt es auf die Gesamtstunden im Monat, nicht in der Woche an!

Beitrag von manavgat 03.03.11 - 18:09 Uhr

widerspricht ein Arbeitsvertrag dem Arbeitsgesetz, dann sind diese Vereinbarungen nichtig.

Gruß

Manavgat

Beitrag von zwiebelchen1977 03.03.11 - 20:40 Uhr

Hallo

Hast du einen rechtlichen Link für deine Aussage?

Und das sind keine Überstunden das Einspringen, sondern Mehrarbeit.

Bei uns ist es auch so, das eingesprungen werden muss. Ich muste das auch schon, obwohl ich nur 20 Stunden die Woche arbeite.

Bianca

Beitrag von manavgat 04.03.11 - 10:55 Uhr

Du gehörst zu den TN, die ich ignoriere.

Weißt du doch schon.

Manavgat

Beitrag von zwiebelchen1977 04.03.11 - 20:54 Uhr

Frustrierte verlassene Olle

Beitrag von manavgat 05.03.11 - 11:13 Uhr

#paket

Beitrag von tyra11 03.03.11 - 14:48 Uhr


>>Auch wenn sie frei hat, wird sie angerufen wenn jemand gebraucht wird<<

Ist in diesem Beruf völlig normal. Sollen sie das Pflegeheim schließen weil jemand krank ist? Oder nur mit der halben Besetzung arbeiten, dass eine ausreichende Versorgung der Menschen nicht mehr gewährleistet ist? Das ist überall so!


>>Ohne dass sie Urlaub haben wollte hatte sie nun 2 Wochen frei, sie hat keine Dienste bekommen.<<

Auch das lässt sich oft nicht vermeiden. In der Pflege ist meist ein hoher Personalwechsel, die meisten Heime sind unterbesetzt. Zusätzlich muss Urlaub abgedeckt werden usw. Es gibt weiß Gott einfachere Dinge als einen Dienstplan zu schreiben. Die Wünsche und Bedürfnisser einzelner Personen, können nicht immer berücksichtigt werden.


>>zum Glück ist ihre Mutter da und hilft ihr bei der Kleinen sodass sie also zu jeder Tageszeit arbeiten kann<<

Dann sehe ich kein Problem. Sie hat ja dafür auch zwischendurch zwei Wochen frei. Es gibt genug Frauen welche alleinerziehend sind und keine familiäre Unterstützung haben.

Beitrag von tauchmaus01 03.03.11 - 16:57 Uhr

Die Mutter ist leider nur ein paar Monate da....sie wohnt nicht hier und reist nur an um ihr ab und zu helfen zu können

Beitrag von edison 03.03.11 - 14:55 Uhr


"Nun ist es so dass die Station der Willkür der Frau ausgesetzt ist die die Dienstpläne schreibt."


Das ist echt der Brüller! Sorry, aber will sie ihren Dienstplan selbst schreiben?!


Was du geschrieben hast, gibt es in jedem Heim. Manchmal ist es besser, manchmal nicht. Wenn sie regelmäßige Arbeitszeiten will, solle sie sich einen Bürojob suchen!

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