Ist es rechtens tw. die Mittagspause durchzuarbeiten?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von tahiti 05.03.11 - 12:55 Uhr

Hallo,

ich bin seit Juni in meinem Beruf Physiotherapeut tätig. Wir sind nur 4 Leute insgesamt, aber maximal 2 Leute in der Praxis. Nun ist es so, dass wir niemanden für den Empfang haben. Das erste halbe Jahr war ich einfach nur froh, endlich einen Job bekommen zu haben. Aber jetzt werde ich insgesamt immer frustrierter, total fahrig und komme manchmal mit depressivem Grundton nach Hause. 35 Stunden stehen fest in meinem Vertrag drin als Arbeitszeit, aber eigentlich sind es immer viiiieeeel mehr Stunden. Da kommen die normalen Überstunden am Patienten, ca. 0,5 - 2,5 am Tag, je nach Bedarf. Über die Woche verteilt sind es schon meistens 5-10 Stück. Dazu kommt aber noch pro Tag mind. eine Stunde, die unentgeltlich gemacht werden müssen, wie z.B. die Abrechnung, Terminvereinbarung, Therapieberichte schreiben,... Chefin meinte, sie bazhlt es nicht. Wir können die Zeit nehmen, wenn ein Patient absagt, aber das passiert einmal in 2-3 Wochen. Und die Arbeit dauert jeden Tag eine Stunde. Dazu dürfen wir zur Mittagspause nicht rausgehen, weil ja ein Patient wegen Terminen kommen könnte ( die wir ihm dann in der Mittagspause auch geben müssen), oder jemand anruft. Also effetkiv und realistisch betrachtet hab ich im Durchschnitt 10-15 Minuten Mittagspause. Ich war schon kurz davor zu kündigen, aber ohne neuen Job ist das Mist. Bin schon auf der Suche und bewerb mich, aber bis jetzt hat sich noch nix ergeben. ist denn das überhaupt rechtens? Vom Verdienst her hätte ich mit Hartz 4/Arbeitslosengeld deutlich mehr zur Verfügung als jetzt, aber ich will nicht arbeistlos und selbstverschuldet zu Hause rumhocken...

LG Tahiti

Beitrag von miau2 05.03.11 - 13:04 Uhr

Hi,
ich kann mir schwer vorstellen, dass du mit "Hartz IV" deutlich mehr zur Verfügung hätte. Wenn doch, solltest du dringend deine Ansprüche auf ergänzendes ALGII überprüfen, oder Wohngeld ...

Zu deiner Frage: gibt Gesetze, z.B. das Arbeitszeitgesetz, an die sich dein AG halten muss. Und natürlich auch an den arbeitsvertrag.

Nur sind halt Arbeitnehmer, die darauf pochen oft sehr schnell raus aus dem Job.

Du hast natürlich Recht auf deine Mittagspausen (wie lange - steht im Gesetz), du hast auch ein Recht darauf, dass die Mehrarbeit nicht überhand nimmt (und 1,5-3,5 Überstunden PRO TAG auf Dauer ist schon heftig), nur - die ganzen Ansprüche sind schön, aber wenn du sie durchsetzt wird dein Chef vermutlich jemanden suchen, der den Job ohne Aufmucken macht.

Letztendlich hilft da wohl nichts außer suchen, suchen, suchen - und so schnell wie möglich etwas besseres finden.

Ich wünsche dir viel Erfolg für die Suche!

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von king.with.deckchair 05.03.11 - 13:28 Uhr

"Vom Verdienst her hätte ich mit Hartz 4/Arbeitslosengeld deutlich mehr zur Verfügung als jetzt,"

Dummes Zeug.

Tipp, Mäuseken: Wenn dem so wäre, dann hättest du Anspruch auf ergänzendes ALG II (das, was du mit BILD-Bildung "Hartz 4" nennst). Kannst also die Stammtischsprüche weglassen und musst deinen Jobfrust nicht an Bedürftigen auslassen.

