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Forum: Allgemeines

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Beitrag von no-monk 04.03.11 - 12:01 Uhr

Leider ist mein Beitrag jetzt schon eine Seite nach hinten geflutscht, deswegen meine Antwort hier. Möchte ungern, dass man denkt, ich hätte nichts mehr dazu gesagt.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=11&tid=3051481&pid=19314436

Ich danke euch erst einmal für die vielen netten Antworten!
Leider ist mir aufgefallen, dass wohl kaum jemand mein Anliegen so richtig verstanden hat.
Meine Ausführungen waren keine Behauptungen von mir ( !!!), sondern sind aus meiner Erinnerung heraus hier gepostet worden, aus Beiträgen, die ich in den letzten Monaten hier gelesen habe. Denn ich bin eigentlich vorwiegend stiller Leser und mache mir so meine Gedanken zu dem Geschriebenen.


Einerseits wird argumentiert, dass es früher besser war, andererseits wird dabei vergessen, dass gerade der Fortschritt der Neuzeit ( Medizin, Technik ) uns zu einem weitaus besserem Leben verhilft.
Schon allein die Medienberichterstattung, die Präventionen, Aufklärungen in Schule ( in Hinblick auf sexuellem Misbrauch, Internetgefahren usw. ) sind doch gar nicht mehr weg zu denken. Telefon, Internet, Flug-und Bahnverkehr, das Umrüsten auf alternative Energiegewinnung nicht zu vergessen.

Wie sich jetzt jede einzelne Äußerung erklären und argumentieren lässt kann ich nicht sagen, denn dazu müsste ich all diejenigen fragen, die diese Äußerungen gemacht haben im Forum "Erziehung, Jugendliche, Familienleben, Allgemeines, allein erziehend usw."

Letztendlich wollte ich keine wirklichen Studien betreiben, aber mir fiel eben auf, dass die "Früher" Argumentation so einseitig ist, dass sie einfach nicht greifen kann.
Und ich wollte auch nicht Bestätigung durch "richtig " oder "falsch".

Niemand sagt etwas gegen das Vermitteln von Erfahrungen, Überlieferungen oder Wahrung von Traditionen, Überzeugungen etc.
Nur lediglich sollte man sich vor Augen führen, dass ein "gut" oder "schlecht" nicht an "früher" und "heute" fest zu machen ist.

Und was das Thema respektlose Jugend angeht, so vertrete ich die Meinung, dass man einem Kind Respekt vorleben und beibringen muss. Im kleinsten Alter schon, denn der Mensch lernt von der Imitation! Also das hat nichts mit Fortschritt zu tun, sondern ist reine Erziehungssache.
Auch lenkt man den Einfluss von außen durch Stärkung und Fördern des Selbstbewusstseins bei jedem einzelnen Kind.
Darin sind sich Sozialwissenschaftler einig! ( und das ist kein von mir subjektives Blabla, sondern fundiertes und studiertes Wissen! )

Ein Beispiel aus noch früherer Zeit:
In der Regierungszeit der Nationalsozialisten geschah sehr viel Schlimmes, wie wir alle wissen. Aber viele Menschen aus dieser Zeit wissen auch sehr viel Gutes zu berichten und ich meine damit selbstverständlich nicht den Holocaust!

Wir nehmen daraus in die Zukunft mit, zumindest hoffe ich das, dass das Schlimme von damals niemals wieder passieren darf.

Am Schluss bleibt mir nur zu sagen, dass ich mein heutiges Wissen in den nächsten 20 Jahren sicherlich erweitern, manches revidieren, manches bestärken werde und ich freue mich auf das, was noch kommen wird.
Ob sich meine Oma nun die Haare mir Kernseife gewaschen und Kartoffelpürree niemals aus der Tüte gegessen hat, interessiert mich einfach nicht mehr. Denn heute gibt es Shampoo und Pfanni. ;-)

Beitrag von ayshe 04.03.11 - 12:05 Uhr

##
Nur lediglich sollte man sich vor Augen führen, dass ein "gut" oder "schlecht" nicht an "früher" und "heute" fest zu machen ist.
##
#pro Es ist eben einfach anders.

Und es hat sicher jede Zeit ihre Vorteile und auch Nachteile.

Beitrag von purpur100 04.03.11 - 12:58 Uhr

ich hab mir den anderen Thread jetzt nicht durchgelesen.........

Mir fällt aber spontan ein, daß in der Erinnerung meist das Positive, Gute hängenbleibt; das Negative verdrängt sich irgendwie.

Vielleicht läßt es sich so erklären, daß viele sagen, daß früher "alles besser war", weil der Blick zurück meist verklärt ist?

Beitrag von marion2 04.03.11 - 13:27 Uhr

Absolut richtig!

Beitrag von nele27 04.03.11 - 15:17 Uhr

Das trifft es genau!

