"Jedes Kind kann schlafen lernen" bei wem hats funktioniert?

Archiv des urbia-Forums Schlafen.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schlafen

Bitte, Baby, schlaf jetzt ein: Manches Neugeborene macht die Nacht gern zum Tag. Hier könnt ihr Trost nach schlimmen Nächten finden und euch gegenseitig Tipps geben, wie ihr Baby zu einem guten Schläfer wird.

Beitrag von eni.23 04.03.11 - 20:40 Uhr

Hallo,

ich hab folgendes Problem:

mein Kleiner wird nächste Woche 6 Monate alt. Er schläft 4 Mal am Tag jeweils 45 Minuten. Das Problem ist aber, dass er immer in den Schlaf geschaukelt bzw. getragen werden muss dass sehr anstrengend ist. Er verlangt Tee und Flasche, schmeißt seinen Schnuller raus und das macht mich langsam ganz wahnsinnig. Der KA meinte heute ich sollte die oben genannte Methode probieren. Ich bin skeptisch, gibt es andere Methoden oder ist diese wirklich sinnvoll?


Danke für eure Antworten. Wenn es funktioniert dann versuche ich es konsequent aber das Herz tut mir weh ihn weinen zu lassen.

lg

Beitrag von siomi 04.03.11 - 20:43 Uhr


Oh je, bei dem bloßen Gedanken daran, fliegen hier gleich die Steine! #augen

Beitrag von littlesnail 04.03.11 - 20:45 Uhr

BITTE!!!! NICHT weinen lassen!!!!!!

Beitrag von gutgehts 04.03.11 - 20:46 Uhr

Hallo,

also ich bin jetzt nicht sicher, aber das ist doch das Buch mit dem Schreien lassen oder? Also davon halte ich persönlich nichts.

Aber bei meiner Tochter war das eine lange Zeit genauso. Tagsüber ist sie nur auf meinem Arm eingeschlafen, ich bin rumgerannt, habe sie geschaukelt und und und...

Seit ca. 3 Wochen ist das vorbei! Seitdem macht sie ihre Schläfchen auf dem Sofa. Brauche sie nur hinlegen und kurz danach schläft sie ein. Oder schläft dann da beim Flasche trinken ein!

Was soll ich dir raten? Durchhalten???

LG
Lydia

Beitrag von eni.23 04.03.11 - 20:51 Uhr

Ihr habt ja recht, ich lass mein kind nicht weinen. Ich lass ihn nie weinen, renne schon zu seinem Bättchen wenn ich höre dass er wach wird, damit er mich sieht. Er weint ganz selten und das ich auch gut so.

Danke, gibt es andere Methoden?

Beitrag von gutgehts 04.03.11 - 20:55 Uhr

Legt dich mit ihm zusammen hin... Irgendwann gewöhnt er sich daran. Aber erst, wenn er wirklich sichtbar müde ist!!
Du bist neben ihm, kannst ihn streicheln, beruhigen, er wird einschlafen...

Beitrag von schwilis1 04.03.11 - 20:51 Uhr

Hör auf dein Herz und lass sie nicht alleine in ihrem BEttchen in ihrem Zimmer weinen.
dass du sie nicht mehr rumtragen möchtest versteh ich sehr gut.
aber deswegen muss man nicht zu der Methode greifen. gewöhn sie langsam daran bei dir im arm einzuschlafen, während ihr auf dem Bett sitzt. oder leg dich mit ihr hin. oder leg sie hin und kuschel dich ganz nah an sie ran.
Mit sicherheit wird sie protestieren, was sie auch darf, wenn sie 6 monate was anderes kennen und lieben gelernt hat, aber sie wird sich evtl daran gewöhnen und auch zufrieden einschlafen. denn DU bist ja dennoch da.

Beitrag von schwilis1 04.03.11 - 20:52 Uhr

ups...ersetze alle sie mit er bitte :)

Im übrigen berichte doch mal bitte deinem arzt, dass der Begründer der Mehotde, inzwischen seine eigene Mehotde ablehnt und es zutiefst bedauert diese worte jemals geschrieben zu haben...
DAS erwähnt die gute Kast zahn aber nicht in ihrem Buch wenn sie Stellung zu Ferber nimmt.
Schade... geht doch ein wichtiger aspekt gänzlich verloren

Beitrag von muehlie 04.03.11 - 21:05 Uhr

Die Methode des Buches hat wohl vielen Eltern bereits geholfen. Bei manchen kamen die Probleme später massiv wieder, andere kamen erst gar nicht so weit, sondern gaben schon vorher auf, weil das "behandelte" Kind plötzlich tagsüber extrem klammerte und Verlustängste zeigte.
Im Gegensatz dazu haben sich bei den Eltern, die dieses oder andere ähnlich fragwürdige Trainingsprogramme NICHT durchgeführt haben, die vermeintlichen Schlafprobleme früher oder später von selbst gelegt. ;-)

Du hast also keine Garantie, dass dieses Programm funktioniert, dafür aber ein nicht gerade geringes Risiko, dass du deinem Kind damit psychisch schadest.

Beitrag von bibi.d 04.03.11 - 21:12 Uhr

Oh hatte auch so einen kleinen Teroisten mir hat der Arzt geraten Ihn nicht mehr aus dem Bettchen zu holen habe ihn aber nicht schreien lassen habe mich daneben gesetzt und ihm immer übers Köpfchen gestreichelt anfangs was länger und danach ist er immer schneller eingeschlafen ohne Teror herlich!


Glg Bibi

Beitrag von romance 04.03.11 - 21:08 Uhr

Huhu,

höre auf dein Herz. Wie kann eine Mutter sein Kind schreien lassen. Nur weil es Nähe sucht und es nicht versteht, das Mama nicht da ist obwohl das Kind sie braucht.

Und 6 Monate ist normal das ist eine Phase, da geht vorüber.

Wenn du guten Rat haben willst.

Schlafen statt Schreien, das liebe Einschlafbuch. Da kannst du punktgenau ein Programm für dein Kind erstellen. So ausgerichtet, was DEIN Kind braucht.

Und ich habe bis Weihnachten damit verbracht, meine Tochter abends bei uns zu haben. Auf dem Arm...auf eine Art ist mann es Leid, dann findet mann es so schön.

Mein Mann hat Spruch: Das kommt nie wieder. Geniese es solange du es kannst.

LG Netti

Beitrag von mopsi2008 04.03.11 - 21:27 Uhr

Das wollte ich mir auch erst holen, habs aber gelassen weil ich mein Baby nicht schreien lassen will. Habe mich dann für "Schlafen statt schreien" und "Das glücklichste Baby der Welt" entschieden. Seit Montag schläft meine Prinzessin jeden Abend ganz brav ohne Theater ein.