Beitrag von snailshell 05.03.11 - 13:50 Uhr

#augen

Beitrag von tahiti 05.03.11 - 13:53 Uhr

Hallo,

das ist kein Stammtischspruch. Ich bekomme zzt. 840 Euro Netto raus bei meiner 35 Stunden Woche. Ich fahre 85 km jeden Tag, bei den Spritpreisen im Moment sind das 150-200 Euro nur Spritgeld. Dazu Geld für evtl. Reparaturen, Versicherung, TÜV,... Also ich würde ( wenn ich nichtmehr arbeiten würde) schonmal 200 Euro sparen, weil dann bräuchte ich ja kein Auto mehr und könnte alles erlaufen bzw. mit dem Rad fahren.Das Auto von meinem Freund würde reichen für anderweitige Dinge. Soweit ich weiss, bezahlt die Arbeitsagentur die Miete und der Regelsatz ist extra. Ich wohne mit meinem Freund zusammen, also teilen wir uns in die Miete rein, sind im Moment ca 250 pro Person Euro. Das heisst für alles andere habe ich rein von meinem Gehalt noch 390 Euro übrig für den Monat. Der Betrag für Hartz 4 liegt zwar gering drüber, aber eben nur sehr gering. Und ohne meinen Freund könnte ich die Miete gar nicht bezahlen. Und im Moment sind solche Sachen wie Hausratversicherung, Reparaturen,Weiterbildung in der Manuellen Therapie... noch nicht mit eingerechnet. Was mein Freund dann verdient ist ja eine ganz andere Sache...

Beitrag von mellibaby 05.03.11 - 16:14 Uhr

du verdienst 840 € netto...ich hatte als alg2 empfänger nicht ganz 650€....

Beitrag von devadder 06.03.11 - 09:24 Uhr

Dummer Vergleich, da war Dein Bedarf auch nicht höher.

Beitrag von mellibaby 06.03.11 - 19:32 Uhr

wieso dummer vergleich? ich hatte das mit kind

Beitrag von devadder 06.03.11 - 19:36 Uhr

Das ist ja schon der Bedarf für Mutter und Kind wenn sie alleinerziehend ist höher. Dazu die Unterkunftskosten, da kann was nicht stimmen.

Beitrag von mellibaby 06.03.11 - 20:15 Uhr

soviel höher ist es aber nicht....nun gut, für die miete fehlte noch etwas.

egal...mir ging es nur darum das ein alg2 empfänger nicht MEHR geld hat

Beitrag von devadder 06.03.11 - 20:17 Uhr

Da hast Du Recht. Denn der AN hat Freibeträge. Im Extremfall hat er bei den Hungerlöhnen die heute gezahlt werden wenigstens ein Cent mehr.

Beitrag von windsbraut69 06.03.11 - 09:57 Uhr

"Was mein Freund dann verdient ist ja eine ganz andere Sache... "

Nee, sobald IHR als Bedarfsgemeinschaft ALGII beantragt, ist das Gesamteinkomen relevant.

Gruß,

W

Beitrag von molinalaja 05.03.11 - 14:36 Uhr

Mäuseken #klatsch


Oh je, das alte Tatteromchen spricht wieder Stammtischweisheiten #rofl


Und wie sieht es mit deinem Jobfrust so aus?
Mußt ihn auch echt nicht bei urbia rauslassen #gaehn

Beitrag von flogginmolly 05.03.11 - 14:50 Uhr

Ich denke eher, dass es allgemeiner Frust ist weil alles schlecht läuft ;-)

Beitrag von molinalaja 05.03.11 - 16:15 Uhr

Mit Sicherheit.

Mäuseken, ach so nette Bezeichnungen denkt sie sich aus.
BILD-Bildung, auch eine nette Beleidigung, daß man da die Frtstante hier überhaupt dauernd so einen beleidigenden und arroganten Scheiß schreiben läßt, vielleicht zahlt sie ja sogar dafür, weil kein Psychiater sie mehr behandeln will #rofl

Beitrag von inblack 05.03.11 - 15:14 Uhr

"musst deinen Jobfrust nicht an Bedürftigen auslassen"