Bestes Beispiel: Wen auch immer man fragt, früher haben angeblich alle Babys mit wenigen Wochen durchgeschlafen. So ein Blödsinn! Das KANN nicht stimmen. Die Babys waren ja keine anderen Wesen früher.
Klarer Fall von Idealisierung.

Beitrag von arienne41 04.03.11 - 19:20 Uhr

Hallo

Mein Großer hat mit 9 Wochen durchgeschlafen und der Kleine (6 Jahre alt) mit 7 Wochen :-) geht heute auch noch

Beitrag von marion2 05.03.11 - 13:54 Uhr

Warum KANN das nicht stimmen?

Die Babys wurden auch anders gefüttert als heute.

Beitrag von marion2 04.03.11 - 13:29 Uhr

Hallo,

wir erinnern uns nur an gute Sachen (Traumas ausgenommen)

Nachrichten verkaufen sich nur, wenn sie schlecht sind.

Ist doch ein klarer Fall. Was gibts da rumzuwundern?

(du isst nur pfanni, weil oma vergessen hat, dir beizubringen wie man richtige Nahrung zubereitet)

Gruß Marion

Beitrag von armyofme 04.03.11 - 13:38 Uhr

Oder die Mama.

Beitrag von armyofme 04.03.11 - 13:39 Uhr

vergiss es, jetzt hab ich es auch verstanden. Sorry... #klatsch

Beitrag von arienne41 04.03.11 - 14:08 Uhr

Hallo

Du kannst doch nicht von einzelnen Usern auf alles schließen.

Ich hab inder in 2 Generationen :-) 27 Jahre und 6 Jahre

Natürlich war damals vieles anders und das fängt bei der Säuglingsernährung schon an.
Was hab ich Karottengläschen ab 6. Woche gesucht denn beim Großen war es so das man mit 6 Wochen mit Beikost anfing beim Kleinen erst mit 5 Monaten.

Aber in beiden Fällen handelte ich nach besten Wissen und Gewissen.

Ich bin 48 Jahre und wurde schon ohne Schläge erzogen bis auf 2 mal da war ich aber nicht mehr klein sondern wußte ich hab richtig mist gemacht (nichts kriminelles :-) muß man ja heute dazu schreiben). Und ja da hatte ich es verdient.

Deshalb hatte ich doch keine Eltern die drauflosprügelten.


Ja ich lebte ohne Handy und noch schlimmer die ersten Jahre meines Lebens hatten wir kein Telefon aber es gab ne Telefonzelle.
Damals ging es eben nicht so schnell vom Telefonantrag bis man eines hatte dauerte es ein paar Monate (BRD).

Nicht nur früher gingen heute Kinder zu Fuß zur Schule heute auch.
Mein Vater sagte mal das der Schulweg dazugehört, denn wenn er einen kleinen Umweg gefahren wäre hätte er uns mitnehmen können.

Aber er hatte recht denn ich möchte das morgentliche Treffen mit Freunden nicht missen.

Punkt 7 solltest du mir erklären denn wenn du es in sexueller Hinsicht meinst glaube ich es nicht. Zeige mir Frauen die als Tochter diese Aufgabe hatte.
Früher haben aber z.B Kinder von Bauern mehr tun müssen wie z.B Feldarbeit aber damals wurde nicht so viel Wert auf Bildung gelegt man konnte mit einem Hauptschulabschluß noch was anfangen.

Früher sind Frauen im Kindbett verstorben!
Stimmt denn es wurde nicht soviel auf Hygiene geachtet aber das war wohl er bis 1900 so denn da kam man dahinter. Die Technik gab es auch noch nicht.
Als meine Mutter mit mir ss war gab es auch keine Schwangerschaftsvorsorge.


11.) Früher sind die Männer arbeiten gegangen und die Frauen zu Hause bei den Kindern geblieben.
Stimmt zum großen Teil, meine Mutter war Selbständig.
Aber auch ohne dem Geld meiner Mutter hätten meine Eltern gebaut und so war es auch berechnet und wir waren 3 Kinder.

Früher schrieb man mehr Briefe weil es nichts anderes gab :-) eigentlich schade, ich bekam ewig keinen Brief nur SMS und Email.

Mein Großer wurde auf dem Dorf groß und er lebte viel freier als der Kleine in der Stadt.
Der Große ging mit 5 Jahren allein zu seinen Freunden und ich wußte wo er war.
Als ich 5 Jahre war sagte ich nur ich geh raus (Dorf) .

Aber es ändert sich immer was manches besser manches nicht.

Es ist auch mal schön in Erinnerungen zu schwelgen






Beitrag von hsicks 04.03.11 - 16:35 Uhr

Hallo ,

nun, ich bin 51 und gehöre manchmal auch zu denen, die sich frühere Zeiten zurück wünschen, ohne dabei zu vergessen, wieviel Gutes das " Heute " für uns hat.

