Mein Kleiner hat so viele "Knoten" im Kopf...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von blonde.engel 04.03.11 - 14:31 Uhr

Hallo an alle,

ich werde irgendwie immer ratloser, wohin das nur noch mit meinem Kleinen (3 Jahre alt) führen soll?!? Er hat so viele Ängste und "Zwänge" und irgendwie werden es auch immer mehr - leider.

*ADRIEN* (Monk) würde so unglaublich gut zu ihm passen... #schmoll

Hier nur mal ein par Beispiele:

er trägt keine T-Shirts - da schauen ja die Arme raus
ebenso keine kurzen Hosen - da sieht man ja die Beine
er zieht keine Jeans an - die sind ihm zu "hart"
im Auto müssen immer alle Knöpfe unten sein - damit keiner raus fällt
ich darf den Boden nicht wischen - der Boden könnte kaputt gehen
ich darf nur "vorsichtig" Auto fahren - nicht damit "ein Loch in den Boden kommt"
Kerzen darf ich nicht anzünden - weil man sich verbrennen kann
wenn etwas runterfällt - weint er , aus Angst vor einem Loch im Boden
gegessen wird ausschließlich mit Besteck - er nimmt NICHTS in die Hand
er hat ein Milch-, ein Tee- und ein Saftglas - das darf unter keinen Umständen verwechselt werden

Und wenn ich eben doch etwas davon tue, dann ist er immer total am Boden zerstört - er schaut dann, als ob sein ganzes Weltbild gerade zusammengebrochen ist und dann weint er ganz jämmerlich! Solange, bis ich es wieder "in Ordnung" gebracht habe...

Warum hat er nur so viele "Knoten" im Kopf?
Und wie kann ich die alle lösen?

LG
Jenny


Beitrag von a79 04.03.11 - 15:00 Uhr

Ist das schon immer so?
Ich frage nur, weil mir nicht alles davon auf Dauer normal vorkommt...weißt Du, was ich meine? Es gibt immer mal Phasen, da hat mein Sohn auch ein paar solcher Dinge im Kopf aber das gibt sich nach kurzer Zeit wieder und alles ist in Ordnung. Wenn aber Dinge nicht verwechselt werden dürfen, nichts in die Hand genommen wird und die Reaktion auf in seinen Augen "falsches Verhalten" oder eine "falsche Situation" (wenn was nicht so ist, wie er das braucht) in einem fast schon Zusammenbruch endet, klingt das für mich nicht nach einer normalen Kindesentwicklung.
Vielleicht solltest Du genau mit diesen Sorgen mal zu einem Arzt gehen und alles abklären lassen -ich bin kein Fachmann und möchte keine wilden Mutmaßungen abgeben aber ich als Mutter würde mit meinem Sohn zum Artz gehen.

LG und alles Gute

Andrea

Beitrag von stefannette 04.03.11 - 15:02 Uhr

Ich finde,dass das schon extrem viele Dinge sind. Deshalb würde ich mal einen Arzt darauf ansprechen. Hat er einen festen TAgesablauf der nicht geändert werden "darf"?
Ich denke nicht,dass Du ihm da alleine raushelfen kannst.#kratz

Beitrag von emilia72 04.03.11 - 15:10 Uhr

Hallo Jenny,

bin natürlich auch kein Fachmann. Unser Kleiner hat auch immer wieder solche Phasen - aber eben nur Phasen. Sind nach ein paar Wochen wieder weg.

Beispiele:

- nur er darf morgens und abends die Rollläden runter bzw. rauf machen.
- das Bild auf seinem Essteller muss immer in seine Richtung schauen
- sein Lieblings-Lego-Männchen muss überall mit hin

Aber wie gesagt, phasenweise. Jede "Macke" hat sich nach ein paar Wochen wieder von alleine verabschiedet. Als Dauerzustand könnte ich mich mit sowas schwer arrangieren.

Ich würde mal den Kinderarzt ansprechen, was er dazu sagt. Wäre an deiner Stelle auch etwas ratlos, muss ich gestehen.

Chris

Beitrag von kleiner-gruener-hase 04.03.11 - 15:13 Uhr

Hast du schonmal deinen KiA darauf angesprochen? Vielleicht auch einen Kinderpsychiologen? Auf Dauer sind viele dieser Dinge die du beschreibst nicht ganz "normal"...

