Luis´ langer Weg auf die Welt... vorsicht lang!!!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von samafe75 03.03.11 - 13:38 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

unser kleiner Sonnenschein Luis Gabriel ist jetzt 2,5 Wochen alt und hat bei uns das Wörtchen "Glück" eine völlig neue Dimension gegeben.

Sein Weg auf die welt hat allerdings etwas gedauert und verlief nach dem Motto: Erst hatte er es ganz eilig und dann ohne Ende Zeit! ;)

Unser errechneter ET war der 06.03.2011.
Nachdem mein Frauenarzt dann aber in der 35. SSW einen Gebährmutterhalsverkürzung mit den Worten: Ab jetzt 2 Wochen Magnesium - 2 Wochen sollte er schon noch warten - kommentiert hat, ahnte ich, dass aus einem März-Baby wohl eher ein Februar-Baby wird.

Es fing damit an, dass meine Schwiegermama Mittwochs mit nem Schlaganfall ins Krankenhaus kam - da war ich dann 36+3.
Sie meinte noch: Ich hoffe der Kleine lässt sich noch was Zeit, bis ich wieder raus bin.
Naja Freitagabend hatte ich dann leichten zähen Ausfluss vom dem ich jetzt weiß, dass es der Schleimpropf war.
Die Nacht habe ich dann sehr schlecht geschlafen und war seit 4 uhr quasi wach. Ich hatte auch wieder leichte Wehen - aber die Senk- und Übungswehen hatte ich schon seit ca. 2 Wochen.
Trotzdem schickte ich meinen Mann dann alleine ins Krankenhaus seine Mama besuchen, weil ich mich einfach nicht gut fühlte und versuchen wollte noch was zu schlafen.
Ich bin dann auch eingedöst und wurde auf einmal hellwach als ich so ein "Plop" spürte und dachte im ersten Moment ich hätte in die Hose gemacht.
Schnell ins Bad und auf Klo - und da kam der nächste Schwall. Die Uhr zeigte: 10.33 Uhr.
"Bitte, bitte noch nicht die Fruchtblase" war mein erster Gedanke und ich griff schenll zu dem lakmusstreifen, den mir meine Hebi gegeben hatte.
Kurz an die Flüssigkeit gehalten und sofort war er Lila/ Blau.
Aber mein Verstand wolltedas immnoch nicht wahrhaben - also Hebi anrufen.
Die fing an zu lachen und meinte nur: "Dann pack mal Deine Tasche und fahrt mal langsam Richtung Krankenhaus"
Oh nein - 3 Wochen zu früh - ich wollte doch noch so viel erledigen...
Ich bin dann erstmal duschen gegangen - Beine etc. rasieren. Muss ja ordentlich aussehen im Kreissaal. :-D
Da mein Mann immernoch nicht da war, rief ich ihn an und teilte im mit: "Du wir können heute keine Autos gucken fahren (das war für den Nachmittag geplant!) - ich hatte gerade einen Blasensprung!" und er ganz ruhig "ok - bin eh auf dem Heimweg!"
Dann hab ich noch meine Fußnägel lakiert und in aller Ruhe meine Tasche fertig gepackt.
Das alles immer unterbrochen von Toilettengängen, da immerweiter Fruchtwasser abging.
Als mein Mann dann kam, haben wir alles in Auto gepackt und sind dann ins Krankenhaus gefahren.

Im Kreißsaal wurde dann geschaut - Muttermund noch fast zu - CTG alles orima - Wehen kamen erst im ca. 30 Minutentackt.
"Kann ich dann nochmal nach Hause?" Nein natürlich nicht mit nem Blasensprung ;) Da rechnerich die 37. SSW noch nicht vollendet war (36+6) bekam ich gleich eine Antibiotikainfusion.
Naja wir haben dann erstmal unser Familienzimmer bezogen und festgestellt was wir alles vergessen haben.
Mein Mann ist dann nochmal nach Hause und ich rief meine Mama an.
Wollte ich eigentlich erst machen, wenn der Kleine da ist. Da wir aber für Abends verabredet waren, musste ich dann doch bescheid sagen. Flunkern wollte ich nicht - hätte ich aber mal besser. ;)

4 Stunden und 2 weitere Untersuchungen später war der Muttermund erst bei 2cm und die Wehen kamen im 12 Minutentackt.
so langsam wurde es unangenehmer.
Eigentlich dachte ich, dass ich meinen Sohn schon in den Armen halten würde.

