Deutsche Politiker

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Forum: Politik & Philosophie

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Beitrag von renate63 04.03.11 - 13:48 Uhr

Hallo,

für mich sind Deutsche Politiker Machtbesessene Arrogante an der Realität vorbei agirende Menschen. Die die Realität zu dem verloren haben was eigentlich Sache ist. Die nur immer versuchen ihr Schäfchen ins trockene zu bringen.

Auf diesen text legen die Minister ihr Eid ab:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.


Nennt mir bitte einen von den aktuellen Minister und Politiker der auch nur ansatzweise nach diesem Eid handelt. Ich kenne keinen.

Beitrag von nobility 04.03.11 - 14:15 Uhr

Wie kommst du denn darauf, dass Deutsche Politiker "Machtbesessen" sind ?

Ich z.B. kenne kein Land in dem ein gewählter ( von wem gewählter ? je nach Land unterschiedlich ) Politiker bei Amtseinführung diese bzw. eine solche ähnlich lautende Eidesformel sprechen muss.

Solche und ähnliche Eidesformeln schwören z.B. Ärzte und Juristen auch. Wie das dann danach Real aussieht wissen wir doch alle.

Beitrag von zeitblom 04.03.11 - 14:47 Uhr

Auch wenn ich Deinen Beitrag Ernst nehmen wollte, eruebrigt sich bei dieser Formel die Glaubwuerdigkeit sowieso: es gibt keinen Gott! Jeder Schwur auf ihn ist somit eh heisse Luft.....

Beitrag von grafzahl 04.03.11 - 18:42 Uhr

Art 56 Grundgesetz

[...]

Der Eid kann auch ohne religiöse Beteuerung geleistet werden.

Beitrag von zeitblom 07.03.11 - 09:21 Uhr

schon klar...ich bezog mich auf die Formulierung der Posterin.

Beitrag von hsicks 04.03.11 - 19:05 Uhr

" Es gibt keinen Gott ! " Das mag für Dich gelten, ist aber keine allgemein gültige Meinung. Viele Menschen in Deutschland sind gläubig und fühlen sich ihrem Glauben auch verpflichtet.
Und wie sehr Glaube Berge versetzen kann, leben uns z.B. die Moslems vor.

Gruß,
Heike

Beitrag von fred_kotelett 04.03.11 - 19:53 Uhr

Es gibt keinen Gott ist aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine korrekte Aussage.

Kannst du das mit den Moslems und den Bergen versetzen näher erläutern?

Beitrag von thetis 04.03.11 - 14:49 Uhr

Der Eid beinhaltet nicht, dass sie "das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes" auch beachten müssen. Nur verteidigen und wahren, was auch immer das heißt.

Man sollte also den Text ändern in "das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren, verteidigen und achten."

Beitrag von ippilala 04.03.11 - 18:37 Uhr

>Auf diesen text legen die Minister ihr Eid ab

Nein. Den letzten Satz darf man weglassen.

Beitrag von mamavonyannick 04.03.11 - 18:39 Uhr

Liegt die Betonung auf "deutsch" oder auf "Politiker"?

m.

Beitrag von grafzahl 04.03.11 - 18:50 Uhr

Die Politiker sind nicht besser und nicht schlechter als die Menschen, von denen sie gewählt werden.

Die Helmut Schmidts und Richard von Weizsäckers sterben aus. Und dafür kommen Sigmar Gabriels und Freiherrn, die es mit der Ehrlichkeit nicht ganz so genau nehmen.

Beitrag von hsicks 04.03.11 - 19:02 Uhr

Hallo,

Helmut Schmidt und Richard von Weizäcker entstammen einer anderen Zeit , hatten eine andere Bildung, andere Werte - leider sind sie wirklich eine aussterbende Spezies !

Ich glaube, deshalb halten 72 % der Deutschen laut einer Blitzumfrage zu Herrn zu Guttenberg und wollen ihn wieder haben , weil er diese Werte ebenfalls zu verkörpern schien ! Vielleicht tut er es auch und ich bin ebenfalls der Meinung, er verdiene eine 2. Chance.

Gruß,
Heike Sicks

Beitrag von nijinsky 04.03.11 - 20:01 Uhr

Waren demnach die Menschen besser, als sie Herrn Schmidt, den selbsternannten Weltökonomen ohne nachweislichen wirtschaftlichen Erfolg wählten?
Und wurden sie an dem Tag schlechter, als sie Herrn Kohl zum Nachfolger wählten?

Beitrag von grafzahl 04.03.11 - 20:32 Uhr

Wie definierst du "nachweislichen wirtschaftlichen Erfolg"?

Helmut Schmidt wurde 1976 und 1980 vom Bundestag als Kanzler einer sozialliberalen Koalition gewählt. Im 3-Parteien-Bundestag hat die FDP quasi entschieden, wer durch ihre Hilfe zum Bundeskanzler gewählt wurde.

Und es waren nicht "die Menschen", die Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt haben. Es war der Bundestag, in dem die FDP sich zum Wechsel des Bundeskanzlers entschieden hat.

Aber um deine Frage trotzdem zu beantworten: Ich glaube, dass die Menschen zu Zeiten eines Helmut Schmidt vertrauenswürdiger waren.

Beitrag von nijinsky 04.03.11 - 21:38 Uhr

Nicht aus meiner Feder stammt die Einschätzung, dass die "Politiker [...] nicht besser und nicht schlechter" [sind]" als die Menschen, von denen sie gewählt werden".
Ob nun mittelbar oder unmittelbar gewählt, sei dahingestellt, ich hob auf den "Endkunden" ab, du offensichtlich auf den Abgeordneten, der gewählt werden muss, um dann den Bundeskanzler "machen" zu können.