LG Steffi & Mia-Sophie (30Tage)

Beitrag von blueangel2000 05.03.11 - 21:56 Uhr

Dein Kind ist doch erst 30 Tage wie du schreibst...oh man...

Beitrag von perserkater 04.03.11 - 22:04 Uhr

Hallo

"....aber das Herz tut mir weh ihn weinen zu lassen."
Damit hast du dir deine Frage schon selbst beantwortet. Man sollte nie gegen sein Urinstinkt ankämpfen, schon gar nicht bei seinem Kind.

http://www.ferbern.de/

LG

Beitrag von hoffnung2011 04.03.11 - 22:53 Uhr

lalalala..hast du versucht bei diesem schönen Wetter das Kind nach draußen rauszuschmeißen ?

Hast du versucht das Kind noch zu pucken ?

Wie reagiert er darauf, wenn du dich neben das kind hinlegst ?

Wie schläft das Kind in der Nacht ?

Wenn es dir um Erfahrungen geht, blättere doch ein paar Seiten in diesem Forum zurück. Es ist ein des öfteren schon gefragt worden.

Diese Methode ist sinvoll nur dann, wenn du vollkommen am Ende deiner Kräfte bist, du alles andere mögliche derWelt probiert hast..bist du soweit ?

Beitrag von bimmelbahn 05.03.11 - 09:20 Uhr

Hallo,

ich weiß wie du dich fühlst. Ich habe das Buch gelesen und nicht nur die Teile die mich Interessieren sondern komplett.

Ich habe auch nach dem Buch gehandelt. Uns hat es sehr geholfen.

ABER unsere Maus musste dabei nicht weinen. Ich mache das immer so wenn ich Tipps höre oder Bücher lese. Wandel ich es so um das es für uns passt.

Ich denke das diese 6 Monatsgrenze ein ca. wert ist. Nicht jedes Baby ist mit 6 Monaten so weit und kann alleine Schlafen. Ich würde immer schauen wie deine Maus reagiert. Wie gesagt unsere Maus musste sich nie die Seele aus dem Leib schreien. Ich habe sie auch hochgenemmen wenn sie dann mal geweint hat. Habe sie getröstet bin durch die Wohnung gelaufen doch bevor sie auf meinem Arm eingeschlafen ist habe ich sie wieder ins Bett gelegt.

Ich habe in der Zeit gemerkt das es sehr wichtig ist wann du sie ins Bett legst. Wenn es zu früh ist wird es nichts. Und wenn sie übermüdet ist wird es auch nichts.

Uns hat auch ein Abendritual sehr geholfen. Das steht am Anfang des Buches und ist toll. Dieses Abendritual kann sehr unterschiedlich sein. Bei manchen reicht eine Abendgeschichte bei anderen das Abendliche schmusen.

Ich wünsche dir viel Erfolg. Das wichtigste bei dem Buch hör auf dein Herz und wandel es so um wie es für euch am besten ist.

Nur weil jemand schreibt wirf dein Baby aus dem Fenster würdest du es ja auch nicht tun.

Liebe Grüße

Beitrag von havanna0804 05.03.11 - 15:42 Uhr

Schön, dass es hier noch jemand gelesen hat. Ich kannte das Buch nicht und eine Kollegin hat es mir mit dem Hinweis gegeben, dass es sehr umstritten ist, aber hilfreich. Dass es SO umstritten ist, habe ich erst hier mitbekommen, und da hatte ich schon einen Teil gelesen.

Es geht ja nicht nur ums Schreien lassen. Das Buch hat auch andere nützliche Hinweise gegeben, jeder muss das für sich rausfiltern, was er meint anwenden zu können und zu wollen. Uns hat der Tip mit dem späten Fläschen sehr geholfen. Ob es daran lag, dass unsere Mäuse seitdem besser einschlafen (mittlerweile gibt es das Fläschen nicht mehr, wurde an die letzte Mahlzeit abends angepasst) weiss ich nicht wirklich, aber einen Versuch war es wert. Wach ins Bett legen lässt sich bei Zwillis auch nicht vermeiden, sonst zieht eins auf Dauer den Kürzeren und das will man ja um jeden Preis vermeiden. Jedenfalls schlafen beide (meisstens) durch, seitdem sie 12 Wochen alt sind. Und ich rede nicht von 6 Stunden. Ob wir einfach nur pflegeleichte Babies haben oder die Tipps aus dem Buch geholfen haben, werden sie mir wohl nicht erzählen:-p.

Ich hab es jedenfalls nicht bereut zu lesen und würde es auch weiterempfehlen bei
#schrei(#schrei?)+#gaehn.

Duck und weg;-)
LG Sandra

Beitrag von ayshe 05.03.11 - 10:30 Uhr

Information über Prof. Ferber:
Der im Ratgeber "Jedes Kind kann schlafen lernen" aufgeführte Behandlungsplan beruht auf einer Methode, die Prof. Ferber, Leiter eines Kinderschlafzentrums in Boston, USA, Mitte der 80ziger Jahre entwickelt hat.
Dabei betonte er:
1. Zum Zeitpunkt der Anwendung des Plans muss das Kind mindestens 1 Jahr alt sein
und
2. dieser Plan ist für Eltern entwickelt worden, die am Rand der Erschöpfung stehen, als Notbremse sozusagen, um die Kinder vor elterlicher Gewaltanwendung zu schützen.

Inzwischen ist Prof. Ferber ein Befürworter des Familienbettes. Im New York Magazine gab Prof. Ferber 1998 ein Interview. Hier ein Auszug daraus:
Ferber sagte: "Ich wünschte, ich hätte nie diese Sätze geschrieben." Ferber führte fort, dass das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kindern im Familienbett eine gute Alternative sei zur herkömmlichen Schlafgewohnheit in getrennten Betten und Zimmern. Eltern müssten nur klar ihren Weg gehen. Ferber sagte auch, er wäre sehr traurig darüber, dass Eltern seine Methode als Rechtfertigung benutzten, um ihre Kinder schreien und schreien zu lassen. Er sagte, Leute wären zu ihm gekommen und hätten erklärt, sie wendeten seine Methode bereits über Wochen an und es wäre nicht besser geworden. Andere erzählten, sie würden ihr Kind eine Stunde und länger schreien lassen. Ferber sagte, dass er der Meinung sei, dies wäre brutal und sein Behandlungsplan passe NICHT für jede Familie. Es gehöre sehr viel mehr zur Vorgehensweise, als nur 5-10-5 Minuten "kontrolliertem" Schreienlassens.

