Schlägt kleinen Bruder und hört überhaupt nicht mehr...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von karina711 04.03.11 - 09:25 Uhr

Meine Tochter (in wenigen Wochen drei Jahre alt) hat eine neue Verhaltensart, die ich unausstehlich finde: sie schlägt plätzlich ihren Bruder. Sie hat ihn vorher schon mal ab und zu geschuckt, aber eher aus Versehen. Sie wollte ihn zB von ihren Spielsachen vernhalten und hat ihn angestupst, wobei er natürlcih umgefallen ist (er ist seit einer Woche ein Jahr alt und einfach motorisch unterlegen). DAs war noch nicht so dramatisch. Aber seit etwa zwei Wochen spitzt sich die Situation total zu.

Es fing an, dass beide gleichzeitig krank waren. Er hat eine Impfung bekommen und stark drauf reagiert, sie hatte einen grippalen Infekt. Wir waren eine Woche alle irgendwie krank. Die ersten beiden Tage hat sie sich noch total süß um ihn gekümmert, obwohl sie krank war, hat ihn gestreichelt usw (so war es vorher meist, die beiden waren total lieb und süß miteinander von anfang an). Doch dann hat es plötzlich umgeschlagen und sie wurde ihm gegenüber total agressiv, hat geschlagen, geschrien usw. Und jetzt sind beide wieder gewsund und sind immer noch so komisch miteinander.

Wir haben es erst mit ignorieren (soweit das eben geht) versucht und mit positivem bestärken der guten Dinge. Aber das scheint nicht zu helfen. Jetzt haen wir ihr ein wichtiges Spielzeug weggenommen, direkt nachdem sie ihn geschlagen hat. Aber das hilft auch nihts. Ich habe das Gefühl, ich bin nur noch dabei, sie davon abzuhalten, ihn zu hauen oder ähnliches. Wir können gar nicht mehr so richtig anderes tun. Heute morgen wollten wir eigentlich einkaufen gehen (was die Große liebt), konnten aber nicht, weil sie wieder total schrekclich war. Und das schlimmste ist: ich versuche immer, riuhig mit ihr umzugehen, ihr alles zu erklären usw. Doch sie hört überhaupt nicht zu, meine Worte kommen nicht bei ihr an. Ich vesuche das auch in einfachen Worten, kurzen Sätzen usw, doch sie schaut mich an, sagt, dass sie zugehört hat, aber kann nicht wiederholen was ich ihr gesagt habe, wenn ich sie dazu auffordere. Man merkt genau, sie hört kein Stüc zu.

Was soll ich denn tun? Sie bestrafen bis all ihre Spielsachen weg sind? Nichts mehr mit ihr unternehmen? Das zehrt echt an meinen Kräften...Vielleicht weiß jemand, wie man sich da verhält???

Beitrag von judith81 04.03.11 - 09:33 Uhr

Hallo,
sowas kenn ich von Johanna (3) gar nicht. Ihr Bruder ist 19 Monate. Sie stumpt ihn auch schon mal weg, wenn er ihr Lego Gebautes zerstören will ...klar kommt auch vor.
Wenn das jetzt so bei uns wäre, würde ich sie mir schnappen, sie aufs Sofa setzen und ihr erklären, dass es so nicht geht. Würde nachfragen, ob sie mich verstanden hat, dann dürfte sie wieder aufstehn. Wenn sie das dann erneut macht, würde ich sie auf Sofa setzen u. sagen, jetzt bleibst du so lange sitzen bis du wieder lieb zu deinem Bruder bist. Ob es hilft, weiß ich nicht, aber versuchen würde ich es so.
LG
Judith

Beitrag von karina711 04.03.11 - 09:50 Uhr

So ähnlich haben wir es auch schon versucht. Sie in ihr Zimmer geschickt, bis sie wieder aufhört usw. Ich erkläre ihr auch immer, frage nach ob sie verstanden hat...Aber sie hört überhaupt nicht zu! Als ob sie mich einfach echt nicht verstehen würde. Das kommt bei ihr überhaupt nicht an. Komishc, denn ich weiß gar nicht wo sie das her hat. Wir schlagen niemals, nciht mal ein Klapps auf die Hände - überhaupt nicht. Sie sieht das also nicht bei uns. Das mit dem Rumschreien ist nun leider bei uns auch eingekehrt, das war auch nie so. Aber irgendwann ist man so drüber, da schreit man leider mal. Aber sie hat auch vorher schon geschriien, das hat sie sich (nicht nur) von uns abgeschaut.

Ist echt blöde, weil ich bestrafen total doof finde und immer dachte, es geht auch ohne Strafen nur mit positiver Bestärkung. Und wir loben sie echt viel, eigenltich immer wenn sie was toll macht. Aber ich weiß mir langsam nicht mehr zu helfen. Das ist ein schrecklicher Kreislauf: Denn der Kleine sieht, dass sie schlägt und fängt nun langsam schon an, zurck zu schlagen. Und dann haben wir zwei schlagende Kinder, wie nervig!!! Ich dachte immer, mir passiert so was nicht, meine Kinder sind keine so aggressiven Kinder. Aber...Hm...

Irgendwas mache ich wohl falsch bzw anders als vorher...