Beitrag von keksiundbussi04 04.03.11 - 15:54 Uhr


Monk, könnte sein Vater sein. ;-)#rofl


Ich würde auch zum Kia gehen. Nicht dass es noch zu einer Zwangsneurose wird.#kratz



Karin#klee

Beitrag von blonde.engel 04.03.11 - 16:15 Uhr

Hallo nochmal,

also - er ist eigentlich schon immer so - und je größer er wird, um so mehr "Knoten" werden es.

Zum Tagesablauf: er ist immer gleich und DARF auch nicht geändert werden. Er weiß zum Beispiel, dass er immer mittwochs zur Oma geht - findet das mal nicht statt, dann ist er am Boden zerstört und bruacht lange, um sich mit der neuen Situation wieder anzufreunden.

Ach ja - mit dem Kinderarzt habe ich NOCH nicht gesprochen - vielleicht wäre es einfach mal an der Zeit...?!?

Vielen Dank schon mal euch allen!

LG
Jenny

Beitrag von stefannette 04.03.11 - 16:23 Uhr

Ja, ich denke,dass das der nächste wichtigste Schritt ist. Denn das sind schon authistische Züge. (Ich will Dir keine Angst machen,es kann auch was ganz anderes sein....so viel Ahnung hab ich davon auch nicht). #liebdrueck

Beitrag von marathoni 04.03.11 - 20:22 Uhr

Endlich hat das mal eine angesprochen. Ich könnte mir nämlich auch sehr gut vorstellen, dass das Kind autistische Züge aufweist.
An die Mutter: Gehe schleunigst mit ihm zum Kinderarzt. Ich verstehe jedoch nicht ganz, dass du das nicht schon viiiieeel früher gemacht hast ??!!

Beitrag von zahnweh 04.03.11 - 19:30 Uhr

Hallo,

wie lange hat er diese "Ideen" schon?
wie ausgeprägt sind sie?
wie kommt er darauf?
haben noch andere in seinem Umfeld ihre Eigenheiten? (zehn Personen je eine Eigenheit, können zu zehn Eigenheiten beim Kind führen...)
verändern sie sich im Laufe der Zeit - also kamen neue dazu während andere weggefallen sind?

Bei meiner ist es letzteres.

Lange Zeit durfte ich nichts nachschenken, so lange ein klitzekleiner Rest noch im Becher war. VORSICHTIG hab ich sie dran rangeführt, dass die Welt dabei nicht untergeht, wenn es doch mal so ist. aber NICHT an ihrem Becher, sondern an meinem. "schau, ich mag es gerne so: Wasser mit Wasser gemischt"

Eine zeitlang griff sie nach den Nudeln in der Soße, wollte dann die Hände sauber haben, griff dann aber wieder in die Soße und wieder "bitte waschen".

Vor ein paar Tagen bin ich ohne meine Brille rausgegangen. Sie auf dem ganzen Weg zum Kindergarten gebrüllt! (umkehren war zeitlich nicht möglich und ich konnte es von meiner Sehstärke her verantworten). Im Kindergarten hat sie noch der Erzieherin sowas wie eine Standpauke gehalten, dass Mama ihre Brille nicht aufhat.

Sie hat immer wieder solche Eigenheiten, die wieder verschwinden oder besser gesagt, durch andere abgelöst werden.

Als Kind hatte ich auch welche. Je mehr sie aufgefallen sind, desto mehr hab ich mich reinvertieft.
Jeanshosen mochte ich lange Zeit nicht, weil sie so hart waren. Bis ich wirklich eine bequeme Weiche gefunden habe (es hat lange gedauert, aber DANN war's gut) seither suche ich meine Jeans sehr sorgsam aus. Alle würde ich aber nicht anziehen.

Kennt er jemanden, der es unangenehm findet, wenn Arme oder Beine rausschauen?
Z.B. weil Papa berufsbedingt keine kurzen Hosen zur Arbeit anziehen darf (morgens beim aus dem Haus gehen)?
Oder wurde öfter drüber geredet, dass wegen Sonnenschutz lange Shirt besser sind?

Oft reichen Kleinigkeiten, die sich ins Kinderhirn einprägen.

Ich esse bis heute keine grünen Gummibärchen, weil ich mit 5 Jahren von einer Bezugsperson (ein Gespräch, das ich nur indirekt mit bekam) gehört hatte, dass grüne Gummibärchen möglicherweise giftig seien.
Ich WEIß es besser. Aber bis heute schaffe ich es nicht, mir eines davon in den Mund zu stecken. Es hat sich bei mir so festgesetzt.
Ok, ich kann DAMIT gut leben. Ich staune bis heute, wie sehr es sich festgesetzt hat.