http://www.ferbern.de/

Studien
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/265959.html

http://www.stillen-schlafen-tragen.de/schlafen/schlafen.html#054c4c9b7512e7c1f

Erfahrungen
http://www.continuum-concept.net/familienbett/ferber_moni.html

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.php3?step=1&range=20&action=showMessage&message_id=21045&forum=155

http://www.rund-ums-baby.de/nachdergeburt/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=35557&forum=110

http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=3370&forum=129

http://www.ferbern.de/index.php?page=experience_ferbern&m=8


Seabrook
http://www.continuum-concept.de/ferberkompl.htm

http://www.rabeneltern.org/schlafen/wissen/schlafen-rab-jedeskind.shtml

http://www.rabeneltern.org/schlafen/wissen/schlafen-freddy-jedeskind.shtml

http://www.das-kind-muss-ins-bett.de/hints_kastmor.html

http://www.trostreich.de/Service/Rezension/Rezension2/rezension2.html

http://www.attachment-parenting.de/baby/zusammen_schlafen.htm

Kinderschutz gegen ferbern bzw. Jkksl
Da wir's ja letztens von der Neuauflage des "Schlaflern-Buchs" hatten, hab ich mal beim Kinderschutzbund nachgefragt, was die davon eigentlich halten.

Heute kam folgende Antwort:

Sehr geehrte Frau XY,

einen schönen Dank für Ihre Email.


Wir kennen das Buch, "Jedes Kind kann schlafen lernen". Es gibt eine ganze Reihe in der Serie: "Jedes Kind kann ... lernen". Diesen Büchern steht eher ein verhaltenstheoretisch orientiertes Erziehungsmodell des Konditionierens zu Grunde.

Wir im Kinderschutzbund empfehlen diese Bücher nicht. Weder die Haltung noch das Menschenbild, noch die Tipps, die in diesen Büchern zu finden sind, entsprechen der Haltung, die wir im Kinderschutzbund und in unseren Elternkursen, "Starke Eltern - Starke Kinder®" haben.

Für uns ist eine Anleitung zur Erziehung, die die Bindung und Beziehung zwischen Kindern und Eltern stärkt, die die Kompetenzen der Eltern und Kinder heraus zu finden hilft und die auf Klärung der eigenen Werte- und Erziehungszielvorstellungen setzt, wichtig. Bei uns kommt es auf die Achtung von Bedürfnissen und Gefühlen von Kindern an, aber später auch, wenn Kinder größer sind, sollen Eltern sich auch nicht bloß ohne Ende für die Kinder aufopfern müssen.

Weiterhin sind bei uns wichtig: der sensible aber auch humorvolle Umgang und klare Kommunikation miteinander, gegenseitiger Respekt, Zuneigung, Anerkennung, Vertrauen und Annahme. Wir unterstützen Eltern bei der Suche nach den Wegen Konflikte und Probleme zu lösen, die die unterschiedlichen Bedürfnisse und Werte möglichst berücksichtigt.

Auch die Kinderrechte spielen bei uns in den Elternkursen eine wichtige Rolle.

Ein genaueres Bild über unsere Haltung und Inhalte in den Elternkursen gibt Ihnen, wenn Sie möchten, der von Paula Honkanen-Schoberth geschriebene Elternratgeber:

"Starke Kinder brauchen starke Eltern", erschienen in der Urania Verlag, für 12.90 €. Sie ist auch die Mitautorin der Elternkurskonzeption, Familientherapeutin und langjährige Mitarbeiterin im Kinderschutzbund.

Elternkurse werden inzwischen in vielen Orten, bei unterschiedlichen Trägern angeboten, die Kinderschutzbund-Ortsvereine vor Ort sind in der Regel informiert, wo die Kurse laufen.

Und nun möchten wir Ihnen und Ihrem Baby alles Liebe und Gute wünschen, achten Sie auf die positiven Seiten ihres Kindes, und auf die in Ihnen selbst, dies würde Ihnen auch das Motto des ersten Kursabends empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen
Beata Hoffmann
Fachreferentin
Nachzulesen unter:
http://familiennetz.eltern.de/foren/showthread.html?t=144385


Expertenantworten

Biggi Welter und die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen...
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard.php3?step=1&range=20&action=showMessage&message_id=56060&forum=129
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag.htm?id=101956

Gudrun von der Ohe Rezension
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag.htm?id=102109


Gehirnentwicklung
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Kindheitsforschung/s_763.html
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Kindheitsforschung/s_2338.html

"Schaden durch Schreienlassen"
ein Text, übersetzt aus "The No-Cry Sleep Solution". da ist auch der Text von Jean Liedloff dabei, die beschreibt, wie sich ein so allein gelassenes wesen fühlt.

SCHREIENLASSEN
Es hört sich so einfach an: Einige Nächte schreien lassen, und dein Baby wird die ganze Nacht schlafen – jede Nacht. Wenn es nur so einfach wäre! Meine Recherchen haben ergeben, dass nur sehr wenige Eltern einen so einfachen Erfolg erleben. Viele müssen wochenlang jede Nacht mit stundenlangem Weinen (dies gilt oftmals für Baby und Eltern), fertig werden. Manche Babys schreien so sehr, dass sie sich übergeben müssen. Einige Eltern stellen fest, dass das nächtlichen Weinen das Verhalten des Kindes am Tag beeinflusst – es wird anhänglich und durcheinander. Viele bemerken, dass jede Art von Rückschlag (Zahnen, Krankheit, Ausfall eines Nickerchens, Urlaub) ihr Kind erneut zum nächtlichen Aufwachen bringt, und sie ihr Kind wieder und wieder schreien lassen müssen. Viele wenn nicht alle Eltern, die auf das Schreienlassen zurückgreifen, glauben aber, dies sei der einzige Weg, ihr Baby zum Durchschlafen zu bewegen.

Was Experten über die beiderseitige Qual des Schreienlassens sagen
(...) Dr. Paul M. Fleiss und Frederick Hodges in Sweet Dreams (Lowell House, 2000) sagen folgendes über solche Trainingsprogramme für Babys:
Babys und kleine Kinder sind eher emotionale als rationale Wesen. ein Kind kann nicht begreifen, warum Sie seine Rufe nach Hilfe ignorieren. Nicht auf die Schreie Ihres Babys zu reagieren, auch mit der besten Absicht, bedeutet, dass sich Ihr Kind im Stich gelassen fühlt. Babys haben biologische Bedürfnisse, die „Schlafexperten“ entweder ignorieren oder verleugnen. Es stimmt, dass ein Baby, dessen Bedürfnisse ignoriert werden, letzten Endes wieder einschlafen wird, aber das Problem, dass das Aufwachen eigentlich hervorgerufen hatte, bleibt ungelöst. Auch wenn die Eltern nachgesehen haben, um sicher zu gehen, dass das Kind nicht krank ist oder an sonstigem körperlichen Unbehagen leidet, wird der eigentliche emotionale Stress beim Baby bestehen bleiben, wenn sie mit ihm nicht auf eine mitfühlende Weise umgehen, es beruhigen oder stillen, bis es wieder einschläft.
Die vernünftigste und anteilnehmendste Herangehensweise ist ein sofortiges Reagieren auf das Weinen Ihres Kindes. Vergessen Sie nicht, Sie sind die Eltern. Und Ihrem Kind Sicherheit zu geben ist eine der erfreulichsten Aufgaben der Elternschaft. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, das Sie alleine die Macht haben, das Leben Ihres Babys aufzuhellen und Angst und Schmerz von ihm fernzuhalten.