Schätzeken, DAS war jetzt aber dein Eigentor.#rofl

Beitrag von devadder 06.03.11 - 09:50 Uhr

Man muss immer sehen, dass es ein Unterschied zwischen dem was man verdient und dem was man zur Verfügung hat gibt. Wenn jemand 220 Stunden im Monat wegen der Arbeit unterwegs ist, nach Abzug der Fahrtkosten dennoch weniger zur Verfügung hat als jemand der zu Hause sitzt, Hartz 4 bekommt und 5,00 € weniger hat, so kann man durchaus sagen, der AN hat weniger als der ALG2 Bezieher. Es werden nämlich nicht alle Kosten anerkannt die man durch den Job hat. Der ALG2 Empfänger der eine AGH macht, hat dann sogar bei minimalem Aufwand deutlich mehr. Weiter so und immer schön gegen Mindestlöhne. gelle

Beitrag von manavgat 05.03.11 - 13:30 Uhr

Dazu dürfen wir zur Mittagspause nicht rausgehen, weil ja ein Patient wegen Terminen kommen könnte


Das ist nicht zulässig. Ich würde die zuständige Berufsgenossenschaft - anonym - informieren. Die kümmern sich dann schon...

Gruß

Manavgat

Beitrag von devadder 06.03.11 - 09:25 Uhr

Das wäre das erste mal, dass ich erleben würde, dass die BG etwas unternimmt.

Beitrag von molinalaja 05.03.11 - 14:40 Uhr

Du hast das Recht, in der Mittagspause zu tun, was du willst.

Angeordnete Überstunden müssen auch bezahlt oder in Freizeit abgegolten werden.

Ich würde diese AG melden und einen anderen Job suchen, einsichtig ist diese Ausbeuterin ja sowieso nicht.


Viel Glück, denk dir, es wird nicht für immer so sein :-)

Beitrag von mansojo 05.03.11 - 16:31 Uhr

hallo,


wenn wir keine pause machen können ,wird das als überstunde aufgeschrieben bzw unserem stundenkonto gutgeschrieben

wäre ein arbeitszeitkonto eine alternative für euch
frag doch mal deine chefin

gibt doch immer mal zeiten in denen weniger zu tun ist ,da kann man dann gut ausgleichen

gruß

Beitrag von devadder 06.03.11 - 09:30 Uhr

Es ist nicht zulässig keine Pause zu machen!!! Auch wenn der AN es freiwillig macht. Passiert zum Beispiel ein Arbeitsunfall und es wird nachgewiesen, dass der AN keine Pause, die ja letztendlich zur Erholung dienen soll, gemacht hatte, bekommt er und der AG mächtig ärger. Allerdings ist es rechtens die Pausen aufzuteilen, wenn DU also acht Stunden arbeitest stehen Dir insgesamt 45 Minuten Pause zu, diese 45 Minuten können aus drei mal 15 Minuten aufgeteilt werden.

Beitrag von devadder 06.03.11 - 09:32 Uhr

Auch noch wichtig, da die Pause nicht zur Arbeitszeit zählt, ist der AN in dieser Zeit von allen Pflichten und Aufgaben entbunden, was bedeutet, er kann machen was er will, also auch weg gehen.

Beitrag von mansojo 06.03.11 - 11:52 Uhr

schöne theorie
die praxis sieht anders aus


ich arbeite auf einer intensivstation
wenn es möglich ist lösen wir uns mit den pausen ab

oft geht es einfach nicht

und die station zu verlassen ist schonmal ein unding

wir stellen das reanimationsteam
da sind dann 2 pflegekräfte weg

in der zeit werden die patienten von den anderen übernommen

selbst wenn wir voll besetzt sind fällt die pause wegen solch aktionen weg

da ist die gutschrift auf`s arbeitszeitkonto eine alternative


nicht alles ist umzusetzen was im arbeitszeitgesetz steht

Beitrag von woodgo 06.03.11 - 17:40 Uhr

...und warum macht man soetwas mit? Was soll passieren, wenn Du Deine Mittagspause, die Dir zusteht, nimmst und raus gehst? Aus dem Grund ne Kündigung wäre unzulässig.

Ich frage mich immer wieder, warum man so etwas mitmacht? Bevor ich mich gesundheitlich ruiniere, kündige ich, bzw. hätte schon längst angefangen, Bewerbungen zu schreiben, damit ich da weg komme#aha