Von daher wäre es auch interessant, wie er auf manche Ideen kommt. Und eben auch, ob sie sich verändern oder ob sie immer gleich bleiben.

Beitrag von derhimmelmusswarten 04.03.11 - 19:55 Uhr

Hast du mal mit einem Arzt darüber gesprochen? Mir kommt das komisch vor. Solltest du dir aber sicher sein, oder bestätigt bekommen, dass alles in Ordnung ist, würde ich darauf nicht eingehen. Angenommen, dein Sohn ist nicht krank (mir fiel da irgendwie spontan Autismus ein), warum lässt du ihm dann seinen Willen?! Du bist die Mutter und du bestimmst. Nicht er. Entweder steckt etwas krankhaftes dahinter oder dein Kind macht mit dir was es will.

Beitrag von mondfluesterin 04.03.11 - 20:11 Uhr

Mein Sohn hat hat zwei solcher Problemchen, aber selbst da habe ich schon Angst, dass es zu einer Zwangsneurose werden könnte. Er wollte beispielsweise immer passend zum Joghurtbecher ein farblich entsprechenden Löffel - er hat auch einen Heulanfall bekommen, wenn das nicht der Fall war und ist beinahe hysterisch geworden. Einmal habe ich es dann durchgezogen - ihn weinen lassen, aber gleichzeitig erklärt, dass es nicht schlimm ist, wenn der Löffel eine andere Farbe hat. Seitdem hat es nicht mehr gestört. Als mein Sohn zwei war, war es noch extremer, aber das hatte sich mit der Zeit gegeben (er ist jetzt vier)...
Ich muss aber auch sagen, dass seine Marotten ihn nicht im Alltag einschränken - bei Deinem Sohn ist ja bereits der Fall und somit würde ich dringend reagieren. Ich denke auch, dass Du zunächst den Kinderarzt ansprechen und Dich von da aus zu einem Kinderpsychologen überweisen lassen musst.

Beitrag von itsmyday 04.03.11 - 20:18 Uhr

"Solange, bis ich es wieder "in Ordnung" gebracht habe..."

Das ist für mich ein Schlüsselsatz. #schwitz

Ich würde erstmal einige Tage konsequent nichts mehr "in Ordnung bringen" und sehen, ob er nicht auch einfach lernen kann, dass das Leben weitergeht, auch wenn sich die Welt täglich neu präsentiert. #cool

Zum Psychologen gehen kannst du immer noch....#pro

LG

Beitrag von infantprodigy 04.03.11 - 23:05 Uhr

Hallo Jenny,
ich kann mich den anderen Schreiberinnen nur anschließen. So richtig "normal" klingt das nicht, was du beschreibst. Mit dem Thema Autismus kenne ich mich leider nicht aus und kann nicht beurteilen, ob es in die Richtung deuten könnte. Aber ich beobachte an mir selbst, dass ich als Mutter mein Kind vor vielen Dingen warne. Manchmal stehe ich wie neben mir und höre mich sagen "tu dies nicht, weil..", "das ist gefährlich. es könnte dieses oder jenes passieren...".
Was ich dir damit sagen will: es sind doch oft Dinge, die das Kind irgendwann einmal gelernt hat und dein Kleiner könnte sich etwas versteifen auf die gelernten Sachen. Erwachsene wollen Kinder heute oft vor allem Übel beschützen, doch den Kindern geht dabei auch ein Stück Erfahrung verloren. Vielleicht schaffst du es ja irgendwie, deinen Kleinen mal zu den üblichen Schandtaten zu motivieren, zu denen man seine Kinder eigentlich nicht erziehen will. Ich würde ihn auch ruhig etwas auf die Probe stellen. Ganz behutsam natürlich. Du kannst ihm ja auch Alternativen zeigen. Mit drei Jahren können diese "Knoten" doch noch nicht so fest sitzen, dass man sie nicht mehr lösen kann...hoffe ich zumindest;-)
Ich würde schon mit einem Arzt darüber sprechen. Bleib aber entspannt und befürchte nicht gleich das schlimmst!
Ich wünsch euch viel Erfolg #winke

Anja

Beitrag von jungemama23 05.03.11 - 21:28 Uhr

hi,

habe mir die anderen Antworten jetzt gar nicht weiter durchgelesen.
Für mich hört sich das nach Autistischen Zügen an.
Würde das mal abklären lassen.

lg