Kate Allison Granju schreibt in Attachement Parenting (Pocket Books, 1999):
Babys sind Menschen, extrem hilflose, verwundbare, abhängige Menschen. Ihr Baby verlässt sich auf Ihre liebevolle Fürsorge. Wenn es weint, signalisiert es – auf die einzige Art, die es kennt – dass es Sie braucht. Sie wissen, wie es sich anfühlt, vor Angst oder Verzweiflung zu weinen. Es fühlt sich schrecklich an. Und für ein Baby ist es nicht anders. Wenn Ihr Baby weint – aus welchem Grund auch immer – erfährt es körperliche Veränderungen. Sein Blutdruck erhöht sich, seine Muskeln erhalten eine erhöhte Spannung, Stresshormone überfluten seinen kleinen Körper. (...)

Dr. William Sears (...) warnt in Nighttime Parenting (Plume, 1999), sogar vorm Schreienlassen:
Eltern, lasst mich euch warnen. Schwere Probleme in der Kindererziehung haben keine einfachen Lösungen. Kinder sind zu wertvoll und ihre Bedürfnisse zu wichtig, als dass sie zu Opfern billiger und oberflächlicher Ratschläge werden dürften.

Wie fühlt sich ein Baby, das man schreien lässt?
Niemand weiß wirklich, wie sich das Schreienlassen tatsächlich auf ein Baby auswirkt. Man kann es schließlich nicht zweimal aufziehen und sich den Unterschied ansehen. Und niemand weiß wirklich, wie sich ein Baby letztlich fühlt, wenn man es weinen lässt. Jean Liedloff präsentiert jedoch eine sehr wahrscheinliche Sichtweise in Ihrem Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (Addison-Wesley, 1977). Hier beschreibt sie das Aufwachen eine Babys mitten in der Nacht:

Er wacht auf in dem sinnlosen Schrecken der Stille, der Bewegungslosigkeit. Er schreit. Sein kleiner Körper brennt von Kopf bis Fuß vor Bedürfnis, Verlangen, unaufschiebbarer Ungeduld. Er schnappt nach Luft und schreit, bis sein Kopf nur noch ein einziges Pochen ist. Er schreit, bis seine Brust schmerzt, bis sein Hals wund ist. Er kann den Schmerz nicht mehr ertragen und sein Schluchzen lässt nach und klingt ab. Er lauscht. Er öffnet und schließt seine Fäustchen. Er rollt seinen Kopf hin und her. Nichts hilft. Es ist unerträglich. Er beginnt wieder zu weinen, doch es ist zu viel für seinen überanstrengten Hals; bald hört er auf. Er rudert mit den Ärmchen, und tritt mit seinen Beinchen. Er hört auf, leidend, unfähig zu denken. Er lauscht. Dann schläft er wieder ein.

Lösungsmöglichkeiten
Wer sein Baby dazu bewegen möchte, nachts durchzuschlafen, für den gibt es andere, liebevollere Möglichkeiten als das Schreienlassen. Durch das Erkennen, Analysieren und Bewerten der Schlafmuster des eigenen Babys können diese sanft beeinflusst und in die gewünschten Bahnen gelenkt werden. Wie das geht, steht z.B. in dem Buch The No-Cry Sleep Solution von Elizabeth Pantley, einer Elternberaterin und Mutter von vier Kindern. Hier werden verschiedene Schlaflösungen, aus denen man die für sich passenden herauspicken kann, vorgestellt, und ein tränenfreier maßgeschneiderter Schlafplan wird erstellt.


Dr. Posth
http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=833

Re: Darf man ein 6 Monate altes Baby mal schreien lassen?
Liebe Sabine, Ihre Sorge, daß der kleine Fratz Ihnen auf der Nase herum tanzt, ist ziemlich unbegründet. Ein Lernen im eigentlichen Sinne, d.h. geistige Vorwegnahme eines zu erreichen Ziels, Planung einer adäquaten Handlung aus dem faktischen ("expliziten") Gedächtnis heraus und Schlußfolgerung, Annahme und Ziel auf diese Weise in Übereinstimmung zu bringen, sind von einem kleinen Säugling aus verschiedenen Gründen nicht zu leisten. a) sein faktisches Gedächtnis ist noch unreif, nachweisbar dadurch, daß das diesbzl. Zentrum im Gehirn, der Hippocampus noch nicht optimal arbeitet. b) die für planendes Handeln zuständigen Hirnrindenabschnitte im Frontalhirn des Menschen sind größtenteils noch nicht an das assoziative System angeschlossen. Beweise dafür liefern uns die Positronenemissionstomographie (PET) und die funktionelle Magnetische Resonanztomographie (fMRT). Sorry für soviel Wissenschaftlichkeit, aber wenn ich mir schon die Mühe mache, ständig das ganze wissenschaftliche "Zeug" zu lesen, dann will ich es auch mal in die Welt hinaustragen. Solche Forschungsergebnisse werden übrigens in einigermaßen lesbaren Büchern von internationalen und deutschen Forschern niedergeschrieben.
Zurück zum Thema. Wenn der Säugling also die Zusammenhänge weder verstehen noch lernen kann, was passiert dann? Unglücklicherweise funktioniert sein emotionales Gedächtnis schon, und zwar vom ersten Tag an. Dazu gibt es ein anderes Gedächtniszentrum, die Amygdala oder Mandelkerne. (Das hat man erst in den letzten Jahren entdeckt). Die liegen übrigens ziemlich in der Nähe vom Hippocampus in beiden Schläfenlappen im Gehirn. Und darüber werden nun all die frühen Gefühle (zunächt eben ohne den faktischen Hintergrund) peu a peu abgespeichert. Das hat die Natur deswegen so eingerichtet, daß der Mensch vom ersten Tag an mittels seiner Gefühlshaftigkeit eine primäre Bindung zu seiner Bezugsperson aufbauen kann. Das Gefühl verursacht die Bindung! (Ich weiß nicht, ob J.Bowlby, der die Bindungstheorie aufgestellt hat, auch schon so weit gedacht hat).
Wenn nun der Säugling in dieser "Arbeit" immer wieder heftig erschüttert wird, wird er in seiner Entwicklung Schwierigkeiten bekommen. Mal Schreien, ist sicher kein allzu großes Problem, die Natur hat Sicherungsmaßnahmen und Toleranzspielräume eingebaut, die aber "auszunutzen", damit das ganze Eltern-Kind-Konzept besser in unsere anspruchsvolle, normative Zeit paßt, das halte ich für unstatthaft.
Ich glaube, dieser Schwenk war nötig, um hier einmal mit ein paar alten (pädagogischen) Zöpfen aufzuräumen. Oder? Vielen Dank für Ihre Geduld beim Lesen