Ganz eindeutig mache ich immer wieder für mich selbst die Feststellung, dass man vor 40 Jahren irgendwie mehr Zeit hatte, als die " Time-is-money-Welle " noch nicht zu uns geschwappt war. In Ermangelung von Gameboy, 24 Stunden Fernsehprogramm, PC mit Internet-Chats und Ablenkung jeder Art zu jeder Jahreszeit beschäftigten wir uns noch mehr miteinander , mit Freundinnen , innerhalb der Familie und in Vereinen, schrieben Briefe und lasen Bücher und freuten uns total auf wenige Highlights wie Jahrmarkt und Weihnachten.

Man war genügsamer ohne Dutzende von Fernsehkanälen, ohne Auto, ohne Fernreisen, ohne Markenklamotten aus dem Internet und es tat aus heutiger Sicht gut.

Auch war die Erziehung strenger, die Regeln in Schule und Elternhaus penibler und das Leistungsprinzip noch normal und keine Ausbeutung unserer armen Kinderchen ( Straße kehren an jedem Samstag, Kohlen aus dem Keller holen, mit zum Holzmachen gehen ohne dass die Eltern wegen " Kinderarbeit "zur Rechenschaft gezogen wurden, denn es war ganz einfach Familiensache, wo jeder seine Aufgaben und Pflichten hatte ) . Ich behaupte, ohne diese straffen " deutschen Tugenden " wie Fleiß und Strebsamkeit hätten wir uns nach dem Krieg nicht so schnell wieder eine solche wirtschftliche Position in der Welt erarbeitet. Und uns Kindern bekam es gut, immer klare Regeln und Grenzen zu haben und uns " Extras " verdienen zu müssen .

Andererseits begrüße ich den heutigen medizinischen Fortschritt, der uns mehr lebenswerte Jahre schenkt und früher unheilbaren Krankheiten wenigstens teilweise ihren Schrecken nahm, ich begrüße, dass man weltoffener wurde und Katholiken und Protestanten problemlos Ehen schließen können, ohne dass für die gesamte Verwandtschaft die Welt untergeht, dass Schwule und Lesben akzeptiert werden, dass Frauen selbstverständlich einen Beruf ausüben und für sich selbst sorgen und nicht irgendwann unter die Haube müssen, um versorgt zu sein (das Argument gab es noch recht oft in meiner Jugend : " Wozu soll das Mädel einen Beruf lernen, die heiratet ja doch !" )
Ich begrüße als Frau die heutige gestärkte Stellung der Frauen, auch wenn unser Weg zur vollständigen Gleichberechtigung noch weit ist ( immer noch häufig unterbezahlt gegenüber Männern ) .
Ganz besonders schön finde ich, dass Europa zusammenwächst und darüber hinaus die ganze Welt uns offen steht und wir mit vielen Kulturen schöne Kontakte leichter pflegen können als in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg in meiner Jugend ( ich erinnere mich noch an eine bürokratisch recht beschwerliche Budapest-Reise 1975 und eine Moskau-Reise zu Sowjetzeiten 1979 - wie einfach dagegen ist das heute , auch wenn ich damals auch im " Ostblock " überwiegend sehr liebenswerte und nette Menschen antraf ).

Auch ich könnte noch stundenlang weiter von früher und heute berichten. Am wichtigsten für mich ist, das Vergangene zu ehren , mich aber gleichzeitig mit der Gegenwart problemlos zu arrangieren und " mit der Zeit zu gehen ".

Übrigens : Schönes Thema !

LG,
Heike

Beitrag von wieso-weshalb-warum 04.03.11 - 16:53 Uhr

Hallo Monk,

manche Dinge, die du da zitierst hast sind schlichtweg doof.
Aber ich verstehe auch deine Bemerkung, dass einige Zitate im Widerspruch zueinander stehen.
Dennoch ist es so, dass das Denken ans Positive von früher überwiegt.
Wie du den Nationalsozialismus erwähnt hast.
Die alten Leuten erinnern sich gern daran, was gut war - kaum bis keine Arbeitslose, Straßenbau vor allem Ausbau von Autobahnen, Versprechungen auf ein besseres Leben usw. Den Holocaust verdrängen sie aber gern. Schlimmer noch, dementieren es!
Da hast du es doch selbst gesagt!

Und früher war Eis essen vom Eismann, der mit dem klapprigen VW Bus in die Straße kam, gebimmelt hat und wir rannten alle nach Hause um 30 Pfennig zu holen ( heute wohl pi mal Auge 15 Cent ) einfach schöner als heute für 1 Euro pro Kugel zur Eisdiele gehen oder fahren zu müssen.
Als Argument nehme ich solche Beispiele selten, es sei denn meine größenwahnsinnigen Kinder brauchen mal eine Bremse, wenn es um Taschengeld und Spielekonsolen geht.
Ich find generell gut, dass sich junge Menschen wie du Gedanken machen. Aber verbeiße dich nicht in deine Theorie, du kannst nicht alles im Leben planen, manches muss man einfach leben!

;-)