Zum zweiten Absatz: Kurze Zeit später wurde Kohl ja auch vom Volk bestätigt, ohne dass es um den eigentlich Grund der Regierungsumbildung 1982, den Doppelbeschluß gegangen wäre. Insofern sehe ich da zumindest in dieser Zeit nicht den Unterschied im Querschnitt des "Endkunden" Wähler.

Letztlich sagen 16 Jahre Kohl schon doch in meinen Augen aus, dass sich Menschen mit diesem Kanzler identifiziert haben und ihn wenn auch nur implizit gewählt haben, 12 Jahre Kanzler Schmidt sagen natürlich ähnliches über ihn aus. Beides sagt etwas über Machtmenschen aus, so what?

"Nachweislicher wirtschaftlicher Erfolg" bedeutet für mich, dass der Staatshaushalt von Wirtschaftswachstum profitiert und entsprechend in eine möglichst komfortable Lage versetzt wird. Ich gebe zu, dass dies auch nach Helmut, dem ersten, nicht passiert ist.

LG
nij

Beitrag von grafzahl 04.03.11 - 21:52 Uhr

> Kurze Zeit später wurde Kohl ja auch vom Volk bestätigt, ohne dass es um den eigentlich Grund der Regierungsumbildung 1982, den Doppelbeschluß gegangen wäre.

Um Kohl nicht zu bestätigen, hätten die Wähler die SPD mit einer absoluten Mehrheit ausstatten müssen. So waren die Mehrheitsverhältnisse 1983 aber nicht. Und der NATO-Doppelbeschluss war doch nicht der Grund für die "Wende". Bundeskanzler Schmidt hätte diesen Doppelbeschluss ebenso durch seine Partei gepaukt, wie später Bundeskanzler Schröder die Agenda 2010.


> 12 Jahre Kanzler Schmidt

Können wir uns hier evtl. auf 8 Jahre einigen?


> "Nachweislicher wirtschaftlicher Erfolg" bedeutet für mich, dass der Staatshaushalt von Wirtschaftswachstum profitiert und entsprechend in eine möglichst komfortable Lage versetzt wird. Ich gebe zu, dass dies auch nach Helmut, dem ersten, nicht passiert ist.

Bei dieser Definition hat wohl noch kein Kanzler wirtschaftlichen Erfolg gehabt. Eine antizyklische Fiskalpolitik steht wohl nur im VWL-Lehrbuch. Oder hast du einen deutschen Bundeskanzler erlebt, der in Boomphasen Haushaltsüberschüsse erzielt hat? Sparen ist ja auch irgendwie... uncool. Wähler gewinnst du damit nicht.

Beitrag von hsicks 04.03.11 - 18:58 Uhr

Hallo ,

ich zitiere :

" Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden,
die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist. "

der Spruch stammt von


















































von Marcus Tullius Cicero

Fazit : Uraltes Reizthema, uralte Verführung , die anvertraute Macht zu missbrauchen und bisher keine Besserung !

Muss man dazu nochn etwas sagen ?

Gruß,
Heike

PS : Auch kein " deutsches " Problem, wie man liest !

Beitrag von wasteline 04.03.11 - 20:26 Uhr

Jeder Bundesbürger, der mit der Politik und allen Politikern in diesem Land nicht zufrieden ist, hat die Möglichkeit sich politisch zu engagieren und sogar eine eigene Partei zu gründen.

Wenn Du also derart unzufrieden bist mit den Politikern, dann ändere etwas daran, werde aktiv und mache es besser.

Beitrag von lena1309 05.03.11 - 00:44 Uhr

Hallo,

mich beschäftigt bei deiner Äußerung die Frage, was du mit dem Ausspruch: "Die die Realität zu dem verloren haben was eigentlich Sache ist." gemeint sind.
Hier stellt sich doch die Frage, wessen Realität sie begreifen bzw. verlieren sollen.
Wir sind ein Volk von über 80 Millionen Menschen, da bleiben immer einzelne in bestimmten Belangen auf der Strecke. Die komplette Glückseligkeit ist nicht Sache der Politik sondern der Religion.
Und meiner Meinung nach, kann man nur mit jeder Wahl versuchen, den absoluten Punkt zu erreichen, immer mit der Gewissheit, auch Politiker sind nur Menschen.

Und ich für meine Teil mag die CDU nicht, aber ich mag das jetzt zurückliegende Engagement von Ursula von der Leyen, wie sie das Elterngeld durchgeboxt hat. Sie hat Rückgrat bewiesen auch gegen die eigene Partei.
Du wolltest ja ein Beispiel.

In diesem Sinne.
LG
M.

Beitrag von gustav-g 05.03.11 - 11:30 Uhr

"für mich sind Deutsche Politiker Machtbesessene Arrogante ..."

Das glaube ich dir. Ich glaube, dass man nicht verallgemeinern soll. Die Politiker sind verschieden.


"... So wahr mir Gott helfe."

Manchen hilft er nicht. Andere schaffen es aus eigener Kraft. Einige glauben nicht an Gott. Für diese ist der Schwur bedeutungslos.


"Nennt mir bitte einen von den aktuellen Minister und Politiker der auch nur ansatzweise nach diesem Eid handelt."

Angela Merkel.


"Ich kenne keinen."

Schade.

Beitrag von h-m 17.03.11 - 08:15 Uhr

Trifft das nicht auf Politiker "international" zu?

Meiner Meinung nach spiegeln sie die Gesellschaft wieder, in der sie leben und gewählt wurden. #zitter