Joschas Hausgeburt

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von 440hz 03.03.11 - 12:07 Uhr

Mein kleiner Joscha liegt gerade auf meinem Bauch und schläft. Ich werde versuchen die Zeit zu nutzen einen Geburtsbericht zu verfassen, bevor die Erinnerung zu sehr verblasst.

Am 04.02. weckte mich um halb sechs eine Wehe. Ich versuchte zuerst noch liegen zu bleiben war aber sicher, dass es sich um richtige Geburtswehen handelt und stieg aus dem Bett um in der Wohnung wandern zu gehen. Die Wehen kamen schön regelmäßig alle drei Minuten.

Um halb sieben weckte ich meinen Mann und wir begannen zu planen, wer die Kinder in den Kindergarten bringen könnte und wer sie danach wieder abholt.
Um 8 Uhr kontaktierte ich dann unsere Hebamme auf der Bereitschaftsnummer. Sie gab mir den Auftrag zu baden und mich nach einer halben Stunde wieder zu melden.

Die Wehen blieben auch in der Badewanne konstant und somit machten sich die Hebammen auf den Weg zu uns. Gegen 10 Uhr trafen sie mit ihrem riesigen Hausgeburtskoffer bei uns ein.
Ich stand gerade in der Küche und kochte Kaffee für die Hebammen und war ziemlich guter Dinge. Die Hebamme witzelte noch, dass ich aber noch ziemlich entspannt wirke und gar nicht so aussehe, als würde ich bald gebären.
Bei der Untersuchung stellte sich dann allerdimgs heraus, dass der Muttermund schon bei 8 cm war und die Fruchtblase prall stand.
Bei meinen ersten beiden Geburten war ich mit diesem Befund ins Krankenhaus, bzw. Geburtshaus gekommen und jeweils eine gute Stunde später hatte ich mein Kind auf dem Arm.
Wir waren also allesamt darauf eingestellt, dass spätestens Mittags mein Baby da sein würde. Aber die Dritten machen ja bekanntlich was sie wollen J...

Wir machten erst einmal das Geburtszimmer bereit und ich legte mich eine Weile hin. Da sich aber nichts zu verändern schien stand ich irgendwann wieder auf und lief vor mich hinwehend durch die Wohnung. Die Herztöne vom Zwerg waren die ganze Zeit prächtig. Er hatte keinerlei Stress und war vollkommen unbeeindruckt von den Wehen.

Mittlerweile war ich komplett eröffnet bis auf einen kleinen Saum die Fruchtblase stand und es wollte sich einfach kein Druck nach unten einstellen.
Eine Stunde später hatte sich der Befund immernoch nicht geändert.
Wir trafen die Absprache, dass wir wiederum eine Stunde später um halb drei die Fruchtblase öffnen würden.

Um halb drei stand die Fruchtblase immer noch und die Hebamme öffnete sie.
Es liefen gefühlte 20 Liter (glücklicherweise klares) Fruchtwasser aus und schlagartig wurden die Wehen heftiger und schmerzhafter. Trotzdem spürte ich keinen Druck nach unten.
Das kannte ich von meinen anderen Geburten nicht und fühlte mich diesen heftigen Wehen vollkommen ausgeliefert. Die Hebamme ließ mich ordentlich durch unterschiedliche Positionen turnen, um den Kleinen in den Geburtskanal zu schaukeln. So richtig schien nichts zu helfen.
Schließlich probierten wir es in hockender Haltung auf dem Schoß meines Mannes. Plötzlich hatte ich einen richtigen Pressdrang und wusste wie ich denZwerg herausschieben kann. Innerhalb von zwei mächtigen Wehen wurde der Kleine geboren.
Der Kleine Joscha hatte es sich leider in den Kopf gesetzt falsch herum ins Becken zu wollen, war also ein kleiner Sternengucker, was es mir bei seinem sowieso schon recht stattlichen Gewicht und Kopfumfang nicht gerade leicht gemacht hat.
Er kam rosig und sehr empört auf die Welt und beschwerte sich erst mal ziemlich lange lautstark über den Rauswurf.
Mittlerweile hat sich der Kleine an die Welt hier draußen mitsamt seinen rummeligen großen Schwestern gewöhnt.
Es war wunderschön für mich meinen kleinen Sohn in so vertrauter, ruhiger Atmosphäre und der Hilfe von tollen Hebammen auf die Welt zu bringen.

(Joscha, 04.02.2011, 4440g, 54cm, KU 37cm)
LG 440hz

Beitrag von 19katharina90 03.03.11 - 12:11 Uhr

klingt wie ein ruhiger Strandspaziergang #verliebt

ich hoffe ich habe auch so eine "angenehme" Geburt #winke

Beitrag von 440hz 03.03.11 - 13:18 Uhr

Ich drücke dir die Daumen.
Wirklich "unerträglich" kam mir tasächlich nur die letzte 3/4 Stunde nach eröffnung der Fruchtblase vor.

Beitrag von rabenschnabel 04.03.11 - 13:42 Uhr

Hach, das erinnert mich soo sehr an meine Geburt vor fünf Monaten.
Habe meinen Sohn auch zu Hause (im Planschbecken) geboren. Er hatte ähnliche Maße wie Deiner. (4650g, 54cm,KU36,5)

Genießt die erste, wunderschöne Zeit, sie vergeht viiiiiel zu schnell.....

Beitrag von 440hz 05.03.11 - 21:08 Uhr

Ich finde auch, dass die Zeit viel zu schnell vergeht, vor allem weil unsere Familienplanung eigentlich abgeschlossen ist *schnief*.
Also, einen herzlchen Glückwunsch zu deiner großen Familie.

Etwas größere Kinder sind in der außerklinischen Geburtshilfe sowieso besser aufgehoben. Im Krankenhaus wird ja immer jede Menge Panik verbreitet...

LG 440hz