9 jährige Neufundländerdame greift alle Hunde an

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Forum: Mein Tier & ich

Welches Haustier passt zu unserer Familie? Wie oft muss ein Hund geimpft werden? Woher bekommen wir Rennmäuse? Tierliebhaber finden in diesem Forum Antworten auf alle Fragen rund um die Tierhaltung. Achtung: Über unser Forum dürfen keine Tiere weitergegeben werden.

Beitrag von meto 03.03.11 - 11:53 Uhr

Hallo,


wir haben im September eine Neufundländerin bei uns aufgenommen, weil die Vorbesitzer sie aus gesundheitlichen Gründen abgeben mußten.

Sie hat sich schnell und gut bei uns eingelebt, sie kommt gut mit den Kindern zurecht und die Kinder mit ihr. Wir sind bevor wir sie aufgenommen haben, mit ihr spazieren und sie besuchen gegangen oder sie ist gekommen.

Unser Problem ist, dass sie auf andere Tiere, hauptsächlich Hunde, wie ein wildes Tier losgeht und fast nicht mehr zu bremsen ist.

Unser Tierarzt, der sie von kleinauf kennt, sagte wie wir auch, dass sie einen guten Charakter hat, ein richtiger Familienhund ist, aber nie richtig von den Vorbesitzern sozialisiert wurde. Er meinte, dass ein guter sensibler Hundeträiner das hinkriegen müßte.

Hat jemand auch einen älteren Hund sozialisiert? Wie lief es?

Wir wohnen in einer Gegend, in der viele mit ihren Hunden spazieren gehen, hauptsächlich bei tollem Wetter und ein Spaziergang wird für uns zum angespannten Spießrutenlauf. Wir werden bepöbelt, weil wir den Hund nicht an andere ranlassen und er nicht sozialisiert ist. Klar, können nicht alle wissen, dass wir ihn noch nicht so lange haben.

Sie wurde kastriert, war schwer krank und nun wollen wir das in Angriff nehmen und suchen Leute die das auch vorhaben oder schon gemacht haben.


LG Mella

Beitrag von risala 03.03.11 - 12:56 Uhr

Hi,

schön, dass ihr einem alten Hund eine Chance gebt!

Unser Pancho war 10 als wir ihn bekommen haben (kleiner ehemaliger Straßenhund). Er verstand sich mit unserer Sandy super, akzepzierte auch manch anderen Hund, der zu Besuch kam, aber genauso pöbelte er JEDEN Hund an, der uns draußen begegnete. Das haben wir nie ganz weg bekommen. Allerdings hatten wir auch das Handicap, dass es keine vernünftigen Trainer hier gibt (Zitat" Straßenhunde kann man nicht erziehen, die bauen auch keine Bindung auf").

Es kann einfach sein, dass bei eurem Hund schon länger die gesundheitlichen Probleme (waren das nicht Eierstockveränderungen?) vorgelegen haben - in Verbindung mit der fehlen Sozialisation ein blöder Kreislauf. Den gilt es jetzt zu durchbrechen, was absolut möglich ist!

Ich finde es klasse, dass ihr das mit einem Trainer angehen wollt, aber ich würde versuchen, nicht zu hohe Erwartungen zu haben. Es kann sein, dass sie sich als absolut verträglich erweist, es kann sein, dass sie andere einfach nur ignoriert und ruhig ist (wäre für mich schon absolut ausreichend). Als Weg dorthin würde ich versuchen sie mit Leckerchen abzulenken, wenn ein anderer Hund kommt - und zwar, BEVOR sie ihn gesehen hat und "anmacht". Dazu Beschäftigen ("bei Fuß", absitzen lassen, ablegen o.ä.). Und vor allem: ignoriere das Verhalten! Reagierst du mit schimpfen oder "beruhigen" oder sonstwie, dann bestätigst Du sie.

Und so idiotische Hundehalter, die sich aufregen und rumpöbeln solltest du ebenfalls ignorieren!
Ach so, und nach Möglichkeit in der Anfangsphase - versuch die klassischen Gassizeiten und Runden zu vermeiden! Erspart dir und dem Hund jede Menge Stress.

LG
Kim

Beitrag von meto 03.03.11 - 15:49 Uhr

Hallo,


Danke für deine Antwort.#freu

wir wohnen mitten im Wald sehr abgelegen in einem alten Bauernhaus, die Straße auf der die Spaziergänger/ Touristen laufen ist etwa 150 m entfernt und sie hat eine sehr große Fläche ums Haus indem sie sich frei bewegen kann. Sie rennt auch nicht an die Straße hoch, da auch einfach zu steil um schnell hochzurennen und für sie auch weit weg.