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=30095&forum=155
Liebe Conny, in der Tat ist es so, daß je älter der Säugling wird, desto genauer nimmt er die Vorgänge in seiner Umwelt wahr. Und er fängt sich an zu sorgen um seine Sicherheit und sein Wohlergehen. Dazu bedarf es zunächst keiner schlimmen Vorerfahrungen. Diese Sorgen und Ängste sind ihm angeboren und rühren aus den Urzeiten der Menschheit her, den Zeiten, in denen es für einen Säugling tatsächlich lebensgefährlich gewesen ist, nicht bei seiner ihn beschützenden Bezugsperson zu sein. Mit Zunahme der Selbstbewußtheit werden diese Trennungs- und Verlustängste immer intensiver, und die bis dahin entstandene Bindung wird nun auf ihre Stärke geprüft. Hat man seinen kleinen Säugling aber zum Einschlafen in der Zeit davor häufig schreien lassen (oft ja nur auf den gut gemeinten Rat Unkundiger hin), ist die Stärke der Bindung nicht in dem Maße gegeben und die Angst beim Säugling größer.
Die logische Schlußfolgerung, gerade jetzt, wenn aus Entwicklungsgründen ein Phase der Prüfung stattfindet, viel Geduld aufzubringen, länger am Bett sitzen bleiben, bis der Säugling wirklich fest eingeschlafen ist und in der Nacht prompt zur Verfügung zu stehen, wenn der Säugling anfängt zu schreien. Das geht eigentlich nur beim gemeinsamen Schlafen (s. gezielter Suchlauf). Die Sicherheit, die er jetzt zusätzlich erfährt, wird für ihn zu einer guten Gewohnheit und schafft Bindungsstärke für weitere Prüfungen. Viele Grüße

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=26223&forum=155
Sie dürfen Ihre Tochter überhaupt nicht schreien lassen, weder im Stehen noch im Liegen. Denn Schreien bedeutet Streß, und Streß ist erwiesenermaßen ungesund für die Hirnentwicklung und seelische Konstitution. Überdies wird Mutter-Kind-Bindung gestört und das Urvertrauen schwindet. Ihre Tochter braucht ein liebevolles Einschlafritual (gezielter Suchlauf!) zur geeigneten Zeit, wenn sie müde wird. Derjenige von Mutter oder Vater, der das Einschlafritual übernimmt, bleibt solange bei seinem Kind bis es fest eingeschlafen ist. Das Konditionierungsprinzip mit fraktioniertem Schreienlassen ist ungesund für die kindliche Seele und muß aus psychologischen Gründen strikt abgelehnt werden (s. Ferber-Methode im allgemeinen Suchlauf). Viele Grüße

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.php3?step=2&range=20&action=showMessage&message_id=10241&forum=155
Liebe X, das hier ist kein!Schlafforum. Aber ich will Sie nicht enttäuschen.
Die "Ferber-Methode", wie auch immer genannt, ist ein Konditionierungsprogramm, das Methoden anwendet, die auch bei Tieren wirksam sind. Ein unerwünschtes Verhalten wird als falscher Reiz bezeichnet, und zwar von dem, der die Macht dazu hat. Dieser nutzt nun seine Macht dahingehend aus, daß er den "unerwünschten Reiz" mit einer unerwünschten Reaktion seinerseits koppelt. In praxi heißt das, der Erwachsene erhört das Bedürfnis nach Zuwendung des Kindes eine Zeitlang nicht, damit dieses durch in sich anwachsende Unlust sein unerwünschtes Verhalten reduziert, schließlich aufgibt. Da der Mensch ein sehr anpassungsfähiges Wesen ist, funktioniert dieses Prinzip über kurz oder lang praktisch immer. Damit das ethische Problem bei dem Zwang zu Unlust nicht allzu groß wird, wählt man geschickterweise eine zeitlich fraktionierte Methode, das System funktionierte aber auch, wenn man gar nicht hinginge zum schreienden Kind und es durchschreien ließe, womit wir wieder da sind, wo wir bereits vor 30 oder 40 Jahren standen.
Warum soll man etwas anderes, auch noch viel Anstrengenderes tun, wenn das alte Prinzip, Tür zu und schreien lassen, bis das Kind aufgibt, auch funktioniert? Kurze, lange Antwort: Weil der Mensch eine Seele hat und ihn sein Instinkt dafür weitestgehend verlassen hat. Da die Seele aber ein Unterbewußtsein (Zugang höchstwahrscheinlich das Limbische System über die Amygdala/Mandelkerne)besitzt, in das alle schmerzlichen Gefühle hinein verdrängt werden, um den Moment des Leids auszuhalten, ist sie sozusagen "nachtragend", will heißen, das Unterbewußtsein erinnert einen Menschen immer wieder, z.B. bei ähnlichen Spannungssituation im ganzen nachfolgenden Leben. Das Problem dabei ist aber, daß je weiter der Mensch im Leben sich von den Ursprüngen seiner Leidesgeschichte entfernt hat, desto schwieriger wird es für ihn durch Überlagerungen an eben diesen Ursprung noch einmal zurück zukommen, um etwas dann doch noch zu bewältigen. Folge, er leidet unterschwellig sein Leben lang, weiß teilweise nicht einmal mehr warum eigentlich und wird nun alles für ihn Nützliche tun, den Level dieses Leid möglichst tief zu halten. Dabei ist er zu Vielem bereit im Guten wie im Bösen.
Was also tun? Gehen Sie, wenn sie es nicht sowieso bei sich haben, nachts zu Ihrem Kind, wenn es wirklich weint oder gar schreit, nicht bei jedem Knüttern. Bleiben Sie einfach bei ihm streicheln es, trösten es mit Worten und Gesten, geben ihm vielleicht den Beruhigungssauger oder sein Schmusetuch/ Püppchen/Teddy und warten Sie geduldig, bis es wieder schläft. Die Aufwachzeiten werden mit der Zeit 100% immer weniger, vor allen dann, wenn Sie das Kinderbett mit im Schlafzimmer haben und gar nicht erst aufstehen müssen. Voraussetzung ist, daß das Kind gesund ist, nicht gerade Zähne bekommt, etc. Voraussetzung ist allerdings eigentlich auch, daß das Kind bei den sogenannten 3-Monatskoliken oder "Schreiattacken" in den ersten Lebenswochen auch nicht einfach hat schreien müssen, sondern getröstet und beruhigt wurde. Sehen Sie, wir reden hier über ein, zwei Jahre im Leben eines Menschen, wahrscheinlich mit seine wichtigsten (auch wenn doppelt kluge Psychologen dieses Paradigma derzeit wieder in Frage stellen). Aber der ganze "Rest" dieses Lebens wird Sie weiter und weiter beschäftigen. So, dieses statement war wohl wichtig, sozusagen ein Anti-Ferber-statement. Viele Grüße und viel Erfolg