So gegen 22 Uhr waren wir gerade mal bei 3cm und wehen kamen so alle 8 Minuten - mit Grauen rechnete ich nach, wie lange es dauern würde, wenn das in dem Tempo weiterging.
Wir liefen die Treppen rauf und runter, schüttelten "Äpfelchen" und atmeten fleißig die stärker werdenen Wehen.
Um 23 Uhr waren wir noch/ wieder auf dem Zimmer und ich hatte aufeinmal den Drang zu Duschen. JETZT!
So stand mein Mann dann fast ne halbe Stunde mit mir im Bad unter Dusche, wusch mir die Haare und massierte den Rücken und ich stöhnte und atmete die Wehen weg, so gut es ging.
Um Mitternacht gingen wir wieder in Kreissaal zur Kontrolle: 4cm! Oh man...
Ich sollte dann aber da bleiben und wurde an das CTG angeschlossen.
Um zwei Uhr kamen die Wehen im ca. 4-5 Minutentackt und so langsam waren die Schmerzen echt heftig und nach mitterlweile 14 Stunden im Krankenhaus war ich echt müde und schon ziemlich fertig und auch frustriert.
Weitere 2 Stunden später kam die Hebamme und meinte, ich solle mir überlegen nicht doch eine PDA legen zu lassen. (Wollte ich ja eigtentlich nicht) - aber Sie meinte das wäre zu Kräfte zehrend und die bräuchte ich noch für die Presswehen.
Um 3 Uhr war ich dann dazu bereit. Der Anästhesist kam, setzte die PDA und meinte: "In 15-20 Minuten ist der Schmerz weg!"
Tja mein Pech war, dass die blöde PDA nicht richtig saß und ich nach 30 Minuten der Hebamme sagte, dass ich auf einer Seite trotzdem was spüren würde. Sie meinte das könne was dauern und ich solle mich auf die Seite legen und legte mir mit einen weiteren Infusion einen Wehenverstärker.
Mein armer Mann war die ganze Zeit sensationell. Er wusste immer wann ich ihn brauchte und wann ich lieber alleine sein wollte.
Er stütze mich wenn ich stehend, das Becken kreisen wollte und massierte den Rücken wenn ich auf dem Hocker saß - bloß nicht Liegen!

Mitterweile war eine Seite von der PDA betäubt und die andere leider nicht.
Durch den Wehenverstärker waren die Schmerzen echt heftig. Und ich war irgendwo in einer Art Schmerzuniversum gefangen.
Bis 7 Uhr wurde win paar Mal nachgepritzt, aber der einseitige Schmerz blieb.
Mitterlweile konnte ich nur noch liegen und meine Beine schlotterten und meine Zähne klapperten wie wild.
Ich fragte immer nur noch: "Wie gehts meinen Baby? Gehts es ihm gut?" Gott sei dank war da alles bestens.
Um 8 Uhr liefen mir nur noch Tränen übers Gesicht. Die Wehen kam im 3 Minutentackt und ich war nur noch fertig.
Mein Mann hat dann einen Aufstand gemacht, so dass der Oberarzt kam. Als er mich sah meinte er nur" Wann wurde Sie aufgenommen? WAS? 12 Uhr gestern? Sie ist seit 20 Stunden hier? Wie die PDA liegt nicht richtig?" Ich hörte nur wie er vor dem Kreissaal das Personal rund machte und 5 Minuten später kam der Leitende Anästhesist und legte mir die PDA neu.
Leider war der Muttermund schon/ erst) bei 8 cm und wirklich viel brachte diese dann auch nicht mehr.
Um 12.30 Uhr war den Muttermund dann endlich ganz offen und die ich spürte wie sich die wehen veränderten. Dieses Gefühl als ob man auf Toilette muss. "Endlich" dachte ich.
Der Wehenverstärker wurde weiter erhöht und eine halbe Stunde lang versuchte die Habamme mit mir zu pressen und ich mobiliserte alle restlichen Kräfte - doch es tat sich nix.
Wieder kam der Oberarzt untersuchte kurz, fragte die Hebamme"Saugglocke oder Zange?"
Sie schüttelte den Kopf "Er sitzt noch zu hoch!"
"Seh ich auch so!"
Dann sah er mich an meinte: "Ihr Sohn sitzt im Becken fest und das Köpfchen will nicht richtig. Normalerweise würden wir jetzt noch was warten und versuchen ihn zu drehen - aber das ist mir nach der langen Zeit (mittlerweile 25 Stunden) zu gefährlich. Das werden Sie kräftetechnisch nicht schaffen. Wir holen ihn jetzt, ok?"
Ich weinte...nach der ganzen Tortour nun doch ein Kaiserschnitt? Ich sah meinen Mann an - sah die Tränen in seinen Augen und die tiefen Ränder darunter. Mein Gott auch er hatte eine schlimme Nacht hinter sich. "Wenn ich könnte würde ich das für Dich machen" flüsterte er "Ich liebe Dich so!"
Ich fragte den Arzt wie es meinem Sohn geht - "NOCH gut!"
Dann nickte ich schicksalergeben und schon war er am Telefon.
Eine anstehende OP wurde kurzerhand verschoben und der Anästhesist von morgens kam wieder.
Er setzte mir die Betäubung in den PDA Kanal und als er meinte Panik sah, meinte er nur "Ich bleibe bei Ihnen und wir gehen ganz Sicher, dass alles betäubt ist. Wenn das nicht geht, müssen wir allerdings eine Vollnarkose machen. ok?"
Ich jetzt weinte nur noch und betete, dass endlich die Schmerzen aufhören. Ich spürte den wie mein Kleiner immer ins Becken gepresst wurde und bat, dass sie sich doch beeilen sollen.
Ich wurde in ein Bett verfrachtet und im Laufschritt ging es dann in den OP.
Innerhalb von Minuten lag ich auf dem OP-Tisch, verkabelt und verpackt und dann war auch mein Mann aufeinmal wieder ganz in grün neben mir und hielt meine Hand.
Nachdem ausfürhlich gestest wurde, ob die Betäubung auch wirkt, was sie Gott sein Dank auch tat, ging es dann los.
Die nächsten Minuten fühlten sich an wie Stunden und dann nach einen heftigen Ruck und ziehen, hielt der Oberarzt dann unseren Sohn kurz zu uns über das OP Tuch und sagte "Hallo Mama, da bin ich!" und im gleichen Moment schrie er los. Mein Gott, dieses Gefühl werde ich niemals vergessen. Mein Mann und ich weiten (mal wieder ;) ) hemmungslos.
Während ich dann genäht wurde, ging mein Mann mit der Hebamme und unseren Sohn, um ihn zu wiegen etc.

