Psychomotorische Anfälle, wer hat Erfahrung?

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Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von melly_k 03.03.11 - 20:39 Uhr

Hi,

bin heute total durch den Wind... Waren heute morgen beim Spezialisten zum EEG mit unserer Tochter (im Wachzustand).
Eigentlich nur zur Kontrolle wegen ihren Nachtschrecks....
Das EEG war natürlich nicht sauber (4,5 Jahre altes Kind hält natürlich nicht still, ist ja klar...) Müssen es jetzt wiederholen (SchlafentzugsEEG, mir grauts...)
Wenn das nicht gut wird bzw. sie nicht schläft dann in die Klinik mit allem drum und dran...

Jedenfalls meinte der Arzt, dass von der Beschreibung her, ihre "Anfälle" eher zu psychomotorischen Anfällen (Epilepsie) passen, als zum Nachtschreck. Zumal der Nachtschreck nur EINMAL in der Nacht vorkommt und nicht 3 mal hintereinander...

Hat jemand Erfahrung damit? Hab echt Angst. Klar der Arzt hat aufgeklärt, aber irgendwie bin ich trotzdem neben der Spur....
Vielleicht habt ihr noch Erfahrungsberichte...

Danke schonmal
LG Melly

Beitrag von vollmond73 04.03.11 - 14:36 Uhr

Hallo Melly,

als erstes möchte ich gerne wissen, in wie fern ..die nachtschrecks bei deinem kind sich bemerkbar machen.

also mein kind hatte am anfang in der nacht...hat sie geschrein, geweint und ich konnte sie absolut nicht beruhigen, sie schaute mich an...aber schaute durch mich hin durch...sie liess sich nicht in den arm nehmen und trösten...man könnte sagen sie schlief mit offenen augen...das ganze dauerte dann zwischen 10 und 20 minuten und das war nciht nur einmal in der nacht...das war dann schon 2-3 mal in der nacht.

sie hatte keine krämpfe gehabt...ich war damit beim kinderarzt und sie meinte nur...dann hat sie das verarbeitet, was sie am tag erlebt hat, oder wenn streit mit dem vater da ist, wenn ich selber innerlich zerrissen bin.

die abstände waren mal wöchentlich einmal...und die zeit bis zum nächsten wurde immer länger...inzwischen ist sie seit 2 jahren frei von so einem schreckschlaf.

von daher würde mich interessieren, wie es sich bei deinem kind bemerkbar macht.

lg vollmond

Beitrag von melly_k 04.03.11 - 20:25 Uhr

Hallo vollmond,

im prinzip äußerte sich der Nachtschreck bei meiner Tochter so:

Brachte sie um 7 ins Bett, der erste Anfall um 8 Uhr. (ca. 30 min) begann mit weinen, plötzliches Schreien, streckte und bog sich, windete sich durchs ganze Bett, ließ sich nicht beruhigen. Schrie immer nur "Ach Mami, ich kann nicht mehr, aua mein Fuß!" War total apathisch, schaute durch mich hindurch, ließ sich nicht trösten. Irgendwann wurde sie ruhiger und "reagierte"auf mich. Hab ihr ein Lied gesungen und sie schlief wieder.

Dann um 10 Uhr gleiches Spiel. Dadurch,, dass ich allein zuhause mit ihr war und ich Angst vor ner akuten Blinddarmentzündung hatte (weil sie immer Aua schrie und sich verkrampfte) rief ich den Rettungsdienst. Als die da waren (20 min später), war der ganze Spuk vorbei und meine Tochter konnte sich an nichts erinnern, sie konnte auch die Schmerzen nicht beschreiben.... Sie wurde untersucht und man sagte uns, wir sollen am nächsten Tag zum KiA. Ok, Rettungsdienst wieder weg...

Um 12 Uhr nachts, das gleiche von vorn! Dieser Anfall dauerte jedoch nur 15 min.

Am nächsten Morgen zum KiA, die uns über den Nachtschreck aufklärte. Sie meinte im Grunde harmlos, das einzige, was sie daran störe, sei die Häufigkeit in einer Nacht. Das passt nicht und wir sollten zur Sicherheit ein EEG schreiben lassen.
Beim Spezi gestern dann die selbe Aussage. Nachtrschrecks treten nur einmal die Nacht auf, kurz nach dem Einschlafen.
Solche psychomotorischen Anfälle (Epilepsie) treten häufiger in einer Nacht auf, dann 6 Wochen garnicht und dann wieder einmal gehäuft.
Ihr EEG fiel auch nicht besonders gut aus.

Naja, wie gesagt müssen wir das EEG jetzt wiederholen. Im Schlafzustand. Hoffe es kommt nichts Schlimmes dabei raus...#zitter

Ich glaube eigentlich auch, dass sie an diesem Tag, das Erlebte verarbeitet hat. Sie war das erste mal nach 2 Wochen Krankheit wieder im Kindi und total fertig an dem Tag. Ihre schmerzenden Beine waren bestimmt Wachtumsschmerzen. (Hat sie öfters mal).
Ach ja...
LG Melly

Beitrag von tath 09.03.11 - 15:12 Uhr

Hallo Melly

Den Nachtschreck kenne ich nur zu gut.
Meine Tochter hatte diesen jede Nacht, einmal und fast immer zur gleichen Zeit.
Damals war sie ca. 4 Jahre alt.
Sie fing nachts einfach zu schreien an und rief nach Mama, aber sie war nicht ansprechbar und sah einfach durch mich durch und schrie weiter. Wach rütteln war auch nicht, nach ca. 30 min. war der Spuk wieder vorbei.
Nach langem hin und her und Arztbesuchen haben wir eine Überweisung in die Kinderklinik bekommen zum SchlafentzugsEEG, war eine tolle Sache und muss ich nicht nochmal haben.
Meine Tochter musste sehr spät, gegen 24 Uhr erst ins Bett zum Schlafen und gegen 5 Uhr wieder auf. Dann weiterhin wach halten bis wir gegen 12 Uhr den Termin in der KK hatten.
Dort bekam sie dann ein Netz auf den Kopf zum Testen, erst im Wachzustand, war schon nicht so schön, da meine Tochter sehr übermüdet war und dann durfte sie schlafen, ca. 20 min.
Dann wurde es von einem Arzt ausgewertet und nichts weiter gefunden.
Waren schon sehr beruhigt und uns wurde einfach weiter bestätigt, das es sich um den Nachtschreck handelt und dieser mit ca. 5 Jahren dann einfach von selbst aufhört.
Bei meiner Tochter war es dann auch so.
Mein zweites Kind machte diese Art dann schon als Baby mit, aber bei ihm war es einfach, wenn wir Besuch hatten, bzw. wo zu Besuch waren und der Tag einfach für ihn zu aufregend war, dann bekam er auch solche Schreianfälle mitten in der Nacht, immer wieder zur Gleichen Zeit, aber für eine Stunde. Wir haben dann Besuche eingeschränkt, bzw. weitgehend vermieden. Als er älter war, hatte er dann den Nachtschreck, so, wie bei meiner Tochter, aber auch wieder mit 5 war es vorbei.
Mein Jüngster hatte den Nachtschreck bis jetzt nur kurz mal, aber ich mache mich nicht mehr verrückt.

Ich würde es bei Deinem Kind einfach testen lassen. Mache das Schlafent- zugsEEG und lasse Dich beraten. Die können Dir dort sicherlich weiterhelfen.

Liebe Grüße
Tanja