Hallo, wie Sie bestimmt längst wissen, wird in meinem Forum die Methode des Schreien-lassens als ein frühe Form der Kindesvernachlässigung abgelehnt. Daß in der Bevölkerung immer noch die Uraltsitten der rigiden Säuglingsbehandlung grassieren, ist eigentlich beschämend angesichts der Tatsache, daß in Deutschland immer mehr Kindesmißhandlungen bekannt werden. Auf der einen Seite haben wir in Deutschland immer weniger Kinder und auf der anderen Seite werden die wenigen Kinder, die noch existieren, in ihren natürlichen Bedürfnisse vielfach mißachtet.
Ein Säugling, der schreit, hat ein elementar wichtiges und nur durch den sicheren Kontakt zur Bezugsperson zu stillendes Bedürfnis. Das kann sein Hunger, Schmerz, Angst, Gefühle von Einsamkeit und Unheimlichkeit. Schließlich kommt der kleine Mensch in eine Welt, von der er noch nichts, absolut nichts weiß. Er braucht also dringend eine ganz zuverlässige und liebevolle Bezugsperson, die ihn in diese Welt sicher begleitet. Zu ihr baut er eine lebenslange vertrauensvolle Bindung auf, die primäre Bindung. Ablehnung, Schreien-lassen, Nichtbeachten gefährdet diese Bindung nachhaltig, beeinträchtigen die Gehirnentwicklung und schaffen einen gefährlichen Boden für spätere psychische Störungen.
In meinen 3 Langtexten und in diversen Stichworten, zu finden über den gezielten Suchlauf, z.B. Säuglingsschreien finden Sie die Grundhaltungen, die hier im Forum vertreten werden und nach Möglichkeit Anwendung finden sollen. Wenn Ihnen irgendetwas beim Lesen unklar bleibt, bitte wieder schreiben. Viele Grüße

Auszüge von Dr. Posth
aus "Das emotionale Bewusstsein"
eine Hilfestellung für Eltern von Dr. Rüdiger Posth

aus
Teil 3: Loslösung, Trotz und Selbsbewußtsein

***
[…] Es kann also kein Wille sein, was der kleine Säugling in den ersten Lebensmonaten äußert. Nennen wir es zur sicheren Unterscheidung einfach nur Bedürfnisäußerung. Diese Bedürfnisäußerung ist hauptsächlich vegetativ und über bedingte Reflexe gesteuert und vom Willen eben nicht beeinflussbar, d.h. auch nicht im Sinne einer Kontrolle oder Abschwächung. Wenn der kleine Säugling also schreit, schreit er nicht, weil er etwas will, sondern weil sich in ihm ein Bedürfnis regt, das dringend befriedigt werden muss und nicht vom eigenen Willen kontrolliert werden kann! Allein die Befriedigung kann Abhilfe schaffen. […]

[…] b) die Konditionierung und das Gewöhnen
Das also müssen wir Erwachsenen bedenken, wenn wir auf das lautstarke Begehren eines Säuglings eingehen oder aus "erzieherischen" Gründen gerade nicht eingehen wollen. Es hat dem Gesagten zufolge aber keinen Sinn, bei einem kleinen Säugling Bedürfnisaufschub erreichen zu wollen, in dem man ihn nur (immer) länger schreien lässt, bis man ihm Befriedigung gewährt. Dieses auf Konditionierung fußende Erziehungskonzept ist wahrscheinlich einer der größten Fehler, den Menschen an ihren jüngsten Nachkommen ausüben. Selbst wenn durch Konditionierung ein Erfolg hinsichtlich des Verhaltens beim Säugling sichtbar wird, ist er immer auf Kosten seiner emotionalen Entwicklung zustande gekommen, denn die Frustration und der negative Stress, die gemeinsam den Konditionierungseffekt hervorgerufen haben, haben sich, wie wir oben gesehen haben, regelmäßig ungünstig auf seine weitere Hirnentwicklung ausgewirkt. Wenn wir hier von Konditionierung sprechen, tun wir das in dem Wissen, dass Konditionierung alles andere als ein Lernprozess im höheren, geistigen Sinne ist. Denn Lernen heißt verstehen, nachvollziehen und der Vernunft hinzufügen, sofern der Lerninhalt positiv zu werten ist. Kein Säugling besitzt solche Fähigkeiten. Es fehlt ihm auch vollkommen die Möglichkeit zur moralischen Wertung des Geschehensinhalts, also ob und dass es nun gut ist oder (doch) schlecht, sich dem Druck zu unterwerfen und sich nach den Wünschen der Anderen zu richten. […]

[…] Was wir in diesem Zusammenhang aus der emotionalen Integrationstheorie ableiten müssen, ist die Tatsache, dass solche Konditionierungsprozesse, und jetzt auch jeder schlechte Gewöhnungsprozess (z.B. Vernachlässigung), gegen den sich ein Säugling allerdings intuitiv wehren würde (die Erwachsenen, die Eltern tragen hierfür die Verantwortung!), einen Verlust an positiven Gefühlen anrichten und die Vermehrung von negativen Gefühlen hervorrufen. Die Auswirkungen dessen erlebt man aber nur bei extremer Negativaussetzung sofort, die üblichen Formen der Säuglingsvernachlässigung oder -missachtung treten erst später in Erscheinung , wenn sich nämlich das Selbst im Kleinkind entfaltet. Darauf kommen wir später an geeigneter Stelle zurück.
Ein allen Eltern bekanntes Argument, das häufig gegen zu frühes Reagieren auf die Bedürfnisäußerung des Säuglings vorgebracht wird, ist das des Verwöhnens. Aber wie bei der Konditionierung ist auch diese Behauptung einer Verwöhnung schnell mit den selben, oben genannten Gegenargumenten zu entkräften. Die im Verwöhnen postulierte Ausnutzung elterlicher Güte zur Befriedigung eigener Bedürfnisse, d.h. die persönliche Vorteilsnahme durch den Säugling entgegen den legitimen Rechten und Bedürfnissen der Eltern, verliert seine Grundlagen in identischer Weise in der noch unreifen geistigen Welt der kleinen Säuglings. […]


