Mein Sohn (4) entwicklet sich zum Alptraum

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von redsun05 04.03.11 - 15:48 Uhr

Es hört sich krass an, aber ich weis mir nicht mehr zu helfen. Ich bin mit meinen Nerven und meiner Kraft am Ende.
Mein Sohn, fast 4 Jahre alt, hat sich in den letzten zwei Monaten sehr krass verändert. Inzwischen schlägt er mich, beschimpft mich aufs übelste, rastet aus, wirft mir Gegenstände hinterher, usw.
Bin jezt im 8 Monat schwanger und habe Angst, dass er sich auch gegenüber dem Baby so agressiv verhält.
Das eigenartige ist, dass er sich bei seinen Großeltern und Uromas total normal verhält. Dort ist er das liebste Kind. Im Kindergarten jedoch lässt er auch total den Macker raus hängen.
Hab es schon mit allen Mitteln probiert. Ich versuche in normalem Ton mit ihm zu sprechen, frage ihn, warum er sich ärgert. Aber er ist von einer Minute auf die andere total am ausrasten.
Er lässt sich nicht auf Kompromisse ein. Reagiert auf Strafen (für ein paar Minuten aufs Zimmer schicken, Spielsachen wegnehmen, Süßigkeitenentzug, etc) nur mit einem Achselzucken und "ist mir doch egal"..."mach doch, blöde Mama, dann mach ich dich tot.....". Das verletzt mich sehr. Wir gehen kaum noch aus dem Haus, weil es jedes mal im Chaos endete (er rennt auf die Straße und reagiert überhaupt nicht auf mich#schock). Mir ist das inzwischen echt zu gefährlich. Meine Eltern bieten mir dauernd an, ihn mir abzunehmen, was ich jedoch auch nicht will, weil ich denke dadruch wird es nur noch schlimmer und die Eifersucht auf das Baby steigt dadurch noch zusätzlich.


Hat jemand Rat für mich?

Beitrag von hanni2711 04.03.11 - 15:56 Uhr

Ich könnte mir vorstellen, dass es an der Schwangerschaft liegt. Versuch doch mal mehr auf ihn einzugehen. nicht mit Strafen, oder Maßregeln oder Gesprächen. Sonder etwas schönem für euch zwei. Sag ihm, dass du ihn lieb hast.....

Beitrag von stefannette 04.03.11 - 16:22 Uhr

Ich denke auch, dass er gerade nicht abschätzen kann, was auf ihn zu kommt, mit dem Baby!
Trotzdem darf ich Dich nicht so anreden oder nicht hören,das geht gar nicht.
Versuche vielleicht in "guten" Momenten ihm viel positives zu sagen oder mit ihm zu machen. Sag ihm, dass Du ihn lieb hast, auch wenn das Baby da ist.

Beitrag von bruchetta 04.03.11 - 17:44 Uhr

Ich bin mit meiner Tochter in psychologischer Behandlung, weil sie eben NICHT diese Trotzphasen durchlebt hat.
D.h. sie war immer ein liebes und folgsames Kind.
Dadurch, dass sie Aggressionen und Wut nicht kennt, ist sie zum Angstkind geworden.
Denn Aggressionen stehen in Balance zu Angst.
Damit möchte ich nur sagen, dass diese Trotzphasen wichtig sind, wenn auch unangenehm, ganz sicher!

Beitrag von sohnemann_max 04.03.11 - 18:10 Uhr

Hi,

ich denke auch, dass das was mit der SS zu tun hat und auch mit Deiner persönlichen, äusseren und auch psychischen Veränderung. Du siehst anders aus, hast einen dicken Bauch - das ist NICHT Mama. Psychisch reagierst Du bestimmt anders als unschwanger. Du bist nicht so belastbar wie ohne Kugel und das merkt Dein Sohn.

Er versucht wohl seine Ängste die er hat - er kann mit der Veränderung, bald Bruder zu sein - wohl noch Recht wenig anfangen. Evtl. denkt er sogar, das neue Baby kommt und er muss gehen.

Zum Glück kenne ich solche Sachen nicht persönlich. Unser Sohn war genauso alt wie Deiner, als seine Schwester kam. Er hat sich nicht großartig verändert. Sicherlich tickert jedes Kind in unseren Augen auch mal unbegründet aus. Aber das es eskalierte, nein.

Keine Ahnung was Du da machen kannst, aber ich würde es schon strikt unterbinden, dass er mich schlägt bzw. überhaupt in Versuchung kommt. Genauso ist das mit dem Beschimpfen. Das geht einfach nicht. Aber bei Euch fruchtet ja gar nichts. Weder bestrafen noch gut zureden. Schwierig, schwierig.

Da hilft erst mal abwarten und Tee trinken und seine Anfälle zu ignorieren. Ein klein wenig bin ich mir auch Sicher, dass es sich wieder ändert wenn das Baby da ist. Du musst halt dann auch mal versuchen, den Neuankömmling "links liegen" zu lassen und Dich wirklich mit ihm beschäftigen. Oder auch mal mit dem Baby schimpfen. Dadurch sieht er, dass es dem "Neuen" auch nicht anders geht, er auch geschimpft wird, wenn er was "falsch" gemacht hat.

Wird bestimmt wieder alles gut!!!!!

LG
Caro mit Max 6,5 Jahre und Lara 22 Monate

Beitrag von snake10.04 07.03.11 - 21:35 Uhr

Einen Rat ... hm, klingt erst mal heftig.
Mir fällt auf, dass Du den Vater gar nicht erwähnst... Wie geht Dein Sohn mit ihm um?
Ich selbst finde klare Grenzen wichtig und sie müssen Teil der liebevollen Eltern- Kind- Beziehung sein. Scheinbar stehst Du ja schon heftig unter Druck, wenn Du schon nicht mehr mit Deinem Sohn unterwegs sein willst bzw. befürchten musst, dass er ausrastet. Das spürt er...
Leider sind Erwachsene schnell dabei, zu viele Worte zu machen mit dem Effekt, dass ein Kind auf Durchzug schaltet - oder Abwehr - siehe "ist mir doch egal" Der zweite Ausspruch ist ganz klar verletzend und das würd ich ihm auch sagen.
Nicht in einen Machtkampf zu geraten, das ist wohl der Kniff für euch beide. Zeig ihm klare Grenzen auf - dazu mußt Du Dir selbst klar werden, was Deine Grenzen sind und wie Du sie vertreten willst.

Alles Gute!