Beitrag von momplonoel 04.03.11 - 10:57 Uhr

Hallo,

erstmal machst DU überhaupt nichts falsch!!!Das ist ganz einfach das Trotzalter mit all seinen zahlreichen Facetten.Hauen und schubsen gehören leider auch dazu#zitter

Wichtig ist,daß Du IMMER konsequent bleibst!!!Wenn sie ihren Bruder schlägt,Strafe (oder Konsequenzen) androhen.Macht sie weiter,wird es auch so durchgezogen!!!PUNKT.

Meine beiden sind 3,5+6,5 Jahre alt.Letztens wollten wir Eis-Essen gehen,aber ich merkte schon zu hause,daß das wohl keine gute Idee war.Sie rannten durchs Haus,quickten rum und hörten auch nicht.#aerger

Also sagte ich ihnen,wenn sie so weitermachen,fällt Eis-Essen aus.
Sie machten weiter-also blieben wir zu Hause.Da war das Geflenne zwar groß,aber so lernen sie halt,daß es auch Grenzen gibt;-)


Mach Dir da jetzt keine Vorwürfe.JEDES Kind durchlebt solche Phasen.Es ist für Dich nur ungewohnt und neu,weil Du´s noch nicht kanntest.

Und wer sagt"Mein Kind ist immer artig" der lügt!!!


lg+starke Nerven wünscht Dir Mompi#winke

Beitrag von sunflower.1976 04.03.11 - 11:18 Uhr

Hallo!

Erstmal...Du machst nichts falsch!

Ich würde in dem Fall eine Konsequenz überlegen, die immer gleich ist. Also nicht mal reden, mal ins Zimmer bringen und dann wieder ein Spielzeug wegnehmen.
Ich glaube, ich würde meinen großen Sohn - wenn er sich so verhalten würde - jedes Mal mit einem kurzen (!) Satz sagen, was er falsch gemacht hat und ihn in sein Zimmer bringen und dort müsste er 2Minuten bleiben. Anschließend würde ich ihn in den Arm nehmen und den Vorfall als erledigt abstempeln.

Positive Bestärkung ist aus meiner Sicht ein sehr guter Weg. Zu viel (oder "falsches") Lob kann aber leider auch nach hinten losgehen. Es kann passieren, dass Kinder sich dann nur noch wertvoll fühlen, wenn sie gelobt werden. Oder sie fühlen sich verunsichert, wenn sie für etwas, was sie gut beherrschen, gelobt werden. So nach dem Motto: Wenn ich dafür schon gelobt werde, traut Mama mir wohl nicht mehr zu.

Etwas zu wiederholen, was Du gesagt hast, ist für ein Kind im Alter Deiner Tochter auch noch schwer.
Insgesamt habe ich bei meinen Söhnen die Erfahrung gemacht, dass eine logische Konsequenz viel mehr bringt, als lange Erklärungen. Klar, ich erkläre auch, aber wenn eine kurze Erklärung nichts bringt bzw. nach ein paar Mal keine Veränderung hervorruft, bringt es auch nichts, die gleiche Sache noch 100 Mal zu erklären. Meine Söhne würden da auf Durchzug schalten. Ich versuche es so zu machen, dass ich sie ein Mal ermahne, beim zweiten Mal die Konsequenz ankündige, die bei dritten Mal durchgeführt wird. Wenn ein Kind dem anderen wehtut oder sich gefährtdet, schreite ich allerdings sofort ein bzw. es gibt nur eine Ermahnung.

Das ist bei Euch sicher nur eine Phase, die auch vorüber geht. Deine Tochter merkt, wie viel Kraft sie hat und dass sie ihrem Bruder überlegen ist, was sie natürlich ausprobeiren möchte. Das heißt natürlich nicht, dass sie das darf ;-)

LG Silvia

Beitrag von karina711 04.03.11 - 12:42 Uhr

Vielen lieben Dank für Eure Antworten, das hat mir sehr geholfen. Es ist wohl einfach wirklich eine schwierige Phase, die wir halt jetzt das erste Mal durchleben. Ich kenne meine Tochter nur als verständnisvolles, dankbares und eher zurückhaltendes Wesen und sie ist grad so verändert. Aber das gehört dazu, das ist mir eigentlich schon auch klar. Aber heute morgen war ich mit den Nerven total runter, da konnte ich gar nicht aus der Situation heraus. Ich muss vielleicht auch dazu sagen: wir stecken gerade in einer großen Veränderung, aber müssen noch warten bis Entscheidungen fallen. All das kostet uns eh schon viel Nerven (meinen Mann und mich) und dann hat man einfach nicht mehr die nötige Kraft, die man sonst hätte. Man ist viel schneller frustriert...[wir wollen nach Australien auswandern und sind in den Gehaltsverhandlungen - die sich zu einer ziemlichen Geduldsprobe entwickelt haben. Es hängt aber alles davon ab, ob wir uns einigen - Visum, Haus, mein Job...]. Meist spüren Kinder das ja ganz früh und machen sich auch Sorgen, können sich aber einfachnicht so ausdrücken und das alles führt zu einem schrecklichen Kreislauf, aus dem man gar nicht mehr heraus kommt...

Nochmal danke für Eure lieben Worte, ihr habt mir alle sehr geholfen. Werde mir die Tipps und Gedanke zu Herzen nehmen!