aus
Teil 1: Die Erlebniswelt des Säuglings

[…] Die eben erwähnte Reduktion der Synapsen auf die entscheidenden Verknüpfungen in der Entwicklung der menschlichen Psyche und des Geistes wird zweifelsohne durch die soziale Interaktion (das gesellschaftliche "Miteinander") von Säugling und Bezugspersonen beeinflußt. Das müssen wir uns wahrscheinlich so vorstellen, dass alle regelmäßig und zuverlässig einsetzenden Maßnahmen der Sorge und Pflege des Säuglings die Vielzahl der potenziellen Verbindungen im Gehirn auf ein zuträgliches und -sagen wir- gesundes Maß zurückstuft. Auf diesem reduzierten und geordneten Boden bauen sich dann alle wesentlichen geistig-seelischen Entwicklungsmerkmale als Charakter des Menschen auf. Im Umkehrschluß heißt das aber, dass im Falle der massiven Störung dieser "Synapsenreduktion" durch Inkonsistenz (Unzuverlässigkeit) der Bezugspersonen dem Säugling gegenüber oder durch jede Form von Vernachlässigung (evtl. auch extrem langes Schreien lassen) die überzähligen Verknüpfungen bestehen bleiben und als ständiger "Störfaktor durch ablenkende Querverbindungen" die Kindheit bis in das Erwachsenenalter hinein begleiten können. […]

[…] Eigentlich wissen wir jetzt alles, was wir wissen müssen, um das Schreien der Säuglinge zu verstehen. Das Schreien dient als Signal an die Bezugspersonen, sprich die Eltern, den in innere Not geratenen Säugling in seiner Hilflosigkeit zu verstehen und alles Erdenkliche zu tun, ihn aus dieser Lage zu befreien. Untersagt man dem Säugling diese Hilfe, gerät er in Verzweiflung und erlebt Gefühle der Panik. Der Grund, warum sich aber der Säugling häufig ganz aus einem inneren Gefühl heraus in Not befindet und nicht durch Unterlassungen der Eltern, liegt mit der Evolutiongeschichte des Menschen nun auf der Hand. Es ist das Erschrecken vor der Fremde und der möglichen Einsamkeit, in die er sich hinein begeben mußte, ein Erschrecken, das sich meines Erachtens am leichtesten als Unheimlichkeit nachempfinden läßt. Unheimlichkeit überkommt uns Erwachsene übrigens oftmals auch noch völlig unerwartet und scheinbar unerklärlich (z.B. beim Heimweh in der Fremde), und wenn es so ist, dann setzt sich in der Regel ein anderer Mensch für den Betroffenen ein und redet ihm bezogen auf diese Situation jeden Grund für das genannte Gefühl aus. Mit dieser Erklärung kommen wir nahe dran an das, was den Säugling unerwartet schreien läßt. Er "erhofft" sich in seinem Schrei aus Not das Hinzukommen eines Anderen, der Mutter als pimärer Bezugsperson[…]
[…] Ist also die Angst die Erklärung des Schreiens im frühen Säuglingsalter, dürfte die Empfehlung zum elterlichen Verhalten eindeutig sein. Wie könnte man es denn verantworten, sein aus Angst und Unsicherheit weinendes (was wäre, wenn wir nur noch von lautem Weinen redeten?), schreiendes Kind sich selbst zu überlassen? Wie könnte ein in Panik geratener Säugling durch Selbstregulation wieder zur Ruhe kommen, wo er doch weder emotionale noch kognitive Strategien besitzt, sich in dieser gefühlsmäßigen Talfahrt zu stoppen? Entsprechend lehrt die Erfahrung, dass je länger ein Säugling bereits geschrien hat, desto schwerer es ist, ihn wieder zu beruhigen. Gehen wir nun davon aus, dass die Gefühle, die beim Schreien erlebt werden und die aus Angst und Panik bestehen, im Gehirn schon zu so früher Zeit abgespeichert werden, (auf die Vorstellung vom Unterbewußtsein werde ich noch zu sprechen kommen), dann können wir uns leicht vorstellen, was der Säugling hinsichtlich seines Vertrauens in die ihn aufziehenden Personen für Gefühle entwickelt, und wie er bei jedem nächsten Überkommen von Unheimlichkeit und Angst reagieren wird. Auf welche Weise das Angstschreien sich auch ungesund auf die organische Struktur des Gehirns auswirken kann, haben wir weiter oben im Zusammenhang mit der "Synapsenreduktion" besprochen. […]
[…] Glaubt man, man könne einen kleinen Säugling dahingehend trainieren, einen höheren Grad an Frustration auszuhalten und zu ertragen, d.h. man beabsichtigt, seinen Toleranzspielraum auszuweiten und fügt ihm dazu Unlustgefühle zu, z.B. indem man ihn erst einmal eine gewisse Zeit schreien läßt, bis man sein Signal erhört, dann riskiert man, dass die in dieser Art sich unkalkulierbar auftürmenden Streßempfindungen verfestigen und als erster Erfahrungsschatz von Gefühlen in der tiefsten Seele abspeichern. Den theoretischen Ort eines solchen Speichers nennt man seit S.Freund das Unterbewußtsein. Es heißt deswegen so, weil es permanent "unterhalb" des tatsächlichen, wachen Bewußtseins arbeitet und durch normale Denkvorgänge nicht erreicht werden kann. Je stärker das Unterbewußtsein eines Menschen mit mißliebigen Gefühlen belastet ist, desto bedrohter von diesen Gefühlen ist sein weiteres Leben. […]

[…] Es ist, und damit will ich das Kapitel Schreien beenden, also ein sehr hohes Risiko, wenn man seinen kleinen, auf einen selbst extrem angewiesenen Säugling schreien und leiden läßt. Ein Risiko ist es deswegen, weil die im Säugling kulminierenden Angstgefühle durch "Verdrängung" ins Unterbewußtsein eine Hypothek für sein späteres Leben werden könnten. Ein Risiko ist es auch, weil die Ordnungsstrukturen im Säuglingsgehirn durch "Synapsengestaltung" behindert und sogar dauerhaft geschädigt werden könnten. Tröstet man den Säugling aber zügig und nach schneller Klärung der Ursache für sein Schreien, dann vermehrt man seine Gefühle von Vertrauen und Zuversicht, die sich im Säugling selbst als Gefühl von Freude und Glück ausnehmen. Dies ist der Weg zu Icherfahrung und Selbsterleben, Empfindungen, die der Säugling braucht, um aus der primären (Mutter-)bindung zur eigenen Person und Persönlichkeit zu finden. Dieses Glück kann man in den Augen seines Säuglings unmittelbar ablesen und miterleben! […]

[…] Zwar kann man einen Säugling wie einen Hofhund auf gewisse Verhaltensweisen konditionieren, aber das Ergebnis eines solchen Vorgangs ist kein Lernprozeß im eigentlichen Sinn. Denn Lernen ist einsichtiges Verstehen von lebenswirklichen Grundstrukturen und deren zweckmäßiges Anwenden. Lernen wird somit zu einem unumstößlichen Bewußtseinsanteil des menschlichen Gehirns, welcher erst durch einen Umdenkprozeß revidiert werden kann. Konditionierung ist dagegen ein reiner Automatismus, unverstanden vom konditionierten Individuum […]
***

Beitrag von eni.23 05.03.11 - 12:20 Uhr

Hallo,

ich melde mich kurz zurück!