Wir müssen also nicht so oft weg zum Spaziergang und das ist auch nicht möglich, weil ich das mit solch einem Hund und zwei kleinen Kindern nicht so regelmäßig mehrmals am Tag machen könnte. Ich muss, wenn ein Hund kommt, die Bremse vom Kinderwagen reinmachen und die Leine kürzen. Wenn sie einen ganz heftigen Tag hat, binde ich sie lieber gleich um einen Baum bis der andere Hund vorbei ist.

Es ist einfach so schade, wir könnten ansonsten täglich schöne Spaziergänge machen, wenn sie nicht so wäre.

Wir laufen gerne täglich die anderthalb Kilometer zu meinen Schwiegis um Milch zu holen und wieder zurück, aber die haben eine Bernersennendame und ist für unsere ein absolut rotes Tuch. Bei der Begegnung vorgestern, als wir zu einer Burg am Haus vorbeilaufen wollten hat sich Lissy mal zur Wehr gesetzt und ist das erste Mal auf Emy los, die nun wieder einen Nerv eingeklemmt hat. So kann es einfach nicht weitergehen.

Hergeben kommt natürlich nicht in Frage, sie gehört zur Familie und haben in den letzten Wochen so um sie bangen müssen.


LG Mella

Beitrag von risala 03.03.11 - 16:26 Uhr

Hi,

also um die Lage, in der ihr wohnt könnte ich euch glatt beneiden ;-). Das wäre unser und unserer Hunde Traum!

Wäre es irgendwie möglich, einige Spaziergänge alleine zu machen? Ohne die Kinder? Ich weiß, wie schwer es schon mit kleinen / mittleren Hunden und Kinderwagen ist, das zu sortieren. Und die Kraft, die ein Neufundländer dann entwickelt ist nicht ohne (bin mit einem Bernhardiner aufgewachsen). Vielleicht kannst Du da schneller reagieren und sie ablenken und dann belohnen?

Wünsche euch ganz viel Glück!

LG
Kim

Beitrag von meto 03.03.11 - 21:24 Uhr

Hi,


nur am Wochenende wenn mein Mann nicht arbeiten muss. Mir ist aufgefallen, dass sie manchmal etwas ruhiger ist, wenn meine Tochter nicht dabei ist oder die Hunde nicht zu nah an meiner Tochter vorbeigehen.
Fremde Menschen läßt sie auch nicht an meine Maus ran, nur wenn sie weiß dass ich diese an meine Tochter dranlasse. Sie beißt und bellt dann aber nicht, sondern stellt sich einfach dazwischen oder schubst sie sanft zur Seite. Wenn ich Mathilda nehme und der Person gebe, weiß sie Bescheid und geht nicht mehr dazwischen.

Ablenken läßt sie sich seltenst, ist meist sofort fixiert bei anderen Hunden.#schmoll


LG Mella

Beitrag von risala 04.03.11 - 08:29 Uhr

hi,

na, dann hast du doch schon zu einem gewissen Maß das "Aggressionspotential" ausgemacht. Sie schützt Dich und Deine Tochter! Das ist ein Ansatz, den ein guter Trainer in die richtige Richtung lenken können sollte!

Übrigens, unsere Hunde haben, als Fabian noch klein war, genauso reagiert. An den Kinderwagen oder den auf dem Boden krabbelnden Fabian kam auch keiner ran, den wir nicht "authorisiert" hatte. Bei bekannten Leuten stellten die Hunde sich auch daneben/dazwischen, bei unbekannten Personen waren sie nicht so entspannt - da durften auch schonmal schöne weiße Zähne begutachtet werden oder es kam ein ganz tiefes knurren oder die Leute wurden verbellt (vor allem am Zaun - wir wohnten damals direkt an einem Wanderweg und wenn die Leute stehen blieben war die Hölle los...).

LG
Kim

P.S.: Mathilda finde ich toll!

Beitrag von meto 04.03.11 - 09:38 Uhr

Hallo,


#dankefür deine Antworten.
Der Tierarzt hat mir eine gute Hundetrainerin empfohlen und die werde ich nach Fasnet mal anrufen und dann werden wir mal schauen.

Mathilda gefiel uns auf Anhieb, war bei uns zum Glück noch nicht in der Gegend verbreitet. Seit ihrer Geburt gab es dann mehrere. Leute haben sie im Internet (Babygalerie) gesehen und gelesen und es hat sich rumgesprochen. Zudem war er leider wieder im Kommen.
Es heißt "Kämpferin" und das ist sie.#freu


Liebe Grüße Mella

Beitrag von rala70 04.03.11 - 16:54 Uhr

Such Dir mal einen guten Hundetrainer, der zu Dir rauskommt und sich die Situation vor Ort anschaut. Auch mit so "alten" Hunden kann man noch ganz viel erreichen. Gegen die Klugsch... und Pöbler hilft nur ein: ein dickes Fell zulegen.

LG