Als ich fertig war, kam der Oberarzt kurz zu mir, legte die Hand auf mein gesicht und meinte nur "Das haben Sie großartig gemacht - auch wenn es für Sie die Hölle war, haben Sie ihrem Sohn einen Gefallen getan, dass Sie solange ausgehalten haben! Nur das letzte das letzte Stückchen mussten wir ihm dann helfen!" ;)

Kaum im Kreissaal angekommen, durfte ich ihn dann endlich, endlich in den Arm nehmen. Er blinzelte mich an und in dem Moment war es endgültig um mich geschehen. Ich hätte niemals geglaubt, dass man für ein so kleines Wesen, so viel empfinden kann.
Und es ist wirklich so, dass alles andere, all die schmerzhaften Stunden vorher, aufeinmal verblassen und so unwichtig sind.
Dass sich jede Wehe und jede Sekunde "gelohnt" hat.
Luis wurde am 13.02.2011 um 14.05 Uhr geboren und wog 3.000g und war 52cm groß. :)

Auch wenn die Geburt an sich, aus meiner Sicht recht heftig und lang war und leider dann doch mit nem Kaiserschnitt endete, weiß ich, dass ich auf jeden Fall auch noch ein zweites Kind haben möchte.
Und ich liebe meinen Mann, der mir in den ganzen Stunden so bedingungslos zur Seite gestanden hat.

Und unser kleiner Sonnenschein ist ein wahres Geschenk.
Er schläft mit 2,5 Wochen 4-5 Stunden am Stück, trinkt prima an der Brust und weint fast gar nicht - fast so, als ob er durch sein "gutes Benehmen", die schweren Stunden wieder gut machen wollen würde.

ach ja und meine Mama, kam (da war ich genau 15 Minuten aus dem OP raus) in den Kreissaal gestürmt.
Sie hatte seit 6 Uhr morgens ca. 5 mal im Kreissaal angerufen, weil Sie wach geworden ist, nix von uns gehört hatte und sich Sorgen gemacht hat.
Als Sie um 14.30 Uhr nochmal anrief, reichte die Hebamme das Telefon an meinen Mann und der meinte nur: "Hallo Oma - wir haben es geschafft" Da gab es natrülich kein Halten mehr. ;)

Also egal ob es schnell geht oder lange dauert - am Ende bekommt man das größte Geschenk und alles andere wird nebensächlich.


Alles Liebe
Bine + Luis


















Beitrag von herzi82 03.03.11 - 13:54 Uhr

Ein schöner Bericht....:-)
Ich habe gerade mit Euch gefiebert und auch Tränen in den Augen gehabt:-)

Wünsche Euch eine schöne Zeit #herzlich

Viele liebe Grüße

Beitrag von jacky84a 03.03.11 - 13:57 Uhr

ging mir auch so
bin noch am schluchtzen

Beitrag von joys 03.03.11 - 14:06 Uhr

Hallo!!!

Ich konnte meine Tränen jetzt auch nicht zurück halten, es wahr so herzergreifend!!!! Ich wünsche euch drein alles gute!!!!#herzlich

Liebe Grüße

Joys mit Jona 10 und Joel ET-5

Beitrag von zazou04 03.03.11 - 14:09 Uhr

Super schöner Bericht...

Hatte gerad Tränen in den Augen.

Wünsch euch alles gute für die Zukunft und viel Spass weiter mit eurem Zwerg

LG

Zazou 04

5 SSW +1#stern

Beitrag von ylenja 03.03.11 - 22:37 Uhr

Das ist ein auch emotional sehr schöner Geburtsbericht.

Eine wunderschöne Kennenlernzeit.

LG
Ylenja

Beitrag von mamulya 03.03.11 - 23:35 Uhr

Ooohhhh man ich habe es jetzt miterlebt)))) Super Bericht!!!!

Alles Gute ihr drei!!!!!

Katharina und Alisia( 6 Monate )