Ich habe auch viel darüber gelesen und deshalb auch den KA gefragt.
Es hat mich daher wieder auf die blöde Idee gebracht, weil er es eben vorgeschlagen hat.


Mein Kleiner konnte bis 3,5 Monate selbstständig einschlafen. Aber als wir zu Weihnachten ein Paar Tage bei den Schwiegereltern waren, meinte sie, dass ich ihn schaukeln usw. soll. Und da ist das Problem eingetreten.

Vorher hab ich ihn ins Bettchen gelegt, ihm vorm schlafen eine Flasche gegeben und ihn ein Schmusetuch gegeben und seine Spieluhr angestellt. Ich bin daneben gesessen und habe ihn getreichelt, mal mehr mal weniger bis er eingeschlafen ist. Das ganze tagsüber und nachts.

Er ist immer in seinem Bettchen eingeschlafen bis wir aus dem Urlaub kamen. Da wir kein Reisebett mithatten hat er bei uns geschlafen und daran hat er sich gewöhnt. Mein Mann schläft mitlerweile im Wohnzimmer und ich und der Kleine im Schlafzimmer im Bett.

Folgende Methode wenden wir an:

7:00 früh steht er auf. Wir spielen eine Stunde und dann ist er wieder müde. Ich leg ihn (lacht bitte nicht) in den Korb vom Kinderwagen und trage ihn 5 Minuten durch die Wohnung und singe ihm was vor bis er einschläft. Dann wacht er nach 45 Minuten auf und dann ist er 2 Studen wach. Danach wenden wir die gleiche Methode an. Er braucht natürlich immer vorher seine Flasche. Zu Mittag bekommt er seit kurzem seinen Brei und danach gehen wir im Kinderwagen einkaufen. Wenn er da nicht schläft, dann beim zurückfahren im Auto.Um ca 15:30 gehen wir dann wieder spazieren. Er scäft dann meistens. Um 18:45 bekommt er ein Bad un wird bespielt und massiert. Um 19:30 schläft er mistens ein, wieder in diesem Korb. Bekommt aber vorher seine Flasche. Wenn ich schlafen gehe nehm ich ihn in mein Bett. Er schläft durch bis auf eine Flasche um 4 Uhr.

Beitrag von muehlie 05.03.11 - 12:37 Uhr

"Mein Kleiner konnte bis 3,5 Monate selbstständig einschlafen. Aber als wir zu Weihnachten ein Paar Tage bei den Schwiegereltern waren, meinte sie, dass ich ihn schaukeln usw. soll. Und da ist das Problem eingetreten."

Mein Sohn konnte das am Anfang auch. Dann wanderten die ersten Zähnchen in den Kiefer, wir hatten drei anstrengende Abende, an denen nichts mehr ging, danach funktionierte lange Zeit nur noch Einschlafstillen. Es gibt immer irgendwelche Dinge, die man beeinflussen kann oder auch nicht und die sich auf das Einschlafverhalten deine Babys auswirken. Manchmal sind es sogar nur Entwicklungsschübe. Da hilft es meiner Meinung nach nicht, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob jemand und wer daran Schuld haben könnte. Es wäre vielleicht so oder so passiert. Je schneller du das begreifst und dir eine gelassene Haltung aneignest, desto besser kannst du auch mit solchen Veränderungen umgehen. :-)

Beitrag von koerci 05.03.11 - 13:13 Uhr

<<Wenn es funktioniert dann versuche ich es konsequent aber das Herz tut mir weh ihn weinen zu lassen.>>

DANN LASS ES !!!

#aha

Beitrag von kikiy 05.03.11 - 13:49 Uhr

Für das Urvertrauen des Kindes ist es unerlässlich, dass es sich darauf verlassen kann,dass die Mama da ist wenn sie gebraucht wird.

Menschliche Nähe und Wärme ist existentiell für Babys in dem Alter.Sie können nicht ihre Bedürfnisse eine Weile zurück stellen so wie wir das können.Es ist unsere Aufgabe als Erwachsene, für das Kind da zu sein wenn es nicht schlafen kann.

Begleite dein Kind in diesen Phasen, dann wird es ein entspanntes Verhältnis zum (ein-)schlafen bekommen und lernen wie man Vertrauen fasst.

Konsequenz,wie du es bezeichnest,führt allenfalls zu Resignation (wahrscheinlich nachdem Stunden lang durchgebrüllt wurde bis zum Erbrechen) und hat den Lerneffekt,dass das Kind begreift dass es sich auf die Mama nicht verlassen kann.

Stell dir doch bitte eine Frage:Warum solltest du dein Kind allein lassen,wenn es dich doch dringend braucht? Wozu soll das gut sein,was soll damit erreicht werden?
Wenn du dir das ehrlich beantwortest,ist die logische Folge dass du dein Kind zu dir holst und es begleitest.

LG

Beitrag von mama-sein-ist-toll 05.03.11 - 15:00 Uhr

Bitte nicht weinen lassen. Das kann ich gar nicht haben :-(

Wir hatten die gleichen Probleme. Beim Mittagsschlaf lege ich mich jetzt immer daneben und gehe nacheiner halben Stunde wieder raus. Das tut mir gut, er schläft gut ein und hat danach keine Probleme weiter zu schlafen. Sollte er doch aufwachen, höre ich das über Babyphon und bin sofort wieder da.

Genauso mache ich das abends. Dann ist er im eigenen Bett und ich halte noch ein bißchen Händchen und streichel den Kopf. Schläft innerhalb von 10 min ein.

Dann gehe ich wieder.

Sicher ist das auch nicht richtig, man soll sich nicht wegschlechen, aber wer bestimmt das schon? Es fühlt sich richtig an. Und für gerade mal 4 Monate ist das echt toll, feste Schlafenszeiten mittags und abends.